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Darwins Zufall und die Übel der Natur

Dokumentation der Tagung

Darwins Zufall und die Übel der Natur
Was die Biologie vom Bösen weiß

19.-21. Juni 2009
Tagungshaus Weingarten

[Tagungsprogramm als pdf-Datei [90 KB] ]




Satans Plagen (c) wikipedia s.v. Hiob

Die Frage nach Übel und Leid ist zu Recht die größte Anfrage an den Gottesglauben. Kann eine Welt, in der es natürliches Leid und moralisch Böses gibt, von einem guten Gott geschaffen sein? Ausgerechnet in der Theorie Darwins sehen manche nun einen Ausweg aus dem Dilemma dieser so genannten Theodizeefrage.
Denn: Wenn die Welt eine evolutiv werdende ist, kann sie nicht vollkommen sein. Und wenn der Zufall in diesem Werden eine Rolle spielt, sind Sackgassen, Irrwege und Katastrophen unausweichlicher Ausdruck des Würfelspiels der Evolution. Andererseits gilt auch: In einer deterministischen Welt ohne Zufall gäbe es keine Freiheit. Soll Freiheit also evolutiv entstehen, sind Zufall und Übel anscheinend in Kauf zu nehmen. Darwins Zufall also als Antwort auf die Theodizeefrage?
Allzu schnell wird sich die Evolutionstheorie theologisch nicht vereinnahmen lassen. Sie kann weltanschaulich auch ganz anders gedeutet werden: Schlicht als Katastrophengeschichte mit der Illusion Freiheit als sinnlosem Nebenprodukt.
Auf den Punkt gefragt: Ist nach Darwin das schärfste Argument des Atheismus entschärft, oder kann man nach Darwin "ein intellektuell erfüllter Atheist" (Richard Dawkins) sein?




ReferentInnen

Prof. Dr. Regine Kather
Philosophisches Seminar an der Universität Freiburg; Gastprofessur an der Universität Cluj-Napoca / Klausenburg (Rumänien). Schwerpunkte u. a. Natur- und Wissenschaftsphilosophie.
Veröffentlichungen zum Thema: Person. Die Begründung menschlicher Identität (2007); Was ist Leben (2003).

Prof. Dr. Armin Kreiner
Lehrstuhl Fundamentaltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Schwerpunkte u. a. Dialog zwischen Naturwissenschaft und Theologie, Theodizee-Problem.
Veröffentlichung zum Thema: Gott und das Leid (2005).

Prof. Dr. Dr. Dieter Hattrup
Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Theologischen Fakultät Paderborn. Schwerpunkt u. a. Dialog zwischen Naturwissenschaft und Theologie.
Veröffentlichung zum Thema: Darwins Zufall oder Wie Gott die Welt erschuf (2008).

Prof. Dr. Franz M. Wuketits
Institut für Wissenschaftstheorie und -forschung an der Universität Wien. Schwerpunkte u. a. Geschichte und Theorie der Biowissenschaften, Evolutionstheorie.
Veröffentlichungen zum Thema: Darwin und die Frage nach dem Sinn des Lebens (2009); Warum uns das Böse fasziniert: Die Natur des Bösen und die Illusion der Moral (2000).

Tagungsleitung: Dr. Heinz-Hermann Peitz, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Prof. Dr. Regine Kather, Freiburg




Tagungsreferate

Wuketits: Die Natur des Bösen Der Blick in die Evolution des Menschen zeigt uns Grenzen der Moralfähigkeit auf. Gibt es Hoffnung auf ein universales Wertesystem?

Wuketits' Thesen in der Diskussion Kann man Moral universalisieren? Erklärt die Naturwissenschaft alles? Gibt es echten Zufall? Was ist Wahrheit? Podiumsdiskussion über die Thesen des Wuketits-Vortrags.

Kather: Die Evolution der Freiheit Die biologische Anpassung ist wichtig, aber Selbsterhaltung ist nur eine notwendige Voraussetzung für Selbstüberschreitung.

Hattrup: Darwins Zufall "Freiheit" schien mit Darwin vertrieben worden zu sein. Löst man ihn aber vom newtonschen Weltbild, wird aus ihm geradezu ein Freiheitskämpfer.

Kreiner: Übel, Leid, Freiheit und Gott Dieselben Naturgesetze, die unsere Existenz ermöglichen, ermöglichen auch die natürlichen Übel. Das eine (der Mensch) ist ohne das andere (die Übel) nicht zu haben.





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