Die neue Geschichte des Kosmos

von Heinz-Hermann Peitz

Heinz-Hermann Peitz
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Heinz-Hermann Peitz

Dr. Heinz-Hermann Peitz, geboren 1958, Studium der Biologie, Theologie und Pädagogik an der Ruhr-Universität Bochum. Dissertation in Theologie zum Dialog zwischen Naturwissenschaft und Theologie. Seit 1993 an der Akademie zuständig für das Referat Naturwissenschaft – Theologie. Arbeitsschwerpunkte: Wissenschaftstheorie und Naturphilosophie zwischen Theologie und Naturalismus; Seitenblick: Bioethische Grundsatzfragen
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The New Cosmic Story - Inside Our Awakening Universe Book Cover The New Cosmic Story - Inside Our Awakening Universe
John F. Haught
Religion
Yale University Press
24. October 2017
240

A foremost thinker on science and religion argues that an adequate understanding of cosmic history requires attention to the emergence of interiority, including religious aspiration Over the past two centuries scientific advances have made it clear that the universe is a story still unfolding. In this thought-provoking book, John F. Haught considers the deeper implications of this discovery. He contends that many others who have written books on life and the universe--including Stephen Hawking, Stephen Jay Gould, and Richard Dawkins--have overlooked a crucial aspect of cosmic history: the drama of life's awakening to interiority and religious awareness. Science may illuminate the outside story of the universe, but a full telling of the cosmic story cannot ignore the inside development that interiority represents. Haught addresses two primary questions: what does the arrival of religion tell us about the universe, and what does our understanding of the cosmos as an unfinished drama tell us about religion? The history of religion may be ambiguous and sometimes even barbarous, he asserts, but its role in the story of cosmic emergence and awakening must be taken into account.

Das neue Schlagwort „Big History“ nimmt die gesamte Geschichte des Kosmos in den Blick, vom Urknall bis zur Gegenwart. Quantitativ betrachtet – aus der Außensicht der Naturwissenschaft also – erscheint die Geschichte des Menschen räumlich wie zeitlich als winzige Marginalie am Rande eines gigantischen kosmischen Epos. Ist diese Sicht, die die Bedeutungslosigkeit des homo sapiens zu untermauern scheint, die einzig mögliche? Genau hier setzt John F. Haught an, indem er eine „neue kosmische Geschichte“ erzählt, die Geschichte „eines Universums, das aus einem langen und traumlosen Schlaf erwacht“ (67).

John F. Haught

John F. Haught: Der Kosmos ist die Geschichte emergierender Innerlichkeit

John F. Haught ist in den USA kein Unbekannter. Der katholische systematische Theologe und renommierte Distinguished Research Professor der Georgetown Universität hat sich auf den Dialog mit den Naturwissenschaften spezialisiert und als theologischer Gutachter nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass Intelligent Design im Dover-Prozess 2005 eine deutliche gerichtliche Absage erteilt wurde (siehe dazu mein Interview mit Haught).

Distanz hält Haught indes nicht nur zu Intelligent-Design, sondern ebenso zu einem Naturalismus, der die „Big History“ nur sehr einseitig erzählen kann. Daher fordert er im vorliegenden Buch „ein Narrativ, das die ganze kosmische Geschichte erzählt, aus Innen- wie Außensicht“ (2; Herv. v. HHP). Schließlich habe der Kosmos mit dem Menschen Subjekte hervorgebracht, die sich in ihrer Subjektivität für die naturwissenschaftliche Methode als zu sperrig erweisen.

