Evolution im Fadenkreuz (Teil II)

von Heinz-Hermann Peitz

Heinz-Hermann Peitz
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Heinz-Hermann Peitz

Dr. Heinz-Hermann Peitz, geboren 1958, Studium der Biologie, Theologie und Pädagogik an der Ruhr-Universität Bochum. Dissertation in Theologie zum Dialog zwischen Naturwissenschaft und Theologie. Seit 1993 an der Akademie zuständig für das Referat Naturwissenschaft – Theologie. Arbeitsschwerpunkte: Wissenschaftstheorie und Naturphilosophie zwischen Theologie und Naturalismus; Seitenblick: Bioethische Grundsatzfragen
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Evolution im Fadenkreuz des Kreationismus Book Cover Evolution im Fadenkreuz des Kreationismus
Martin Neukamm
Vandenhoeck & Ruprecht
400

Ungeachtet der einzigartigen Erfolgsgeschichte der Evolutionstheorie brandet ihr bis heute aus religiös-weltanschaulichen Gründen ein erheblicher Widerstand entgegen. Kein Wunder, bestimmt doch die Frage nach der Herkunft des Menschen unser Weltbild wie kaum eine andere. Dieser Sammelband setzt sich anlässlich des Darwin-Jahres kritisch mit Inhalt und Struktur evolutionskritischer Argumentation sowie mit den Hauptvertretern der deutschen Kreationisten und des Intelligent Design auseinander. Die Beiträge richten sich sowohl an interessierte Laien als auch an Biowissenschaftler, aufgeklärte Christen und Publizisten, die sich kritisch mit den Argumenten der Anti-Evolutionsbewegung auseinandersetzen wollen oder müssen. Die Autoren haben sich langjährig mit der Materie beschäftigt, unter ihnen Christina Aus der Au, Andreas Beyer, Hansjörg Hemminger, Thomas Junker, Peter Michael Kaiser, Martin Neukamm, Stefan Schneckenburger und Johannes Sikorski.

Der zweite Teil meiner Besprechung des von Martin Neukamm herausgegebenen Sammelbandes “Evolution im Fadenkreuz des Kreationismus – Darwins religiöse Gegner und ihre Argumentation” sichtet den Beitrag von Thomas Junker, der das Buch “Evolution – ein kritisches Lehrbuch” von Reinhard Junker und Siegfried Scherer analysiert.

Zum ersten Teil der Besprechung

Auch an dieser Stelle noch einmal der Hinweis auf die eigene Website zum Buch.

BESPRECHUNG DES ‘KRITISCHEN LEHRBUCHS’

"Evolution - ein kritisches Lehrbuch" von Reinhard Junker und Siegfried Scherer liegt inzwischen in der 6. Auflage vor

“Evolution – ein kritisches Lehrbuch” von Reinhard Junker und Siegfried Scherer liegt inzwischen in der 6. Auflage vor

Der Biologiehistoriker Thomas Junker wundert sich bereits im ersten Abschnitt seiner Rezension des „kritischen Lehrbuchs“ aus der Feder seines Namensvetters Reinhard Junker und des Koautors Siegfried Scherer, wie und warum jemand ein „Lehrbuch der Evolution verfassen [würde], der glaubt, dass es die Evolution der Organismen, die allmähliche Veränderung und Aufspaltung der biologischen Arten über lange Zeiträume, gar nicht gibt“ (321). Die Antwort seiner Analyse wird sein, dass die Autoren in Wirklichkeit gar kein Lehrbuch geschrieben haben, sondern „durch tendenziöse Auswahl, systematische Verzerrungen, Fehlinformationen und Sinnentstellungen“ beabsichtigen, „die Evolutionsbiologie zu diskreditieren, indem sie eine Karikatur ihrer Methoden und Ergebnisse zeichnen“. Eine „systematische Desinformation“ also, unter „Verleugnung der eigenen Standpunkte“ (337). Wie kommt Thomas Junker zu diesem Urteil und wie berechtigt ist es?

STANDPUNKTE VON JUNKER/SCHERER

Zunächst behauptet T. Junker, dass die “Leser des ‘kritischen Lehrbuchs’ über den Standpunkt seiner Autoren nicht direkt informiert” werden (321). Auf den ersten Blick verwundert dies, da bereits im Vorwort die Hauptanliegen der Autoren und deren eigener Standpunkt klargestellt werden. Zunächst gehen die Autoren davon aus, “dass ‘Evolvierbarkeit’ im Sinne von Mikroevolution … eine fundamentale Eigenschaft des Lebens ist” (J/S 2006, 5). Aber, so Junker/Scherer, die offenen Fragen der Evolutionstheorie “haben nach unserer Auffassung ein so großes Gewicht, dass Makroevolution als nicht mehr hinterfragbare Leitvorstellung … ernsthaft geprüft und nicht als Tatsache vorausgesetzt werden sollte” (ebd.). Die von den Autoren vorgestellte Alternative, nämlich die Deutung des Lebens “unter der Vorgabe von Schöpfung”, wird ausdrücklich unter “Grenzüberschreitungen” (ebd. 6) subsumiert – zusammen mit einem weltanschaulichen (nicht methodischen) Naturalismus übrigens, worin ich zunächst keine wissenschaftstheoretischen Verletzungen erkenne. Die Katze ist also bereits auf den ersten beiden Seiten des Buches aus dem Sack: Es ist dies 1. die Anerkennung der Mikroevolution, 2. die kritische Hinterfragung der Makroevolution, 3. das Angebot schöpfungstheologischer Deutungsalternativen.
Wieso hat T. Junker also den Eindruck, dass die Leser über den Standpunkt der Autoren “nicht direkt informiert” (321) werden, mehr noch, dass die ersten Zeilen den Zweck verfolgen, “die Leser über die wahren Intentionen seiner Autoren zu täuschen” (325). Junker begründet diesen Täuschungsvorwurf: “Die Worte ‘Mikro-‘ und ‘Makroevolution’ sollen lediglich den Eindruck vermitteln, als gehe es hier um Evolution; tatsächlich aber dienen sie dazu, das vor-evolutive Weltbild von R. Junker und S. Scherer als eine Art Evolutionstheorie zu präsentieren” (325f.). Dem ist im Detail nachzugehen.

EIN VOR-EVOLUTIVES WELTBILD VON JUNKER/SCHERER?

Das Informationsdefizit bezüglich der Standpunkte von Junker und Scherer versucht T. Junker durch ergänzende Publikationen v. a. aber durch deren Engagement für die Studiengemeinschaft “Wort und Wissen” zu beheben. Wort und Wissen betrachtet “die biblischen Schilderungen der Urgeschichte im Buch Genesis … als historisch zuverlässig” und versucht “naturwissenschaftliche Daten, welche die Herkunft der Welt und des Lebens betreffen, im Kurzzeitrahmen der biblischen Urgeschichte zu deuten” (Selbstbeschreibung). T. Junker liegt nun sehr daran, nicht nur R. Junker, sondern auch S. Scherer und das kritische Lehrbuch mit diesem Kurzzeitkreationismus in einen Topf zu werfen. Scherer habe sich zwar von Wort und Wissen teilweise distanziert, von deren Weltsicht aber “nur oberflächlich gelöst” (322).

