Biologe Reichholf über Papst und Evolution: Schöpfung mangelhaft!
In den aktuellen Streit um die Evolutionstheorie hat sich nun auch der Papst eingeschaltet. Evolutionsbiologe Josef Reichholf verteidigt die Wissenschaft.
In den aktuellen Streit um die Evolutionstheorie hat sich nun auch der Papst eingeschaltet. Evolutionsbiologe Josef Reichholf verteidigt die Wissenschaft.
«Was mich fasziniert und bewegt, ist der relativ schmale Korridor …, durch welchen der Pfad … bis zum heutigen Kosmos führt. … Und hier und nicht durch Eingriffe in den Verlauf der biologischen Evolution, … wäre Raum für einen Brückenschlag zwischen Theologie und Naturwissenschaft.» (Peter Schuster)
Anlass des «Aktuellen Fensters» war die jüngst erschienene Dokumentation einer aufsehenerregenden Tagung, auf der Papst Benedikt XVI. 2006 das Thema «Schöpfung und Evolution» diskutiert hat.
«Wem das alte Gerücht von einem Schöpfergott keine Ruhe lässt, den wird es nicht einschüchtern, wenn die Naturwissenschaft die Entstehung der Arten erklärt. Aber er wird eine ganz anders codierte Botschaft entdecken. Dennoch: Für ein Bündnis ist es zu früh.» (Robert Spaemann)
Die Frage, ob wir uns angesichts der modernen Wissenschaften von der ‚Seele’ verabschieden müssen, zielt allein auf die Geistseele. An der Antwort auf diese Frage hängt nichts Geringeres als der Sinn von Religion überhaupt. Ich möchte daher den Indizien nachgehen, die meiner Meinung nach auch heute noch für eine Geistseele sprechen.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Annahme einer Seele bei Aristoteles keineswegs einen Dualismus impliziert. Aristoteles wendet sich ausdrücklich gegen die dualistische Konzeption Platons und lehnt sowohl die Annahme einer unspezifizierten geistigen Substanz als auch die einer konkreten geistigen Entität ab.
Fasst man Seele als Inbegriff von Identität und Personalität, ist archäologisch gesehen ‚Bestattung‘ als ein identitäts- und personenbezogener Vorgang ein Hinweis auf Beseelung.
Fasst man den Begriff der ‚Seele’ im Sinn von Aristoteles als dasjenige Prinzip der Lebewesen, das ihre spezifischen Leistungen ermöglicht, dann kann man von einer ‚Beseeltheit der Natur’ sprechen, die natürlich graduell sein wird.
Als Inbegriff von Identität, Personalität und Freiheit garantierte die Seele das unterscheidend Menschliche. Doch das geisteswissenschaftliche Deutungsmonopol über die Seele ist eingebrochen. Mehr und mehr seelische Vermögen werden nun naturwissenschaftlich zugänglich. Um den Menschen zu erklären, scheint die Seele überflüssig.
Stellt der Papst die Evolutionstheorie in Frage, wonach die Entwicklung des Lebens auf der Erde ungesteuert verlaufen ist und weitgehend vom Zufall abhängt? Legt sich die Kirche auf die Theorie vom „intelligenten Design“ fest oder gibt es zwischen beiden Auffassungen Verbindungen?
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