Subjektivität und Innerlichkeit

Von Anfang an habe die kosmische Geschichte eine naturwissenschaftlich unzugängliche „Innenseite“, die aber für die Gesamtsicht der kosmischen Geschichte wesentlich sei (3). Mit „Innenseite“ greift Haught – wie auch bei anderen Aspekten – vielfach auf Teilhard de Chardin zurück. Aussagekräftig ist das Teilhard-Zitat zu Beginn des Kapitels „Innerlichkeit“:

„Es ist an der Zeit, dass wir erkennen, dass jegliche zufriedenstellende Interpretation des Universums … sowohl die Innenseite als auch die Außenseite der Dinge umfassen muss – sowohl Geist als auch Materie“.  (65)

Nun bilde der materielle Kosmos nicht einfach die indifferente Bühne für die Innerlichkeit, „der Kosmos ist die Geschichte emergierender Innerlichkeit“ (3): „Seit der Entstehung des Lebens auf unserem Planeten stieg die Temperatur innerer Erfahrung – das, was ich Subjektivität nenne – kontinuierlich an. Als Nervengewebe im Laufe der Evolution des Lebens zunehmend komplexer wurden, emergierte Empfindungsvermögen, vertieften sich Emotionen, und schließlich brachen Symbolfähigkeit und Denken hervor. Kurz nach der Geburt geistigen Selbstbewusstseins begannen unsere Vorfahren Gespür für eine spirituelle Welt zu entwickeln, der sie durch religiöse Rituale zu begegnen suchten“ (9). „Materie, Leben, Geist und Religion sind sukzessiv emergierende Epochen einer einzigen kosmischen Geschichte“ (21).

Offen und unfertig

Dabei sei die Geschichte des Universums nicht vorbei. Vielmehr erschließe das kontinuierliche Drama immer neue, zuvor unvorhersehbare Möglichkeiten. (14f.) Und „da Religion ein relativ neues Kapitel in dem voranschreitenden kosmischen Epos darstellt, sollte es uns nicht überraschen, dass es genauso unfertig ist, wie das Universum, das es trägt.“ (15) Als unfertige Sozialgebilde transportierten Religionen das Idealbild des „Rechtseins“ nicht ungetrübt, sondern wiesen auch Anteile von „Falschheit“ auf, womit die Neuen Atheisten ihre Ablehnung begründeten (12). Aber: Die „Auslöschung [der Religion] zu fordern wäre der Abbruch der kosmischen Geschichte, noch bevor diese die Chance hätte, sich selbst umzusetzen. Die zeitgenössischen Versuche prominenter Intellektueller, Religion aus menschlichem Leben und Kultur zu verbannen, sind – wie wir sehen werden – nicht nur unvernünftig, sondern eine kosmische Katastrophe“ (15). Denn „die Ankunft der Religion ist die dramatischste Episode der Transformation, die je in der kosmischen Geschichte stattgefunden hat“ (76), da „im Aufkommen von Religion der gesamte Kosmos ehrfurchtsvoll zur Realität eines Rechtseins erwacht, das für immer bleiben wird“ (77).

Religion als Erwachen zum „Rechtsein“

Haught spricht vornehmlich von Religion im Singular (13) und meint damit das allen Religionen gemeinsame „Bewusstwerden der Morgenröte des ‚Rechtseins‘“ (12). Rechtsein ist für Haught der Inbegriff dessen, was „Religion – allgemein gesprochen – schätzt und vorwegnimmt“ (28); die klassischen Transzendentalien des Wahren, Guten, Schönen sind dabei inbegriffen, aber sprachökonomisch ersetzt (28). Der Rückgriff auf das Gemeinsame erlaubt Haught das Aufkommen des Religiösen nicht als regionale Kuriosität zu erfassen, sondern als „umfassende neue Ära in der kosmischen Geschichte“ (11).

Gleichzeitig hat diese Sichtweise Konsequenzen nicht nur für das Gespräch mit dem Atheismus, dem Religion als „unerlässliche Komponente dieses großen [kosmischen] Dramas“ (25) vorgestellt wird, sondern auch für den interreligiösen Dialog. Wer Wahrheit exklusiv für die eigene Religion beanspruche, habe nicht wirklich begriffen, dass „der unfertige Status des Universums alles beeinträchtigt, was es mitführt, Religion inklusive. In einem Universum, das weiter emergiert, wird sich jede Tradition der Einsicht stellen müssen, dass sie selbst ebenso unfertig ist. Jede religiöse Vorstellung oder Konvention ist … eher erforschend als fixiert oder abgeschlossen in der Weise, wie sie das Licht des ‚Rechtseins‘ hereinlässt“ (22). Und wenn man sich darüber einigen könnte, „dass ‚Rechtsein‘ eher durch Antizipation denn durch Rückerinnerung erreicht wird, hätten religiöse Traditionen einen neuen Grund zu gegenseitiger Toleranz“ (21).