R. Junkers Kurzzeitkreationismus

Der Kurzzeitkreationismus eines Reinhard Junker wird daraufhin mit Zitaten aus dem kritischen Lehrbuch entfaltet. Hier kann man lesen, dass die “‘biblische Urgeschichte’ … als reale Menschheitsgeschichte verstanden” (J/S 2006, 291) wird, wobei T. Junker das Zitat etwas später beginnen lässt, um die “biblische Urgeschichte” durch “biblische Legenden” (322) ersetzen und einen vermeintlichen Wirklichkeitsbezug wirkungsvoll negieren zu können. Um auch keine Zweifel aufkommen zu lassen, setzt T. Junker nach: “Ansonsten spricht nichts, aber wirklich nichts dafür, dass es sich um mehr handelt als um religiöse Legenden, um Theo-Fantasy” (323). Diese Polemik unterscheidet sich kaum von der den gegnerischen Kreationisten zugeschriebene Fehlform des “Gebrauchs so genannter Besserwisser-Killerphrasen”, die mit der Auskunft kontern, “es handele sich … lediglich um phantasievolle Geschichten (‘storytelling’)” (319).
Eine suggestive Wirkung geht auch von den kreationistischen Zitaten aus, die dem kritischen Lehrbuch entstammen. Es wird dadurch nahe gelegt, dass das Buch einen ebensolchen Standpunkt vertritt. Dies ist aber nicht der Fall, vielmehr wird der Kurzzeitkreationismus zusammen mit anderen Schöpfungslehren lediglich beschrieben. Eher grenzt sich das kritische Lehrbuch von diesem Kreationismus ab, wenn es wiederholt von “teilweise schwerwiegenden wissenschaftlichen Problemen” (J/S 2006, 291) spricht. Angesichts des Fossilberichts sehe sich diese Ansicht “mit verschiedenen Problemen konfrontiert” (J/S 2006, 292), und “gegen die Vorstellungen von Kurzzeit-Schöpfungslehren stehen auch die radiometrischen Altersbestimmungen” (J/S 2006, 294; in gleichem Sinne auch 223). Die Distanznahme vom Kurzzeitkreationismus wird umso deutlicher, wenn man mit früheren Auflagen vergleicht, in denen ein solcher Kreationismus tatsächlich noch vertreten wurde. Dort hieß es dann affirmativ: “Geologische Befunde werden im Rahmen sehr kurzer Zeiträume interpretiert: Katastrophismus” (J/S, 2. Aufl. 1988, S. 252).

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich teile die Methode und Weltanschauung auch der neuen Auflage in keiner Weise, aber einen Kurzzeitkreationismus vertritt das ‘kritische Lehrbuch’ spätestens seit der 5. Auflage (J/S 2001, siehe dort S. 207) nicht mehr. Man mag dies sehr wohl als Rückzugsgefecht deuten, als Indikator, dass sich ein Kurzzeitkreationismus nicht durchhalten lässt.

Scherer und die Grundideen der Evolutionsbiologie

T. Junker bemerkt zwar eine Positionsänderung Scherers, sieht aber im Blick auf die Ablehnung der Evolutionstheorie keine “nennenswerte(n) Unterschiede zur Position von Wort und Wissen” (323). “S. Scherer hat sich ganz offensichtlich nur beim Alter der Erde von der Position von Wort und Wissen entfernt; bei anderen Fragen ist dies aber nicht der Fall und sein Sinneswandel betrifft vor allem nicht den hier wichtigsten Punkt, die Evolution der Organismen” (324). Dreh- und Angelpunkt ist in diesem Zusammenhang zunächst die kritische Stellung zur Makroevolution. T. Junker zitiert Scherer dahingehend, dass es zu “Widersprüchen zwischen einer Makroevolutionslehre nach Darwin’schem Mechanismus und Grundaussagen des Neuen Testamentes” (323) komme. Wenn damit gegeben ist, dass Scherer den Vorgang der Makroevolution als solchen ablehnt, dann widerspräche dies in der Tat einer der “allgemeinen Grundideen der modernen Evolutionsbiologie”, nämlich die Abstammung aller Organismen von “gemeinsamen Vorfahren” (324). Aber auch dies sollte differenziert betrachtet werden.
Die erste Frage ist, ob T. Junker die Unterschiede zwischen Scherer und Wort und Wissen nicht zu sehr herunterspielt. Scherer selbst sind die Unterschiede (bei aller Verbundenheit) so wichtig, dass er diese durch eine eigene Internetpräsenz dokumentieren möchte (http://www.siegfriedscherer.de/content/Stell_V4.html). Aufgrund dieser Website wundert sich Hansjörg Hemminger gar, dass Scherer das kritische Lehrbuch nicht zurückzieht (EZW-Texte 195/2007, 25). Bestreitet Scherer in den durch die Website zugänglichen Texten nun die “Evolution der Organismen”, speziell die “Makroevolution”? Bei den zitierten “Widersprüchen zwischen einer Makroevolutionslehre nach Darwin’schem Mechanismus und Grundaussagen des Neuen Testamentes” geht es um den Kontext der Theodizeefrage, wie T. Junker richtig anmerkt. D. h., dass Scherer Mühe damit hat, einen guten Gott zu verbinden mit einem “Mutations- und Selektionsprozess, der an Grausamkeit kaum zu überbieten ist”. Scherers Klarstellung ist wichtig: “Aber das ist keine wissenschaftliche Frage. Da geht’s um die theologischen Grundfragen” (http://dk.ekmd-online.de/archiv/2006/23/blickpunkt/). Dass die Widersprüche nicht auf naturwissenschaftlicher Ebene diskutiert werden, macht auch die Fortsetzung des Junkerzitats deutlich: “Diese Widersprüche treten besonders hervor, wenn versucht wird, darwinistische Grundprinzipien in den ethischen Bereich zu übertragen” (http://www.siegfriedscherer.de/content/kritische_thesen.html). Wie aber steht Scherer innerwissenschaftlich zur Makroevolution?
Nach T. Junker bestreitet Scherer, dass die “Makroevolution beim derzeitigen Kenntnisstand auf natürliche Ursachen zurückgeführt werden kann” (324). Es geht Scherer also offenbar um dieMechanismen der Makroevolution. Davon unterscheidet Scherer: “Einige ID Vertreter lehnen allerdings auch Makroevolution als Vorgang ab” (http://www.siegfriedscherer.de/content/kritische_thesen.html). Von einem pauschalen Ablehnen der Makroevolution distanziert sich Scherer, wenn er als Antwort auf Ulrich Kutschera zu bedenken gibt: “Auch aus Erdgeschichte (die Daten sprechen nicht gerade dafür, dass die besonders kurz war) und vergleichender Biologie gibt es Befunde, die sich im Rahmen von Makroevolution ganz gut deuten lassen” (http://www.siegfriedscherer.de/content/geo.html). Verbleibende Skepsis will der Nachsatz zerstreuen: “Nein, kein Trick, der Meinung ich tatsächlich” (ebd.). Zur Evolutionstheorie allgemein äußert sich Scherer an derselben Stelle: “Aufbauend auf Charles Darwin (der Mann war wirklich gut) haben Evolutionsbiologen gezeigt, dass beobachtbare Evolution im Sinne von Variation, neutraler Evolution, Selektion, Anpassung und Artbildung ein fundamentales Kennzeichen des Lebens ist. Ja, insofern ist Evolution eine experimentell belegte Tatsache.” (ebd.)
Bei der Kritik geht es Scherer außerdem um den “derzeitigen Kenntnisstand”, also um ein nochnicht erklären können. Scherer macht nicht den vorschnellen Sprung vom “bisher nicht Erklärten” zum “grundsätzlich Unerklärbaren”, eine Haltung, die die Gefahr berge, “auf Wissen zu verzichten, wenn sie dazu führt, dass die Erforschung des Problems deshalb aufgegeben wird, weil man es für unlösbar hält” (http://www.siegfriedscherer.de/content/ID_Scherer.pdf, 9). Und: “Wer bei Vorliegen von ‘Nicht-Erklärtheit’ auf ‘Nicht-Erklärbarkeit’ einer biologischen Struktur schließt, formuliert m. E. einen Glaubenssatz” (ebd.). Theologisch argumentiert er: “Außerdem besteht die Gefahr …, dass ein Designer als Lückenbüßer dort eingesetzt wird, wo die derzeitige Wissenschaft (noch?) keine Erklärung hat” (ebd.).

