Presseservice im Überblick

Die Presseschau bietet Ihnen neben ausführlichen Schwerpunkten (siehe unten) auch kurze aktuelle Lesehinweise aus deutsch- und englischsprachiger Presse, zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh), Andreas Losch (al) und Heinz-Hermann Peitz (hhp).


Die drei aktuellsten Pressehinweise

2010/07/21: Qualitätskontrolle vs. Menschenwürde - Zweckentfremdet - The European

Unter dem Stichwort "Zweckentfremdet" wendet sich der Moraltheologe und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Eberhard Schockenhoff, gegen das BGH-Urteil und die PID. Die gesetzliche Festlegung, dass ein Embryo nur zum Zwecke der Schwangerschaft künstlich erzeugt werden darf, sei mit diesem Urteil ad absurdum geführt. Schließlich würden Embryos bei auffälligem Befund verworfen und damit nicht zum Zwecke ihrer Erhaltung erzeugt. Das verstoße gegen Menschenwürde, Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit; vor allem aber sieht Schockenhoff darin eine "unerträgliche Diskriminierung von behinderten Menschen". Formal beklagt Schockenhoff die Wortverdreherei, die den Gesetzessinn ins Gegenteil verkehre. Keine Exegese, sondern eine "erkennbar ergebnisbezogene Auslegung". hhp

2010/07/15: Peter Liese: Bundestag muss PID klar verbieten - Gesundheit adhoc - Nachrichten

MdEP Dr. med. Peter Liese, gesundheitspolitischer Sprecher und Vorsitzender der AG Bioethik der EVP/Christdemokraten im Europäischen Parlament, fordert, "dass der Deutsche Bundestag so schnell wie möglich ein Verbot der PID erlässt". Beim BGH-Urteil (siehe Pressemitteilung) erschrecke ihn die Analogie zwischen Samenzell- und Embryonenauswahl, die den Unterschied zwischen Zellen vor und nach der Befruchtung verkenne. Zudem spreche der Vergleich mit dem europäischen Ausland gegen PID: Zum einen führten Schwangerschaften nach PID dort häufiger zu Abtreibungen als beim Bevölkerungsdurchschnitt, zum anderen erweise sich dort eine Begrenzung auf schwerwiegende Erkrankungen als unrealistisch. Überall dort, wo PID zugelassen sei, werden auch spätmanifeste Krankheiten diagnostiziert. Liese widerspricht damit dem Zeit-Artikel von Martin Spiewak ("Retorten-Embryonen" vom 8.7.), für den die bisherige Entwicklung im Ausland der Selektion und Diskriminierung Behinderter keinen Vorschub leiste. hhp

2010/07/15 Hirnforschung: Unterm Mystikhelm - ZEIT Nr. 29 S.54

Hirnforscher erkunden die Wirkung religiöser Überzeugungen auf Körper und Psyche. Religiöses Erleben ist demnach keine zwingende Reaktion des Gehirns auf bestimmte Reize, Rituale oder Meditationstechniken, sondern hängt entscheidend vom sozialen Kontext und von der persönlichen Einstellung eines Gläubigen ab. Das bedeutet auch, dass das Phänomen religiöser Erfahrungen nicht unabhängig vom jeweiligen Glauben erforscht werden kann. Die Wissenschaft führt am Ende zu der Einsicht, dass die Realität des Religiösen vorrangig geistiger Natur ist. Es zeige auch, so der Verfasser Ulrich Schnabel: Ob Begriffe wie Gott, Buddha oder Allah für uns eine Relevanz entwickeln und wirksam werden, hänge allein von uns selbst ab. Die Frage, ob sie nun »tatsächlich« existieren oder sich beweisen lassen, sei dabei zweitrangig, wenn nicht gar irrelevant. Das halte ich allerdings für einen Trugschluss; für den Glaubenden ist dies sicher von grossem Interesse, denn sonst würde er nicht glauben können. -al


Schwerpunkte

28.07.10: Presse-Empfehlungen ! 85. Jahrestag des "Affenprozesses" -- Hirnforschung unterm Mystikhelm -- Gegen Fodors Darwinkritik -- Hirn als soziale Ich-Maschine -- Chancen und Risiken der synthetischen Biologie -- Leben 2.0 -- Craig Venters künstliches Leben -- Evolution der Moral



28.07.10: Gentest am Embryo - PID in der Presse Das umstrittene Urteil des BGH zur Prä-Implantations-Diagnostik (PID) im Spiegel der Presse und im Videoblog.



31.05.10: Craig Venters "künstliches Leben" Wenn Venter in den Medien als Gott oder Frankenstein vorgestellt wird, bedarf dies einer gründlichen Entzauberung. Hinter den plaktiven Zuschreibungen warten die eigentlich interessanten Herausforderungen.



31.03.10: Templeton-Preis 2010 an Ayala Den mit 1,5 Mio. Dollar dotierten Templeton Preis erhält in diesem Jahr der Evolutionsgenetiker Francisco Ayala, der sich für gegenseitigen Respekt, aber gegen eine Vermischung von Naturwissenschaft und Glaube einsetzt.



08.03.10: Neuer Angriff auf den Darwinismus III Nein, diesmal sind es nicht die Kreationisten, die gegen Darwin ins Feld ziehen. Der Angriff gegen die glühend verfochtene Vormachtstellung der "Selektion" als Hauptfaktor der Evolution wird von zwei atheistischen Autoren geführt. Ein Strohfeuer oder eine Wende in dem Disput um die Evolutionstheorie?



21.11.09: Kreationisten verschenken Darwin Die umstrittene Kreationisten-Ausgabe von Darwins Origin wird nun in einer Auflage von 170.000 kostenlos an Studierende verteilt. In seiner 50-seitigen "Speziellen Einführung" argumentiert Ray Comfort mit seiner kreationistischen Alternative gegen Darwin.




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