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Papst und Naturwissenschaften in der Presse

2010/10/28: Address of his Holiness Benedict XVI to participants in the plenary session of the pontivical academy of sciences - Vatikan Website

In seiner Rede vor der päpstlichen Akademie der Wissenschaften bringt der Papst die "Wertschätzung der Kirche für die andauernde wissenschaftliche Forschung" zum Ausdruck. Die wissenschaftlichen Entwicklungen seien sowohl erhebend, sofern die Komplexität der Natur über alle Erwartungen hinaus entdeckt wurden, als auch bescheiden, sofern einige Theorien nur teilweise bewiesen werden konnten. Die Erfahrung des Wissenschaftlers als Mensch führe zur Anerkennung einer grundlegenden Vernunft, welche die Welt erhalte. Dies sei der Treffpunkt von Wissenschaft und Religion, und Wissenschaft werde so zum Ort des Dialogs zwischen Mensch und Natur und - potenziell - sogar zwischen Mensch und seinem Schöpfer. Für die Zukunft erwartet der Papst Interdisziplinarität verbunden mit philosophischer, synthetisierender Reflexion und die Informierung wissenschaftlicher Errungenschaften mit Brüderlichkeit und Frieden. hhp

2010/10/28: Pope praises science, but insists God created world - cnn blogs

Der Papst habe bei seiner Rede (s.o.) gesagt, Stephen Hawking liege falsch (womit er so Unrecht nicht hätte; hhp), behauptet der CNN-Blog. Fährt aber kleinlaut fort: Nun, tatsächlich habe er den Wissenschaftler nicht erwähnt, aber ... Teilweise sei es Aufgabe der Wissenschaft, Gott im Universum zu enthüllen, heißt es weiter. Kein Wort davon im Original, das den Übergang von den Wissenschaften zur Religion sehr viel vorsichtiger in den Blick nimmt (s. o.).

2010/10/29: Pope says Hawking got it wrong - Greensboring

Greensboring bezieht sich auf den CNN-Blog. Gab dieser den Papst schon falsch wieder, so wird die Wiedergabe bei Greensboring noch falscher. Dass Hawking vom Papst eigentlich gar nicht erwähnt wurde, verschweigt man. Und Gott in der Welt zu enthüllen - bei CNN noch "teilweise" Aufgabe der Wissenschaft - sei an erster Stelle der ganze Grund für die Wissenschaft. Stille Post im Internet! hhp

2010/09/27: "Welt braucht Wissenschaftler mit Gewissen" - Erzbischof Zollitsch: Bildung ist nicht nur Vermehrung von Wissen - Erzdiözese Freiburg

Aus der Predigt, die Erzbischof Zollitsch vor der Görres-Gesellschaft hielt, zitiert der zusammenfassende Beitrag als Kerngedanken: "Wissen und Gewissen gehören untrennbar zusammen". Ein Link führt zum Volltext der Predigt, in der Zollitsch mit dem Papst für einen weiten Vernunftbegriff plädiert, um zu verhindern, "dass die Vernunft sich ... letztlich dem Druck der Interessen und der Frage der Nützlichkeit beugt", wie Benedikt formuliert hat. Ganzheitlichkeit und Weite ist das Motto, was Zollitsch schließlich mit der "Ermutigung zur Interdisziplinarität" verbindet. hhp

2010/04/19: ''Dreifaltigkeit im Genom'' - Benedikt und die Wissenschaft - sueddeutsche.de

Wieder einmal soll untergeschoben werden, dass im Blick auf die Evolution Papst und katholische Kirche "von der naturwissenschaftlichen Theorie weit entfernt" sind. Diese Unterstelltung bekommt ihre (Schein-)Plausibilität jedoch nur dadurch, dass der Autor, Markus C. Schulte von Drach, permanent die Diskurse verwechselt. Wenn der Mensch Benedikt zufolge "nicht das zufällige und sinnlose Produkt der Evolution" ist, so ist dies eine Aussage im Diskurs der Theologie. Der echte Zufall, wie er sich naturwissenschaftlich zeigt, ist längst (2004) von der Internationalen Theologenkommission anerkannt - unter Vorsitz und genehmigt von Ratzinger. Der Autor versteht auch nicht, wie der Papst der Materie angesichts des Zerstörerischen "Rationalität" zuerkennen kann. Die Differenziertheit des Papstes in diesem Punkt (?Natürlich gibt es die Rationalität in der Natur, aber ... es bleiben also die Kontingenz und das Rätsel des Schrecklichen in der Natur?, 2007) ist dem Autor fremd. hhp