Sofern man Scherer hier beim Wort nehmen kann, geht es ihm primär nicht um die Bestreitung des Vorgangs der Makroevolution, sondern um den Zweifel, dass die derzeit bekannten Mechanismen zur Erklärung der Makroevolution hinreichend sind. Aber auch in diesem Punkt bleibt er offen für eine künftige natürliche Erklärung.

Diese Haltung hat sich offenbar auch in der 6. Auflage des kritischen Lehrbuchs durchsetzen können, wie der Vergleich mit der vorherigen Auflage eindrucksvoll belegt:

5. Auflage 2001 6. Auflage 2006
Das Hauptproblem liegt in der Tatsache, daß Makroevolution ein Konstruktionsproblem ist (eine Struktur zeigt nur dann eine Funktion, wenn viele Einzelteile zugleich zusammenkommen), während mikroevolutive Vorgänge teilweise gut verstandene Optimierungsprobleme sind, die über kleinste Selektionsschritte laufen können. (134) Das Hauptproblem liegt in der Tatsache, daß Makroevolution ein Konstruktionsproblem ist (eine Struktur zeigt nur dann eine Funktion, wenn viele Einzelteile zugleich zusammenkommen), während mikroevolutive Vorgänge teilweise gut verstandeneOptimierungsprobleme sind, die über kleinste Selektionsschritte laufen können. (163)
F E H L T !! 3. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass künftig neuartige Makroevolutionsmechanismen entdeckt werden, welche die hier geschilderten Probleme lösen. Daher widerlegen die hier vorgestellten Abschätzungen Makroevolution nicht. Sie zeigen jedoch die Grenzen unseres derzeitigen Wissens auf und widerlegen die Behauptung mancher Biologen, dass man wüsste, auf welchen molekularen Prozessen Makroevolution beruhen würde. (163)

Durch den Zusatzpunkt 3 in der 6. Auflage ist die Schallmauer des dogmatischen Ignorabimus durchbrochen auf ein vorläufiges Ignoramus hin und die Makroevolution der naturwissenschaftlichen Zugangsweise nicht grundsätzlich enthoben, wie dies noch für die 5. Auflage galt. Auch an dieser Stelle kann man dies als Rückzugsgefecht deuten hinter eine ehedem als unüberwindbar geglaubte Grenze. Anders gewendet aber auch als positive Entwicklung, die zunehmend mehr Anknüpfungspunkte zur Diskussion bietet.

Erneut gesagt möchte ich damit nicht den Eindruck erwecken, die Position Junker/Scherers zu teilen. Eher schließe ich mich Neukamms Kommentar zum ‘evolutionskritischen Lehrbuch’ an, der im Grundton des ‘Lehrbuchs’ einen “auf die Spitze getriebenen Skeptizismus” (359) erblickt, indem die Autoren “ein Bild maximalen Zweifels und der Ungewissheit erzeugen und die ‘Makroevolution’ schon aufgrund der erkenntnistheoretisch inhärenten Fehlbarkeit des Wissens, gepaart mit offenen Fragen der Evolutionsforschung, anzweifeln” (360) und noch dazu – so würde ich ergänzen – daraus theologischen Honig saugen.

Grundtypen als Schöpfungseinheiten

Zwar ist nach dem eben Gesagten die Makroevolution der naturwissenschaftlichen Zugangsweise nicht grundsätzlich enthoben. Aber spricht nicht die Einführung der Grundtypen unmissverständlich gegen eine Makroevolution?
Faktisch mag T. Junker Recht haben, wenn er – Junker/Scherer zitierend – schreibt: “Die ‘Umwandlung eines […] Grundtyps in einen anderen’ halten sie für unmöglich” (327). Man kann aber durchaus wohlwollender deuten, wenn man im Original liest, dass die “Umwandlung eines … Grundtyps in einen anderen in den Bereich der Makroevolution fallen würde” (J/S 2006, 53). Und was dazu und zur neuen Offenheit der 6. Auflage gesagt wurde, ist mit T. Junkers Begriff “unmöglich” nicht zutreffend bezeichnet. Weiter argumentiert T. Junker, Junker/Scherer folgerten “dass es sich bei der Makroevolution, der Entstehung aller Lebewesen ‘aus Einzellern in einem historischen, natürlich verursachten Evolutionsprozess’, um ein irriges Konzept handelt” (327). Eine wohlwollendere Deutung: Im Original ist noch nicht entschieden, dass Makroevolution ein “irriges Konzept” ist, dort spricht man vorsichtiger von widersprechenden Befunden: “Die überwältigende Mehrheit der Biologen ist der festen Überzeugung, dass die beobachtbaren mikroevolutiven Prozesse schließlich zur Makroevolution führten, also eine ausreichende Erklärung dafür liefern, dass alle Lebewesen aus Einzellern in einem historischen, natürlich verursachten Evolutionsprozess hervorgegangen sind. Unseres Erachtens existieren jedoch zahlreiche Befunde, die dieser Auffassung widersprechen” (J/S 2006, 5). Wie bei widersprechenden Befunden wissenschaftspraktisch weiter zu verfahren ist, hat zumindest Scherer ausführlich entfaltet.

Was folgt aus widersprechenden Befunden? Abb. aus: http://www.siegfriedscherer.de/content/ID_Scherer.pdf, S. 8.

Was folgt aus widersprechenden Befunden? Abb. aus: http://www.siegfriedscherer.de/content/ID_Scherer.pdf, S. 8.

Gangbar sind für Scherer mehrere Wege, die Gleichsetzung von Makroevolution als “irriges Konzept” legt ihn unzulässig auf Fall 2 fest, bei dem Scherer selbst den vorzeitigen Forschungsabbruch durch den Glaubenssatz der Nichterklärbarkeit kritisiert (s. o.).

