In Einklang mit der Schöpfung leben – Orte nachhaltigen Handelns

von grenzfragen

Benediktbeuern: Das über 1250 Jahre alte ehemalige Benediktinerkloster ist seit 1930 im „Besitz“ der Salesianer.

Seit 2009 organisiert die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Kooperation u. a. mit dem Ausschuss des Diözesanrats „Nachhaltige Entwicklung“ eine Exkursion zu Orten besonders nachhaltigen Handelns. In diesem Sommer (20. bis 21. Juli 2018) war Kloster Benediktbeuern das Ziel, ein Kloster, das Tradition mit Fortschritt und geistliches Leben mit Natur zu verbinden weiß und sich daher in besonderer Weise der “Bewahrung der Schöpfung” verpflichtet.

Die Schalttafel des Energiezentrums zeigt die Energieflüsse für Heizung und Strom.

Exemplarisch: Auf dem Klosterland werden Modellprojekte des Biotop- und Artenschutzes umgesetzt. Die Energiezentrale des Zentrums demonstriert Möglichkeiten zukunftsorientierter Energieversorgung und versorgt den gesamten Klosterkomplex mit Wärme (Holz-Hackschnitzel) und Strom (Wasserkraft und Photovoltaik). Das reicht für die 600 Bewohner und 70.000 Gäste-Übernachtungen pro Jahr.

Kirchengemeinden, Grundschulen bis Hochschulen, Umweltinitiativen und alle am Thema “Umweltverantwortung” Interessierte finden im Kloster viele Informationen und Anregungen. Das dazu ausgearbeitete pädagogische Konzept ist ausgezeichnet und wird von der bayrischen Staatsregierung gefördert.

Seit der Vogelexkursion um 6 Uhr in unermüdlichem Einsatz: Pater Karl Geißinger weiht in die Geheimnisse der Klostergärten ein.

Auf dem Programm der Exkursion standen Führungen durch die Klostergärten, die Einrichtungen der Energieversorgung und die pädagogischen Schulungsräume.

Zum Abschluss stellte Mattias Kiefer, der Umweltbeauftragte von München-Freising, die Umweltprojekte des Erzbistums vor – von der Geschichte der Umweltarbeit des Erzbistums bis zu den aktuellen diözesanen Nachhaltigkeitsleitlinien, deren Umsetzung sich auf zahlreiche Handlungsfelder erstreckt:

  • Liturgie, Verkündigung und geistliches Leben
  • Bildung
  • Diakonisches Handeln
  • Umgang mit kirchlichem Grundeigentum
  • Bauen
  • Nutzung von Rohstoffen und Energie
  • Einkaufen und Beschaffen
  • Abfall, Emissionen, Abwasser
  • Mobilität
  • Umgang mit Geldanlagen
  • Mitarbeitende
  • Schöpfungsverantwortung in Politik und Gesellschaft

Der Klimawandel, der steigende Verbrauch an endlichen Ressourcen, die Belastung von Böden, Wasser und Luft und der Rückgang der Artenvielfalt fordern einen grundlegenden Wandel unserer Art zu leben.  (Aus der Präambel der Nachhaltigkeitsleitlinien der Erzdiözese München und Freising)

Der Bericht von Stefan Schneider, dem Umweltbeauftragten der Diözese Rottenburg-Stuttgart, bot sich zum Vergleich an. Auszüge aus dem Bericht:

In den Jahren 2015-17 wurde ein „integriertes Klimaschutzkonzept“ für die Diözese Rottenburg-Stuttgart ausgearbeitet. Die Diözese setzt sich damit zum Ziel, ihre CO2-Emissionen bis zum Jahre 2050 um 85% zu reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet (u.a.):

  • Spätestens bis zum 01.01.2019 werden zwei Klimaschutzmanager eingestellt.
  • Die im Strategieentwicklungsteam Klimainitiative erarbeiteten Nachhaltigkeitsleitlinien wurden von der Diözesanleitung und dem Diözesanrat beschlossen (laufende Ergänzungen und Anregungen miteinschlossen).
  • Mit der Veröffentlichung des Klimaschutzkonzepts endet die 10-jährige Klimainitiative der Diözese. Nun gehen die erarbeiteten Konzepte in die Realisierungsphase über.
  • „Bündnis für Klimagerechtigkeit“ der 4 Kirchen in Baden-Württemberg (2 Diözesen, 2 ev. Landeskirchen): Im Bündnis arbeiten die Arbeitsstellen für Umwelt und Weltkirche der beteiligten Kirchen zusammen, um ihre Positionen und Optionen in Gesellschaft und Politik wirkungsvoller einbringen zu können.

Wir stellen uns ganz ausdrücklich hinter die Selbstverpflichtung, die die Weltgemeinschaft
mit dem Klimaschutzabkommen von Paris eingegangen ist – nämlich die Begrenzung des
weltweiten durchschnittlichen Temperaturanstiegs auf unter zwei Grad und das Ziel weltweiter
Klimaneutralität bis zum Jahr 2050. (Klimaschutzkonzept der Diözese Rottenburg-Stuttgart)

Vorschau

Die Nachhaltigkeits-Exkursion 2019 führt am 26. bis 27. Juli zur Benediktinerabtei Plankstetten. Merken Sie sich gern diesen Termin vor.

Veranstalter der Exkursionen

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Diözesanausschuss „Nachhaltige Entwicklung“
PV-Anwendernetzwerk der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Umweltbeauftragter der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Verband der Verwaltungszentrumsleiterinnen und -leiter in der Diözese Rottenburg-Stuttgart (Arbeitskreis „Energie und Umwelt“)

Credits

Text: Dr. Willi Knecht, als stellvertretender Vorsitzender des Diözesanausschusses „Nachhaltige Entwicklung“, Dr. Heinz-Hermann Peitz, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Fotos: Beate Schnarr, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart