Die schöpferische Dynamik der Natur – ökologische, ästhetische und religiöse Perspektiven

von Regine Kather

Regine Kather

Regine Kather

Lehrtätigkeit seit 1985 an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, u. a. in der Erwachsenenbildung. Veröffentlichungen u. a.: Was ist Leben? Philosophische Positionen und Perspektiven (2003); Person - Die Begründung menschlicher Identität (2007).
Regine Kather

Der Vortrag beginnt mit einem kurzen Rückblick auf zwei historische Positionen, die den Hintergrund bilden für die Fragen, wieso man Natur heute in der Regel ohne ästhetische und religiöse Aspekte versteht und unter welchen Prämissen man diese Dimensionen wieder integrieren kann. Regine Kather kommt zu dem Schluss:

Die Ordnung der Natur lässt sich nicht rein naturwissenschaftlich verstehen. Sie wird gebildet aus dem Zusammenwirken von Kräften, die völlig verschiedene Ursachen haben: Zu ihnen gehören kausal-mechanisch wirkende Ursachen ebenso wie menschliche Zwecke, die dem kulturellen Kontext entstammen. In ihrer Schönheit erscheint die Natur als Ausdruck einer die Menschen weit übersteigenden Vernunft, die sich in der Vielfalt der Formen und der Fülle des Lebendigen in unterschiedlichen Graden und Weisen manifestiert. Die Natur ist daher nicht das ‚Andere der Vernunft’, sondern eine bestimmte Form des Ausdrucks von Vernunft. Eine kontemplative Form der Naturbetrachtung kann daher zum Anstoß werden, schließlich auch nach dem Ursprung der Welt zu fragen. Und sie kann eine ethische Wirkung hervorrufen, weil sich der Mensch seiner Stellung im Kosmos bewusst wird und lernt, die Bedeutung der Dinge in einem größeren Rahmen zu betrachten. Diese Überzeugung verbindet Albert Einstein, der trotz aller Erfolge der Physik das Staunen über die Ordnung der Natur nicht verlernt hat, mit den amerikanischen Naturalisten: Für beide wird die Naturbetrachtung zu einem Weg zur Freiheit von sozialen Zwängen und zu innerem Frieden. Sieht man in der Natur eine Spur des Göttlichen, dann kann man mit Muir sagen. ‚In die Wildnis zu gehen heißt, nach Hause zu kommen.’

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      Die Beiträge der Tagung

      Gegen den Trend, die Natur heute in der Regel ohne ästhetische und religiöse Aspekte zu verstehen, setzt Regine Kather eine kontemplative Form der Naturbetrachtung, die die Frage nach dem Ursprung der Welt stellt aber auch ethische Dimensionen freisetzt. kann daher zum Anstoß werden, schließlich auch nach dem Ursprung der Welt zu fragen. Und sie kann eine ethische Wirkung hervorrufen,