Der Fortgang der Argumentation Junkers schließt denn auch an Fall 2 an und wirft zudem das ‘kritische Lehrbuch’ durch eklektizistische und unzulässig zusammengesetzte Zitatfragmente wieder mit dem Kurzzeitkreationismus in einen Topf: “Der wörtlichen Auslegung der Bibel zufolge sollen die Grundtypen stattdessen durch ‘Schöpfungsakte Gottes’ und ‘geologisch gesehen ‘gleichzeitig’ entstanden sein'” (327). Das erste Zitatfragment gibt tatsächlich die Meinung der Autoren wieder (J/S 2006, 19), während die geologische Gleichzeitigkeit wieder der reinen Beschreibung (nicht Akzeptanz) des Kurzzeitkreationismus entnommen ist (J/S 2006, 292), also nicht die Meinung des kritischen Lehrbuchs wiedergibt.
Außerdem sollte man anerkennen, dass die “Entstehung zahlreicher Grundtypen durch Schöpfungsakte Gottes” schon am Anfang des Buches deutlich als “Grenzüberschreitung” gekennzeichnet ist (J/S 2006, 19), den Boden der Naturwissenschaft also verlassen hat. Die ausführliche Besprechung im Abschnitt “Grundtypen als Schöpfungseinheiten” findet sich konsequent im Teil VII des Buches, der sich als ganzer mit “Grenzüberschreitungen” absetzt. Ergänzend bemerkt endet die Überschrift “Grundtypen als Schöpfungseinheiten” neuerdings mit einem Fragezeichen, das nicht zufällig, sondern von Scherer bewusst gesetzt wurde, um gegenüber der 5. Auflage verstärkt zum Ausdruck zu bringen, dass es sich hier um sehr spekulative Überlegungen handelt.

Beim Vergleich der Auflagen fällt noch etwas auf. Die 5. Auflage stellte “Makroevolutionslehre” und “Schöpfungslehre” als austauschbare Alternativen direkt auf eine Stufe, was ich für einen Kategorienfehler halte. Makroevolution wird zur Grenzüberschreitung, damit dem naturwissenschaftlichen Diskurs entzogen und auf die Ebene der Weltanschauung verschoben. In der Tat sprechen die Autoren in der 5. Auflage von “Weltbild Makroevolution” (J/S 2001, 6). Bei der 6. Auflage fehlt dieser Passus, und es ist nicht mehr die Makroevolutionslehre, sondern der weltanschauliche Naturalismus, der mit der Schöpfungslehre auf einer Stufe steht. Die Zuordnung ist damit stimmig.

 

5. Auflage 2001, S. 6 6. Auflage 2006, S. 6
Teil I des Buches befaßt sich mit wissenschaftstheoretischen und historischen Aspekten der Ursprungsforschung. Die Teile II-VI stellen vielfältige Befunde aus Biologie und Paläontologie vor, die gewöhnlich im Rahmen der Makroevolutionslehre interpretiert werden. Solche Interpretationen werden dargestellt und kritisch hinterfragt.
Zur Makroevolutionslehre existiert eine Alternative. Sie ist von der biblischen Offenbarung her motiviert und wird alsSchöpfungslehre in diesem Buch thematisiert, wo direkte Zusammenhänge mit naturwissenschaftlichen Daten gegeben sind.
Ursprungslehren kommen nicht umhin, Grenzüberschreitungen vorzunehmen, wenn sie Aussagen über die Geschichte des Lebens als Ganze machen wollen.Das gilt gleichermaßen für den Naturalismus, der die naturwissenschaftlich erforschbare Welt mit der Realität schlechthin gleichsetzt, wie fürSchöpfungslehren, die Bezug auf Offenbarung nehmen (I.3; VII.16).

Um eine mögliche Kritik vorwegzunehmen: Ursprungslehren werden nicht grundsätzlich als Grenzüberschreitungen bezeichnet, sondern nur insofern “sie Aussagen über die Geschichte des Lebens als Ganze machen wollen”. Die Behauptung der 5. Auflage, dass “auf Ursprungsfragen … naturwissenschaftliche Erkenntnismethoden nur beschränkt anwendbar” (J/S 2001, 20) sind, fehlt in der 6. Auflage. In dem “als Ganze” (Herv. übrigens im Original) spiegelt sich eines der Hauptanliegen des kritischen Lehrbuchs, die Kritik des “Gesamtwelterklärungsanspruchs ‘Evolution'”, zu dem Scherer nach wie vor steht (http://www.siegfriedscherer.de/content/Stell_V4.html). Aus dem Festhalten an den Hauptanliegen des Buches jedoch zu folgern, Scherer habe sich außer beim Alter der Erde nicht von der Position von Wort und Wissen entfernt (T. Junker, 324), ist aus dem Vergleich der Auflagen heraus sehr fraglich.
Man kann natürlich einwenden, die hier vorgeführten positiven Äußerungen zur Evolutionstheorie seien strategisch platziert und nicht ernst gemeint; man müsste also auch hier Täuschungsabsicht unterstellen. Nur eignen sich diese Texte dann nicht zum Beweis der Täuschungsabsicht im Vorwort des kritischen Lehrbuchs, denn man müsste dann ja zum Beweis der Täuschungsabsicht diese selbst als gegeben voraussetzen – eine echte petitio principii.

Bei all dem soll freilich nicht bestritten werden, dass die Autoren nach wie vor die Erklärungsdefizite, vorsichtiger: die offenen Fragen der Makroevolution zum Anlass nehmen, den Designer, sprich Schöpfer über die Grundtypen ins Spiel zu bringen – ein Vorgehen, das ich weder aus naturwissenschaftlichen, noch aus wissenschaftstheoretischen, noch gar aus theologischen Gründen teile. Aber die Positionen von Wort und Wissen, Reinhard Junker, Siegfried Scherer und vom ‘kritischen Lehrbuch’ sollten differenzierter auseinander gehalten und beim ‘Lehrbuch’ auch in ihrer Entwicklung gesehen werden. Diese Entwicklung an mehreren Stellen (s. o.) als “Rückzugsgefecht” beschreiben zu können, halte ich wiederholt für sehr aufschlussreich.

