 | 2013/01/15: How 19-year-old activist Zack Kopplin is making life hell for Louisiana's creationists - io9 |
| Zur Zeit lehrt ein 19-Jähriger Aktivist Louisianas Kreationisten das Fürchten. Die dortige Schulgesetzgebung erlaubt die Anschaffung von Lehrmaterialien zusätzlich zu bestehenden naturwissenschaftlichen Lehrbüchern. Das führte dazu, dass kreationistisches Material das wissenschaftliche faktisch verdrängte. Angesichts weitgehender Ignoranz sah sich der inzwischen 19-jährige Zack Kopplin genötigt, gegen diese Schieflage anzugehen. Ermutigt von der Philosophin Barbara Forrest und dem Nobelpreisträger Harry Kroto entwirft er einen Brief, der mit 78 Unterschriften von weiteren Nobelpreisträgern öffentliche Wirkung zeigt und dem schwierigen Kampf gegen kreationistischen Einfluss Aufschwung verleiht. hhp
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 | 2012/09/07: 2012 Richard Dawkins Award goes to Eugenie Scott - Guardian |
| Der Richard Dawkins Award 2012 geht an Eugenie Scott, Direktorin des National Center for Science Education (NCSE). Der Preis sei Scott zuerkannt worden, wegen ihres "unermüdlichen Einsatzes für die naturwissenschaftliche Bildung".
Richard Dawkins, Namensgeber des Preises und bekennender Atheist, bemerkte in seiner Laudatio: "Eugenie Scott gehört zu meinen allerliebsten Bekannten, auch wenn wir unsere zivilisierten Meinungsverschiedenheiten haben". Dass diese Meinungsverschiedenheiten in der unterschiedlichen Stellung zur Religion liegen, lässt der Artikel unerwähnt. Er blickt lieber auf den Konflikt zwischen Dawkins und Gould über die Mechanismen der Evolution. Denn Scott scherzte in ihrer Dankesrede: "Ich besitze nun Auszeichnungen sowohl im Namen von Stephen Jay Gould als auch von Richard Dawkins", und dies zeige, "dass ich mit jedermann auskomme". Allerdings könne sie sich nicht vorstellen, je einen "Ken Ham award" überreicht zu bekommen. Ken Ham ist Kurzzeitkreationist. hhp
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 | 2011/06/13: Richard Dawkins: One Fact to Refute Creationism - The Skeptic's Inquisition |
| Auf Anfrage liefert Richard Dawkins ein Faktum, das den Kreationismus widerlege: Der evolutive Stammbaum, der sich aus dem Vergleich und der Ähnlichkeit der Gene von Lebewesen ergebe, sei ein schlagendes Argument. Die einzige Erklärungsalternative für diese Ähnlichkeiten sei ein intelligenter Designer, der uns vorsätzlich in die Irre führe. Das Problem liege jedoch nicht auf der sachlichen Ebene, sondern in der Tatsache, dass Kreationisten einfach nicht zuhören wollten - so jedenfall Dawkins. hhp
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 | 2011/04/12: Lynn Margulis Criticizes Neo-Darwinism in Discover Magazine - Evolution News |
| Der Discovery-Institute-Autor freut sich über die Kritik der Biologin Lynn Margulis am Erklärungsvermögen des Darwinismus. Lynn, die Intelligent Design (ID) ausdrücklich ablehnt, räumt ein: "Die Kritiker, einschließlich kreationistische Kritiker, haben in ihrer Kritik Recht". Lynn bezweifelt wie ID, dass die bekannten Faktoren von Mutation und Selektion zur Erklärung der Entstehung neuer Formen ausreichend sind. Die Erklärungs-Alternativen, die ID anbietet, hält Lynn jedoch für unwissenschaftlich. hhp
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 | 2011/04/25: Texas Freedom Network: Proposed Instructional Materials Put Science Education, Public Schools at Risk in Texas |
| Die texanische Schulbehörde könnte Materialien zulassen, die Kreationismus befördern und die Evolutionstheorie zurückweisen. Davor warnt die vorliegende Presseerklärung des National Center for Science Education und des Texas Freedom Network, dem durchaus auch religiöse Multiplikatoren angehören. Die zitierten Beispiele aus den Materialien machen die Türöffnerfunktion für den Kreationismus deutlich. Die Presseerklärung erinnert daran, dass es nach dem Doverurteil von 2005 verfassungswidrig ist, in öffentlichen Schulen Kreationismus und Intelligent Design zu unterrichten. (Die Materialien sind über einen Link zugänglich, erfordern zum Öffnen aber ein Passwort). hhp
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 | 2011/03/11: Opposition to antievolution bill continues in Tennessee |
| Verschiedene Institutionen setzen sich gegen den antievolutiven Gesetzesentwurf in Tennessee zur Wehr. Entgegen den Beteuerungen der Gegenseite gäbe es praktisch keine wissenschaftliche Kontroverse bei der überwältigenden Mehrheit der Forscher über das Faktum der Evolution. Der Entwurf sei damit unnötig, unwissenschaftlich und höchst wahrscheinlich verfassungswidrig. Die amtliche Diskussion beginnt am 16. März. hhp
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 | 2011/02/28: The Scopes Strategy: Creationists Try New Tactics to Promote Anti-Evolutionary Teaching in Public Schools - Scientific American |
| Der Artikel berichtet über neue Strategien der Kreationisten, Evolutionskritik in den Unterricht einzuschleusen. Paradoxerweise vereinnahmen sie ausgerechnet John Scopes, der vor 80 Jahren die Evolutionstheorie lehrte und deshalb verurteilt wurde. Nun wird er als Ikone unabhängigen Denkens hochgehalten: Sicher würde er heute unter dem Etikett der "akademischen Freiheit" dafür eintreten, "alle Seiten eines kontroversen Themas" auf den Tisch zu legen, die "Stärken und Schwächen" zu diskutieren. Die genannten Formulierungen stehen nur scheinbar für kritisches Denken. Tatsächlich aber wird mit Ihnen ein Türöffner für kreationistisches Gedankengut in Gesetzestexte einzuschmuggeln und der "Kitzmiller vs. Dover"-Prozess, der vor 5 Jahren den Kreationismus aus der Schule verbannte, zu untergraben versucht. hhp
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 | 2010/12/20: Five Years Later, Evolutionary Immunology and other Icons of Kitzmiller v. Dover Not Holding Up Well - Discovery Institute |
| Auch die Intelligent-Design-Protagonisten des Discovery Institute blicken auf den Dover-Prozess zurück - aus der Perspektive der Verlierer. Richter Jones habe den Prozess missbraucht, um aktivistisch politischen Einfluss zu nehmen; dies habe er selbst kürzlich (s.u. 2010/12/19: After 5 years...) zugegeben. Die zitierte Stelle zeigt aber nur, dass Jones im nachhinein feststellt, dass er faktisch politischen Einfluss hatte, nicht jedoch, dass er diesen Einfluss im Prozess gesucht habe. Schon im damaligen Urteilsspruch prognostizierte Jones: "Diejenigen, die unserer Meinung nicht zustimmen, werden sie wahrscheinlich als Produkt eines aktivistischen Richters ansehen. Wenn dem so ist, haben sie sich geirrt, weil dies offenkundig kein aktivistisches Gericht ist." Und wenn Jones meine, die ID-Attacken seien von der scientific community zurückgewiesen worden, sei er der Inszenierung der Kläger auf den Leim gegangen; Bakteriengeißel, Blutgerinnung und Immunsystem erwiesen das Gegenteil. hhp
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 | 2010/12/17: Four in 10 Americans Believe in Strict Creationism - Gallup |
| 40% der Amerikaner glauben immer noch, dass Gott vor ca. 10000 Jahren die Menschen in ihrer jetzigen Form erschaffen hat. 38% glauben an eine menschliche Evolution unter göttlicher Führung, 16% ohne göttlichen Einfluss. Diese Verteilung ist seit den letzten 28 Jahren erstaunlicherweise relativ stabil, seit 2006 (nach dem Dover-Prozess; hhp) verliert der Kreationismus jedoch leicht an Boden. Die neue Gallup-Umfrage differenziert auch nach Bildungsabschlüssen. Erwartungsgemäß schützt höhere Bildung vor Kreationismus. Aber bei 40% evolutionskritischen Amerikanern wird die Kreationismusdebatte ein (schul-)politischer Dauerbrenner bleiben. hhp
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 | 2010/12/19: After 5 years, Dover intelligent design ruling's impact still felt - York Dispatch |
| 5 Jahre nach dem dem Richterspruch gegen die ID-Politik der Schulbehörde von Dover bringen Beteiligte beider Seiten zum Ausdruck, wie der Prozess ihr Leben beeinflusst hat. Darunter bekannte Namen wie Richter J. E. Jones, W. Buckingham (pro ID), J. Miller (biology teacher, contra ID), M. Behe (pro), B. Forrest (contra), K. Miller (contra). Guter biografischer Bericht über die Rezeption eines juristischen Meilensteins. hhp
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 | 2010/12/20: Five years ago, "intelligent design" ruling in Dover case set a legal landmark - Philadelphia Inquirer |
| Der Artikel erinnert an den Richterspruch von John E. Jones III. gegen Intelligent Design exakt vor 5 Jahren. Da ID sich in dem 40-tägigen Dover-Prozess als religiöses und nicht wissenschaftliches Konzept herausstellte, wurde die verfassungsgemäße Trennung von Staat und Kirche verletzt. Direkte Angriffe auf Darwins Theorie waren damit für die Folgezeit abgeschmettert und die ID-Bewegung ausgebremst. Aber für die ID-Protagonisten ist "der Kampf nicht vorbei", und "Dover hat nicht das letzte Wort", so John Mills, der die jüngste Kampagne um Lehrbücher zur Evolution in Louisiana anführt. Die ID-Strategie hat sich geändert und will unter dem Schlagwort "teaching the controversy" neuen Einfluss auf die Schulpolitik nehmen. Für ID-Kritiker Ken Miller sind die Argumente "wiederholt von der scientific community in Misskredit gebracht worden". Wenn wir Dover nicht gewonnen hätten, so ein Vertreter der damaligen Anklage, hätten "Dutzende, wenn nicht hunderte von Schulen ID eingeführt". hhp
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 | 2010/09/03: Professor John Lennox: As a scientist I'm certain Stephen Hawking is wrong - Mail online |
| "Hawkings Behauptungen sind töricht!" Zu diesem Schluss komm der Mathematiker John Lennox, bekannter und in evangelikalen Kreisen gern zitierter Widerpart atheistischer Positionen. Er kritisiert v.a., dass Hawking vor die Alternative stellt, entweder auf Gott oder auf die Gesetze der Physik zu setzen, als stünden beide notwendig in Konflikt. Hawking verwechsle Gesetz und Agent - ein typischer Kategorienfehler. Genauso wenig setzen Newtons Bewegungsgesetze allein eine Billardkugel in Gang, dazu braucht es schon einen Spieler-Agenten. Die weitere Kritik macht sich an der vorausgesetzten Gravitation fest: Woher stammt diese? Für Lennox dagegen verstärkt die Schönheit der wissenschaftlichen Gesetze den Glauben an eine intelligente, kreative Macht. hhp
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 | 2010/09/06: Hawking book explains creation of universe minus God - USATODAY |
| Interessant: Neben Einblicken in das neue Hawking-Buch (Intelligent Design ist schlecht, Stringtheorie gut, Philosophie tot), kommt auch der Co-Autor Leonard Mlodinow zu Wort: "Wir sagen nicht, es gäbe keinen Gott; wir sagen, dass wir Gott zur Erklärung des Universums nicht benötigen ... Die Perspektive des Buches ist eine naturwissenschaftliche". Die vermeintliche perspektivische Beschränkung und Selbstbescheidenheit steht allerdings in krassem Gegensatz zu dem vollmundigen Anspruch der im ersten Buchkapitel erhoben wird: Hier will die Naturwissenschaft (als Nachfolgerin der verstorbenen Philosophie; S. 11) nicht weniger als "Antworten auf die Schöpfungsfrage geben" und "die letztgültige Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest" beantworten - inklusive der Frage: "Warum gibt es etwas und nicht einfach nichts?" (S. 15) Von perspektivischer Beschränkung und Selbstbescheidenheit keine Spur! hhp
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 | 2010/09/02: Stephen Hawking says universe not created by God - The Guardian |
| In seinem neuen Buch "The Grand Design", das am 9.9.10 veröffentlicht wird (Leseprobe lag heute The Times bei), stellt Stephen Hawking fest, dass Gott nicht für die Schaffung des Universums nötig gewesen sei, sondern die Naturgesetze wie die Schwerkraft, dafür gesorgt hätten, dass wir existieren. Er verweist auf die M-Theorie, die seiner Meinung nach die alles vereinende Theorie ist, auf die Einstein gehofft hatte. Die Tatsache, dass die Menschen nun so nah dran sind, die Gesetze, die uns und das Universum regulieren, zu verstehen, sei ein großer Triumph. Das neue Buch zeigt Hawkings veränderte Einstellung; Noch in seinem letzten Buch (Eine kurze Geschichte der Zeit, 1988) stellte er fest: "Warum existiert das Universum, warum existieren wir? Wenn wir die Antwort darauf finden, wäre das der ultimative Triumph des menschlichen Verstandes. Denn dann würden wir die Gedanken Gottes kennen!" sh
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 | 2010/08/11: Stephen Meyer on Intelligent Design: What is the origin of the digital information found in DNA? - Evolution News & Views |
| "Information stammt immer von einer intelligenten Ursache". So könnte man das auf der Website des Discovery Institutes beworbene Video mit Stephen Meyer auf den Punkt bringen. Meyer fasst in 3 Minuten sein Buch "Signature in the Cell" und sein Plädoyer für einen Intelligenten Designer zusammen. Zufall und Ironie des Schicksals, dass die Werbung für das Meyer-Video zeitlich mit dem Gegenstück zusammenfällt: der Werbung für das Kutschera-Video, das auf Youtube den Kreationisten Paroli bieten soll. hhp
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 | 2010/07/26: An Evolutionary Biologist?s Reflections on the Scopes Trial - History News Network (HNN) |
| Die Website des HNN widmet 2 Artikel dem 85. Jahrestag des "Affenprozesses". Im ersten beklagt der Evolutionsbiologe David Reznick, dass die Renaissance des Evolutionsdenkens nicht lange vorhielt und wir zu den Bedingungen zurückgekehrt sind, die den Affenprozess umgeben haben. Warum diese permanente Kontroverse um Evolution? Der Hinweis, es handle sich "nur um eine Theorie" (umgangssprachlich = Spekulation), erklärt die Skepsis nicht: Keiner kritisiere die Relativitätstheorie aufgrund ihres Theoriestatus. Offenbar ist es die religiöse Propaganda, deren aktuelle Intelligent-Design-Form nur leicht verkleideter Kreationismus sei. Auch die Argumente seien kaum von William Paleys "Natürlicher Theologie" verschieden, ob man sich auf die Komplexität des Auges oder heute auf die der Bakteriengeißel beziehe. Obwohl widerlegt, sei dies nicht totzukriegen. Schließlich erwartet der Autor in dieser Konfliktsituation auch Schützenhilfe von seinen geisteswissenschaftlichen Kollegen. hhp
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 | 2010/05/15: N. Matzke: The Evolution of Creationist Movements - SpringerLink |
| Nick Matzke, Experte der Kreationismus-Debatte, stellt die Evolution der Kreationisten-Bewegung in einem ausführlichen, frei erhältlichen Artikel dar. Er stellt die bisherigen Standardwerke von Ron Numbers u.a. in einen weiteren historischen Kontext vor allem des evangelikalen Protestantismus. Zusammenfassend kommt er zu dem Schluss, dass der Kreationismus zwar verschiedene Etiketten und Strategien hervorgebracht hat, seine fundamentale Essenz aber behalten habe. Diese bleibende Essenz macht der Autor an mirakulösen göttlichen Interventionen, Spezialkreationen, fest. Eingekleidet ist diese Essenz in unterschiedlichen Begrifflichkeiten und drei Wellen bis zur Niederlage beim Dover-Prozess. Die vierte Welle versucht nun teilweise ganz auf Begriffe wie "Kreationismus" oder "Intelligent Design" zu verzichten. Die Rhetorik greife jetzt zurück auf "akademische Freiheit", "Theorie, nicht Faktum", die "ganze Breite wissenschaftlicher Sicht" - trojanische Pferde für die bleibende Essenz. hhp
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 | 2010/05/17: Karl Giberson, Ph.D: Intelligent Design's Coffin Is Still Empty - Huffington Post |
| Totgesagte leben länger. Jedenfalls hat es sich M. Zimmerman zu leicht gemacht, wenn er Intelligent Design für immer beerdigt wissen wollte (s. u.). Karl Giberson benennt 4 Gründe, warum der Sarg in absehbarer Zukunft leer bleiben wird: 1. Es gibt genug komplexes Design, das bisher nicht erklärt ist (aber daran arbeitet die Wissenschaft); 2. die Feinabstimmung des Kosmos; 3. der verbreitete Glaube an einen Schöpfergott; 4. das vehemente Insistieren der neuen Atheisten auf die Inkompatibilität von Evolution und Gottesglaube, das viele, die sich derart vor eine vermeintlich exklusive Alternative gestellt sehen, dann doch auf die Seite der Religion bringt. Und solange die Menschen den Gottesglauben nicht von ID trennen können - wie es ja gerade von den agnostischen Bloggern unterstellt wird -, solange wird der Sarg leer und ID lebendig bleiben. hhp
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 | 2010/05/11: Intelligent Design: Scientifically and Religiously Bankrupt - Huffington Post |
| Michael Zimmerman will Intelligent Design endgültig begraben wissen. Der letzte Sargnagel sei die Entdeckung, dass das menschliche Erbgut grottenschlecht designed sei. Na prima! Oder doch nicht? Der Kommentar von Alyse Sheridan hat Recht: ID mag zwar annehmen, dass die Welt perfekt geschaffen wurde. Aber das war vor dem Sündenfall. Danach hat sie ihr perfektes Design eingebüßt. Das imperfekte Genom lässt sich also immer noch bestens ins ID-Gebäude einpassen. hhp
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 | 2010/05/05: Intelligent design is an oxymoron - Is ID bad theology? The Guardian |
| Der für die Debatte um Kreationismus einschlägige und bekannte Wissenschaftsphilosoph Michael Ruse liefert eine brillante Replik auf Steve Fullers Eintreten für Intelligent Design (s.u.). Im Kern der Fullerschen Argumentation stecke eine falsche Analogie: Wie die Reformatoren sich der etablierten kath. Kirche entgegen stellten, so kämpfe heutzutage ID gegen die etablierte Wissenschaft. Der Vergleich - so Ruse - hinke an entscheidender Stelle. Die Protestanten waren nicht weniger Christen als die Katholiken; wo hingegen ID beabsichtige, Gott in den kausalen Prozess einzuschmuggeln. Genau das aber sei wissenschaftlich schlicht nicht vertretbar. Ein derart in Kausalketten eingreifender Gott tut sich zudem mit der Theodizeefrage mehr als schwer: Warum greift er dann dort nicht ein, wo er Übel verhindern könnte? Ruse kommt zu dem Schluss: ID ist "sehr schlechte Theologie". hhp
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 | 2010/05/03: Science in God's image - Is ID bad theology? The Guardian |
| Der Guardian lässt die Frage "Ist Intelligent Design schlechte Theologie" von verschiedenen Autoren beantworten. Im heutigen Beitrag verteidigt Steve Fuller ID: "ID ist genauso wenig anti-wissenschaftlich wie die ersten Reformatoren atheistisch waren".
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 | 2010/04/19: ''Dreifaltigkeit im Genom'' - Benedikt und die Wissenschaft - sueddeutsche.de |
| Wieder einmal soll untergeschoben werden, dass im Blick auf die Evolution Papst und katholische Kirche "von der naturwissenschaftlichen Theorie weit entfernt" sind. Diese Unterstelltung bekommt ihre (Schein-)Plausibilität jedoch nur dadurch, dass der Autor, Markus C. Schulte von Drach, permanent die Diskurse verwechselt. Wenn der Mensch Benedikt zufolge "nicht das zufällige und sinnlose Produkt der Evolution" ist, so ist dies eine Aussage im Diskurs der Theologie. Der echte Zufall, wie er sich naturwissenschaftlich zeigt, ist längst (2004) von der Internationalen Theologenkommission anerkannt - unter Vorsitz und genehmigt von Ratzinger. Der Autor versteht auch nicht, wie der Papst der Materie angesichts des Zerstörerischen "Rationalität" zuerkennen kann. Die Differenziertheit des Papstes in diesem Punkt (?Natürlich gibt es die Rationalität in der Natur, aber ... es bleiben also die Kontingenz und das Rätsel des Schrecklichen in der Natur?, 2007) ist dem Autor fremd. hhp
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 | 2010/04/13: Antony Flew dies - NCSE |
| The National Center for Science Education würdigt Antony Flew in einer kurzen Mitteilung. Der Beitrag geht nicht nur auf Flews Interesse an der Evolutionstheorie und ihrer Implikationen ein, sondern benennt auch seinen weltanschaulichen Wandel vom Atheisten zu "einer Form von Deismus". Die Gründe seiner Konversion hätten aber von Interview zu Interview gewechselt, kreationistische Argumente seien aber vielfach verwandt worden. Dass Flews There is a God (2007) nicht aus seiner eigenen Feder stammt erwähnt der Artikel, nicht aber, dass Flew sich dennoch voll mit dem Inhalt identifizierte. hhp
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 | 2010/04/15: Renowned Atheist-Turned-Deist Antony Flew Dies at 87 - Christian Post |
| Der Artikel beschreibt die möglichen Gründe, die Antony Flew bewogen haben, vom Atheisten zum Theisten (oder Deisten) zu werden. Die Gründe ähneln der Intelligent-Design-Argumentation: "Eine Super-Intelligenz ist die einzig gute Erklärung für den Ursprung des Lebens und die Komplexität der Natur". Gegen die umstrittene Autorenschaft des Buchs "There is a God: How the World's Most Notorious Atheist Changed His Mind" weiß der Artikel Flew dahingehend wiederzugeben, dass dieser nie ein Buch herausgeben würde, dem er nicht 100 Prozent zustimmen würde. hhp
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 | 2010/04/14: Scientists, Creationists Agree: 'Sediba' is No 'Missing Link' - Christian Post |
| Der Artikel berichtet u.a. über Reaktionen aus der Intelligent-Design-Ecke. Aus deren Sicht verdankt sich die Bedeutung des Fundes eher dem Medienspektakel. Anders als Science suggeriert bringe der Fund nämlich kein neues Licht in die Stammbaumfrage, sondern eher Konfusion. Vgl. dazu unser Interview mit Peter Schmid, der an der "Entdeckung dieses neuen Meilensteins in der Menschheitsgeschichte" beteiligt war. hhp
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 | 2010/03/26: Winner of £1m Templeton prize attacks ?fundamentalism? of Dawkins - Times Online |
| Titel und Inhalt des Times-Artikels suggerieren, dass Francisco Ayala, der diesjährige Templeton-Preisträger, bei seiner gestrigen Dankesrede den Schwerpunkt auf die Kritik an Richard Dawkins gelegt habe. Meiner Erinnerung nach kam Dawkins in dieser Ausdrücklichkeit und Ausführlichkeit nicht vor. Dass Ayala Dawkins kritisiert, sei freilich nicht in Abrede gestellt, und so erweist sich auch der vorliegende Artikel als informativ. Zudem greift er den vor einigen Tagen platzierten Angriff Dawkins auf die amerikanische National Academy of Sciences auf, in deren Räumen die Preiszuerkennung statt fand. Dadurch - so Dawkins - habe sie sich selbst Schande bereitet, und es sei typisch für Templeton, "ihr Geld schamlos für die totgeweihten Gelüste nach wissenschaftlicher Anerkennung" einzusetzen. Fairerweise erwähnt der Artikel auch die Abgrenzung Ayalas vom gegenteiligen Extrem, der Intelligent Design Bewegung. hhp
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 | 2010/03/25: Francisco Ayala wins the Templeton Prize - beliefnet |
| Rod Dreher, Öffentlichkeitsarbeiter bei Templeton, berichtet ausführlich über die Preiszusage an F. Ayala, dessen Rede in Auszügen wiedergegeben wird. Ayalas Grundeinstellung wird dabei deutlich: Wissenschaft und Glaube sind keine Gegensätze, sondern zwei unterschiedliche Zugangsweisen zur Welt. Zu Konflikten komme es nur bei illegitimen Grenzüberschreitungen. In seiner Publikation "Darwin's Gift" wirft Ayala Dawkins einen Kategorienfehler vor, wenn dieser alles Wissen außerhalb der Grenzen der Wissenschaft als minderwertig oder verdächtig ansehe. Eine wissenschaftliche Weltsicht sei "hoffnungslos unvollständig", da sie Wert- und Sinnfragen gar nicht umfassen könne. Das Buch attackiert gleichermaßen Intelligent Design (ID), in wissenschaftlicher, aber auch theologischer Hinsicht. Dreher vermutet, dass die Dawkins- und ID-Vertreter mit der Preisvergabe nicht glücklich sein werden; Reaktionen von dort will er in seinen Blog aufnehmen. Also: Erneut vorbeischauen. hhp
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 | 2010/03/25: Hoch dotierter Templeton-Preis an Ayala - Bieler Tagblatt |
| Als meines Wissens erste deutschsprachige Zeitung berichtet das Bieler Tagblatt von der gestrigen Verleihung des Templeton Preises 2010 an den Genetiker und Evolutionsbiologen Francisco J. Ayala. Der Preis sei ihm zuerkannt worden, weil er "energisch gegen die Entzweiung von Wissenschaft und Religion kämpft". Gleichzeitig distanziere sich Ayala auch von Kreationismus und Intelligent Design (ID). Die Grausamkeiten der Natur ließen sich nach Ayala nicht mit einer intelligenten Schöpung vereinbaren. Dieses Argument gegen ID wurde gestern in der Tat so von Ayala vorgetragen, dürfte den Kreationismus aber nur bedingt treffen. Der geht ja davon aus, dass die "intelligente Schöpfung" nachträglich durch den Sündenfall des Menschen pervertiert wurde, wodurch die Übel in die Welt kamen. hhp
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 | 2010/03/07: Philosophers Rip Darwin - The Chronicle Review |
| Der Wissenschaftsphilosoph Michael Ruse führt hier seine Kritik an Fodor und Piattelli-Palmarini ausführlicher aus (s.u.). Diese seien leider kein Einzelfall, es gebe ein zunehmend lautstarkes Kader bedeutender Philosophen, die Zweifel an Darwin hegen. Exemplarisch greift Ruse drei dieser Vertreter heraus. Bei Alvin Plantinga, Christ und Intelligent Design Enthusiast, versteht Ruse dessen Opposition in einer sehr säkular und neoatheistisch geprägten Szene. Aber auch der bekannte Thomas Nagel schließt sich der Opposition an, ohne an eine Gottheit zu glauben. Ausführlich geht Ruse auf Jerry Fodor ein, der als Atheist die Erklärungskraft der natürlichen Selektion kritisiert. Bei allen drei Opponenten hält Ruse die "totale wissenschaftliche Interesselosigkeit" für viel sagend. Die Kritiker seien offenbar von anderen, tiefer liegenden Sorgen umgetrieben. Der Blick in die Vergangenheit zeige die Initialzündung ihrer Opposition: Die Entstehung von Homo sapiens durch blinde Gesetze. hhp
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 | 2010/02/05: What Darwin Got Wrong and What Fodor and Piattelli-Palmarini Finally Get Right - David Berlinski |
| David Berlinski, Fellow am Discovery Institute, findet es ermutigend, dass Fodor und co den Schneid zur Darwinismuskritik haben, auch wenn diese etwas spät komme. Kein Argument indes sei neu, andere hätten sie bereits vorgebracht - nicht zuletzt Berlinski selbst, der auch die Analogie Darwin - Skinner seit mehr als 15 Jahren angemahnt habe.
