3.4.: Hubert: Ist der Mensch noch frei? |
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Martin Hubert |
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Rezension v. Gottfried Kleinschmidt
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"Der Zellenhimmel des Gehirns" (der sich unter unserer Schädeldecke befindet) ist immer noch ein Geheimnis und voller Rätsel wie der Sternenhimmel über uns und der Kosmos, in dem wir leben. Der Autor spricht oft und in unterschiedlichen Zusammenhängen von diesem "Zellenhimmel der Neuronen unter unserer Schädeldecke". Jedes der sechs Kapitel steht mit einer zentralen Frage in Verbindung: |
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Die Antwort auf die Titelfrage lautet: Ja, der Mensch ist immer noch frei! Zu diesem Ergebnis kommen auch D.B. Linke (vgl. "Die Freiheit und das Gehirn" Rowohlt, Okt.2006) und der amerikanische Philosoph J.R. Searle in seiner neuen "Philosophie des Geistes" (Frankfurt, 2006). Er spricht von einem gewaltigen Fall menschlichen Unwissens und meint wörtlich: "Wir wissen wirklich nicht, wie genau freier Wille im Gehirn existiert, falls er überhaupt existiert... Wir wissen kurz gesagt, nicht, wie freier Wille möglicherweise funktionieren könnte. Wir wissen aber auch, dass wir der Überzeugung von unserer eigenen Freiheit nicht entkommen können. WIR KÖNNEN NUR HANDELN, WENN WIR FREIHEIT VORAUSSETZEN". Das Wissen des Nichtwissens und das Eingeständnis einer Wissensgrenze gehören für J.R. Searle zur Demut der Wissenschaftler und der Wissenschaft. |
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M. Hubert hat zur Beantwortung der sechs Kernfragen Neurowissenschaftler, Kognitionsforscher, Philosophen und Psychologen interviewt und befragt. Er kommentiert und interpretiert die Fallbeispiele und Interviews, stellt Experimente vor und referiert über Theorien, Modelle und Konstrukte. Plakativ stellt er als Wissenschaftsjournalist folgendes fest: "Es klingt so neuronal wie genial: Das listige Gehirn und die listige Gesellschaft erzeugen gemeinsam die Illusion der Freiheit, weil sie etwas davon haben". Jedoch hat diese Deutung "der Illusion der Freiheit" vier Haken! An dieser Stelle kann auf zwei interessante Werke hingewiesen werden. J.C. Eccles hat sich in seinem Buch "Gehirn und Seele - Erkenntnisse der Neurophysiologie" (München 1987) auch mit philosophischen Fragen beschäftigt und diese im Dialog mit K. Popper in dem Buch "Das Ich und sein Gehirn" (München, 1989) aus philosophischer und neuronaler Sicht weiter vertieft. |
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