Maschinenlesbarkeit der Welt

In seinem Vortrag am 18.09.2023 greift der Medienethiker Alexander Filipović den von Sibylle Krämer geprägten Begriff der «Maschinenlesbarkeit der Welt» auf. Krämer versteht die «Lesbarkeit der Welt» als Metapher für den textuellen Zugang des Menschen zur Welt. Mit der fortschreitenden Digitalisierung wandelt sich die Lesbarkeit der Welt zunehmend in eine «Maschinenlesbarkeit des Datenuniversums».

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Nach Gabriele Gramelsberger wiederum kann man die Geschichte der Digitalisierung als eine Erweiterung der menschlichen Anschauungsformen verstehen. Durch KI-Expertensysteme werde die Welt für Maschinen in einem zuvor nicht gekannten Ausmaß lesbar und vom Menschen entkoppelt. Gramelsberger sieht darin bereits die Umsetzung eines «Programms der totalen Maschinenlesbarkeit der Welt». Dies habe epistemische und hermeneutische Folgen, da die Maschinen und Algorithmen selbst zum Interpretationsgegenstand würden.

Explainable AI ist der Kampf der Menschen, sich die Hoheit des Verstehens wieder zurückzuholen.»

(Alexander Filipović)

Für die Theologie stelle sich vor diesem Hintergrund die Frage, wie Offenbarung als Text in diesem neuen Paradigma der Maschinenlesbarkeit bestehen könne, wenn also «Textualität» durch «Altgorithmizität» ersetzt werde. Abschließend regt Filippovic an, die Fragen nach Wissen, Tun und Hoffen im Licht der «Maschinenlesbarkeit der Welt» neu zu bedenken.

Mehr von der Tagung «Theologie, wie hältst du es mit der Technik?»

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