Bestürzend findet Berlinski die Reaktion auf Fodor und Piatelli-Palmarini. Die Kommentare auf ihren Artikel demonstrierten "mit unfehlbarem Eifer die charakteristische Gesinnung der darwinischen Community gegenüber Kritik", sprich: deren Immunisierungsstrategien. hhp
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 | 2010/02/08: What Darwin Got Wrong: Intelligent Design Proponents Welcome Fodor and Piattelli-Palmarini - Discovery Institute |
| Fodors und Piatelli-Palmarinis Darwinismuskritik gießt erwartungsgemäß auch Wasser auf die Mühlen des Intelligent Desing. Spät seien die Autoren zur "Darwin-Zweifler-Party" dazugestoßen, dennoch aber willkommene Teilnehmer, heißt es beim Discovery Institute (DI). Noch willkommener sind die Partygäste, weil sie "durch und durch materialistische Wissenschaftler" sind. Das kommt den frommen Intelligent Designern insofern wie gerufen, als die "typischen Materialisten" eigentlich zu den "glühendsten Verfechtern" der natürlichen Selektion gehören. Das könne sich nun mit diesem Buch Fodors ändern, hofft das DI. hhp
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 | 2010/01/05: Fraud, Disgrace & Swindle: A Few Thoughts on Richard Dawkins's "Greatest Show" - beliefnet |
| David Klinghoffer, Senior Fellow beim Discovery Institute, der Denkzentrale des Intelligent Design, beschuldigt Richard Dawkins, in seinem jüngsten Werk "The greatest show on earth" die Käufer durch Einseitigkeiten und unscharfe Begriffe in die Irre zu führen. So kann "Evolution" vieles bedeuten, und damit steht und fällt die Zustimmung zu ihr. Die wichtigsten Einwände beträfen die Mechanismen der Evolution, speziell die natürliche Selektion. Ernst zu nehmende und stichhaltige Einwände würden von Dawkins dem Leser vorenthalten, und die Hauptargumente für Intelligent Design blieben unerwähnt oder unbeantwortet. Statt die Hauptprotagonisten von ID zu erwähnen, beziehe sich Dawkins feige auf Randfiguren und Unterlegene. So kommt Klinghoffer zu dem Schluss: "Die Darwin-Verteidigung des Buches, welche die schwerwiegendsten Kritikpunkte gegen die Evolution ignoriert und die Aufmerksamkeit des Lesers von den Hauptproblemen des Darwinsmus ablenkt, ist ein Schwindel". hhp
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 | 2009/12/30: Kreationismus auf dem Vormarsch - Tageszeitung junge Welt |
| Christoph Lammers malt mit kulturkämpferisch grellen Farben das Schreckgespenst des religiösen Fundamentalismus. Selbstverständlich wird eine moderne Schöpfungstheologie mit in denselben Topf geworfen. Und so ist für ihn der "Kreationismus, gemein der Schöpfungsglaube, als derzeit stärkster Widerpart zur wissenschaftlich fundierten Evolutionsbiologie". Der Autor sieht "die Gefahr, daß wir in ein neues Zeitalter der Gegenaufklärung eintreten". Für die komplementäre Gefahr, dass nämlich die enorme Ausweitung des Erklärungsanspruchs der Evolutionstheorie, auch ideologische Züge annehmen kann (siehe Dawkins), ist Lammers Artikel das beste Beispiel. Die Evolutionstheorie wird hier zu einem weltanschaulichen Naturalismus und der Schöpfergott zu einer "irrationalen Ideologie". Abgesehen von diesen ideologischen Entgleisungen beschreibt Lammers differenziert Ausprägungen und Entwicklungen des Kreationismus in den USA aber auch ausführlich in Deutschland. hhp
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 | 2009/12/01: Der Papst, die Welt, ein Buch und ein Kritiker - Evangelisch.de |
| Ähnlich wie Nikolaus German vom Deutschlandfunk ist auch Bernd Buchner durch die "Fülle von Argumenten und Zitaten" in der Streitschrift Alan Poseners "Benedikts Kreuzzug" beeindruckt. Eine Stelle nimmt Buchner zu Recht kritisch in den Blick: Benedikt in die Nähe des Kreationismus zu rücken, zähle "zu den schwächeren Passagen im Buch". Dem kann ich nur in meiner ausführlicheren Besprechung (siehe unter "Rezensionen") zustimmen. hhp
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 | 2009/11/23: Anklage gegen den Papst - Deutschlandfunk |
| Für den Deutschlandfunk berichtet Nikolaus German äüßerst wohlwollend über Alan Poseners "Benedikts Kreuzzug". Ihm gefällt Poseners Sachlichkeit, die Fakten statt Emotionen sprechen lässt. Poseners These sei gut bewiesen, da quellenmäßig alles genau belegt sei. Offenbar hat German die Ausführungen über die Kreationismusnähe Benedikts nicht gelesen! (siehe meine ausführliche Rezension) hhp
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 | 2009/12/09: Hans Kessler: Evolution und Schöpfung in neuer Sicht: Die Kirche der Gottlosen röstet Kartoffeln mit Kohlendioxid - Sachbuch - Feuilleton - FAZ.NET |
| Meine positive Besprechung des neuen Buches von Hans Kessler (siehe "Rezensionen") findet ihre Bestätigung durch Eckhard Nordhofen in der FAZ. Das Buch sei "die Ernte einer zwanzigjährigen kompetenten Befassung mit den Naturwissenschaften", die Stärke bestehe in der wissenschaftstheoretisch sauberen Unterscheidung der jeweiligen Diskurse und der Verurteilung unsauberer Vermischungen. Bei allem Lob für Kessler merkt man dem Rezensenten dennoch den Ärger darüber an, dass ein solches Buch im Jahr 2009 überhaupt nötig ist, wo doch die Alternative Bibel oder Wissenschaft seit mindestens 50 Jahren erledigt ist, angefangen mit dem Einsatz der modernen Bibelhermeneutik vor 200 Jahren. Man mag dies bedauern, aber auch zum Anlass nehmen, eine moderne Schöpfungstheologie wie Kesslers "enttemporalisiertes Konzept" gegen zahlreiche naive Zerrbilder eines Schöpfergottes zur Geltung zu bringen, die nicht nur an den fundamentalistischen Rändern der großen Kirchen zu finden sind. hhp
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 | 2009/11/23: Interview: Happy birthday, Evolutionstheorie - Medienmagazin pro: Gesellschaft |
| Siegfried Scherer, Professor für Mikrobielle Ökologie und Mitautor des umstrittenen "evolutionskritischen Lehrbuchs", räumt in einem Interview ein, dass Darwin auch aufgrund seiner wissenschaftlichen Einsichten zum Agnostiker wurde. Scherer hält aber dagegen, dass Carl von Linné ähnliche biologische Gegebenheiten nicht vom Glauben abgebracht hätten - für Scherer ein Hinweis darauf, wie unterschiedlich biologische Daten weltanschaulich gedeutet werden können. Wissenschaftlich gesehen hält Scherer daran fest, dass die ungelösten Probleme im Bereich der Makroevolution keine Randfragen darstellen. Unmissverständlich stellt er aber klar, dass diese Probleme keinen Beweis für Schöpfung bilden, sondern zunächst nur Wissenslücken sind. Scherer: "Es ist unbekannt, ob sie durch zukünftige Forschung geschlossen werden können oder nicht". Insofern sind sie theologisch unbrauchbar: "Der ewige Gott wohnt nicht in den Wissenslücken zeitgebundener menschlicher Theorien". hhp
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 | 2009/10/21: Evolutionsmedizin: Durch den Geburtskanal in die Praxis - Mensch & Gene - Wissen - FAZ.NET |
| Erst jetzt fiel mir ein Artikel in die Hände, der von der Etablierung einer recht jungen Disziplin auf dem Weltgesundheitsgipfel berichtet, der Evolutionsmedizin. Die Medizin könne insofern von Darwin lernen, als viele körperliche Defizite (genannt sind z. B. Weisheitszähne, Wurmfortsatz, enger Geburtskanal, Stoffwechselerkrankungen) durch die Evolutionsbiologie eine plausible Erklärung finden. Der evolutive Blick auf die körperlichen Unvollkommenheiten lassen den Artikel so ganz nebenbei und ohne dass dies erwähnt würde zu einem Argument gegen Intelligent Design werden: "Der Mensch ist keine Maschine, am Reißbrett konstruiert, sondern bruchstückhaft von der Selektion geformt". hhp
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 | 2009/11/04: Scientist Genie Scott's Last Word to Creationist Ray Comfort: There You Go Again - God and Country |
| Scott ist aufgefallen, dass der vermeintlich ungekürzten Darwin-Ausgabe Comforts immer noch ein entscheidendes Diagramm und die Epigraphe von Bacon und Whewell fehlen. Scott hätte dabei ruhig erwähnen können, dass das Whewell-Zitat wohl nicht zufällig unterdrückt wird: Whewell nimmt an, "dass Ereignisse nicht durch isolierte Eingriffe einer göttlichen Macht verursacht werden, in jedem Einzelfall angewandt, sondern durch die Einrichtung allgemeiner Gesetze" - was so gar nicht in die kreationistische Denke passt. Den Einwand Comforts, die ständigen Revisionen der Wissenschaft mache diese unglaubwürdig, lässt Scott nicht gelten: "Die Fähigkeit, Erklärungen im Lichte neuer Informationen zu revidieren, ist eine Stärke, keine Schwäche der Wissenschaft". So auch im Falle Ardipithecus, dessen Fund zwar Details revidiere, aber einen gemeinsamen Vorfahre von Mensch und Schimpanse nicht bestreite. Auch als Kreationist könne man die Stärke der Evolutionstheorie anerkennen - siehe Todd Wood. - hhp
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 | 2009/11/02: Ray Comfort Responds to Genie Scott on Creationist 'Origin of Species' - God and Country |
