Emergenz

von grenzfragen

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Die Emergenz (lat. emergere „Auftauchen“, „Herauskommen“, „Emporsteigen“) ist die spontane Herausbildung von neuen Eigenschaften oder Strukturen eines Systems infolge des Zusammenspiels seiner Elemente. Dabei lassen sich die emergenten Eigenschaften des Systems nicht – oder jedenfalls nicht offensichtlich – auf Eigenschaften der Elemente zurückführen, die diese isoliert aufweisen. So wird in der Philosophie des Geistes von einigen Philosophen die Meinung vertreten, dass Bewusstsein eine emergente Eigenschaft des Gehirns sei. Emergente Phänomene werden jedoch auch in der Physik, Chemie, Biologie, Psychologie oder Soziologie beschrieben.

Seite „Emergenz“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 4. Oktober 2015, 11:31 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Emergenz&oldid=146669669 (Abgerufen: 27. Oktober 2015, 16:24 UTC)

Vier Arten der Emergenz können unterschieden werden:

Die epistemische Emergenz spricht von Neuem lediglich in der Ordnung des Wissens. Dieses Neue ist derzeit faktisch (schwache epistemische Emergenz) oder prinzipiell (starke epistemische Emergenz) nicht vorhersagbar.
Die ontologische Emergenz behauptet ein ontologisches Mehr gegenüber den niederstufigeren Systemen, aus denen sie hervorgegangen sind. Im Prozess der Evolution entsteht etwas wirklich Neues (Strukturen oder Organisationsmuster), entweder kausal aus den niederen Ebenen hervorgehend (schwache ontologische Emergenz) oder als emergente Ebene mit eigenen kausalen Kräften (starke ontologische Emergenz).

(Vgl. Supervenienz)

Synonyme:
Fulguration
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