Achtung der Menschenwürde?

von Gerhard Dannecker

Gerhard Dannecker

Gerhard Dannecker

Professor für Strafrecht und Strafprozessrecht bei Universität Heidelberg
Prof. Dr. Gerhard Dannecker (geb. 1952), Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg/Breisgau und Göttingen. Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht und Strafprozessrecht unter besonderer Berücksichtigung europäischer und internationaler Bezüge und Direktor des Instituts für deutsches, europäisches und internationales Strafrecht und Strafprozessrecht an der Universität Heidelberg.
Forschungsschwerpunkte: Wirtschafts- und Steuerstrafrecht auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene, Medizin- und Biostrafrecht, Europäisches Strafrecht, Rechtsvergleichung
Gerhard Dannecker

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dannecker_155Samstag, 14. September 2013

Achtung der Menschenwürde?
Medizinethik im europäischen Vergleich

Prof. Dr. Gerhard Dannecker, Heidelberg

Eine zentrale Herausforderung ist die zunehmende gesellschaftliche Akzeptanz lebensbeendender Maßnahmen; religiöse Überlegungen treten dabei immer mehr in den Hintergrund. Zudem wird beispielsweise der assistierte Suizid bei weitgehend gleicher oder ähnlicher Gesetzeslage national unterschiedlich behandelt.

Weiterhin gibt es im Bereich des Schwangerschaftsabbruchs ganz erhebliche rechtliche Unterschiede innerhalb der EU, obwohl die Grundrechtecharta die Unantastbarkeit der Menschenwürde garantiert. Ethische Abwägungen werden dadurch erschwert, dass moderne Gesellschaften durch eine Pluralität von Wertüberzeugungen gekennzeichnet sind. Anhand der Debatten über assistierten Suizid und Schwangerschaftsabbruch soll der Frage nachgegangen werden, welche ethischen und rechtlichen Veränderungen in diesen Bereichen festzustellen sind und welche Bedeutung dabei der zurücktretenden religiösen Überzeugung zukommt.