2009/12/01: Der Papst, die Welt, ein Buch und ein Kritiker - Evangelisch.de

Ähnlich wie Nikolaus German vom Deutschlandfunk ist auch Bernd Buchner durch die "Fülle von Argumenten und Zitaten" in der Streitschrift Alan Poseners "Benedikts Kreuzzug" beeindruckt. Eine Stelle nimmt Buchner zu Recht kritisch in den Blick: Benedikt in die Nähe des Kreationismus zu rücken, zähle "zu den schwächeren Passagen im Buch". Dem kann ich nur in meiner ausführlicheren Besprechung (siehe unter "Rezensionen") zustimmen. hhp

2009/11/23: Anklage gegen den Papst - Deutschlandfunk

Für den Deutschlandfunk berichtet Nikolaus German äüßerst wohlwollend über Alan Poseners "Benedikts Kreuzzug". Ihm gefällt Poseners Sachlichkeit, die Fakten statt Emotionen sprechen lässt. Poseners These sei gut bewiesen, da quellenmäßig alles genau belegt sei. Offenbar hat German die Ausführungen über die Kreationismusnähe Benedikts nicht gelesen! (siehe meine ausführliche Rezension) hhp

2000/01/08: Der angezweifelte Wahrheitsanspruch - Die Krise des Christentums am Beginn des dritten Jahrtausends - FAZ

Der Artikel verdeutlicht die Schlagrichtung, in welche die Kritik Ratzingers zielt. Es geht nicht um (besser: gegen) die moderne Naturwissenschaft, sondern gegen deren weltanschauliche Ausweitung. O-Ton Ratzinger: "Niemand wird die wissenschaftlichen Beweise für die mikroevolutiven Prozesse ernstlich in Zweifel ziehen können. Nicht darauf, ja auch nicht auf die Problematik der Makroevolution bezieht sich daher die Frage, die ein Gläubiger der modernen Vernunft gegenüber stellen wird, sondern auf die Ausdehnung zu einer philosophia universalis, die zur Gesamterklärung des Wirklichen werden will und keine andere Ebene des Denkens mehr übrig lassen möchte." Der Artikel, der die Wiedergabe eines Ratzinger-Vortrags an der Sorbonne sein will, stellt jedoch die dortige Argumentation auf den Kopf: Dort sah Ratzinger sehr wohl ein "Problem ... beim Übergang von der Mikro- zur Makroevolution" ? im (bei der FAZ verschwiegenen) Rückgriff auf die Kreationisten Junker und (seinerzeit) Scherer. hhp

2005/04/20: Wissenschaftskritik: Forschung als Vernunftpathologie - FAZ.NET

Die Papstwahl ist gerade vollzogen, und schon fragt man sich, wie sich Benedikt zu den Naturwissenschaften stellen wird. Dass der Artikel unter der Rubrik "Wissenschaftskritik" geführt wird, verrät bereits die Erwartung des Autors. Christian Schwägerl vermutet "einen sehr intensiven Dialog mit den Naturwissenschaften" und prognostiziert aus den bisherigen Äußerungen Ratzingers, vor allem die Biologen und Biomediziner müssten "auf Attacken gefasst sein". Dabei sei zu erwarten, dass nicht nur der ethische Bereich (z. B. Stammzellforschung) im Zentrum des Interesses stehe, sondern auch die Grundlagen und weltanschaulichen Konsequenzen naturwissenschaftlichen Denkens. Eine Bedrohung sehe der Papst z. B. in einer "universalistisch verstandenen Evolutionslehre". Im Nachhinein wissen wir, wie zutreffend Schwägerls Vermutung war, aber auch ? nach Dawkins' "Gotteswahn" ?, wie berechtigt die Warnung des Papstes.

2006/09/12: Dokumentation - Die Vorlesung des Papstes in Regensburg - München - sueddeutsche.de

Der wegen der Islamäußerungen berühmt gewordenen Regensburger Rede geht es im Wesentlichen um "Glaube, Vernunft und Universität" - so der Titel der Ansprache. Angesichts der vom naturwissenschaftlichen Denken radikalisierten "Selbstbeschränkung der Vernunft", bei der die menschlichen Grundfragen nach dem Woher und Wohin ins Subjektive und Beliebige verdrängt werden, geht es dem Papst um die "Ausweitung unseres Vernunftbegriffs".

