Die vierte Coronawelle und die Wissenskommunikation

von grenzfragen

Die 4. Corona-Welle hält Deutschland in Atem und motiviert diesen Presseschwerpunkt. Während einerseits mit 3G, 2G, 2G+, verschiedene Stufungen von Warn- und Alarmplänen immer neue Konzepte geboren werden, die zwar dazu dienen, die Lage unter Kontrolle zu bringen, jedoch nebenbei auch für ein außerordentlich hohes Maß an Komplexität und damit für Verwirrung sorgen, stellen viele andererseits die Frage, warum Gegenmaßnahmen nicht schon viel früher ergriffen wurden.
Die exemplarische Zusammenstellung der Pressebeiträge zeigt, dass der Großteil der Wissenschaftler und auch das RKI schon im Juli genau die Probleme anmahnten, die jetzt offensichtlich werden. Neben Virolog/innen und Epidemolog/innen (Artikel vom 02.07. und 06.07.2021) prophezeiten auch andere mit Modellsimulationen (Artikel vom 13.07.2021) eine relativ gute Prognose der Situation, mit der die Gesellschaft gegenwärtig konfrontiert wird (Artikel vom 15.11.2021). Das Beispiel Israel zeigt hingegen, dass es Länder gibt, die mit einer Dritten Impfung deutlich schneller waren und sich daher die Infektionslage derzeit entspannt (Artikel der Berliner Morgenpost vom 21.11.2021).

Ist die Politik also an allem Schuld, weil sie nicht früh genug gehandelt hat? So gut es in Krisenzeiten tut, jemanden zu finden, dem man den Schwarzen Peter zuschieben kann, so unterkomplex ist diese Schlussfolgerung. Auch wenn die politische Einstellung durchaus eine wichtige Rolle in dieser Gesamtgemengelage spielt (Artikel vom 14.11.2021), ist die Wissenschaftskommunikation, bzw. -rezeption Bestandteil der Diskussion (Artikel der taz vom 21.11.2021). Zur Kommunikation gehört auch, dass aus theologischer Perspektive empfohlen wurde, keine Empörungsrhetorik, sondern mehr Aufopferungsbereitschaft wirksam werden zu lassen (Artikel vom 04.04.2021).

Ludwig Motz

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