| Als Antwort auf Scott sichert Comfort zu, dass die Darwinausgabe, die in einer Auflage von 170000 Kopien (!) an Studenten verteilt wird, den gesamten Text des "Origin" enthalten werde. Immerhin. Das Folgende ist eine Sammlung von typischer Evolutionskritik, zusammen zu fassen unter "irreduzierbare Komplexität" und "Fehlen von Übergangsformen". In diesem Zusammenhang gerät auch der von Scott bemühte gemeinsame Vorfahre von Mensch und Schimpanse in die Kritik. Es sei gerade die Entdeckung von Ardipithecus gewesen, welche die bisherige "Annahme, wir hätten uns aus uralten schimpansenähnlichen Kreaturen entwickelt, als ganz und gar falsch" erwiesen habe. Da hat er Recht! Aber Scott hat gar nicht behauptet, dass der gemeinsame Vorfahr schimpansenähnlich war, nur, dass es einen solchen gegeben hat. Und Scotts Aussage, "mehr Fossilien werden mehr Details bringen", dreht Comfort strategisch um: "Sie haben die Fossilien also immer noch nicht!" Mal gespannt, was Genie morgen dazu sagt. hhp
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 | 2009/10/30: Eugenie Scott about How Creationist 'Origin' Distorts Darwin - God and Country |
| Der Kreationist Ray Comfort gibt eine antievolutionäre Version von Charles Darwins "On the Origin of Species" heraus, die im November an Colleges verteilt werden soll. Eugenie Scott (siehe unsere RSNG-Tagung 2009) kritisiert, dass der Comfort-Version des "Origin" nicht weniger als 4 entscheidende Kapitel sowie Darwins Vorwort fehlten, darunter - wen wundert es - "Darwins stärkste Beweise für Evolution". Auch Darwins Entgegnung auf das vermutete Fehlen evolutionärer Übergangsformen im 9. Kapitel "sind interessanterweise in Comforts Version nicht enthalten". Scott benennt Beispiele für "Serien von klaren Übergangsformen" einschließlich der "wunderbaren Fossilreihe, die zum Homo sapiens führt". Für Scott ist der Fossilbefund so beeindruckend (sie erwähnt auch den neuen Fund "Ardi" und den gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Schimpanse), dass die "Umrisse der menschlichen Evolution unter Experten nicht ernsthaft in Frage gestellt werden". hhp
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 | 2009/10/30: Bibel kapert Biounterricht - Evolution oder Schöpfung? - Gesellschaft-Nachrichten - news.de |
| Der Artikel berichtet von einer (wohl älteren, 2006 durchgeführten) Umfrage des BBC wonach 22% für den Kreationismus, 17% für ID votierten. Diese sollten für 43% neben der darwinistischen Evolutionstheorie einen Platz "im Schulunterricht" erhalten. Die Bildunterschrift spricht indes vom "Einzug der Schöpfungsgeschichte ins naturwissenschaftliche (!) Klassenzimmer" - was einen grundsätzlichen Unterschied darstellt. In Deutschland habe sich nur die hessische Kultusministerin Karin Wolff "für eine Aufnahme der Kreationistenmodelle in den Schulunterricht ausgesprochen". Falsch: Wolff sprach nicht von Kreationismus, sondern von Schöpfungslehre; sie sprach von Biologieunterricht, nicht von Schulunterricht. Es wird nicht sauber zwischen Bio, Reli, Schule, vor allem aber nicht zwischen Kreationismus und moderner Schöpfungslehre unterschieden. Der Artikel ist sichtlich bemüht, aber völlig überfordert, Klarheit zu schaffen. hhp
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 | 2009/10/28: Friedemann Schrenk im Porträt: Fünf Kilometer pro Generation - Frankfurter Rundschau |
| Die kurze Biografie des bekannten Paläoanthropologen Friedemann Schrenk beginnt bei dessen früher Begeisterung für Fossilien und macht Station bei dem ältesten Fund aus der Gattung "homo", der einem Mitarbeiter Schrenks geglückt ist. Funde sind für Schrenk verschlüsselte "Nachrichten aus der Vergangenheit", zu deren Entschlüsselung das jeweilige Weltbild "eine riesige Rolle" spiele. Wer an Drachen glaubt, interpretiert ein Wollnashorn eben als Lindwurm, wie im Mittelalter geschehen. Welches Weltbild ist heute prägend, fragt sich Schrenk. Mit Kreationismus und einem intelligenten Designer kann Schrenk wenig anfangen, dazu sei das Design zu unausgereift, wie unser falsch sitzender Kopf und die Überkreuzung von Luft- und Speiseröhre zeige. Allerdings: "Er habe keine Ahnung, ob es irgendwo einen Gott gibt oder irgendeine Kraft". hhp
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 | 2009/10/25: Die relativen Dinosaurierhasser - Telepolis |
| Christian Gapp versucht, die Argumentationsstrukturen der Gegner der Evolutionstheorie mit denen der Gegner der Speziellen Relativitätstheorie zu parallelisieren, um zu dem gemeinsamen Schluss zu kommen: "Es ist verschwendete Zeit, ihre Argumente rational entkräften zu wollen." Der Vergleich ist faszinierend - auf den ersten Blick. Aber der Abschnitt der "Kernargumente von Evolutionskritikern" wirkt seltsam künstlich; nirgends taucht das Standardargument der 'irreduziblen Komplexität' auf. Erst später erfährt der Leser, dass der Abschnitt durch leichte Änderungen aus einer Argumentation gegen die Spezielle Relativitätstheorie generiert wurde. Das erklärt die Künstlichkeit, aber auch die unzureichende Übertragbarkeit. Auf diese Weise wird man Evolutionskritiker sicher auch mit Argumenten der - leider ausgestorbenen - Vertreter der 'flachen-Erde-Theorie' vergleichen können. Das wird dem Niveau der Evolutionskritiker hierzulande nicht gerecht - sowenig ich deren Position teile! hhp
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 | 2009/10/21: Darwin, Laplace, and "God of the Gaps" Reasoning - Science and the Sacred |
| Darwins Theory ist weniger eine Anfrage an die Existenz Gottes als vielmehr eine Herausforderung für die Argumentation mit dem Lückenbüßergott. Darwin habe für die Biologie diegleiche Bedeutung wie Laplace für die Physik. Laplace bestritt nicht die Existenz Gottes, wohl aber schloss er die Lücken, die Newton noch als Gottesbeweis zuließ. So verhalte es sich auch mit Darwin: Evolution ist kein Argument gegen Gott, sie schließt aber die Erklärungslücke des komplexen Designs, eine Lücke, die viele als Gottesbeweis missbraucht haben. hhp
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 | 2009/10/20: Biologie macht erst seit Darwin Sinn - Echo Online |
| Mathias Orgeldinger berichtet von zwei Darwin-Ausstellungen und konzentriert sich auf deren Auseinandersetzung mit dem Kreationismus. Dabei unterlaufen dem Autor schwer wiegende Fehler. So sei "der Kreationismus eine Weltanschauung, nach der das Universum und das Leben ... von einem übernatürlichen Wesen erschaffen wurde" - dann wäre auch das Christentum kreationistisch - Gott bewahre! Die katholische Kirche vertrete eine "theistische Evolution" mit einem "Schöpfergott, der zuweilen steuernd eingreift" - falsch! Von einem solchen Lückenbüßergott hat sich die Kirche längst verabschiedet. Zufall und Ziel seien für Theologen "Gegensätze" - falsch! Die Internationale Theologenkommission stellte 2004 klar, dass "wahre Kontingenz in der geschöpflichen Ordnung nicht unvereinbar ist mit der zielgerichteten göttlichen Vorsehung". Wie sonst bei den Neo-Atheisten üblich wird hier Christentum mit Kreationismus undifferenziert gleichgesetzt, um es damit umso leichter über Bord werfen zu können. hhp
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 | 2009/09/28: Evolution and the Problem of Evil - Science and the Sacred |
| Der Beitrag von Karl Giberson stellt sich der schwierigen Theodizeefrage, die angesichts der zahlreichen Übel und der Vorstellung eines gütigen und allmächtigen Gottes aufbricht. ID-Anhängern gibt Giberson zu bedenken, dass es "schwer vorstellbar ist, dass Gott absichtlich derart üble Dinge designe". In der ID-Rhetorik sind die beschworenen "irredzierbar komplexen" Systeme immer nützlich oder schön; bei Blickerweiterung führen solche komplexen Maschinen aber ebenso Schmerz und Tod herbei. Diese dürfe man nicht unterschiedslos Gott zuschreiben. Die Evolution zeige nun, dass der Natur kreative Kräfte eigen sind. Diese Kräfte schaffen sowohl wunderbare, wie auch schreckliche Dinge; sie stammen zwar von Gott, werden aber von der Natur ausgeübt. Gott schafft durch Zweitursachen! Der Autor setzt die Gabe der Kreativität in Analogie zur Gabe der menschlichen Freiheit: Beides könne - von Gott unbeabsichtigt - zu Übeln führen. Damit nimmt der Autor "Gott aus der Verantwortung". hhp
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 | 2009/08/22: A Grand Bargain Over Evolution - The New York Times |
| Robert Wright will den Kulturkampf zwischen atheistischen Wissenschaftlern und gläubigen Evolutionsgegnern schlichten, indem er auf eine Gemeinsamkeit beider Parteien hinweist: Beide unterschätzten die kreative Kraft der natürlichen Selektion. Nähmen Gläubige dies ernster, könnte auch die darwinistisch so schwer fassbare menschliche Moral plausibel erklärt werden. Wrights Hinweis auf den evolutiv gut erklärbaren "reziprokem Altruismus" greift indes zu kurz, da Moral qualitativ mehr ist als gegenseitiger Nutzen. Moralische Wahrheit sei jedenfalls ähnlich wie mathematische Wahrheit immer schon vorhanden, sie brauche von der natürlichen Selektion nicht erfunden, sondern nur gefunden werden. Diesen "Algorithmus der natürlichen Selektion" könne Gott freigesetzt haben (zur Freude der Gläubigen), aber "seine Rolle in diesem kreativen Prozess endet" damit auch (zur Freude der Naturalisten). Der Preis für die Befriedung indes ist hoch: Es ist der ferne Gott des Deismus! hhp
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 | 2009/08/19: Atheist defends Intelligent Design - examiner.com |
