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Schwerpunkt "ID"

E.-M. Engels: Charles Darwin und ID | P. Hess: Evolution vs. Creationism  

H.-D. Mutschler: Geschichtlichkeit der Evolution

Geschichtlichkeit und Wissenschaft
Über das Spezifische der Evolutionstheorie

Prof. Dr. Hans Dieter Mutschler, Krakau

Geschichtlichkeit der Natur impliziert zwei notwendige Bedingungen:
(a) Kontingenz und
(b) Emergenz.







Abstract

Unter ‚Geschichtlichkeit der Natur‘ sollte man Prozesse verstehen, die kontingent sind und Neues, d.h. Emergentes produzieren. Richard Dawkins, den man als Prototyp eines reduktionistischen Materialisten ansehen kann, lässt alles durch Gesetze bestimmt sein, wodurch echte Emergenz ausgeschlossen wird. Eine nähere Prüfung seines Ansatzes zeigt aber, dass er sowohl das erste Entstehen von Leben, als auch die emergenten Qualitäten des Menschen nicht in seine Systematik integrieren kann. Es gibt also Emergenz in der Natur.
‚Emergenz‘ kann verschieden verstanden werden: 1) als unerklärliches factum brutum, 2) als subjektives Nichtwissen, 3) als metaphysische Grösse. 1) ist unbefriedigend, 2) trifft nicht unsere Intuitionen, wonach ‚Emergenz‘ etwas Ontologisches sein sollte. 3) lässt sich gut mit der Idee einer ‚creatio continua‘ verbinden. Der Theismus scheint also dem Materialismus klar überlegen.
Das gilt aber nur, solange man nicht den Preis der Evolution berücksichtigt, nämlich die vielen Wesen die jämmerlich zugrunde gehen. Es gibt also ein Theodizeeproblem auf dem Niveau der Natur. Dieses ist, wie beim Menschen, theoretisch unlösbar, fordert vielmehr eine existenzielle Entscheidung.




Prof. Dr. Hans Dieter Mutschler

Philosoph. Seit 2004 Inhaber des Lehrstuhls für Naturphilosophie an der Hochschule Ignatianum in Krakau; seit 2006 Dozent für Naturphilosophie an der theologisch-philosophischen Hochschule St. Georgen, Frankfurt am Main.
Publ. u.a.: Physik und Religion (2005)




Podium (wird vervollständigt) ...

E.-M. Engels: Charles Darwin und ID Die heutigen Konflikte um Darwinismus und Intelligent Design haben ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert

H.-D. Mutschler: Geschichtlichkeit der Evolution Geschichtlichkeit der Natur impliziert zwei notwendige Bedingungen: (a) Kontingenz und (b) Emergenz.

P. Hess: Evolution vs. Creationism Peter Hess, the Faith Project Director of the National Center for Science Education (NCSE), about the controversy between evolution and creationism, their arguments and strategies esp. in the USA

M. Gudo: Geltungsbereiche von Evolutionstheorien "Evolution ohne Anpassung": Organismen erschließen und gestalten ihre Lebensbereiche selbst nach Maßgabe der Leistungsfähigkeit ihrer Körperkonstruktion.

M. Roser: Der deutschsprachige Kreationismus Erste theologisch-rekonstruierende Annäherungen an den deutschsprachigen Kreationismus und das Bildungssystem in der BRD von 1975 bis heute.

B. Dörr: Trinitarische Prozess-Kosmologie Ein allen Wirklichkeitszugängen gerecht werdendes Grundverständnis der Wirklichkeit als ganzer bietet eine trinitarische Prozess-Kosmologie im Rückgriff auf Whitehead.

Textlektüre: Eigendynamik der Geschöpfe Auszug aus Hans Kesslers neuestem Buch, in dem es um "Schöpfung als die große Freigabe" geht: "Freigabe der Geschöpfe in ihr Eigensein, in relative Eigenständigkeit und in Eigenaktivität (Kreativität) hinein". Vorgestellt von und diskutiert mit Bernhard Dörr.

... und Teilnehmer (wird vervollständigt)

Projektvorstellungen im Überblick Die Teilnehmer der Tagung hatten Gelegenheit, individuelle und Gruppenprojekte vorzustellen. Dokumentation folgt.

Projektbeispiel Jaskolla/Buck In dem Projekt Whitehead und Evolution soll gezeigt werden: (a) negativ: Der Materialismus ist mit dem Evolutiongedanken unvereinbar; (b) positiv: Der Evolutionsgedanke lässt sich elegant mit der Theorie des modernen Panexperientialismus verbinden.

Projektbeispiel Tobias Müller Angekoppelt an das Dilthey-Fellowship "Das Rätsel des Bewusstseins - nichtreduktionistische Theorien" wurde ein Nachwuchsnetzwerk gegründet; erster philosophischer Workshop "Ein Universum voller Geiststaub". Die Templeton-Research-Lectures thematisieren Grundbausteine einer modernen Anthropologie.

Projektbeispiel Kurt Wuchterl Das Buchprojekt erfasst das Problem der Kontingenz neu und macht es für den Dialog zwischen Naturwissenschaften und Religion fruchtbar.

Projektbeispiel Carsten Bresch Das Buchprojekt kommt von der wissenschaftlichen Erkenntnis zu einer fundamentalen Unbegreiflichkeit - Anknüpfungspunkt für die Unbegreiflichkeit Gottes und eine negative Theologie.

Projektbeispiel Andreas Losch Neben dem Gesprächskreis Theologie-Naturwissenschaft der Kirchlichen Hochschule Wuppertal stellt Losch das eigene Projekt vor: Jenseits der Konflikte - eine konstruktiv-kritische Auseinandersetzung von Theologie und Naturwissenschaften.

Projektbeispiel Frank Vogelsang Die evang. Akademie im Rheinland versteht eine interdisziplinäre Tagungsreihe (in Kooperation mit ESSSAT, dem ev. Studienwerk Villigst und FEST) als Innovationsmarkt - auch für Nachwuchskräfte.

Projektbeispiel Gerd Weckwerth "Naturwissenschaft und Glaube e.V." setzt sich ein für den offenen Dialog zwischen Naturwissenschaft und Glaube. Den Dialoghindernissen will der Verein durch Bildungsarbeit und Forschung entgegenwirken.





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