Drei Weltsichten

„Antizipation“ ist auch die Bezeichnung des von Haught favorisierten Weltzugangs in Abgrenzung von einer „archäonomen“ und einer „analogen“ Art, das Universum zu lesen.

  1. „Archäonomie“ setzt sich zusammen aus den griechischen Bestandteilen arche = Anfang, Ursprung und nomos = Gesetz. Die archäonome Lesart beanspruche, das Universum vollständig zu verstehen, indem sie bis zum entferntesten Anfang zurückgehe und die physikalische Ursachenkette vom Anfang bis zur Gegenwart identifiziere. Die Folge von Effizienz- und Materialursachen bestimme die Gegenwart in dieser Sichtweise deterministisch (32f.). Nicht zu verwechseln mit der wissenschaftlichen Archäologie, sei die Archäonomie keine Wissenschaft, sondern eine „Metaphysik der Vergangenheit“ (59), die eine rückwärtsorientierte Außensicht für den „einzig richtigen Weg hält, gegenwärtige Phänomene zu verstehen“ (33). Innensichten hätten hier keinen Platz, folglich sei die menschliche Freiheit eine Illusion (33) und seine fiktive Religion „eher ein Rückfall in den Schlaf als ein Erwachen“ (34). Es wundert nicht, dass Haught die archeonome Lesart des Universums als „kosmischen Pessimismus“ (34) etikettiert.
  2. Den zweiten Weltzugang nennt Haught „Analogie“ (34f.). Dieser „erblickt in den vergänglichen Dingen der Natur bestenfalls Repräsentationen oder Analogien ewiger und unsichtbarer Originale jenseits der empirisch zugänglichen Welt“ (34). Später kennzeichnet Haught die Analogie als „Metaphysik der ewigen Gegenwart“ (61). Was in der Natur unabhängig von ihrer sakramentalen Bedeutung passiere, sei für diesen Weltzugang uninteressant. „Der Analogie zufolge ist es die Religion, nicht die Wissenschaft, die uns die wirkliche Welt zu Bewusstsein bringt“ (35). Was die Analogie mit der Archäonomie verbinde sei der „Zweifel, dass irgendetwas von bleibender Bedeutung während der langen Fahrt des physikalischen Universums tatsächlich passiert“ (35).
  3. Gegen diesen Zweifel macht Haught selber den Weg der „Antizipation“ stark: „Anders als Archäonomie und Analogie wettet der ‚Weg der Antizipation‘, dass sich etwas Bedeutsames im Universum entfaltet – jetzt und in der Vergangenheit. Er liest die kosmische Geschichte gleichermaßen wissenschaftlich und religiös, von außen wie von innen“ (35). „Er liest die Natur, Leben, Geist und Religion als Wege, auf denen ein ganzes Universum des Mehrwerdens am Horizont bewusst wird. … Antizipation liest das Universum als Geschichte, in der Mehrwerden und tieferer Sinn am Horizont des Noch-Nicht heraufdämmern.“ (38) „Während Archäonomie zu kosmischem Pessimismus führt, Analogie einen jenseitigen Optimismus impliziert, interpretiert unsere dritte Option, Antizipation, die gesamte kosmische Geschichte als voranschreitendes Bewusstwerden eines Rechtseins, das gleichzeitig real ist und darauf wartet, realisiert zu werden.“ (39) Als solche sei die Antizipation eine „Metaphysik der Zukunft“ (88).

Haught selbst fasst die drei Optionen prägnant zusammen: „Kurz gesagt, ist sich der ‚Weg der Archäonomy‘ der Geschichte des Kosmos zwar vage bewusst, er findet aber keinen Sinn in ihr. Der ‚Weg der Analogie‘ erwartet zwar Sinn im Kosmos, bemerkt seine Geschichte aber nicht. Der ‚Weg der Antizipation‘ nimmt die Geschichte wahr, besteht aber darauf, dass ein gründliches Verstehen dieser Geschichte auf die Emergenz ihres Sinns noch warten muss“ (41).