| Die Rezension einer Rezension: James-Michael Smith gibt in diesem Artikel Tom Gilsons Rezension des Buches "Seeking God in Science: An Atheist Defends Intelligent Design" von Dradley Monton wieder. Monton ist Atheist und argumentiert in seinem Buch, dass ID eine stichhaltige Form von philosophischer und wissenschaftlicher Untersuchung sei, derer man sich annehmen solle statt sie grundsätzlich abzulehnen. ID sei nicht zwangsläufig mit einem Glauben an Gott verbunden, unterscheide sich vom Kreationismus, könne durchaus ins Schulcurriculum aufgenommen werden, sei weder primär politisch motiviert, noch die Basis einer theokratischen Verschwörung. Besonders gelobt wird Monton in beiden Rezensionen für seine Bereitschaft, ID objektiv, wissenschaftlich und unaufgeregt zu betrachten - und für seinen Mut, eine in der wissenschaftlich-universitären Welt völlig unpopuläre Haltung zu vertreten. sh
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 | 2009/08/25: On Reducing Irreducible Complexity, Part I - Science and the Sacred |
| Der Biologieprofessor Darrel Falk, Co-Präsident der von Templeton geförderten "BioLogos Foundation", blickt zurück in die Geschichte der Intelligent-Design-Bewegung: Als Stephen Jay Gould die Alleinherrschaft der natürlichen Selektion hinterfragte und (der Agnostiker) Michael Denton der Evolutionstheorie eine komplette Überholung empfahl, knüpft Michael Behe an den Unerklärtheiten an und deklariert sie zu grundsätzichen Unerklärbarkeiten - es sei denn, man führe einen intelligenten Designer ein. Diesen Schritt hält der Autor für mehr als tollkühn: "Die Geschichte der Wissenschaft hat wiederholt gezeigt, dass man nicht einfach ein wissenschaftliches Problem als Sackgasse deklarieren kann, wenn ein Forschungsfeld gerade zu seiner Blüte gelangt ist". Gott in wissenschaftlich Unbekanntes einzusetzen, verrate ein magisches Gottesbild und den Wunsch nach einem Beweis. Wissenschaft kenne wunderbare Hinweise auf Gott; Hinweise und Beweise seien jedoch sehr unterschiedliche Dinge. hhp
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 | 2009/07/15: Sind wir nicht alle ein bisschen Fisch? - Sueddeutsche.de |
| In einem amüsanten Artikel schildert Katrin Blawat, wie sehr der Mensch mit den Tieren verwandt ist. Primaten als Vettern zu betrachten, ist für viele schon ein Zumutung; nun liest man: "Physisch sind wir Menschen noch immer Fische, wenn auch stark modifizierte". In der Tat erinnert jedes Körperteil an unsere Herkunft aus dem Wasser. Vor allem unsere Gebrechen erscheinen vor dem Hintergrund unserer Entstehungsgeschichte plausibel: Wäre der Mensch von Grund auf als zweibeiniges Landlebewesen eigens designed worden, würden ihn weder Knie- noch Rückenschmerzen plagen, und er hätte keinen Schluckauf - einen intelligenten Designer vorausgesetzt. Die Realität sieht bekanntlich anders aus und kann gut als Dämpfer für Intelligent-Design-Gläubige verstanden werden, nicht aber als "Dämpfer für alle, die den Menschen als Krone der Schöpfung sehen" - das ist eine komplett andere Kategorie. "Krone der Schöpfung" ist genau wie "Dornenkrone der Evolution" (Wuketits) Weltanschauung, nicht Biologie.hhp
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 | 2009/07/14: The evolution of intelligent design in Texas schools (pt. 2) - examiner.com |
| Die paradigmatischen Auseinandersetzungen um Intelligent Design (ID) in Texas gehen in eine neue Runde. Dem Kreationisten Don McLeroy folgt Gail Lowe als Vorsitzende des texanischen Bildungsausschusses. Kein Grund zur Freude: Sie ist ebenfalls ID-Protagonistin. Ihre Ernennung fällt zusammen mit einer Publikation von Stephen C. Meyer, Vize-Präsident der ID-Schmiede "Discovery Institute" und gleichzeitig umstrittendstes Mitglied im Beratungsgremium des Bildungsausschusses. Nach Meyer ist die Information der DNS ein Beweis für ID, da nur eine intelligente Kraft derartige Information produzieren könne. Der Trick besteht nun darin (typisch für ID), dass man empirisch und nicht religiös argumentiert, um in der scientific community mitzumischen und um die für den Unterricht an öffentlichen Schulen relevante Trennung von Kirche und Staat zu umgehen. In Lowes Ernennung und Meyers neuem Buch befürchtet der Autor einen Wendepunkt in der Evolution von ID in Texas Schulen. hhp
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 | 2009/06/30: New Zogby Poll Reveals Majority Support for Intelligent Design |
| Mit Freude hat das Discovery Institute, der Think Tank der Intelligent Design (ID) Bewegung, am 30. Juni 2009 die Ergebnisse einer Umfrage präsentiert, die offen zu legen scheint, dass die Mehrheit der US-Amerikaner auf der Seite des ID stehen und den Darwinismus eher skeptisch einschätzen. Unter "Aktuelles > Presseschau" habe ich die Umfrage genauer untersucht. Mein Eindruck: Die Fragen waren allesamt so manipulativ gestellt, dass das Ergebnis voraussagbar war. Scheinbar paradox: Man kann den geschickt gestellten Fragen eigentlich nur im Sinne des Discovery Institutes zustimmen, gleichzeitig aber mit guten Gründen dem "Intelligent Design" naturwissenschaftlich, weltanschaulich, theologisch und politisch eine klare Absage erteilen. hhp
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 | 2009/06/12: At Creation Museum, Genesis Comes to Life - Washington Post |
| Ben Chapman nimmt den zweiten Geburtstag des Creation Museum in Petersburg, Kentucky zum Anlass, in der Washington Post exklusiv über seinen Besuch dort zu berichten. Besonders hat ihn anscheinend die Vermarktung der Idee beeindruckt, denn neben Eintrittspreisen informiert er auch über die Kosten eines digitalen Fotos inmitten der biblischen Flut oder unter Dinosauriern und von den zahlreichen anderen Souvenirmöglichkeiten. Natürlich berichtet er außerdem von seiner "Reise" durch die Ausstellung: vom Paradies über den Sündenfall bis zur Flut und weiter bis zu einem 28 minütigen Film über Jesus. Ein sehr erheiternder Artikel, nach dessen Lektüre man ein bisschen genauer weiß, ob man dieses Museum besuchen muss. sh
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 | 2009/06/04: Creationism and American schools - New York Times |
| Bei Lehrbüchern zur Evolutionstheorie spielt in den USA die Phrase "Stärken und Schwächen" bekanntlich eine heiß umkämpfte Rolle (s.u.). Die ursprünglich ganz normalen Wörter gehören inzwischen zum rhetorischen Arsenal der Kreationisten, die das Unterrichten der Evolutionstheorie damit unterminieren wollen. Was beim Schulbuch-Großkunden Texas über McLeroy (s.u.) umgesetzt wird, hat länderübergreifende Bedeutung, da die Verlage nur ungern verschiedene Versionen produzieren. Außerdem wurde bereits in einem halben Dutzend Staaten gesetzgeberisch versucht, in Klassen den Blick auf die "Stärken und Schwächen der Darwinschen Theorie" zu lenken - entsprechend einer Petition des Discovery Instituts, des Think Tank der Intelligent Design Bewegung. "Warum sollte man nicht Schwächen thematisieren?" fragt McLeroy. "Weil offene Fragen etwas anderes sind als vermeintliche Schwächen", antwortet die Gegenseite. hhp
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 | 2009/05/31: NCSE's Eugenie Scott - winner of 2009 Stephen Jay Gould Prize - Science Examiner |
| Eugenie Scott erhält den Stephen Jay Gould Preis 2009. Die Preisvergabe würdigt damit, dass Scott "ihr Leben der Förderung des allgemeinen Verständnisses der Evolution gewidmet hat. Als geschäftsführende Direktorin des National Center for Science Education hat sie an vorderster Front gekämpft, um sicherzustellen, dass die öffentliche Bildung klar zwischen Wissenschaft und Nicht-Wissenschaft unterscheidet und dass die Prinzipien der Evolution in allen Biologiekursen gelehrt werden." Ferner wird ihre Kommunikationsfähigkeit hervorgehoben, mit der sie sich den verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen in "starker, aber angenehmer Führung" widmet. hhp
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 | 2009/05/06: Der Gott der Lücken - Wissenschaft vs. Religion ? DerWesten, WAZ Mediengruppe |
| Der Beitrag berichtet von einem Vortrag des Kulturwissenschaftlers Claus Leggewie über "Die religiöse Rechte und die Wissenschaft". Im Blickpunkt ist der Kreationismus als Bedrohung für die Freiheit der Wissenschaft, beispielhaft verdeutlicht an der Strategie, Intelligent Design im Biologie-Unterricht zu verankern. Hier stimme ich gern zu. Der Artikel versteigt sich dann aber zu der Behauptung, der Versuch, Religion einen innergesellschaftlichen Platz zurückzuerobern, liefe auf eine Bedrohung der Demokratie hinaus. Da hier weder von "religiöser Rechten" noch von "Kreationismus", sondern allgemein von "Religion" die Rede ist, kann man hier kaum zustimmen. Vollkommen zu Recht jedoch schließt der Artikel mit Leggewies Perspektive: Der Abschied vom Lückenbüßergott wäre "eine Befreiung für die Religion". hhp
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 | 2009/04/25: Evolutionstheorie im Unterricht: Kreationismus durch die Hintertür - FAZjob.NET |
| In Texas konnte der Kreationismus einen kleinen Erfolg feiern (siehe unsere englische Presseschau). Obwohl die Formel, im Schulunterricht seien "Stärken und Schwächen" der Evolutionstheorie zu behandeln, gestrichen werden musste, erreichte der kreationistische Leiter des Bildungsausschusses Zugeständnisse an zwei markanten Stellen: Das "plötzliche Auftauchen" neuer Arten sei ebenso kritisch zu hinterfragen wie die "Komplexität der Zelle". Beide Vorgaben sind zentrale Säulen im Argumentationsgebäude von Kreationismus und Intelligent Design.