Mikroevolution innerhalb von Grundtypen

Es ist unstrittig, dass sich Junker/Scherers Würdigung der Evolutionstheorie nicht auf die Makroevolution, sondern auf die Mikroevolution bezieht, also auf die kleinschrittige Evolution innerhalb von den genannten Grundtypen. So wird dies i. a. auch in der neuesten Literatur verstanden, selbst wenn sie sich kritisch von ID absetzt: “Die ID-Vertreter bestreiten nicht, dass esMikroevolution innerhalb eines schon vorhandenen Organisationsniveaus gibt”, so beispielsweise Hans Kessler in seiner neuesten Veröffentlichung “Evolution und Schöpfung” (Kevelaer 2009, 39).
T. Junker nun arbeitet im Blick auf diese Mikroevolution heraus, dass Junker/Scherer “nicht einmal diese geringfügigen evolutionären Effekte wirklich akzeptieren” (327), sondern davon ausgehen, dass künftige Veränderungen bereits als Anlagen in den Stammformen vorliegen und nur aktiviert zu werden brauchen (polyvalente Stammformen). Aus der einschlägigen Beschäftigung mit der Geschichte der Evolutionsbiologie kennt T. Junker dieses Modell sehr genau von den Naturforschern des 18. Jahrhunderts, die sich – ganz vor-evolutionär – im Modell der “Konstanz der Arten” bewegten. In Junker/Scherers Vorstellungsmodell gibt es damit “nicht einmal partielle Übereinstimmungen mit den Grundideen der Evolutionsbiologie” (327). Wie belegt T. Junker nun dieses vernichtende Urteil?
Junker/Scherer überlegen (wieder deutet ein Fragezeichen den spekulativen Charakter an), ob Mikroevolution über “programmierte Variabilität” erklärt werden kann: “Die Variabilität von Grundtypen, also ihre mikroevolutive Aufspaltung in Arten und Gattungen, würde nach der Hypothese der polyvalenten Stammformen nicht in erster Linie auf der evolutionären Entstehung neuer Allele, sondern auf einem genetischen Variations-Programm beruhen” (J/S 2006, 303). Das “nicht in erster Linie” ließe nun noch ein letztes Schlupfloch für “echte” evolutionäre Entstehung, hätten Junker/Scherer nicht an anderer Stelle die – so T. Junker – “Neuentstehung genetischer Variabilität sogar völlig verneint” (328). Junker/Scherer: “Allerdings ist empirisch nicht zu beobachten, wie durch Evolutionsprozesse die verlorengegangenen Allele durch neuartige ersetzt werden können, und theoretische Modelle dazu liegen auch nicht vor” (J/S 2006, 297). Als Beleg verweisen Junker/Scherer wieder auf die Entstehung der bakteriellen Flagelle. Dass zu diesem Phänomen jedoch sehr wohl theoretische Modelle vorliegen, ist weiter oben mit dem Beitrag von Sikorski hinlänglich gezeigt worden. Würde die Akzeptanz dieser Modelle das Junker/Scherersche Modell der Mikroevolution über “programmierte Variabilität” schwächen?

Wie auch immer: T. Junkers Analyse scheint mehr als plausibel, wenn er zusammenfasst, “dass R. Junker und S. Scherer auch innerhalb der Grundtypen keine evolutionären Neuentstehungen zulassen, sondern nur die Verringerung der ursprünglich erschaffenen Variationsmöglichkeit” (328; Herv. i. Orig.). Da für T. Junker aber Mikroevolution “auch die Neuentstehung genetischer Variabilität (bzw. Neubildung von Genen innerhalb der Art)” notwendig umfasst, ist für ihn “das Grundtypmodell gerade keine Variante der Evolutionstheorie, sondern ein anachronistischer Abkömmling der vor-evolutionären Idee der Konstanz der Arten” (328).

Die Entstehung der Menschen

Die von Junker/Scherer zu erwartenden polyvalenten Stammformen bereiten T. Junker auch bei der Entwicklung der Menschen Kopfzerbrechen. Er unterstellt, dass Junker/Scherer von einem einzelnen Ursprungspaar ausgehen. Dann aber “müssten Adam und Eva die gesamte genetische ‘Variabilitätsbreite’ und alle jemals existierenden Allele aller jemals existierenden Menschen … bis zu den in der Zukunft noch entstehenden Menschen aufgewiesen haben” (328). In der Tat scheinen Junker/Scherer dies – allerdings wieder in einem als Grenzüberschreitung gekennzeichneten Kasten – anzunehmen, wobei hier als Stammform weniger eine Einzelpaar als vielmehr eine Gruppe vorausgesetzt wird. Dennoch scheint mir die Vorstellung recht abenteuerlich zu sein.
Bei der Beschreibung der Hominisation unterstellt T. Junker den Autoren die suggestive Manipulation des Lesers durch untergeschobenes kreationistisches Gedankengut. “Auch die angeblich rein wissenschaftlichen Passagen sind durchsetzt von kreationistischen Thesen” (335). So werde “die Entstehung unserer Art Homo sapiens in Afrika genannt (‘Out of africa’). Die zugehörige Abbildung zeigt dann auch drei Auswanderungswellen, aber gerade nicht aus Afrika, sondern aus Palästina. Statt der wissenschaftlich akzeptierten ‘Out-of-Africa’-Theorie wird den unkundigen Lesern also die von den Autoren gewünschte ‘Out-of-Palestine’-Theorie untergeschoben (Abb. 62), weil diese besser mit der biblisch-urgeschichtlichen Schöpfungslehre zusammenpasst” (335).

Besiedlung der Alten Welt in drei Migrationswellen Abb. aus J/S 2006, 285; auch schon in J/S 2001, 267. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung von S. Scherer.

Besiedlung der Alten Welt in drei Migrationswellen Abb. aus J/S 2006, 285; auch schon in J/S 2001, 267. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung von S. Scherer.

Die Unterstellung der Manipulation durch eine Abbildung, die dem Text widerspricht, ist schlicht und ergreifend falsch. Junker/Scherers Verweis auf die fragliche Abbildung (bei Junker/Scherer Abb. 15.33) erfolgt nicht im Kontext der Out-of-Africa-Theorie: “Die dritte Alternative, der Nahe und Mittlere Osten … weist neben den nicht sicher datierbaren Homo erectus-Fossilien von Ubeidiya / Israel im benachbarten Erq el Ahmar einen auf 1,9 MrJ datierten Horizont mit Steinwerkzeugen auf, so dass diese Region ebenfalls als ein Ausbreitungszentrum für die ergaster / erectus-Gruppe in Erwägung gezogen werden könnte (Abb. 15.33). Die auf 1,75 MrJ datierten Dmanisi-Schädel fokussieren ebenfalls auf Nahost.” (J/S 2006, 283f.). Auch für die Situierung der Migrationswelle des modernen Homo sapiens in Nahost reklamieren Junker/Scherer Plausibilität: “Neben Afrika kommt für Chris Stringer auch der Nahe Osten in Frage. … Die Interpretation genetischer Daten spricht nach Diane Waddle sogar eher für den Nahen Osten als für Afrika” (J/S 2006, 284). Man mag dies wissenschaftlich angreifen können, aber keinesfalls kann der Vorwurf des manipulativen Unterschiebens im genannten Sinn aufrecht erhalten werden.
Die dem Out-of-Afrika-Kontext “zugehörige Abbildung” ist eine ganz andere, auf die auch im kritischen Lehrbuch korrekt verwiesen wird: “Auch für die Entstehung des anatomisch modernen Homo sapiens wird meist Afrika als Ursprungsort angegeben (‘Out of Africa II’, -> Kasten links)” (J/S 2006, 284).

Out of Africa II Abb. aus J/S 2001, 266 und 2006, 284; mit freundlicher Genehmigung. Der Text im Kasten der neuen Auflage ist aktualisiert und ergänzt: " ... Neue molekularbiologische Daten (Templeton 2002) erlauben eine mehrfache Auswanderung aus Afrika bzw. dem Levantinischen Korridor nach Europa und Asien mit nachfolgender Vermischung mit ansässigen Formen und legen somit eine Art multiregionaler Out-of-Afrika-Hypothese nahe", 2006, 284.