Bei aller Vorläufigkeit kann mit Haught aber schon jetzt gegen einen “kosmischen Pessimismus”, der das quantitativ randständige Auftauchen des Menschen “eher als Zufall, denn als Schlüssel zum Wesen des Universums versteht” (67) gesagt werden: “Gerade das Gegenteil ist der Fall: das langsame Voranschreiten der Zeit, die enorme Weite des Raumes, die zahlreichen Zufälle und Fehlschläge auf dem Weg – all dies steigert doch die Geschichte der Erhabenheit eines Universums, das aus einem langen und traumlosen Schlaf erwacht” (67).

newcosmicstory

Kritische Würdigung

Haughts „New Cosmic Story“ ist gleichermaßen originell wie anschlussfähig. Originell ist sie z. B. indem sie dem Trend der „Big History“ einen wichtigen, ja not-wendigen neuen Aspekt verleiht: die kosmische Geschichte als Erwachen von Innerlichkeit und religiösem Bewusstsein. Anschlussfähig ist Haughts Position an naturwissenschaftliche ebenso wie an theologische Standards, auch wenn er der eigenen, römisch-katholischen, Tradition kritische Töne nicht vorenthält (39).

Dabei hätte die Basis, auf der Haught aufbaut, durchaus breiter angelegt sein können. Sein Bezug auf Pierre Teilhard de Chardin und Alfred North Whitehead ist ausführlich dargelegt. Darüber hinaus hätte Haught – um nur drei willkürliche Beispiele zu nennen – bei Max Scheler (Selbstfindung der Natur im Menschen), Karl Rahner (Von der Selbstfindung der Natur zur Selbstmitteilung Gottes an die Natur) und Wolfhard Pannenberg (Prolepsis, Antizipation) prominente Unterstützung für seine Position beziehen können. Mit Rahner und Pannenberg hätte dann auch das Christusereignis in die neue kosmische Geschichte spezifischer einbezogen werden können, als Haught dies ausführt, bzw. ausführen will.

So sieht Max Scheler die Selbstfindung der Natur im Menschen:

Dem Gefühlsdrang der Pflanze ist ein Zentrum zu eigen und ein Medium, in das, relativ in seinem Wachstum ungeschlossen, das pflanzliche Lebewesen hineingesetzt ist ohne Rückmeldung seiner verschiedenen Zustände an sein Zentrum; aber ein »Innesein« überhaupt und damit Beseeltheit besitzt die Pflanze. Im Tiere jedoch ist Empfindung und Bewußtsein, und damit verbunden eine zentrale Rückmeldestelle der wechselnden Zustände seines Organismus und eine Modifizierbarkeit seines Zentrums durch diese Rückmeldung vorhanden: es ist sich schon ein zweites Mal gegeben. Der Mensch aber ist es kraft seines Geistes noch ein drittes Mal: im Selbstbewußtsein und in der Vergegenständlichung seiner psychischen Vorgänge und seines sensomotorischen Apparates. Die »Person« im Menschen muß dabei als das Zentrum gedacht werden, das über dem Gegensatz von Organismus und Umwelt erhaben ist. Ist das nicht, als gäbe es eine Stufenleiter, auf der ein urseiendes Sein sich im Aufbau der Welt immer mehr auf sich selbst zurückbeugt, um auf immer höheren Stufen und in immer neuen Dimensionen sich seiner inne zu werden – um schließlich im Menschen sich selbst ganz zu haben und zu erfassen? (Stellung des Menschen im Kosmos, 10. Aufl., Bern 1983, 43)

Und Karl Rahner geht von der Selbstfindung der Natur weiter zur Selbstmitteilung Gottes an die Natur:

