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Kann ein Klon Buddha werden?

Reihe »Bioethik kontrovers«
Kann ein Klon Buddha werden?
Positionen zum Menschenklon aus buddhistischer Perspektive

Mittwoch, 10. Dezember 2003
Beginn 19.00 Uhr – Ende 21.00 Uhr
Tagungszentrum Hohenheim

Referent: Dr. Jens Schlieter, Bonn




Dr. Jens Schlieter

Einführung

"Wir müssen Antworten auf internationaler Ebene finden, denn nur die haben eine Chance, respektiert zu werden." Nachdem der Ethikrat die Weltreligionen zum Embryonenschutz befragt hat, weiß der Vorsitzende Spiros Simitis, wie ehrgeizig dieses Ziel eines globalen Konsenses ist: "Es erscheint schwieriger denn je, gemeinsame Grundsätze zu finden"! Die Entscheidung des Rechtsausschusses der Vereinten Nationen am 6. November gibt Simitis Recht: Mit 80 zu 79 Stimmen schlägt der Ausschuss vor, die Verhandlungen über ein Klon-Verbot bis zum Jahr 2005 auszusetzen. "Chance für eine gereifte globale Meinungsbildung" führen die Befürworter des Aufschubs ins Feld, "Beerdigung dritter Klasse für ein echtes Klonverbot" (H. Hüppe) klagen die Kritiker.

Dass mit der Entscheidung vom 9. Dezember die Verschiebung auf 2005 nun doch nicht rechtskräftig wurde und bereits im September 2004 weiter verhandelt werden kann, beruhigt die Kritiker, zeigt aber auch die nervöse Unruhe der Szene, die der Dringlichkeit einer raschen Entscheidung genauso Rechnung tragen will wie dem Zeitbedarf, der für "gemeinsame Grundsätze" notwendig scheint.

Am 10. Dezember eine Tagung mit der Frage "Kann ein Klon Buddha werden?" anzubieten, ist also hoch aktuell. Die zur Disposition stehenden "gemeinsamen Grundsätze" machen sich vor allem am jeweiligen Bild vom Menschen fest: Was macht menschliches Leben aus, wann beginnt es, wann endet es, welche Schutzwürdigkeit kommt ihm zu?

Hier stellt der Buddhismus eine besondere Herausforderung dar. Bei aller Verschiedenheit sind sich buddhistische Schulen darin einig, dass sich der Mensch durch keine wie auch immer geartete gefestigte Persönlichkeit auszeichnet, sondern nur durch eine Vielzahl vergänglicher Momente. Impliziert der Ausfall des Personbegriffs, auf dem hierzulande manche ethische
Argumentation gründet, eine liberalere Haltung zum Klonen?

Im Verlaufe des Vortrags wird klar, dass uns nicht nur der Personbegriff von den buddhistischen Traditionen unterscheidet. Aber der Blick in andere Kulturen bereichert, er kann "zum hermeneutischen Schlüssel zu den verborgenen Dimensionen der eigenen Tradition werden" (Jens Schlieter).




Zum Referenten

Schlieter, Jens, Dr. phil, M.A., geb. 1966. Derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter des Indologischen Seminars der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Mitglied der DFG-Forschergruppe „Kulturübergreifende Bioethik“.
Studium der Philosophie, Tibetologie, Buddhismuskunde und Vergleichenden Religionswissenschaft in Wien und Bonn. Mitglied des Graduiertenkollegs ‚Interkulturelle interreligiöse Studien’ (1995-1998) an der Universität Bonn, 1999 Promotion. 2000-2002 Fachbereichsleiter für Philosophie und Religionswissenschaft an der Urania Berlin. 2002-2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Religionswissenschaft und Philosophie der Religionen Europas an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie Lehrbeauftragter der Universität Bern.




Jens Schlieter im Gespräch mit Teilnehmern der Tagung

Veröffentlichungen (u.a.): Versprachlichung - Entsprachlichung. Untersuchungen zum philosophischen Stellenwert der Sprache im europäischen und buddhistischen Denken. Köln 2000. Buddhismus zur Einführung, 2. Aufl. Hamburg 2001. Die aktuelle Biomedizin aus der Sicht des Buddhismus. Ein Gutachten erstellt im Auftrag der »AG Bioethik und Wissenschaftskommission« des Max-Delbrück-Centrums für molekulare Medizin, Berlin-Buch.




Jens Schlieter zur Einleitung

Zum Titel "Kann ein Klon Buddha werden?", zur globalen rechtlichen Lage des Klonens. (Dauer 12 Minuten)




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Hauptvortrag

Kann ein Klon Buddha werden? Positionen zum Menschenklon aus buddhistischer Perspektive. (Dauer 44 Minuten)




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