Schöpfung

von grenzfragen

Schöpfung meint 1. das göttliche (Er-)Schaffen und 2. das Ergebnis dieses Schaffens. Bei Schöpfung geht es um die dauernde Begründung von Welt überhaupt, nicht um einen fernen Anfang.

Der Hinweis auf Schöpfung beantwortet keine wissenschaftlichen Fragen nach Ursachen, geht nicht zurück nach dem ersten Glied einer Ursachen-Kette, sondern meint den Urgrund der ganzen Kette, das, was die Kette als ganze begründet und trägt – und zwar in jedem ihrer Entwicklungs-Zustände.

Dieses Schöpfungsverständnis grenzt sich ab von einem Deismus, der Schöpfung auf den zeitlichen Anfang beschränkt, und von einem Interventionismus, nach dem Gott auf der Ebene innerweltlicher Ursachen immer wieder (Erschaffung der Welt, des Lebens, des Menschen) eingreift.

Kessler: “Gott verzichtet darauf, auf der empirischen Ebene der geschöpflichen Wirkkräfte willkürlich einzugreifen. Er zwingt die Dinge nicht in eine (von ihm) bestimmte Richtung, sondern er ist Urheber von Kreativität: „Gott macht, dass die Dinge sich selber machen“ (hatte Teilhard de Chardin formuliert). Er ermöglicht den Dingen aber nicht nur, sich selber zu machen, sondern auch, sich selbst und die eigenen Möglichkeiten aktiv zu überschreiten und so eine neue Seinsstufe und Seinqualität zu erreichen. In Karl Rahners Worten: Durch seinen transzendentalen schöpferischen Einfluss ermöglicht Gott den Dingen die „aktive Selbstüberschreitung“ hin zu Neuem, das nicht schon keimhaft in ihnen angelegt war.

Vgl. Kessler, Allmacht oder Ohnmacht?, S. 10.

 

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