Nature vs. Nurture reloaded – Biologische Anfragen an die Genderforschung

von grenzfragen

venusmars3Nachgefragt spezial – Abendgespräche zu Gesellschaft, Religion und Politik

Als Frau geboren oder zur Frau gemacht?

Biologische Anfragen an die Genderforschung

Montag, 14. März 2016, 18:00 – 21.30 Uhr, zwischendurch kleiner Imbiss
Tagungszentrum Stuttgart-Hohenheim, Paracelsusstraße 91, 70599 Stuttgart

Programm als pdf-Datei

Zur Anmeldung

Wie einflussreich sind Natur und Kultur? Welchen Anteil haben Sex (das biologische Geschlecht) und Gender (das soziale Geschlecht)? Im Rahmen des umfangreicher angelegten Formats „Nachgefragt spezial“ möchten wir Ihnen die Möglichkeit bieten, sich an nur einem Abend einen differenzierten Eindruck von den aktuellen, kontrovers geführten Debatten zu verschaffen.

Seine kritische Haltung brachte der Evolutionsbiologe Axel Meyer in einem Interview mit dem Tagesspiegel auf den Punkt: „Genderstudies und Biologie – da treffen zwei Welten aufeinander“ (13.09.15). Die Genderforscherin Kerstin Palm ist vom Gegenteil überzeugt: Biologie und Genderforschung stünden nicht in einem Widerspruch zueinander, und biologische Erkenntnisse seien in das Genderwissen integriert.

Wird nicht dennoch die „natur“-gegebene Geschlechterdifferenz ideologisch eingeebnet, wie dies kirchliche Dokumente betonen? Demgegenüber hält es der Moraltheologe Stephan Goertz für notwendig, dass die Erkenntnisse der Genderforschung über die kulturelle Bedingtheit unseres Mann- und Frauseins rezipiert und nicht als Ideologie abgetan werden.

Wir freuen uns sehr, Sie an diesem Abend in Hohenheim begrüßen zu dürfen, bei dem selbstverständlich – formatgemäß – auch Ihre Nachfragen nicht zu kurz kommen sollen.

ReferentInnen:

"Wenn man sagt, dass Frauen anders sind als Männer und das biologisch begründet, schlägt einem v.a. aus der Gender-Studies-Ecke immer Entrüstung entgegen." Axel Meyer Foto privat

Axel Meyer, Foto privat

Prof. Dr. Axel Meyer, geboren 1960, Studium der Biologie in Marburg. Ph.D. in Zoologie an der University of California in Berkeley, danach Postdoc, Assistant (90-93) und Associate Professor (93-97) im Bereich Biochemie, ebenfalls in Berkeley. 1997 nahm er im Alter von 36 Jahren den Ruf an die Universität Konstanz als Professor für Zoologie und Evolutionsbiologie und Nachfolger von Hubert Markl an. Veröffentlichungen u.a.: Adams Apfel und Evas Erbe: Wie die Gene unser Leben bestimmen und warum Frauen anders sind als Männer (2015).

“Wenn man sagt, dass Frauen anders sind als Männer und das biologisch begründet, schlägt einem v.a. aus der Gender-Studies-Ecke immer Entrüstung entgegen.” Axel Meyer

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Kerstin Palm

Prof. Dr. Kerstin Palm, geboren 1961, Studium der Biologie an den Universitäten Göttingen und Freiburg, 1996 Promotion in Biologie, Parallelstudium der Philosophie und Germanistik. Wiss. Assistentin am Lehrstuhl „Kulturtheorie mit dem Schwerpunkt Geschlecht und Geschichte“, Humboldt-Universität zu Berlin, 2009 Habilitation in Kulturwissenschaft. Seit 2013 Professorin für Gender und Science an der Humboldt-Universität. Veröffentlichungen u.a.: Wie kann die Biologie erfolgreich von der Genderforschung profitieren? (2013).

“Sex und Gender werden nicht mehr als Biologisches und Gesellschaftliches gegeneinander ausgespielt, sondern als gleichgewichtige Komponenten geschlechtlicher Entwicklung in unentwegter Wechselwirkung und letztlich unentwirrbarer Verschränkung miteinander betrachtet.” Kerstin Palm

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Stephan Goertz

Prof. Dr. Stephan Goertz, geboren 1964, Diplom in Katholischer Theologie 1991 an der Ruhr-Universität Bochum. Wiss. Mitarbeiter am Seminar für Moraltheologie der Katholisch-Theologischen Fakultät Münster. 1998 Promotion, 2003 Habilitation. 2004 – 2010 Lehrstuhlinhaber für Sozialethik und Praktische Theologie an der Universität des Saarlandes, seit 2010 Professor für Moraltheologie an der Universität Mainz. Forschungsschwerpunkte u.a. Autonomieanspruch und christlicher Glaube; Sexualethik; Gendertheorie und Theologie. Veröffentlichungen u.a.: Sex und Gender. Moraltheologische Überlegungen zur kritischen Funktion einer Unterscheidung (2015).

“Nicht nur Sex ist Gottes Schöpfung. Der zur Unterscheidung zwischen Sex und Gender befähigte Mensch ist es ebenfalls.” Stephan Goertz

(ReferentInnen in der Reihenfolge der Vorträge)