2006/09/12: Papst: "Mensch kein Zufall der Evolution" - DiePresse.com

Der Beitrag berichtet von einer Papstpredigt in Regensburg, in der die platonisch anmutende Wertschätzung des mathematisch geordneten Kosmos zum Ausdruck kommt. Der Papst wörtlich: "Wir glauben, dass das ewige Wort, die Vernunft, am Anfang steht und nicht die Unvernunft". Auch der Glaube ist nicht unvernünftig und für den Papst in der modernen Welt unverzichtbar.

2006/09/06: Papst hört Wissenschaftler an zu Darwins Evolutionstheorie - Welt-online

Die Welt berichtet kurz über das nichtöffentliche Seminar von Papst Benedikt über Schöpfung und Evolution. Es kommen Kard. Schönborn und Robert Spaemann zu Wort. Vom Papst erfährt man, dass er kein Kreatonist sei und sich von der Rede des Evolutionsbiologen Peter Schuster beeindruckt gezeigt habe. Insgesamt aber habe in der Runde die Darwinismuskritik überwogen. (Mehr in unserer Besprechung des Tagungsbandes). hhp

2006/11/04: Papst: Wissenschaft nicht ohne Gottesbezug - Berliner Morgenpost

Einer KNA-Meldung zufolge gab Papst Benedikt zu verstehen, dass die Gesellschafts- und Humanwissenschaften nicht auf einen Gottesbezug verzichten können. Der Grund: Der Mensch (Gegenstand der Humanwissenschaften) lasse sich nicht ohne Gottesbezug verstehen. Wie verträgt sich dies mit dem methodischen (!) Atheismus der Naturwissenschaften? hhp

2007/07/26: Benedikt XVI. glaubt an die Evolution - Welt online

Die Frage, ob die Schöpfungslehre im Biologieunterricht thematisiert werden soll, ist für die "Welt" Anlass, die Stellungnahme des Papstes zur Evolutionstheorie darzustellen. Schöpfungslehre und Evolutionstheorie schlössen sich gegenseitig nicht aus, und ein Konflikt sei absurd. Für die Evolution gebe es "viele wissenschaftliche Nachweise", sie könne aber die große philosophische Frage nicht klären, woher alles komme. hhp

2007/07/26: Papst: Evolution und Schöpfung sind kein Gegensatz - derStandard.at/Wissenschaft

Artikel fasst in knapper Form die Stellung Benedikts XVI. zur Evolutionstheorie zusammen. Ein Konflikt sei absurd. Es gehe ihm aber um die Erkenntnis, dass die Vernunft allem vorangehe und dass auch der Mensch ein Spiegelbild dieser "schöpferischen Vernunft" sei.

2009/03/10: Erst die Fakten, dann die Theorie - Die Tagespost über Vatikankonferenz zur Evolutionstheorie

Die Autorin, Claudia Kock, hebt im historischen Rückblick von der Enzyklika Humani Generis über Johannes Paul II. bis zum Benedikt XVI. die Vereinbarkeit von Evolutionstheorie und Theologie hervor. Ausführlicher als andere Artikel zu diesem Kongress würdigt sie die Entscheidung, Kreationisten und Intelligent Design Protagonisten nicht als Redner eingeladen zu haben. Die polemische Attacke eines Vertreters des islamischen Kreationisten Harun Yahya zeige - auch wenn es gemäßigte und dialogfähige Anhänger dieser Richtungen gebe - "das ideologische Potenzial in dieser Auseinandersetzung".

2009/03/06: Konferenz in Rom: Vatikan sperrt Kreationisten aus - Wissenschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

Der Artikel stellt die vatikanische Konferenz über Evolution und Glaube in den Kontext einer Positionsklärung der Katholischen Kirche, die sich hiermit eindeutig von Kreationismus und Intelligent Design abgrenzt. Dies korrespondiert mit der gleichen Abgrenzung durch Kardinal Schönborn, auf die der Artikel ebenfalls hinweist. Den Vorwurf des verärgerten kreationistischen Discovery Institutes, die Templeton-Fördergelder hätten die Rednerliste beeinflusst, wiesen die Organisatoren der Vatikan-Konferenz zurück.





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