Out of Africa II Abb. aus J/S 2001, 266 und 2006, 284; mit freundlicher Genehmigung. Der Text im Kasten der neuen Auflage ist aktualisiert und ergänzt: ” … Neue molekularbiologische Daten (Templeton 2002) erlauben eine mehrfache Auswanderung aus Afrika bzw. dem Levantinischen Korridor nach Europa und Asien mit nachfolgender Vermischung mit ansässigen Formen und legen somit eine Art multiregionaler Out-of-Afrika-Hypothese nahe”, 2006, 284.

In diesem Kasten befinden sich – gegenüber der 5. Auflage aktualisiert – die neuesten Erkenntnisse zur Hominidenherkunft inkl. der DNS-Analysen von Alan Templeton; Junker/Scherer sind damit genau so aktuell wie das im gleichen Jahr erschienene Buch “Die Evolution des Menschen” von T. Junker (München 2006, s. S. 45). Bis in die Wortwahl hinein folgen Junker/Scherer dabei Friedemann Schrenk (in: Rheinischer Merkur vom 19.12.02, 33), einem der weltweit führenden Hominidenforscher.

Hier fällt jedoch eine Kleinigkeit auf! Junker/Scherer folgen Schrenk bis auf einen kleinen Zusatz, bei dem T. Junker auf sachliche Art hätte einhaken können. Während für Schrenk klar ist: “Aber eines steht fest: Wir sind alle Afrikaner” (ebd.), sprechen Junker/Scherer von einer “Auswanderung aus Afrika bzw. dem Levantinischen Korridor” und halten damit wieder den Nahen Osten im Gespräch. Hier hätte kritisch nachgefragt werden können, ob noch zeitgemäß ist, was tatsächlich in unverdächtiger Fachliteratur als Alternative Afrika vs. Naher Osten diskutiert wurde. So konnte man vor 10 Jahren in dem bei Springer erschienenen Werk “Stammesgeschichte des Menschen” der Anthropologen Winfried Henke und Hartmut Rothe unter der Überschrift “Ungelöste Kontroverse zum Ursprung von Homo sapiens” lesen: “Die Antworten auf die Frage, wann und wo die modernen Menschen erstmals auftraten, haben durch die jüngsten Altersbestimmungen von Fundstellen des Nahen Ostens eine besondere Brisanz erlangt, da sie die Skhul- und Qafzeh-Fossilien zeitlich eng an die Fundstellen des südafrikanischen Fossilmaterials rücken” (Berlin 1999, 281). So findet man die Aussage bei Junker/Scherer: “Die frühen sapiens-Formen der Qafzehhöhlen sind fast so alt wie entsprechende afrikanische Formen” (J/S 2006, 284). Gehört dies in die Kategorie “Karikatur von Wissenschaft”, die T. Junker wie folgt umschreibt: “Ansichten, die nur noch von historischem Interesse sind, werden mit Außenseiterpositionen und anerkannten Theorien durchmischt … und schließlich werden Aussagen in ihr Gegenteil verkehrt” (332)?
Eine solche Karikatur hat T. Junker an anderer Stelle, aber auch zu den Entdeckungen Schrenks, sachlich dargelegt. Bild der Wissenschaft, und hieraus zitieren Junker/Scherer, fasst die Erkenntnisse Schrenks wie folgt zusammen: “Die Suche nach dem ‘Missing Link’, dem letzten gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Schimpanse, ist zu Ende. An ihre Stelle tritt, angesichts neuer Fossilfunde, die Erkenntnis: Die Evolution zum Menschen fand in vielen Regionen Afrikas gleichzeitig statt.” (Ausgabe 07/2003, 40-43, 40) Nach T. Junker behauptet der Artikel, “dass es nicht ein einzelnes ostafrikanisches ‘missing link’ zwischen Schimpanse und Menschen gab, sonderneine ganze Reihe von Übergangsformen” (334).
Was machen Junker/Scherer daraus? Als Hypothese 10 stellen sie vor: “Es gab keine missing links und wir brauchen sie auch nicht”, und Schrenk plädiere für eine “Evolution ohne Zwischenglieder” (J/S 2006, 276). Abgesehen davon, dass das als Schrenk-Zitat gekennzeichnete “Evolution ohne Zwischenglieder” im Original nicht auffindbar ist, muss man mit T. Junker sagen: “R. Junker und S. Scherer haben den Sinn des Artikels also in sein Gegenteil verkehrt. Statt ‘Es gab keine missing links und wir brauchen sie auch nicht’ müsste es heißen: ‘Es gab viele missing links und man findet sie in verschiedenen geographischen Regionen Afrikas.’ Eine der im ‘kritischen Lehrbuch’ präsentierten, angeblich wichtigsten Hypothesen … entpuppt sich so als freie Erfindung”. (334)

FAZIT DER BESPRECHUNG DES ‘KRITISCHEN LEHRBUCHS’

Der kenntnisreiche Beitrag Junkers arbeitet einige zentrale Punkte heraus, an denen das ‘kritische Lehrbuch’ selbst zu kritisieren ist. Seine Kompetenz als Biologiehistoriker gestattet einen interessanten Vergleich der Position Junker/Scherers mit der vor-evolutiven Auffassung einer “Konstanz der Arten”.

Vor diesem Hintergrund ist Thomas Junkers grundlegende Kritik, dass die Wahl des Buchtitels “Evolution – ein kritisches Lehrbuch” aufgrund der Distanz zur gängigen Evolutionstheorie reiner Etikettenschwindel ist und zur Desinformation führt, mehr als verständlich. Wenn es Aufgabe eines Lehrbuches ist, den aktuellen Stand einer Wissenschaft darzulegen, dann sollte auch ein kritisches Lehrbuch bei aller Kritik die gängige Lehrmeinung so darstellen, dass sich ihre Vertreter in der Darstellung wiederfinden. Ich kenne genügend Naturwissenschaftler – und der vorliegende Sammelband ist ein Beispiel dafür – die sich in dieser Darstellung gerade nicht wiederfinden.

Hier jedoch bewusste Täuschungsabsicht nachweisen zu wollen läuft – wie oben gezeigt – auf eine petitio prinzipii hinaus. Selbst der Herausgeber des Sammelbandes, Martin Neukamm, distanziert sich in diesem Punkt von T. Junker und betont, “dass das moralische Urteil Thomas Junkers persönliche Ansicht ist und nicht zum naturwissenschaftlichen Inhalt dieses Bands gehört” (360). Neukamm selbst ist indes von der “moralischen Integrität” Scherers überzeugt und glaubt “auch nicht an eine Täuschungsabsicht” (360). Wie auch andere Stellen zeigten (s. o.) sollte ein so wichtiger Beitrag wie der von T. Junker sich nicht dadurch selbst diskreditieren, dass er dieselben unstatthaften Argumentationsfiguren benutzt, die das vorliegende Buch den Kreationisten vorwirft. Er trägt sonst einmal mehr zu einem im Schlusswort befürchteten Kulturkampf (361) und einer Polarisierung bei, die dem kreationistischen Fundamentalismus einen naturalistischen Fundamentalismus entgegensetzt, den man genauso wenig ernst nehmen kann.

