Gehirn, Evolution, Religion

von Michael Blume

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Michael Blume

Lehrbeauftragter Religionswissenschaft bei Theologische Fakultät der Universität Jena
Dr. Michael Blume, geb. 1976, studierte nach Wehrdienst und Bankausbildung in Tübingen Religions- und Politikwissenschaft. Er promovierte über Religion und Hirnforschung, spezialisierte sich auf die Evolutionsforschung zu Religiosität und Religionen. Unter anderem wurde er als erster Deutscher in das internationale Forschernetzwerk der Evolutionary Religious Studies berufen, leitet den Religionsbereich des Online-Magazins "Evolution - This View of Life" und den Bereich Evolutionsforschung beim Handbuch der Religionen (Olzog-Verlag). Er nahm Lehraufträge an verschiedenen Universitäten wahr und veröffentlichte erfolgreiche Sachbücher (u. a. "Gott, Gene und Gehirn", gemeinsam mit Rüdiger Vaas). Sein Wissenschaftsblog "Natur des Glaubens" erhielt den Scilogs-Preis 2009 und für seine Arbeiten zwischen Religions- und Naturwissenschaften erhielt er den "Vermittlungen"-Preis der Evangelischen Akademie Villigst.
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Wie mag Religion evolutiv entstanden sein, und welchen evolutiven Nutzen hat sie? Michael Blume, der als Religionswissenschaftler über Neurotheologie promoviert hat, bietet neurowissenschaftliche und evolutionsbiologische Perspektiven auf Religion. Drei zusammenfassende Thesen:

a) „Religion“ sei beschrieben (nicht definiert!) als die biologisch veranlagte und ggf. biografisch ausgeprägte Fähigkeit, sozial konstruierte und transzendent begründete Verhaltensmotivationen aufzunehmen. Statistisch häufiger erreichen Menschen damit höhere Kinderzahlen und stabilere Kooperationsverhältnisse in Ehe und Religionsgemeinschaft.
b) Verschiedene Religionsgemeinschaften stehen dabei in einem fortdauernden Wettbewerb miteinander, sich in wandelnden Umwelten zu behaupten. Gemeinschaften, deren Wegweisung in Unverbindlichkeit, Traditionalismus o.ä. fehlgeht, geraten demografisch wie auch missionarisch unter Druck von erfolgreicheren Konkurrenten.
c) Rechtsstaatlichkeit und die Gewährung der Menschenrechte einschließlich der (positiven und negativen) Religionsfreiheit führen daher längerfristig zu „religiösen Märkten“, in denen sich lebensnahe und lebensdienliche Gemeinschaften entfalten können.

In dem Vortrag hat Blume seine Thesen empirisch unterfüttert.

Folie7  Vortrag als pdf-Datei