Presseservice im Überblick

Die Presseschau bietet Ihnen neben ausführlichen Schwerpunkten (siehe unten) auch kurze aktuelle Lesehinweise aus deutsch- und englischsprachiger Presse, zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh), Andreas Losch (al) und Heinz-Hermann Peitz (hhp).


Die drei aktuellsten Pressehinweise

2010/09/06: Ein Universum, das sich selbst erschafft - Stuttgarter Zeitung online

Bei der Zusammenfassung der Hauptthesen des neuen Hawking-Buches legt der Artikel von Rainer Klüting einen Schwerpunkt auf Hawkings erkenntnistheoretische Ausgangsbasis, den "Modellabhängigen Realismus". Gegen einen naiven Realismus, der meint, die Wirklichkeit als solche abbilden zu können, solle man sich mit Hawking damit abfinden, "nur ein Modell der Welt im Kopf zu haben". Als erkenntnistheoretische Bescheidenheit (dahin tendiert Klüting) ist das Hawkingsche Projekt jedoch falsch etikettiert. Leicht hätte man in dem Modelldenken auch andere als naturwissenschaftliche Modelle respektieren können. Nicht so bei Hawking, der die Philosophie als tot erklärt (womit Klüting ja einsteigt) und den Naturwissenschaften nun die letzten Fragen des Menschen zur Lösung überlässt - ganz so, als ob das naturwissenschaftliche Modell doch das ganze der Wirklichkeit abbildet. hhp

2010/09/08: Wunderbare Welt - Stephen Hawking spielt Schöpfer - NZZ

Wenn der Autor Uwe Justus Wenzel schreibt, dass "der Physiker und Mathematiker mit Gott persönlich in Konkurrenz" tritt, widmet er sich einer theoretischen Konsequenz, die man in anderen Beiträgen nicht findet. Gemeint ist, dass Hawkings Theorie nicht nur ohne Schöpfer auskommt, sondern dass sie dem Menschen Schöpfungskräfte zuschreibt: "Ein gutes Modell ... schaffe seine eigene Realität", paraphrasiert Wenzel. Dies betrifft nicht nur die Zukunft, sondern - kontraintuitiv - auch die Vergangenheit. Im O-Ton Hawking liest sich dies so: "Nicht die Geschichte macht uns, sondern wir machen Geschichte durch unsere Beobachtung" (140). Um das wirklich zu verstehen, reicht Wenzels Artikel nicht aus. Vielleicht nicht einmal "Der große Entwurf" Hawkings. hhp

2010/09/05: Kein Platz für Gott im Universum? - Welt online

Auch wenn der Untertitel vom "genialen Physiker Stephen Hawking" spricht, sieht der Autor Norbert Lossau die provozierenden Zitate kurz vor Erscheinen des Buches eher kritsch und als Marketing-Strategie. Sie verletzten den wissenschaftstheoretisch gebotenen Respekt vor Andersdenkenden, indem sie besserwisserisch zu beweisen versuchen, was nicht zu beweisen ist. Da Hawking selbst früher einmal anders gedacht und "Anzeichen für das Wirken eines Gottes" gesehen habe, sei eine religiöse Position doch wohl gleichermaßen denkbar. Gegen diese Argumentation Lossaus spricht allerdings, dass das religiöse Zugeständnis seinerzeit offensichtlich nicht ernst gemeint war, sondern ebenfalls ein Marketing-Trick (siehe die Besprechungen der Artikel der Badischen Zeitung und des Spiegels; s. unten). hhp


Schwerpunkte

10.08.: Schöpfung im Biologieunterricht? Der Vorschlag der Kultusministerin Karin Wolff, die Schöpfungslehre im Biologieunterricht zu behandeln, im Spiegel der Presse vom 29.06. bis 06.08.2007



23.02.: "Nichts anderes als ..." Reduktionismus im Jahr der Geisteswissenschaften. Es gibt sie nämlich durchaus noch: die überzogenen Ansprüche mancher Naturwissenschaftler. Aber sie bleiben nicht unwidersprochen.



09.02.: Vom Hirn zum Geist Neues von der Neurowissenschaft im Wochenrückblick. Immer differenzierter wird in der Presse der letzten Wochen von den Möglichkeiten, vor allem aber auch von den methodischen Grenzen der Hirnforschung berichtet.



02.02. Intelligent Design weiter auf dem Vormarsch Wochenrückblick auf ausgewählte Pressebeiträge. Nun hat Intelligent Design (ID) es doch geschafft: Nein, nicht von der Wissenschaft ernst genommen zu werden, aber zumindest die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zu ziehen.



23.12. Überblick über ID in Deutschland Eine ARTE-Sendung mit Folgen: Zwei Gießener Schulen im Kreationismusverdacht und die Pressereaktionen



08.12.: Deep Fritz und die Ehre der Menschheit Das Schachprogramm Deep Fritz hat gegen Schachweltmeister Wladimir Kramnik gewonnen. Na und? Eine kritische Zusammenstellung der Pressereaktionen und Links zu ausgewählten Dokumentationen




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