Lesehinweise, deutsch

Unsere aktuellsten Leseempfehlungen enthalten Kurzhinweise auf neu erschienene Presseartikel – deutschsprachige und englischsprachige mit deutscher Zusammenfassung.

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Deutschsprachige Beiträge

2012/01/12 Transplantationen in Deutschland - Bereitschaft zur Organspende ist gering - sueddeutsche.de

Nach der Lebendspende einer Niere durch den SPD-Politiker Steinmeier schien es, als sei die Bereitschaft der Deutschen zur Organspende gestiegen. Ein Irrtum. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Patientenverfügungen verhindern Transplantationen häufig, denn in ihnen ist oft festgelegt, dass die medizinische Versorgung im Falle einer schweren Erkrankung schrittweise eingestellt werden soll. Dadurch werden potenzielle Spenderorgane meistens unbrauchbar. Alle Bundestagsfraktionen sind sich einig, dass noch in diesem Jahr ein neues Transplantationsgesetz verabschiedet werden soll, um die Spendenbereitschaft zu erhöhen. Die mit dem Problem verbundene Frage des Hirntodkriteriums behandelt der Artikel leider nicht.- al

2010/12/16 Vernunft und Glaube - Spektrum der Wissenschaft Jan. 2012

In dem kostenlos verfügbaren Titelthema der Januarausgabe von Spektrum der Wissenschaft diskutiert der Bochumer katholische Theologe Christian Tapp Theologie als Wissenschaft. Er bringt es so auf den Punkt: Eine Religion, deren Gott vom Wesen her vernünftig ist, werde von ihrer höchsten Instanz her auf ein positives Verhältnis zur Vernunft festgelegt. Dieses sei freilich kein gemütliches Ruhekissen, sondern dauernder Anspruch, Widersprüche zu beseitigen und Verstehen zu ermöglichen. Tapp hält nur einen ontologischen Naturalismus für unvereinbar mit dem Glauben. Mit dem methodischen Naturalismus, der nur fordere, sich in der Naturwissenschaft auf das empirisch Fassbare zu beschränken, solle kein Gläubiger ein Problem haben. Wohl wahr! -al

2012/01/08: Stephen Hawkings 70. Geburtstag: Genie auf Augenhöhe mit Albert Einstein - Stephen Hawkings 70. Geburtstag - FOCUS Online - Nachrichten

Stephen Hawking anlässlich seines 70. Geburtstages mit Einstein zu vergleichen und in eine Reihe mit all den Großen zu stellen, die unser heutiges Wissen um den Kosmos geschaffen haben, ist sicher aller Ehren wert. Leider feiert die Laudatio auch den größten Fehlschluss Hawkings, der Schluss von den Naturwissenschaften zur Religion: "Hawking hatte Gott gleichsam abgeschafft". Da sollte man es besser mit Hawkings Freund Sir Martin Rees halten, seines Zeichens Königlicher Astronom und Präsident der Royal Society: "Hawking hat sehr wenig Philosophie und noch weniger Theologie gelesen" und "ich glaube nicht, dass wir seiner Sicht dieser Dinge irgend ein Gewicht beimessen sollten". hhp

2012/01/08 Stephen Hawking wird siebzig: Durch des Himmels prächt'gen Plan - FAZ online

Niemand hat die moderne Physik den Mitmenschen ausdauernder erklärt als der Engländer Stephen Hawking, so die FAZ. Dieser Lehrer und Forscher verkörpere eine noch sehr junge Sorte Denker mit "Neugier, Vernunft, Wahrheitsliebe und Fleiß". Der Artikel nimmt den Geburtstag zum Anlaß eines Abrisses des Kontextes, in dem Hawking arbeitet, und stellt somit eine interessante Ergänzung zum bodenständigeren ZEIT-Artikel dar. -al

2012/01/08 Der Geist, der zu den Sternen reist - ZEIT online

Heute feiert der Astrophysiker Stephen Hawking seinen 70. Geburtstag. Kaum jemand hat die Rätsel des Kosmos wohl besser vermittelt als er, so ZEIT online. Der Artikel befasst sich ein wenig mit dem "Archetypus eines behinderten Genies" und enthält biografische Informationen. Warum sich Hawking stets auch mit der Gottesfrage beschäftigt, dazu findet sich allerdings nicht viel."Ich bin der Ansicht, dass wir alle, nicht nur die theoretischen Physiker, gern wissen wollen, woher wir kommen", so Hawking selbst. -al

2011/12/15: Der Gottesteilchenwahn - der freitag

Der Artikel beschreibt zunächst, wie die Suche nach dem Higgs-Teilchen systematisch eingegrenzt werden konnte bis man jetzt fast sicher sein kann, "nahe dran" zu sein. Dass man nun auch nahe am lieben Gott sei, weiß der Artikel als missverständliche Namensgebung des Higgs-Teilchens zu entlarven. hhp

2011/12/13: Vatikansternwarte: "Gottesteilchen" stellt Weltbild nicht infrage - kathweb Nachrichten - Katholische Presseagentur Österreich

Anscheinend ist es nötig zu betonen, dass das so genannte Gottesteilchen im Falle seiner Entdeckung ein religiöses Weltbild nicht infrage stellt. Gut, dass es eine päpstliche Sternwarte mit qualifizierten Astrophysikern gibt, die hier Richtigstellungen liefern. hhp