Wenn der Mensch da ist, gerade wenn er das ‘Produkt’ der Natur ist, wenn er nicht irgendwann da ist, sondern an einem bestimmten Punkt der Entwicklung, an dem er sie sogar (mindestens teilweise) selber steuern kann, in dem er nun diesem seinen Produzenten objektivierend und diesen selbst umgestaltend entgegentritt, dann kommt eben die Natur in ihm zu sich selbst. [Die Christologie innerhalb einer evolutiven Weltanschauung, in: Grundkurs des Glaubens, Freiburg 1984, 189] … [Es] kann durchaus gesagt werden, dass im Menschen die gesetzte Welt sich selber findet, sich selbst zu ihrem Gegenstand macht und den Bezug zu ihrem Grund nicht mehr nur als Voraussetzung ihrer selbst hinter sich hat, sondern als das aufgegebene Thema vor sich selbst. [190] … Ist die Kosmosgeschichte im Grunde immer eine Geistesgeschichte, das Kommenwollen zu sich und seinem Grund, dann ist die Unmittelbarkeit zu Gott in der Selbstmitteilung Gottes an die geistige Kreatur und in ihr an den Kosmos überhaupt das sinngerechte Ziel dieser Entwicklung. [192] … In einer echten Geschichte des Freiheitsdialogs zwischen Gott und der Menschheit ist ein Punkt denkbar, an dem die Selbstmitteilung Gottes an die Welt zwar noch nicht abgeschlossen ist, aber doch schon die Tatsache einer solchen Selbstmitteilung eindeutig gegeben und das Glücken, der Sieg, die Irreversibilität eines solchen Vorgangs in und trotz dieses weitergehenden Freiheitsdialogs zur Erscheinung gebracht ist. Eben diesen Anfang der irreversibel glückenden Heilsgeschichte, der so in diesem Sinne Fülle der Zeit, Ende der bisher gleichsam noch offenen Heils- und Offenbarungsgeschichte ist, nennen wir den absoluten Heilbringer. [195]

Wenige weitere Punkte seien erwähnt. Insofern Jaspers „Achsenzeit“ nicht unumstritten ist, mag der Rückgriff darauf (z. B. S. 10, 44) nicht robust genug sein. Haughts Gesamtargumentation ist davon jedoch m. E. nicht betroffen.

Neben viele literarisch höchst ansprechende Formulierungen tritt z. T. eine Wortwahl, die etwas gewöhnungsbedürftig, gleichwohl gut begründet ist. So habe ich mich mit der Übersetzung von „rightness“ genauso schwergetan wie andere AutorInnen mit der Übersetzung des lateinischen rectitudo. Ich habe mich an Katrin König orientiert (Begnadete Freiheit, Tübingen 2016, 85f.) und mit „Rechtsein“ übersetzt. Auch die Wortprägung der Archäonomie ist ungewöhnlich, ersetzt aber sinnvollerweise den früher von Haught gebrauchten Begriff der Archäologie (205, Anm. 6) um Verwechslungen mit der „großartigen empirisch-wissenschaftlichen Disziplin der Archäologie zu vermeiden“ (33).

Noch eine Anmerkung zu den von mir übersetzen Passagen. Bei der Übersetzung des Teilhard-Zitats habe ich mich an die Wiedergabe durch Haught gehalten und wie folgt übersetzt: „Es ist an der Zeit, dass wir erkennen, dass jegliche zufriedenstellende Interpretation des Universums … sowohl die Innenseite als auch die Außenseite der Dinge umfassen muss – sowohl Geist als auch Materie“ (65, s. o.). Das französische Original und die deutsche Übersetzung sprechen allerdings nicht davon, dass “jegliche zufriedenstellende Interpretation des Universums”, sondern davon, „dass selbst eine positivistische Erklärung des Universums“ (Der Mensch im Kosmos, übers. v. Othon Marbach, 4. Aufl. München : Beck 2010, 22; Herv. HHP) beides berücksichtigen müsse. Auch dies spielt für den Fortgang der Argumentation keine Rolle.

Fazit: Insgesamt schließe ich mich gern dem Urteil von John Farrell an, der „The New Cosmic Story“ für das Buch des Jahres und höchst empfehlenswert hält.

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