 | 2010/09/27: "Welt braucht Wissenschaftler mit Gewissen" - Erzbischof Zollitsch: Bildung ist nicht nur Vermehrung von Wissen - Erzdiözese Freiburg |
| Aus der Predigt, die Erzbischof Zollitsch vor der Görres-Gesellschaft hielt, zitiert der zusammenfassende Beitrag als Kerngedanken: "Wissen und Gewissen gehören untrennbar zusammen". Ein Link führt zum Volltext der Predigt, in der Zollitsch mit dem Papst für einen weiten Vernunftbegriff plädiert, um zu verhindern, "dass die Vernunft sich ... letztlich dem Druck der Interessen und der Frage der Nützlichkeit beugt", wie Benedikt formuliert hat. Ganzheitlichkeit und Weite ist das Motto, was Zollitsch schließlich mit der "Ermutigung zur Interdisziplinarität" verbindet. hhp
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 | Michael Ruse: A Darwinian Can Be a Christian, Too |
| Der renommierte Wissenschaftsphilosph und Anti-Kreationist Michael Ruse bekennt sich hier - in einer Linie mit Francisco Ayala - zur Vereinbarkeit von Darwinismus und Christentum. Ursprünglich erblickte Ruse in den Problemen des Wunders und des Bösen die zentralen Stolpersteine im Dialog. Nun erblickt er als Hauptproblem die christliche Annahme, dass die Existenz des Menschen nicht kontingent ist. Wie geht das mit der evolutiven Ungerichtetheit zusammen? Letztlich befriedigt Ruse weder das neue Buch von McShea und Brandon, das eine evolutive Tendenz zur Komplexitätssteigerung behauptet, noch Robert J. Russells göttliche Beeinflussung der Mutationen auf Quantenebene. Die Lösung des Richtungsproblems sei auf theologischer, nicht auf naturwissenschaftlicher Ebene zu lösen - so Ruse. Einleuchtend! Weniger leuchtet mir indes ein, dass Ruse schließlich zur Multiversen-Hypothese neigt, nach dem Motto: Gott muss nur genug Versuche starten, dann klappt's irgendwann schon mit dem Menschen. - hhp
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 | 2010/03/26: Templeton Prize goes to genetic researcher - Philadelphia Inquirer |
| Der Artikel bringt zusätzlich zu den "hard facts" der Preisverleihung an Francisco Ayala noch interessante biografische Notizen. So begann Ayalas interdisziplinäre Karriere in den 60ern mit der Überraschung, dass Darwins Evolutionstheorie in den USA weniger akzeptiert zu sein schien als in Ayalas heimischen Spanien, damal ein zutiefst konservatives und religiöses Land. hhp
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 | 2010/03/25: Francisco Ayala wins the Templeton Prize - beliefnet |
| Rod Dreher, Öffentlichkeitsarbeiter bei Templeton, berichtet ausführlich über die Preiszusage an F. Ayala, dessen Rede in Auszügen wiedergegeben wird. Ayalas Grundeinstellung wird dabei deutlich: Wissenschaft und Glaube sind keine Gegensätze, sondern zwei unterschiedliche Zugangsweisen zur Welt. Zu Konflikten komme es nur bei illegitimen Grenzüberschreitungen. In seiner Publikation "Darwin's Gift" wirft Ayala Dawkins einen Kategorienfehler vor, wenn dieser alles Wissen außerhalb der Grenzen der Wissenschaft als minderwertig oder verdächtig ansehe. Eine wissenschaftliche Weltsicht sei "hoffnungslos unvollständig", da sie Wert- und Sinnfragen gar nicht umfassen könne. Das Buch attackiert gleichermaßen Intelligent Design (ID), in wissenschaftlicher, aber auch theologischer Hinsicht. Dreher vermutet, dass die Dawkins- und ID-Vertreter mit der Preisvergabe nicht glücklich sein werden; Reaktionen von dort will er in seinen Blog aufnehmen. Also: Erneut vorbeischauen. hhp
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 | 2010/03/25: US Geneticist Wins $1.5 Million Religion Prize - New York Times |
| Steve Coleman weist eigens darauf hin, dass der Geldwert des Templeton Preises regelmäßig angehoben werde, um den Nobelpreis zu toppen. Der diesjährige Empfänger, Francisco Ayala, sagte der Zeitung: "Ich sehe Religion und Wissenschaft als zwei der Pfeiler, auf denen die amerikanische Gesellschaft ruht". Coleman hält die Wahl Ayalas für bemerkenswert, weil sich dieser gegen die Vermischung von Wissenschaft und Religion wehrt: "Die Bibel ist kein wissenschaftliches Lehrbuch", so Ayala. Dagegen gebe Religion den Menschen Hoffnung und Sinn, was wiederum jenseits der Wissenschaft liege. hhp