2011/12/15: «Das Wort ?Gottesteilchen? ist reiner Humbug» - Basler Zeitung

Durch den Artikel erfährt man etwas über die Geschichte des CERN und dessen Suche nach dem Higgs-Teilchen. Die Ableitung des Begriffs "Gottesteilchen" aus dem Ausspruch "gottverdammtes Teilchen" bringt den Interviewer zunächst aber auf die Gottesfrage. Der interviewte Teilchenphysiker Dissertori glaubt zwar nicht an Gott, fühlt sich aber durch die Forschungen "an die Grenzen von Wissenschaft, Philosophie und Ethik" versetzt. Sauberes Auseinanderhalten von Naturwissenschaft und Religion ergebe hier eine friedliche Koexistenz. hhp

2011/12/13: Das ?Gottesteilchen? - Higgs, wo steckst Du? FAZ-online

Es liest sich wie ein Krimi, in dem ein Mörder gejagt und immer mehr in die Ecke getrieben wird: Die Suche nach dem Higgs-Boson, von dem das Überleben des teilchenphysikalischen Standardmodells abhängt. Man ist nah dran und meint schon Spuren des Teilchens wahrnehmen zu können. Um die Entdeckung von einer statistischen Unregelmäßigkeit unterscheiden zu können, braucht man mehr Messungen. Aber da man weiß, wo man den Mörder suchen muss, wird wohl "2012 - das Jahr der Entdeckung". hhp

2011/12/07 Die Wirklichkeit der Welle - Zeit Nr. 49 S. 44, Zeit online

Noch immer wird um die Interpretation der Quantentheorie gerungen. Ein neuer Aufsatz heizt die Diskussion an, ob die Natur wirklich per se "unscharf" ist (Heisenberg) oder ob es eine "tiefer liegende" Realität gibt, eine These, die bereits David Bohm vertreten hat, den der kurze Artikel aber leider nicht erwähnt. Auf jeden Fall eine spannende Frage! -al

2011/11/02: Paläoanthropologie - Älter als gedacht - FAZ

Wieder einmal scheinen Revisionen des menschlichen Stammbaums fällig. Der moderne Mensch hat Europa offenbar 5000 Jahre früher besiedelt als bisher angenommen. Damit verlängert sich auch die Zeitspanne, in der er mit dem Neandertaler koexisitiert hat, und eine bisher dem Neandertaler zugetraute Schmuckkultur wird jetzt dem modernen Menschen zuerkannt. hhp

2011/10/20 Carine, 43, lässt sich töten - ZEIT Nr. 43

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit ereignete sich 2005 in Belgien eine Weltpremiere: Ärzte ließen eine Patientin auf deren Wunsch hin sterben, sofort danach entnahmen ihr andere Mediziner Organe. Die sind ja Mangelware. In Deutschland kommen die vorsichtig dosierten Informationen der belgischen Ärzte erst im Frühjahr 2011 an. Dabei rührt das, was mit Carine geschah, an grundlegende Fragen der Medizinethik. In Deutschland würde einem Arzt, der einen Patienten tötete, Gefängnis drohen. Der Fall wird ausführlich geschildert, auch kritische Stimmen kommen dabei zu Wort. Heiligt ein guter Zweck fast jedes Mittel? -al

2011/10/19 Können gute Wissenschaftler religiös sein? - zeit.de

Gott hat in der Naturwissenschaft keinen Platz - dennoch sind viele Forscher gläubig. Kann das gut gehen, fragt die ZEIT. Darüber diskutieren ein Physiker (Gerhard Börner) und ein Philosoph (Bernulf Kanitschneider). Der Physiker meint: ob man alles, was ist, auf physikalische Größen und Prozesse reduzieren will oder den Sinn im Wirken des Schöpfers, der die Welt im Innersten zusammenhält, sieht, bleibt Glaubenssache. Der Philosoph dagegen meint, ein konsequenter Wissenschaftler kann nur gläubig sein, wenn er den dogmatischen Gehalt des Theismus - anders als die Kirche - als Bild oder Gleichnis betrachtet. Bleibt zu sagen, dass des Philosophen Bild der Theologie nicht unbedingt adäquat ist. -al

2011/09/29 Im Wohlfühlwahn - ZEIT NR. 40

Eine neue Studie zum Wohlfühleffekt der Religion kommt zu dem Ergebnis, dass dieser vor allem auf der Wertschätzung, die man von seinem sozialen Umfeld erfahre, beruhe. Falle diese weg, sinke auch das religiöse Wellnessgefühl. Der Kommentar von Ulrich Schnabel macht Sinn: "Wer Jesus als Glücksratgeber missversteht, sollte vielleicht mal wieder ins Neue Testament schauen." - al

2011/10/06 Mehr, als das Auge sehen kann - ZEIT Nr. 41

Der Artikel von Ulrich Schnabel berichtet über den Physiknobelpreis, der die Entdecker der "dunklen Energie" im Kosmos ehrt. Ihre Forschung zeigt: Über den größten Teil des Universums weiß die Wissenschaft so gut wie nichts. So wurde die mysteriöse Treibkraft des Universums »dunkle Energie« getauft, in Anlehnung an die »dunkle Materie«, die schon länger in den astronomischen Gleichungen auftauchte. Sowohl dunkle Materie als auch Energie offenbaren sich nur über ihre Wirkungen. Berechnungen zeigen inzwischen, dass die dunkle Energie rund 70 Prozent der Energiedichte des Alls ausmacht; weitere 25 Prozent gehen auf das Konto der sogenannten dunklen Materie. Damit stehen die Astrophysiker vor dem kuriosen Phänomen, dass die uns bekannten chemischen Elemente nur etwa 5 Prozent des Universums ausmachen. -al


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