ABSCHLIESSENDE WÜRDIGUNG DES SAMMELBANDES

Der Titel des Sammelbandes “Evolution im Fadenkreuz des Kreationismus – Darwins religiöse Gegner und ihre Argumentation” ist sicher kein Etikettenschwindel. Der Inhalt hält, was der Titel verspricht, nämlich eine fundierte Auseinandersetzung mit Kreationismus und Gegnern der Evolutionstheorie. Der Fokus des Buches liegt dabei aber so sehr auf dem religiösenFundamentalismus, dass die von der naturwissenschaftlichen Seite kommenden Autoren die Kehrseite des naturalistischen Fundamentalismus vollständig übergehen. So betont Martin Neukamm im Blick auf den Beitrag von Christina Aus der Au, dass Naturalisten und Religiöse kooperieren können, “sofern keine religiösen Fundamentalismen ins Spiel kommen” (8). Hier hätten die naturalistischen Fundamentalismen, die in Aus der Aus Beitrag ja ausführlich thematisiert werden, genauso erwähnt werden müssen wie in Neukamms Resümee, wo die Schuld für den drohenden Kulturkampf ausschließlich dem “Einfluss rechtskonservativer, fundamental-christlicher Kräfte” (361) zugewiesen wird.
Diese Schlagseite hätte gemildert werden können, wenn mehr theologische Beiträge in die Waagschale geworfen worden wären. Dass ich dies als Theologe wünschenswert fände, wird niemanden verwundern. Aber die Stärke des Bandes liegt deutlich in der naturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit deutschem Kreationismus und Intelligent Design – einschließlich der rhetorischen Stilmittel. In dieser Schwerpunktsetzung habe ich den Band mehr als schätzen gelernt, auch an den Stellen, die mich zum kritischen Nachfragen gereizt haben.
Nicht zuletzt sollte die Leistung des Herausgebers anerkannt werden, dass es gelungen ist, die weltanschaulich vom atheistischen bis zum evangelikalen Rand reichenden Autoren zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zu motivieren.

Meine ausführliche Besprechung, die längst nicht alle Beiträge erwähnt, geschweige denn gewürdigt hat, sollte gezeigt haben, dass das Buch einen reichen Fundort für eine vertiefte Diskussion mit Evolutionsgegnern darstellt.

Ihr Kommentar

06.11.2009 Martin Neukamm
Die Überschrift ist in der Tat missverständlich formuliert und eine Passage fälschlicherweise mit Anführungszeichen versehen worden, ohne aber dass es im Kontext zu einer Sinnentstellung gekommen ist. Darüber hinaus hat Thomas Junker nichts Substantielles an unseren Darstellungen zur Fossilgeschichte des Menschen kritisiert. Das ist schon bemerkenswert. Seine Behauptung einer „systematischen Desinformation“ und „Irreführung“ trifft in Wirklichkeit auf seinen Artikel in „Evolution im Fadenkreuz“ zu. —– Der Punkt ist doch hier, und darin stimmt TJ sogar HH Peitz zu, der mit ihm ansonsten hart ins Gericht geht, dass Sie eine einzelne Passage aus dem Kontext gerissen haben und damit einen falschen Eindruck erwecken: Es ist eben NICHT so, dass behauptet wird, das Konzept DER missing links sei in toto fragwürdig. Es geht lediglich um die Frage, ob es DAS missing link gibt. Ist der Unterschied so schwer zu verstehen? Dass Sie TJ nicht mal in diesem Punkt zugestehen können, dass er Recht hat, ist schon bemerkenswert. Außerdem ist an seiner Argumentation, wonach das Grundtypmodell eben gerade KEIN evolutionsbiologisches Modell ist, solange es in Tradition vorgegebener Anlagen argumentiert, wohl kaum etwas beanstanden. Einerseits zu sagen, die Evolutionsbiologie sei die Königsdisziplin der Biologie, andererseits alle ihre wesentlichen Kernstücke infrage zu stellen (ja, sogar zu behaupten, dass die Biologie auch ohne die ET einen Sinn ergäbe), ist doch höchst seltsam, ja genau genommen ein Widerspruch in sich. Auch ein Lehrbuch über etwas zu schreiben, das man erklärtermaßen nicht anerkennt, ist in sich widersprüchlich.

31.10.2009 Reinhard Junker
Ok, wir haben nun abgewartet. An unserer Richtigstellung ändert sich aber nichts Wesentliches. Da Thomas Junker besagten Text sogar zitiert hat, sind seine Behauptungen über unseren Text umso unverständlicher. Die Überschrift ist in der Tat missverständlich formuliert und eine Passage fälschlicherweise mit Anführungszeichen versehen worden, ohne aber dass es im Kontext zu einer Sinnentstellung gekommen ist. Darüber hinaus hat Thomas Junker nichts Substantielles an unseren Darstellungen zur Fossilgeschichte des Menschen kritisiert. Das ist schon bemerkenswert. Seine Behauptung einer „systematischen Desinformation“ und „Irreführung“ trifft in Wirklichkeit auf seinen Artikel in „Evolution im Fadenkreuz“ zu.

31.08.2009 Martin Neukamm
Es wäre meiner Ansicht nach glücklicher gewesen, wenn Sie, Herr Junker und Herr Scherer, mit Ihrer Richtigstellung so lange gewartet hätten, bis Sie T. Junkers Kritik im Kontext hätten lesen können. Denn Sie kritisieren an seinem Beitrag Dinge, die er gar nicht geschrieben hat. Beispielsweise hat T. Junker, entgegen Ihrer Unterstellung, die Erläuterung zur Hypothese 10 unverkürzt aus Ihrem Buch übernommen. Auch die Behauptung, T. Junker habe den Lesern den Artikel in der Zeit vorenthalten, ist falsch. So wird auf S. 333 explizit auf die Existenz dieses Artikels hingewiesen. Es wurde aber auch festgestellt, dass sich die Aussage Es gab keine missing links und wir brauchen sie auch nicht weder im einen noch im anderen Beitrag wiederfindet. Im Klartext: T. Junker geht es nicht um die *traditionelle* Bedeutung des Begriffs missing link. Vielmehr geht es ausschließlich darum, dass sich aus dem Interview von T. Ewe keinesfalls die Ansicht herauslesen lässt, es gäbe nach Schrenks Ansicht *keine* evolutionären Zwischenglieder. Schrenk kritisiert lediglich die Auffassung, es gäbe *das* missing link bzw. *den* Urahn schlechthin. Es gibt nach Ansicht von Herrn Schrenk eben nicht *eine* Wurzel der Menschheit, sondern viele Wurzeln – und damit gleich eine ganze Reihe von Zwischenformen. Schrenk möchte also lediglich den *Begriff* missing link streichen, weil daran traditionellerweise Vorstellungen geknüpft sind, die heute ohnehin niemand mehr vertritt. Die Intention ist damit eine völlig andere als der Satz Es gab keine Missing links und wir brauchen sie auch nicht es im evolutionskritischen Lehrbuch impliziert. Und das belegt Thomas Junker, indem er T. Ewe ausführlich und im Kontext zitiert.

