Die methodische Bestimmtheit der Naturwissenschaften

von Tobias Müller

Tobias Müller

Tobias Müller

Dr. phil., Dozent für Natur- und Religionsphilosophie bei Hochschule für Philosophie München
Studium der Philosophie, Theologie, Pädagogik und Physik in Mainz, Marburg und Frankfurt/M.
Veröffentlichungen u.a.: Eine Analyse der Philosophie A. N. Whiteheads, Paderborn 2009; Post-Physikalismus, Freiburg u.a. 2011.
Tobias Müller

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Die methodische Bestimmtheit der Naturwissenschaften.
Grundlegende Überlegungen und deren Konsequenz

Vortrag auf der RSNG-Jahrestagung “Methode und Reichweite der Naturwissenschaften”, 28.-30.09.2012
Tagungszentrum Stuttgart-Hohenheim

      Einige Thesen aus dem Vortrag

      Der Erfolg der Naturwissenschaften führte zu der These, dass nur Naturwissenschaften die Wirklichkeit in ihrem Wesen erfassen können und dass alles auf fundamentale Level (meist Physik) reduzierbar ist. Dies ist kritisch zu hinterfragen.

      Wichtige Punkte einer wissenschaftsphilosophischen Analyse:

      1. Unterscheidung von verschiedenen Sprachebenen (Objekt-, Meta- und Parasprache)
      2. Eruierung von konstitutiven Bedingungen des naturwissenschaftlichen Ansatzes (Auswahl der Fragestellung, Ceteris-Paribus-Bedingungen, Verwendung von Modellen).
      3. Einordnung der Reichweite der naturwissenschaftlichen Erklärung.

      Die im Vortrag genannten Aspekte sind konstitutive Bedingungen für den Erfolg der Naturwissenschaften. Gleichzeitig schränken sie aber die Reichweite der naturwissenschaftlichen Erklärung ein:

      1. Einschränkung auf bestimmte Aspekte durch
        Fragestellung
      2. durch Idealisierung der Modelle und durch den
        Ausschluss anderer Kausalfaktoren (Ceteris-
        Paribus-Bedingungen).

      Charakterisierung der naturwissenschaftlichen Perspektive als Fazit:

      Naturwissenschaften charakterisieren in ihren Beschreibungen – ihren Fragestellungen und Zwecken gemäß – bestimmte Aspekte der Wirklichkeit, die von den jeweiligen Methoden abhängig sind.

      Beiträge der Tagung

      Nach William Grassie muss die neue evolutionäre Kosmologie (die "große Geschichte") frühere religiöse Kosmologien ersetzen. Diese können nach wie vor metaphorisch und metaphysisch interpretiert werden, nicht jedoch buchstäblich als Schilderung realer Ereignisse. In der "Großen Geschichte" findet Grassie phantastische Anknüpfungspunkte für Transzendenz.