RSNG-Kongress 2015 – Projektvorstellungen

von grenzfragen

beitragsbildAls Jahrestagung des Religion and Science Network Germany (RSNG) zielte die Veranstaltung, die vom 27.09. bis 29.09.2015 in Stuttgart-Hohenheim stattfand, neben der Diskussion des thematischen Schwerpunkts “Zeit in Lebenswelt, Wissenschaft und Religion” auf die Vorstellung neuer interdisziplinärer Projekte, die an dieser Stelle dokumentiert sind. Innerhalb des jeweiligen Projektrahmens kommt das Thema “Zeit” in spezifischer Weise zur Sprache.

Die einzelnen Projektvideos können über die Playlist angewählt werden.

Projekte mit Zusammenfassungen und als Playlist

Frank Vogelsang: Was ist der Mensch? Unsere Existenz zwischen Wissenschaft und dem Glauben an Gott

Die Evangelische Akademie im Rheinland wird in den kommenden Jahren Schwerpunktthemen bearbeiten. Für den Bereich “Naturwissenschaft und Theologie” wird der Schwerpunkt auf der Anthropologie liegen und der Frage, welchen Beitrag der christliche Glaube zu dem Verständnis des Menschen geben kann. Für die Bearbeitung dieser Frage sollen vor allem auch phänomenologische Theorien in die Diskussion einbezogen werden. Dabei lassen sich Zeitqualitäten freilegen, die sich in einem naturwissenschaftlichen Setting nicht abbilden lassen.

Ludwig Jaskolla: Das dynamische Selbst im Spannungsfeld von Philosophie und Psychologie

Das Habilitationsprojekt geht davon aus, dass die diachrone Identität von Personen den zeitlichen „Entwurfscharakter“ des Personenbegriffs nur unzureichend abbilden kann. Deswegen muss ein dynamischer Personenbegriff entwickelt werden, der das Werden von Personen ernst nimmt.

Damian Peikert: Das überraschte Bewusstsein - Die Psychopathologie der subjektiven Zeitlichkeit

Für den psychisch Erkrankten kann es zu den unterschiedlichsten Formen eines Wandels der subjektiven Zeitlichkeit kommen: von Beschleunigung bis zur Verlangsamung, von der Fragmentierung über das Einfrieren der Zeit bis hin zum vollständigen Entgleiten der subjektiven Zeitlichkeit. Für den anderen, der mit der Erfahrungswelt und den Äußerungen eines psychisch Erkrankten konfrontiert ist, ist es eine Unterbrechung seines selbstverständlichen Umgangs mit Menschen, das Scheitern der Kommunikation, das Misslingen vorsprachlichen, zwischenleiblichen Handelns, das Zerbrechen von Konsens und Sittlichkeit.

Tony Pacyna: Zur Phänomenologie der Zeit - Über subjektive Zeitwahrnehmung und objektive Bezeichnungen

Im Anschluss an Kant ist die Frage interessant, wie viele Zeitauffassungen zulässig sind. Ist es eine bestimmte Form der Zeit, die Erkenntnis ermöglicht, sind es multiple Zeitformen, die verschiedene Erkenntnisse ermöglichen? Und: Welche Funktion haben Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft?

Lorns-Olaf Stahlberg: Über Korrelationen zwischen naturwissenschaftlichenund religiösen Deutungsmustern - Das „Insigne“ als Bindeglied von naturwissenschaftlicher Objektivierung und religiöser Narrativik am Beispiel des Zeitbegriffs

Der Beitrag vergleicht Bezeichnungs- und Ausdrucksmittel von Religion und Naturwissenschaft unter semiotischen Gesichtspunkten und erläutert Korrelationen zwischen beiden Sprachspielen auf subjektiver Ebene am Beispiel unterschiedlicher Zeitauffassungen.

Patrick Becker: Jenseits der Zeit? Zur Verinnerweltlichung des christlichen Zeitverständnisses

Grundlage der Präsentation ist das Projekt „Eschatological Images in Contemporary Times“, in dem die heutige gesellschaftliche Rezeption eschatologischer Motive mit ihrem ursprünglich biblischen Verwendungskontext verglichen wird, um so nach einer heute tragfähigen, christlich fundierten Eschatologie zu fragen.

    Außerhalb der Zeit-Thematik stellen Frank Vogelsang, Andreas Losch und Heinz-Hermann Peitz am Ende der Playlist ihre interdisziplinären Onlineangebote vor.

    Die Hauptvorträge der Tagung