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 | 2010/03/25: Biologist Wins Templeton Prize - New York Times |
| Der kurze Beitrag stellt als Kern-These Ayalas heraus, dass sich die Reiche von Religion und Wissenschaft nicht vermischen dürfen. Beispiele für solche Vermischungen seien gegeben, wenn Wissenschaftler folgern, es gäbe keinen Gott, oder wenn Kreationisten übernatürliche Interventionen zur Erklärung evolutionären Wandels einführten. Ayalas "Darwin's Gift" beschreibe die Evolutionstheorie als Hilfe, die Koexistenz von Übeln und einem guten und allmächtigen Gott zu erklären. hhp
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 | 2009/07/27: Science Is in the Details - New York Times |
| Francis Collins, ehemaliger Kopf des Human Genome Project, ist als Direktor der National Institutes of Health nominiert worden. Und schon ärgern sich die militanten Atheisten. Nicht weil Collins Christ ist, sondern weil er "versierter Wissenschaftler und ein aufrichtiger Gläubiger" - und damit ein lebendes Zeugnis für die Vereinbarkeit ist. Genau diese Kombination behagt Sam Harris, Autor des vorliegenden Op-Ed, gar nicht: "Müssen wir wirklich die Zukunft der biomedizinischen Forschung einem Mann anvertrauen, der allen Ernstes glaubt, dass das Wesen des Menschen naturwissenschaftlich nicht verstehbar ist?" Gegenfrage: Sollten wir die biomedizinische Forschung einem Mann anvertrauen, der den Menschen restlos auf Naturwissenschaft reduziert? Klar, für Atheisten müssen Leute wie Collins ein Dorn im Auge sein; rationale Wissenschaftler, die sich vom Atheismus zum Theismus bekehren - ohne dement zu sein. Das passt nun so gar nicht in das Bild von Religion als infantiler Wahnvorstellung. hhp
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 | 2009/05/31: NCSE's Eugenie Scott - winner of 2009 Stephen Jay Gould Prize - Science Examiner |
| Eugenie Scott erhält den Stephen Jay Gould Preis 2009. Die Preisvergabe würdigt damit, dass Scott "ihr Leben der Förderung des allgemeinen Verständnisses der Evolution gewidmet hat. Als geschäftsführende Direktorin des National Center for Science Education hat sie an vorderster Front gekämpft, um sicherzustellen, dass die öffentliche Bildung klar zwischen Wissenschaft und Nicht-Wissenschaft unterscheidet und dass die Prinzipien der Evolution in allen Biologiekursen gelehrt werden." Ferner wird ihre Kommunikationsfähigkeit hervorgehoben, mit der sie sich den verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen in "starker, aber angenehmer Führung" widmet. hhp
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 | 2006/11/04: Papst: Wissenschaft nicht ohne Gottesbezug - Berliner Morgenpost |
| Einer KNA-Meldung zufolge gab Papst Benedikt zu verstehen, dass die Gesellschafts- und Humanwissenschaften nicht auf einen Gottesbezug verzichten können. Der Grund: Der Mensch (Gegenstand der Humanwissenschaften) lasse sich nicht ohne Gottesbezug verstehen. Wie verträgt sich dies mit dem methodischen (!) Atheismus der Naturwissenschaften? hhp
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 | 2009/03/30: "Der Glaube ist eine Waffe im Kampf ums Dasein" - Spektrum der Wissenschaft |
| Wolfgang Achtner, interdisziplinär engagierter evang. Theologe, weist auf einen weitgehend unbekannten Zeitgenossen Darwins hin. Der Zoologe und Mediziner Gustav Jaeger kann als Vordenker der Vereinbarkeit von Evolutionstheorie und Religion gelten. Jaeger stellte zwei empirisch prüfbare Fragen: Bieten Religionen einen Überlebensvorteil? Wenn ja, welche Religionen sind vorteilhafter? Achtner sieht darin das angedacht, was heute z. B. der Religionswissenschaftler Michael Blume auf solide empirische Füße stellt. Achtner sieht ein solches funktionalistisches Religionsverständnis nicht unkritisch, da es gerade zum Wesen einer Religion gehöre, "sich funktionalem Denken zu entziehen". Dennoch könne Jaeger für sich in Anspruch nehmen, ein Pionier der Vereinbarkeit zu sein. hhp
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