Menschenzeit – gestohlene Gotteszeit?

von Wolfgang Achtner

Wolfgang Achtner

Wolfgang Achtner

Apl. Professor für Systematische Theologie bei Justus Liebig Universität Giessen
Wolfgang Achtner (1957-2017) war Professor für Systematische Theologie an der an der Justus Liebig Universität Giessen, sowie Gründer und Direktor des Transscientia Instituts für interdisziplinäre Wissenschaftsentwicklung, Philosophie und Religion. Veröffentlichungen u.a.: zus. mitKunz, Stefan; Walter, Thomas: Dimensionen der Zeit. Die Zeitstrukturen Gottes, der Welt und des Menschen. Darmstadt 1998.
Wolfgang Achtner

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Vortrag in der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart zum Thema “Sekunde der Ewigkeit”, 21. Nov. 1998

“Das Konzept der linearen Zeit stellt in Hinblick auf die prinzipiell möglichen menschlichen Erlebnisformen von Zeit eine wesentliche Verkürzung dar. Anders gesagt, der Mensch verfügt auch noch über andere Erlebnisformen der Zeit, die weitgehend ungenutzt sind. Es kommt also darauf an, die Ressourcen unseres Menschseins voll zu nutzen.” Wolfgang Achtner

 

Gliederung des Beitrags


Die lineare Zeit – ein historischer Rückblick

These 1: Der lineare Zeitbegriff

Dem Phänomen der Beschleunigung entspricht ein bestimmter Zeitbegriff, den ich lineare Zeit nennen möchte.

These 2: Linearer Zeitbegriff und Rationalität

Die lineare Zeit entspricht einer spezifischen Form von Subjektivität, Individualität und Rationalität.

These 3: Kulturgeschichtlicher Ursprung des rational-linearen Zeitbewusstseins.

Diese Verbindung von linearem Zeitverständnis und einer spezifischen Form von Rationalität ist Ergebnis eines längeren geschichtlichen und kulturellen Prozesses.

Ein alternatives Zeitkonzept

These 1: Die lineare Zeit ist theoretisch überwunden

Das Konzept der linearen Zeit bestimmt zwar weitgehend unseren praktischen Lebensalltag, ist aber theoretisch, d. h. vor allem in der modernen Physik, längst überwunden.

These 2: menschliches Zeiterleben ist reicher

Das Konzept der linearen Zeit stellt in Hinblick auf die prinzipiell möglichen menschlichen Erlebnisformen von Zeit eine wesentliche Verkürzung dar. Anders gesagt, der Mensch verfügt auch noch über andere Erlebnisformen der Zeit, die weitgehend ungenutzt sind. Es kommt also darauf an, die Ressourcen unseres Menschseins voll zu nutzen.

Konsequenzen im Blick auf die Beschleunigung des Lebens


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