27.08.2009 R. Junker und S. Scherer
Richtigstellung ** Folgende Behauptung von Thomas Junker in »Evolution im Fadenkreuz …« (herausgegeben von Martin Neukamm) trifft nicht zu: »R. Junker und S. Scherer haben den Sinn des Artikels also in sein Gegenteil verkehrt. Statt »Es gab keine missing links und wir brauchen sie auch nicht« müsste es heißen: »Es gab viele missing links und man findet sie in verschiedenen geographischen Regionen Afrikas«. Eine der im kritischen Lehrbuch präsentierten, angeblich wichtigsten Hypothesen »entpuppt sich so als freie Erfindung.« ** Erstens wird unsere Überschrift »Hypothese 10: Es gab keine missing links und wir brauchen sie auch nicht« im direkt nachfolgenden Text (Seite 276, links unten) von uns wie folgt und ganz unmissverständlich erläutert: »»Das Konzept der »missing links« war schon immer fragwürdig«, meinte Friedemann Schrenk, ein führender deutscher Paläanthropologe. Er plädiert für eine »Evolution ohne Zwischenglieder«. Mehrere Linien sollen den Menschen gemeinsam hervorgebracht haben, indem deren unterschiedliche menschliche Merkmale miteinander durch Hybridisierung kombiniert worden sein sollen.« Das ist keine freie Erfindung, sondern eine inhaltlich korrekte Wiedergabe der Schrenk´schen Hypothese. ** Zweitens bedauern wir, dass diese eindeutige Erläuterung dem Leser offenbar nicht mitgeteilt wird und dieser so ein falsches Bild von unserem Standpunkt erhalten muss. ** Drittens stellen wir fest: Nach den vorliegenden Quellen war F. Schrenk in der Tat der Meinung »Das Konzept der missing links war schon immer fragwürdig. (…) Man sollte den Begriff ersatzlos streichen.« (http://www.zeit.de/2004/49/Der_Affenahn_aus_Spanien?page=2). Leider wird dem Leser diese Aussage von Friedemann Schrenk offenbar nicht mitgeteilt. Schrenk hat im übrigen Gründe für diese außergewöhnliche Aussage: Ein missing link ist nach herkömmlichen Verständnis ein Fossilfund, dessen Merkmale sich zur Konstruktion eines (möglichst widerspruchsfreien) Stammbaumes eignen, indem Lücken zwischen zwei aufeinander folgenden, bereits bekannten Formen geschlossen werden. Solche klassischen missing links stellen die Australopithecinen – nicht nur nach Schrenk! – gerade nicht dar. Genau diese in der Fachliteratur weithin diskutierte Tatsache ist aber Gegenstand der 10 in unserem Lehrbuch diskutierten Hypothesen (Seite 273-276), mit denen die Fachwelt auf diese Befunde reagiert. Schrenks Hypothese ist dabei eine von 10 Hypothesen, durch welche die »Merkmalskonflikte bei der Stammbaumkonstruktion« (das ist nämlich die Gesamtüberschrift des Abschnitts 15.6 auf Seite 273 des Buches) erklärt werden sollen. Auch dieser für das Verständnis unseres Textes entscheidende Gesamtzusammenhang wird dem Leser von »Evolution im Fadenkreuz« bedauerlicherweise nicht mitgeteilt. ** Viertens wird dem Leser offenbar nicht mitgeteilt, dass wir Schrenks (eigentlich ziemlich clevere) Hypothese aus genetischen Gründen nicht für überzeugend halten. Wir wissen nicht, ob seine Hypothese in der wissenschaftlichen Literatur positiv aufgenommen wurde. ** Fünftens wird offensichtlich sinnentstellend und ohne jegliche Begründung unterstellt, Schrenks (!) Hypothese (oder unsere Deutung davon) sei irgendwie zentral für unsere Argumentation. Nirgendwo im Text unseres Buches wird derartiges gesagt oder impliziert, nirgendwo nehmen wir weiter Bezug auf Schrenks Hypothese, und nirgendwo leiten wir daraus irgendwelche Schlussfolgerungen ab. ** Sechstens sind die Anführungszeichen bei »Evolution ohne Zwischenglieder« in der Tat verkehrt und wurden irrtümlich gesetzt. Wir bedauern dieses Versehen und werden das in einer künftigen Auflage korrigieren. ** Siebtens sehen wir ein (Herr Peitz hat Siegfried Scherer darauf hingewiesen), dass unsere Überschrift »Hypothese 10: Es gab keine missing links und wir brauchen sie auch nicht« unnötig provozierend formuliert wurde und als suggestiv empfunden werden kann. Wir hätten wissen können, dass so etwas einer inhaltlichen Diskussion abträglich ist und bedauern aus diesem Grunde unsere Wortwahl. Die dort gesetzten Anführungszeichen sind allerdings klar erkennbar nicht als Zitat gemeint, da bei allen 10 vorgestellten Hypothesen Anführungszeichen gesetzt werden. Diese Richtigstellung steht unter dem Vorbehalt, dass uns der Originaltext des noch nicht im Handel erhältlichen Buches nicht zugänglich ist. Wir kennen nur die Zitate auf der Homepage »Forum Grenzfragen«. Reinhard Junker, Siegfried Scherer

25.08.2009 Martin Neukamm
Ich schließe mich der Meinung von Herrn Peitz an: Thomas Junker weist nach, dass sich bezüglich der Darstellung im EkL einige Fehler eingeschlichen haben. Die Aussage Es gab keine Missing links und wir brauchen sie auch nicht ist im Original nicht zu finden und in dieser Form zumindest irreführend. Ich schließe mich aber nicht dem Fazit von TJ an, dass die Lehrbuchautoren versuchten, ihre Leser gezielt zu täuschen.

25.08.2009 Heinz-Hermann Peitz
Reinhard Junker weist zu Recht auf den Artikel von Scherer/Scherer hin. Dort wird Schrenk auch korrekt wiedergegeben, wenn es auf die Frage, welcher Vorfahr das Rennen mache, heißt: Keiner von allen oder, besser gesagt, alle zusammen. In diesem Sinne hatte oben ja auch T. Junker den Schrenk-Artikel dahingehend zusammen gefasst, dass es nicht ein einzelnes ostafrikanisches missing link zwischen Schimpanse und Menschen gab, sondern eine ganze Reihe von Übergangsformen (334). Das kritische Lehrbuch macht daraus dann allerdings eine Evolution ohne Zwischenglieder und als fettgedruckte Überschrift: Es gab keine missing links. In dieser verzerrten Form passt Schrenk dann recht gut zur diskontinuierlichen Erschaffung von Grundtypen. Vorschlag für die siebte Auflage: Korrektur i. S. v. Scherer/Scherer. 😉

24.08.2009 Reinhard Junker
Zur Sache mit Friedemann Schrenk gibt es hier einen ausführlichen Artikel: http://www.si-journal.de/index2.php?artikel=jg10/heft2/sij102-9.html Evolution des Menschen ohne Zwischenglieder? von Sigrid Hartwig-Scherer und Siegfried Scherer Studium Integrale Journal 10. Jahrgang / Heft 2 – Oktober 2003 Seite 86 – 88