26.07.: Ernst Mayr und sein Jahrhundertwerk |
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Presseschwerpunkt anlässlich des 100. Geburtstags des Evolutionsbiologen Ernst Mayr (*5. Juli 1904), zusammen gestellt von Heinz-Hermann Peitz |
Ernst Mayr "Evolution ist ein Faktum" |
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Zur Biographie
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Ernst Mayr wurde am 5. Juli 1904 in Kempten im Allgäu geboren und verstarb am 3. Februar 2005 in Bedford bei Boston. 1926 promovierte er mit 21 Jahren in Zoologie über ein ornithologisches Thema. |
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Ein Jahrhundertwerk Evolutionsbiologie
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Der Biologe Ernst Mayr – gern als „Darwin des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet (Quelle 3; Quellenangabe siehe unten) – hinterlässt ein Lebenswerk, das durch Mayrs Entwicklung vom Ornithologen über den systematisch orientierten Evolutionstheoretiker hin zum Philosophen seines Faches nicht nur fachinterne, sondern auch interdisziplinäre Maßstäbe gesetzt hat. |
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Architekt der "Synthetischen Theorie"
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Innerhalb der Biologie besteht Mayrs bedeutendste Leistung neben der Formulierung des „biologischen Artbegriffs“ (Art = Fortpflanzungsgemeinschaft) (Quelle 5) in der Integration von Einzeldisziplinen wie Evolutionslehre, Genetik und Biogeografie zur so genannten „Synthetischen Theorie der Evolution“, einem in sich schlüssigen Bild der Evolution (Quellen 2, 3). Erst diese Zusammenführung konnte z. B. erklären, wie es nicht nur zum Überleben des Tüchtigsten durch Anpassung, sondern zur erstaunlichen Artenvielfalt kommen konnte: Geografische Trennungen – ein neuer Aspekt – isolieren kleine Populationen, aus denen über eigenständige genetische Entwicklungen zahlreiche selbständige Arten hervorgehen (1). |
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Die Autonomie der Biologie
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Überhaupt ist Mayr auf die Physiker nicht gut zu sprechen. So integrativ er innerhalb der biologischen Disziplinen vermittelte, so wenig glaubt er an eine Integration von Biologie und Physik. Gegenüber einer Reduktion der Biologie auf die Physik wird Mayr nicht müde, die Eigenständigkeit der Biologie zu betonen. Das Organische und Lebendige unterscheide sich von den Gegenständen der Physik durch Einzigartigkeit und Variabilität: Anders als Elektronen gleiche kein Mensch dem anderen. (2, 5) Und jeder reduktionistische Ansatz, der ein Ganzes als Summe seiner Einzelteile verstehen will, scheitert, wenn er nicht nur das was und wie erklären will, sondern wenn er beantworten will, warum in der Natur etwas passiert (4). Darüber hinaus hält Mayr die von Physikern praktizierte Mathematisierung (Galilei: „Das Buch der Natur ist in der Sprache der Mathematik abgefasst“, 2) für eine fatale Engführung der Wissenschaft: „Demnach wäre Darwins ‚Vom Ursprung der Arten’ nicht wissenschaftlich, denn es enthält keine einzige mathematische Formel“ (Quellen 5). |
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Evolution und Schöpfung?
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Die Verbindung von Gottesglauben und Evolutionsdenken hat Mayr „nie verstehen können“. Andererseits kennt er große Evolutionsbiologen, die diese Verbindung „fertig gebracht“ haben. (2) Mayr scheint hier Schöpfungsdenken mit einem Denken in statischer Typologie, bei dem alle Wesen als konstant (geschaffen) gelten (5), auf eine Stufe zu stellen. Verständlich, wenn er unter dieser [aus meiner Sicht freilich falschen; HHP] Voraussetzung Gottesglauben als Verrat des Evolutionsgedankens versteht (4). |
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Quellen
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Die Zusammenfassung bezieht sich auf folgende Quellen, deren Volltexte Sie 4 Wochen lang in unserer Presseschau finden: |
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