Ian Barbour, Altmeister des Dialogs zwischen Naturwissenschaft und Theologie, gibt zu bedenken, dass Intelligent Design (ID) kein platter Kreationismus ist: "The proponents of ID are much more sophisticated than the opponents of evolution in the Scopes Trial in Tennessee in 1925 or the Arkansas trial in 1981". Dennoch sei ID nicht nur schlechte Wissenschaft, sondern auch ärmliche Theologie, die auf einen Lückenbüßergott setzt.
Ian Barbour "Intelligent Design is bad science and poor theology!"
Ian G. Barbour
is Winifred and Atherton Bean Professor Emeritus of Science at Carleton College in Northfield, Minnesota. Publications:
- Issues in Science and Religion - Myths, Models, and Paradigms - When Science Meets Religion: Enemies, Strangers, or Partners? - Nature, Human Nature, and God. - Religion in an Age of Science - Ethics in an Age of Technology
The last two books were recognized with the AAR Annual Book Award. Dr. Barbour was awarded the 1999 Templeton Prize.
Unter dem Stichwort "Zweckentfremdet" wendet sich der Moraltheologe und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Eberhard Schockenhoff, gegen das BGH-Urteil und die PID. Die gesetzliche Festlegung, dass ein Embryo nur zum Zwecke der Schwangerschaft künstlich erzeugt werden darf, sei mit diesem Urteil ad absurdum geführt. Schließlich würden Embryos bei auffälligem Befund verworfen und damit nicht zum Zwecke ihrer Erhaltung erzeugt. Das verstoße gegen Menschenwürde, Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit; vor allem aber sieht Schockenhoff darin eine "unerträgliche Diskriminierung von behinderten Menschen". Formal beklagt Schockenhoff die Wortverdreherei, die den Gesetzessinn ins Gegenteil verkehre. Keine Exegese, sondern eine "erkennbar ergebnisbezogene Auslegung". hhp
MdEP Dr. med. Peter Liese, gesundheitspolitischer Sprecher und Vorsitzender der AG Bioethik der EVP/Christdemokraten im Europäischen Parlament, fordert, "dass der Deutsche Bundestag so schnell wie möglich ein Verbot der PID erlässt". Beim BGH-Urteil (siehe Pressemitteilung) erschrecke ihn die Analogie zwischen Samenzell- und Embryonenauswahl, die den Unterschied zwischen Zellen vor und nach der Befruchtung verkenne. Zudem spreche der Vergleich mit dem europäischen Ausland gegen PID: Zum einen führten Schwangerschaften nach PID dort häufiger zu Abtreibungen als beim Bevölkerungsdurchschnitt, zum anderen erweise sich dort eine Begrenzung auf schwerwiegende Erkrankungen als unrealistisch. Überall dort, wo PID zugelassen sei, werden auch spätmanifeste Krankheiten diagnostiziert. Liese widerspricht damit dem Zeit-Artikel von Martin Spiewak ("Retorten-Embryonen" vom 8.7.), für den die bisherige Entwicklung im Ausland der Selektion und Diskriminierung Behinderter keinen Vorschub leiste. hhp