Der FAZ-Artikel weist auf die Spannung der texanischen Entscheidung zu den Urteilen des wichtigen "Kitzmiller"-Prozesses von 2005 hin, in dem der Versuch der Schulbehörde von Dover, "Intelligent Design" als Alternative zur Evolutionstheorie in den Unterricht einzuschleusen, als verfassungswidrig abgewiesen wurde (ausführlich dokumentiert: www.forum-grenzfragen.de/aktuelles/news/archiv/0601-intelligent-design-aus-der-schule-verbannt.php). hhp
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 | 2009/04/21: Religion und Evolution: Von Darwin bis Dawkins - IQ - Wissenschaft und Forschung - Bayern 2 - BR |
| Das Feature von Daniel Knopp berichtet von der Wiederentdeckung des Religiösen durch die Evolutionsbiologie - ganz im Gegenzug zu Dawkins' Abwertung von Religion als Wahnvorstellung. Knopp stellt den Nutzwert von Religion und damit ihren Selektionsvorteil heraus: die größere 'reproduktive Fitness' religiöser Menschen (M. Blume). Religion als Überlebensvorteil: Ein nachdenkenswerter Beitrag, auch wenn Religion hier funktionalistisch auf den Nutzwert reduziert wird.
Knopp will die Vereinbarkeit von Religion und Evolution schon bei Charles Darwin verorten. Dessen Evolutionstheorie sei "auch eine Weiterentwicklung seiner theologischen Grundausbildung", die er bei seinem Lehrer William Paley erhalten hat. Dies ist allerdings eine allzu harmonisierende Darstellung, da sich Darwin an entscheidender Stelle von Paley, dem Vater des Intelligent-Design-Arguments, absetzt. Darwin konzentriert sich auf die Zweitursachen und will damit nicht die göttliche Erstursache beweisen (E.-M. Engels)!! hhp
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 | 2009/04/17: EDU-Kantonsräte wollen Gott und Darwin gleichstellen - Tagesanzeiger Zürich |
| Der Tagesanzeiger berichtet von dem Versuch dreier EDU-Kantonsräte, die Schöpfungslehre in der Schule wie ein naturwissenschaftliches Fach unterrichten zu lassen. In Form eines kontroversen Gesprächs zwischen Kantonsrat Stefan Dollenmeier und Sektenexperte Hugo Stamm werden Argumente diskutiert.
Neben dem unsinnigen Titel ("Gott und Darwin gleichstellen") bietet der Beitrag auch eine unzureichende Definition an, wenn Kreationismus die "Lehre der Schöpfung vor dem Hintergrund biblischer Schriften" sein soll. Diese Kennzeichnung triff auch auf eine moderne Schöpfungstheologie zu, wenn "vor dem Hintergrund" nicht "in wortwörtlichem Verständnis" meint. Allzu oft wird diese undifferenzierte Gleichsetzung von Kreationismus, Intelligent Design und moderner Schöpfungstheologie strategisch missbraucht (siehe Dawkins), um das Kind mit dem Bade auszuschütten, sprich: um mit dem Kreationismus Religion insgesamt lächerlich zu machen.
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 | 2009/04/08: Gestalten ohne Gestalter - Charles Darwin und die Evolution - sueddeutsche.de |
| Der Artikel rückt dem Kernargument der Intelligent-Design-Protagonisten zu Leibe: der "irreduziblen Komplexität". Das Argument geht davon aus, dass komplexe Organe nur als Ganzheit funktionieren und damit nur als Ganzheit einen Selektionsvorteil haben können ("Was nützt ein halbes Auge"). Ein Auge könne also nicht über lange Zeiträume in kleinen Schritten entstanden sein, wie die Evolutionstheorie annimmt.
Demgegenüber macht der Artikel an den Beispielen Auge, Flügel und Bakterienflagelle (Klassiker der ID-Argumentation) plausibel, dass es funktionsfähige, und damit vorteilhafte Zwischenstufen geben kann. Der Schluss von einem momentanen Unwissen auf eine grundsätzliche Unerklärbarkeit (die dann den Eingriff eines intelligenten Designers erforderlich macht) ist eben ein Fehlschluss, wie die genannten Beispiele empirisch unterfüttern. hhp
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 | 2009/04/14: Deutsche Biologen sprechen international mit einer Stimme für Darwins Evolutionstheorie - idw |
| Der Informationsdienst Wissenschaft (idw) berichtet von der engen Kooperation des Deutschen Nationalkomitee (DNK) der Biologen mit dem Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) und deren gemeinsame und einmütige Zurückweisung antidarwinistischer Strömungen. Leider wirft der Artikel des idw Kreationismus und Intelligent Design undifferenziert in einen Topf.
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 | 2009/04/02: Darwins Theorie löst zentrale Probleme der Biologie nicht - idea.de - Nachrichten des Tages - Detailartikel |
| Das evangelikale Nachrichtenmagazin "idea" berichtet von einem Symposium in Regensburg; Titel: ?Atheistischer und jüdisch-christlicher Glaube: Wie wird Naturwissenschaft geprägt??. Bei den Veranstaltern (Professorenforum, Keplerforum) und dem Referenten Siegfried Scherer, Mitautor des bekannten evolutionskritischen Lehrbuchs, lässt sich leicht eine Nähe zur Intelligent-Design-Bewegung vermuten. So wundert es nicht, dass Scherer auf die offenen Fragen der Evolutionsbiologie hinweist. Er wisse aber, dass dies auf manche Naturwissenschaftler provozierend wirkt. Und so fügt er laut idea-Nachricht hinzu: "Allerdings eigneten sich Lücken oder offene Fragen nicht als Gottesbeweis". Mir scheint dies eine ganz neue und wichtige Akzentsetzung zu sein. hhp
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 | 2009/02/17: Defying Darwin - The Guardian |
| Stephen Moss' Artikel über Kreationismus basiert auf Interviews mit Kreationisten und vergleicht die Bewegungen in den USA und Großbritannien. Ausgangspunkt seines Vergleichs ist das ?Creation Museum? in Petersburg, Kentucky, und sein brititsches Equivalent ?Genesis Expo? in Portsmouth. Die Kreationismusbewegung in GB, die seit 1932 besteht, spaltet sich zurzeit in mehrere aktive Organisationen auf, die überraschend unabhängig von den größeren, besser finanzierten, politisch aktiveren Bewegungen in den USA sind. In GB wird ebenfalls versucht ID und Kreationismus in den Schulunterricht aufzunehmen. Auf beiden Seiten des Atlantiks wird die Debatte um Evolution vs. Kreationismus, die im Grunde, so Moss, keine wissenschaftliche, sondern eine moralische, kulturelle und politische sei, hart geführt. Richard Harris, ehemaliger Bischof von Oxford, stellt fest, dass Kreationisten und Evolutionisten sich gegenseitig mit Argumenten versorgten und Gemäßigte auf beiden Seiten keinen Platz fänden.sh
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 | 2009/04/02: Veranstaltungsbericht: Darwin und die Theologie - humanistischer pressedienst |
| Der "humanistische pressedienst", Print- und Onlinemedium des neuen Atheismus, berichtet über eine Tagung der Uni Graz zu "Darwin und die Theologie". Dass über die theologischen Beiträge der Veranstaltung polemisiert wird, erstaunt freilich nicht. Der Tenor ist durchweg suggestiv und legt immer wieder die Nähe von moderner Theologie zu Intelligent Design oder Kreationismus nahe. So spricht der Autor beispielsweise vom "- dem Kreationismus nahe stehend verdächtigten, - Wiener Kardinal Johannes Schönborn". Dass hier der Vorname falsch wiedergegeben wird ist verzeihlicher als der Kreationismusverdacht. Schönborn hat sich immer und ausdrücklich vom Kreationismus distanziert - erfreulicherweise kürzlich auch von Intelligent Design. Daher ist es weder "erstaunlich" noch "bezogen auf die Äußerungen seines Bischofs ... mutig", wenn sich Theologen nicht von der Evolutionstheorie, wohl aber von Kreationismus und ID distanzieren.
Das alles könnte man wissen, wenn man es denn wissen wollte. hhp
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 | 2009/01/25: Texas Two-Step - The New York Times |
| In Texas wird die Debatte um Evolution im Schulunterricht wieder neu aufgerollt, weil ein neuer Lehrplan verabschiedet werden muss. Der alte Text, laut dem die Schüler "Stärken und Schwächen" aller wissenschaftlichen Theorien prüfen sollen, wurde kürzlich aus dem Lehrplan gestrichen. Obwohl diese Worte harmlos klingen, waren sie in den vergangenen Jahren ein Code, durch den mithilfe von Kreationismus und Intelligent Design Kritik an Evolution geübt wurde. Um eine neue Formulierung wird noch gerungen und die Entscheidung wird knapp ausfallen: sieben der 15 Mitglieder des Bildungsrats sind konservativ. Die Abstimmung ist für März geplant. sh
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 | 2008/06/23: Philadelphia Set to Honor Darwin and Evolution - The New York Times |
| 9 akademische, wissenschaftliche und kulturelle Institutionen in Philadelphia veranstalten in 2009 ein Jahr der Evolution: eine Reihe mit Ausstellungen, Seminaren und Vorträgen, um das Darwin-Jahr zu feiern. Die Absicht der Reihe sei es, das Verständnis für Evolution zu fördern und Evolution als Alternative zur biblischen Erzählung zum Ursprung des Menschen vorzustellen. Ken Ham, Leiter des Creation Museums in Petersburg, KY, definiert den Streit als "Christentum gegen die relative Moralität des säkularen Humanismus" und sagt diese beiden Weltsichten seien fundamental unterschiedlich. Er lehnt die Möglichkeit, dass Christen an Evolution glauben könnten, als inkonsequent ab. Die Veranstalter in Philadelphia wollen zwar Evolution populärer machen, haben aber kein Interesse an einem Konflikt mit Kreationisten. William Y. Brown, Präsident der naturwissenschaftlichen Akademie: "Wir werden versuchen einen Weg zu finden, Leute zu überzeugen, der nicht in Konflikt mit ihrem Glauben steht". sh
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 | 2009/02/24: Niederlande: Kreationisten verteilen Anti-Evolutions-Broschüre - Spiegel online |
| Der in den Niederlanden lange schwelende Konflikt zwischen Kreationisten und Vertretern der Evolutionstheorie wurde erneut aufgeheizt, da Broschüren an alle Haushalte verteilt wurden, in denen die Abstammungslehre angegriffen wird.
