Wildtiere vs. Weidetiere – Wessen Interessen, wer wägt ab?

von Thomas Potthast

Thomas Potthast

Thomas Potthast

Professor für Ethik, Theorie und Geschichte der Biowissenschaften und Leiter des Internationalen Zentrums für Ethik in den Wissenschaften an der Universität Tübingen. Veröffentlichungen u.a. Die Evolution und der Naturschutz (1999), Naturschutzethik (1999, mit Uta Eser), Naturphilosophie (2.A. 2020, Mit-Hrsg.); ehrenamtlicher Präsident der EuroNatur–Stiftung Europäisches Naturerbe
Thomas Potthast

Letzte Artikel von Thomas Potthast (Alle anzeigen)

Thomas Potthast begibt sich bei der Online-Tagung “Rückkehr der Wildtiere”, 4.-5. Dezember 2020, auf die Spuren der Wildtiere wie Wolf, Bär und Luch in Europa, er beleuchtet den Konflikt mit der Weidetierhaltung und entwickelt eine Ethik der Wild- und Weidetiere.

    Potthast benennt zunächst Argumente und befürchtete Kosten der Wildtiergegner, vergleicht aber auch mit Nachbarländern wie z. B. Rumänien, in denen die Koexistenz von Wild- und Weidetieren bereits erprobt sei und der Wolf ökosystemare Funktionen übernommen habe, die andere Kosten vermeide (z. B. Verbiss- und Schälschäden durch Rotwild, Schäden durch Biber, deren Populationen durch dien Wolf kontrolliert werden).

    In einer so dicht besiedelten Kulturlandschaft wie Baden-Württemberg gibt es keinen Lebensraum für den Wolf.” (Anette Wohlfahrt, Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbandes)

    Nach einer Reflexion verschiedener Positionen der Umweltethik kommt Potthast zu dem Schluss, dass die Schutzwürdigkeit von Wild- und Weidetieren gleichermaßen unstrittig sei. Das setze aber einen neuen politisch-ökonomisch-kulturellen Rahmen voraus und eine Wende in der Agrarförderung. Dann aber sei eine Koexistenz von Wildtieren und extensiver Weidewirtschaft möglich und wichtig.

    Abschlussdiskussion

    mit den TagungsteilnehmerInnen und Simone Horstmann, Regine Kather und Thomas Potthast

      Die Beiträge der Tagung

      Simone Horstmann entwickelt ihre Theologie der Tiere methodisch aus einer religionskritischen Perspektive heraus und ex negativo aus den bisherigen kirchlichen Verlautbarungen, die von der Instrumentalisierung der Tiere als "unvermeidbare Grundkategorie" ausgehe. Gegenüber einer Außensicht der Tiere plädiert sie für eine Berücksichtigung der Innensicht und eine verstehende Öko-Theologie.