Welt und Entweltlichung – Theologisch-systematische Reflexionen

von Wolfgang Beinert

Wolfgang Beinert

Wolfgang Beinert

Em. Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte bei Universität Regensburg
Em. Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Universität Regensburg; Mitglied des Arbeitskreises Kirche und Wissenschaft (München) und des Schülerkreises Joseph Ratzinger; Schwerpunkt u. a. Fundamentaldogmatik, Ekklesiologie, Eschatologie
Wolfgang Beinert

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      Entweltlichung – Verweltlichung

      Im Diesseits gefangen02Die Frage nach dem Verhältnis von Welt und Entweltlichung – ein von Papst Benedikt XVI. bei seinem Deutschlandbesuch in Freiburg (September 2011) eingebrachter sperriger Begriff – behandelte in theologisch-systematischer Reflexion Wolfgang Beinert, emeritierter Ordinarius für Dogmatik und Dogmengeschichte (Regensburg). Das Grundproblem (der Theodizee) sei nicht, dass es überhaupt Tod, Leid und Böses in der Welt gebe, sondern dass der Schöpfer sie so eingerichtet habe (dass es also kein Paradies gibt). Die Kirche stehe im Dienst der Erlösung der Welt vom Bösen im Vertrauen auf das Wirken des Geistes Gottes. Was dabei jeweils als Gutes zu tun und als Böses zu lassen sei, müsse unter den jeweiligen Umständen „jedes Mal neu austariert“ werden als Ergebnis weiser Unterscheidung (der Geister). Nicht zuletzt in den „Zeichen der Zeit“ lasse sich das Wirken des Geistes erkennen. Den Begriff der Entweltlichung hielt Beinert für äußerst problematisch. Kirche und Welt stünden sich nicht wie gut und böse gegenüber, schon gar nicht nach den Enthüllungen der Missbrauchsvorfälle in der Kirche selbst. Gottes Inkarnation in Jesus Christus bezeichnete Beinert geradezu als „Verweltlichung Gottes“, die bis an die Grenzen gehe (Paulus: Gott hat Christus „zur Sünde gemacht“, allerdings nicht zum Sünder).

      Der Vortrag ist Teil der Tagung “Im Diesseits gefangen?“, 23.-24. Juni 2012, Tagungszentrum Hohenheim.

      Die Beiträge der Tagung