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 | 2009/03/13: Vatikanischer Kongress - Gott vermeiden oder Gott spielen? |
| Auch die Stuttgarter Zeitung berichtet über den Vatikan-Kongress zur Evolutionstheorie und stellt besonders die Kontroversen um die Stellung des Menschen, den ontologischen Status der menschlichen Seele und die Abgrenzung zu Kreationismus und Intelligent Design in den Vordergrund. hhp
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 | 2009/03/18: Darwin in der Türkei - Eine Kreation provoziert - Wissen - sueddeutsche.de |
| Kai Strittmatter berichtet von einem türkischen "Darwin-Skandal". Ein für die Zeitschrift "Wissenschaft und Technik" geplanter Darwinbeitrag samt Titelbild fielen der Zensur zum Opfer. Für diese Politisierung der Wissenschaft verdächtige man Gegner der Evolutionstheorie. An Hintergründen erfährt man, dass Kreationimus in Lehrplänen vorkommt, dass sich der Erziehungsminister zu Intelligent Design bekennt, und welchen Einfluss der islamische Kreationist Harun Yahya ausübt.
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 | 2009/02/06: Poll reveals public doubts over Charles Darwin's theory of evolution - The Daily Telegraph |
| Der "Daily Telegraph" nimmt die Theos Umfrage zum Anlass, einen Überblick über die Kreationismus/Evolution Diskussion in Großbritannien zu geben. Die Diskussion gewann an Brisanz, als Michael Reiss, Biologe und anglikanischer Kleriker, als Director of Education der Royal Society zurücktreten musste, nachdem er vorgeschlagen hatte, Kreationismus neben Evolution und der Big Bang Theorie an Schulen zu lehren. Laut der Theosumfrage glauben 51% aller Briten, dass die Evolutionstheorie nicht die Komplexität des Lebens auf der Erde erklären kann und dass ein Designer dabei seine Hände im Spiel hatte. 32% glauben zudem, dass Gott die Welt innerhalb der letzten 10000 Jahre erschaffen habe. Richard Dawkins äußerte sein Missfallen über die Umfrage, die seiner Meinung nach beweise, dass die Bevölkerung ignorant gegenüber Wissenschaft sei und fälschlicher Weise annehme, Gott sei die einzige Alternative zu Zufall. sh
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 | 2009/03/15: Turkish journal told to scrap Charles Darwin article - The Observer |
| In der Türkei ist eine neue Debatte um akademische Freiheit und Zensur entbrannt, seit ein Wissenschaftsjournal (Bilim ve Teknik - Wissenschaft und Technik) gezwungen wurde einen 16-seitigen Artikel über Charles Darwin und seine Arbeit zurückzuziehen und die verantwortliche Redakteurin entlassen wurde. Da der Herausgeber des Magazins der staatliche Rat für Wissenschaft, Technologie und Forschung (Tübitak) ist, wurden Vorwürfe der Zensur laut. Offizielle europäische Institutionen warnten außerdem, dass kontinuierliche Einschränkungen der Redefreiheit den Bemühungen der Türkei um eine EU-Mitgliedschaft schaden könnten. Die Regierung wies die Vorwürfe der staatlichen Zensur zurück. Staatsminister Aydin, der für Tubitak verantwortlich ist, stellte fest, dass das Magazin Zensur begangen habe, da Tubitak die Ansichten aller, die der Wissenschaft dienten, repräsentieren solle - unabhänig davon, wie falsch diese lägen. sh
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 | 2009/03/17: Hitzige Darwin-Debatte in der Türkei (International, NZZ Online) |
| Nachdem kurzfristig ein Bericht über Darwin aus dem Wissenschaftsmagazin Bilim ve Teknik (Wissenschaft und Technik) gestrichen wurde, wurden Vorwürfe laut, die der Regierung Zensur vorwerfen. Dieser Artikel erklärt auch die Sicht des staatlichen Rates für Wissenschaft, Technologie und Forschung (Tübitak) und beleuchtet den Imageschaden für die Türkei.
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 | 2009/03/02: Four out of five Britons repudiate creationism - The Guardian |
| Die neue Theos-Umfrage zeigt, wie verbreitet Kreationismus und das Wissen um Darwin ist. Laut Guardian sei demnach der Osten Englands möglicher Weise die gottloseste Region des Königreichs, denn 80% der Befragten dort lehnten Kreationismus und Intelligent Design ab. Außerdem konnte die Hälfte aller Befragten landesweit Darwin nicht als Autoren des Buches 'Über die Entstehung der Arten' identifizieren. Die Umfrage zeigt laut Guardian aber insgesamt, dass das religiöses Empfinden zurückgeht und die Briten sehr unsicher sind, was sie warum glauben. sh
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 | 2009/03/02: Interactive map of the UK: evolution and creation - The Guardian |
| Karte zur Theos Umfrage zu Kreationismus und Evolution. sh
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 | 2009/03/10: Erst die Fakten, dann die Theorie - Die Tagespost über Vatikankonferenz zur Evolutionstheorie |
| Die Autorin, Claudia Kock, hebt im historischen Rückblick von der Enzyklika Humani Generis über Johannes Paul II. bis zum Benedikt XVI. die Vereinbarkeit von Evolutionstheorie und Theologie hervor. Ausführlicher als andere Artikel zu diesem Kongress würdigt sie die Entscheidung, Kreationisten und Intelligent Design Protagonisten nicht als Redner eingeladen zu haben. Die polemische Attacke eines Vertreters des islamischen Kreationisten Harun Yahya zeige - auch wenn es gemäßigte und dialogfähige Anhänger dieser Richtungen gebe - "das ideologische Potenzial in dieser Auseinandersetzung".
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 | 2009/03/06: Konferenz in Rom: Vatikan sperrt Kreationisten aus - Wissenschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten |
| Der Artikel stellt die vatikanische Konferenz über Evolution und Glaube in den Kontext einer Positionsklärung der Katholischen Kirche, die sich hiermit eindeutig von Kreationismus und Intelligent Design abgrenzt. Dies korrespondiert mit der gleichen Abgrenzung durch Kardinal Schönborn, auf die der Artikel ebenfalls hinweist.
Den Vorwurf des verärgerten kreationistischen Discovery Institutes, die Templeton-Fördergelder hätten die Rednerliste beeinflusst, wiesen die Organisatoren der Vatikan-Konferenz zurück.
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 | 2009/03/10: Evolutionstheorie & Theologie: Darwin an der Schwelle - Wirkung - Feuilleton - FAZ.NET |
| Ulf von Rauchhaupt berichtet über eine wissenschaftliche Konferenz des Vatikan anlässlich des Darwin-Jahres. Vertreter des Kreationismus und der Intelligent-Design-Bewegung seien ausdrücklich nicht eingeladen gewesen; zu ihnen stehe der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Lavada, mindestens in gleicher Distanz wie zu einem evolutionistischen Atheismus. Große Akzeptanz und Resonanz fand hingegen die Schöpfungsvorstellung des Dominikanerpaters Jean-Michel Maldamé, der zwischen "Anfang" und "Grund" unterschied. Als zeitloser Grund von allem ist Gott nicht auf bestimmte zeitliche Momente (Anfang, Entstehung des Lebens, des Menschen etc.) festgelegt. Damit ist Kreationismus, Intelligent-Design und Deismus gleichermaßen eine Absage erteilt. Maldamé: "Alles kommt von Gott, und alles kommt von den Kräften der Natur". hhp
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 | 2009/03/13: Gott trifft Darwin: Lassen sich Religion und Evolution vereinbaren? | Wissen | Nachrichten auf ZEIT ONLINE |
| Hartmut Wewetzers sehr lesenswerter Artikel hält, was der Titel verspricht: Der Autor benennt alle wesentlichen Positionen, die man einnehmen kann, wenn Gott auf Darwin trifft, exemplarisch mit Namen. Stephen Jay Gould setzte mit seinem Modell der NOMA (Non-Overlapping Magisteria) auf ein schiedlich-friedliches Nebeneinander; Richard Dawkins führe Darwin gegen Gott ins Feld, die Kreationisten Gott gegen Darwin. In der Intelligent-Design-Variante friste Gott noch ein Lückenbüßer-Dasein.
Von diesen Fehlformen setzt Wewetzer den Physiker Karl Gibereson und den Biologen Kenneth Miller ab. Beide verfielen weder auf einen pantheistischen noch auf einen Lückenbüßer-Gott. Bei beiden arbeite Gott "Hand in Hand mit den Naturgesetzen". Ein Indiz für sein Wirken sei das Erscheinen des Menschen, argumentativ unterfüttert mit dem Begriff der Konvergenz und dem anthropischen Prinzip. Wewetzer unterschlägt die Gegenargumente nicht: ein kurzer und dennoch differenzierter Artikel - Lob!
hhp
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 | 2009/03/09: Creationism 'should be taught in science lessons' - Daily Telegraph 9th March 2009 |
| In den vergangen Wochen wurden Dutzende Informationsschriften an Schulen in Hampshire geschickt, in denen erklärt wird, wie die biblische Schöpfungsgeschichte im fächerübergreifenden Unterricht der 10-14 Jährigen unterrichtet werden kann. Das Unterrichtsmaterial weist auf die Spannung zwischen Religion und Wissenschaft hin und fordert die Lehrer auf, mit ihren Schülern zu diskutieren, ob es möglich sei an Gott und an Evolution gleichzeitig zu glauben. Die verschiedenen Anschauungen und Argumentationen, wie Evolution, Intelligent Design und Kreationismus, sollen dabei mit in Betracht gezogen werden. Das Material schlägt vor, das Thema fächerübergreifend im Naturwissenschafts- und Religionsunterricht zu behandeln. Kreationismus offiziell in den Lehrplan aufzunehmen stößt im Vereinten Königreich auf Gegenwehr. sh
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