 | 2012/01/08: Stephen Hawkings 70. Geburtstag: Genie auf Augenhöhe mit Albert Einstein - Stephen Hawkings 70. Geburtstag - FOCUS Online - Nachrichten |
| Stephen Hawking anlässlich seines 70. Geburtstages mit Einstein zu vergleichen und in eine Reihe mit all den Großen zu stellen, die unser heutiges Wissen um den Kosmos geschaffen haben, ist sicher aller Ehren wert. Leider feiert die Laudatio auch den größten Fehlschluss Hawkings, der Schluss von den Naturwissenschaften zur Religion: "Hawking hatte Gott gleichsam abgeschafft". Da sollte man es besser mit Hawkings Freund Sir Martin Rees halten, seines Zeichens Königlicher Astronom und Präsident der Royal Society: "Hawking hat sehr wenig Philosophie und noch weniger Theologie gelesen" und "ich glaube nicht, dass wir seiner Sicht dieser Dinge irgend ein Gewicht beimessen sollten". hhp
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 | 2012/01/08 Stephen Hawking wird siebzig: Durch des Himmels prächt'gen Plan - FAZ online |
| Niemand hat die moderne Physik den Mitmenschen ausdauernder erklärt als der Engländer Stephen Hawking, so die FAZ. Dieser Lehrer und Forscher verkörpere eine noch sehr junge Sorte Denker mit "Neugier, Vernunft, Wahrheitsliebe und Fleiß". Der Artikel nimmt den Geburtstag zum Anlaß eines Abrisses des Kontextes, in dem Hawking arbeitet, und stellt somit eine interessante Ergänzung zum bodenständigeren ZEIT-Artikel dar. -al
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 | 2012/01/08 Der Geist, der zu den Sternen reist - ZEIT online |
| Heute feiert der Astrophysiker Stephen Hawking seinen 70. Geburtstag. Kaum jemand hat die Rätsel des Kosmos wohl besser vermittelt als er, so ZEIT online. Der Artikel befasst sich ein wenig mit dem "Archetypus eines behinderten Genies" und enthält biografische Informationen. Warum sich Hawking stets auch mit der Gottesfrage beschäftigt, dazu findet sich allerdings nicht viel."Ich bin der Ansicht, dass wir alle, nicht nur die theoretischen Physiker, gern wissen wollen, woher wir kommen", so Hawking selbst. -al
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 | 2011/12/15: Der Gottesteilchenwahn - der freitag |
| Der Artikel beschreibt zunächst, wie die Suche nach dem Higgs-Teilchen systematisch eingegrenzt werden konnte bis man jetzt fast sicher sein kann, "nahe dran" zu sein. Dass man nun auch nahe am lieben Gott sei, weiß der Artikel als missverständliche Namensgebung des Higgs-Teilchens zu entlarven. hhp
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 | 2011/12/13: Vatikansternwarte: "Gottesteilchen" stellt Weltbild nicht infrage - kathweb Nachrichten - Katholische Presseagentur Österreich |
| Anscheinend ist es nötig zu betonen, dass das so genannte Gottesteilchen im Falle seiner Entdeckung ein religiöses Weltbild nicht infrage stellt. Gut, dass es eine päpstliche Sternwarte mit qualifizierten Astrophysikern gibt, die hier Richtigstellungen liefern. hhp
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 | 2011/12/15: «Das Wort ?Gottesteilchen? ist reiner Humbug» - Basler Zeitung |
| Durch den Artikel erfährt man etwas über die Geschichte des CERN und dessen Suche nach dem Higgs-Teilchen. Die Ableitung des Begriffs "Gottesteilchen" aus dem Ausspruch "gottverdammtes Teilchen" bringt den Interviewer zunächst aber auf die Gottesfrage. Der interviewte Teilchenphysiker Dissertori glaubt zwar nicht an Gott, fühlt sich aber durch die Forschungen "an die Grenzen von Wissenschaft, Philosophie und Ethik" versetzt. Sauberes Auseinanderhalten von Naturwissenschaft und Religion ergebe hier eine friedliche Koexistenz. hhp
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 | 2011/12/13: Das ?Gottesteilchen? - Higgs, wo steckst Du? FAZ-online |
| Es liest sich wie ein Krimi, in dem ein Mörder gejagt und immer mehr in die Ecke getrieben wird: Die Suche nach dem Higgs-Boson, von dem das Überleben des teilchenphysikalischen Standardmodells abhängt. Man ist nah dran und meint schon Spuren des Teilchens wahrnehmen zu können. Um die Entdeckung von einer statistischen Unregelmäßigkeit unterscheiden zu können, braucht man mehr Messungen. Aber da man weiß, wo man den Mörder suchen muss, wird wohl "2012 - das Jahr der Entdeckung". hhp
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 | 2011/10/06 Mehr, als das Auge sehen kann - ZEIT Nr. 41 |
| Der Artikel von Ulrich Schnabel berichtet über den Physiknobelpreis, der die Entdecker der "dunklen Energie" im Kosmos ehrt. Ihre Forschung zeigt: Über den größten Teil des Universums weiß die Wissenschaft so gut wie nichts. So wurde die mysteriöse Treibkraft des Universums »dunkle Energie« getauft, in Anlehnung an die »dunkle Materie«, die schon länger in den astronomischen Gleichungen auftauchte. Sowohl dunkle Materie als auch Energie offenbaren sich nur über ihre Wirkungen. Berechnungen zeigen inzwischen, dass die dunkle Energie rund 70 Prozent der Energiedichte des Alls ausmacht; weitere 25 Prozent gehen auf das Konto der sogenannten dunklen Materie. Damit stehen die Astrophysiker vor dem kuriosen Phänomen, dass die uns bekannten chemischen Elemente nur etwa 5 Prozent des Universums ausmachen. -al
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 | 2011/09/29 Wenn Einstein irrt - ZEIT Nr. 40 |
| Die ZEIT titelt sogar mit dem Experiment, nach dem Neutrinos scheinbar die Lichtgeschwindigkeit überschreiten. Das "scheinbar" wird hier allerdings fast zur Gewißheit und die Wissenschaft zum Turm aus Bauklötzchen, der immer wieder gerne zusammengeschmissen wird. Von Freuds drei narzistischen Kränkungen der Menschheit ist die Rede, ohne zu wissen, dass die erste - kopernikanische - zu ihrer Zeit völlig anders problematisiert wurde als Freud es gesehen hat (das Problem war nicht die Versetzung der Erde aus dem Zentrum des aristotelischen Weltbildes, sondern die Setzung der himmlischen Sonne an diesen "niederen Ort"). Alles in allem gut aufgemacht, aber wenig dahinter. -al
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 | 2011/09/16 Dunkle Materie: Die rätselhafte Schattenwelt des Universums - Physik & Chemie - Wissen - FAZ.NET |
| Niemand in der Astronomie bezweifelt, dass "Dunkle Materie" existiert. Die Astronomen benötigen sie, um verstehen zu können, wie sich Galaxien bewegen und können mit ihr erklären, wie sich diese größten Bausteine unseres Kosmos überhaupt bilden konnten. Etwa fünfmal so viel Dunkle Materie wie "normale" Materie soll es geben. Atome scheinen da nur die sichtbare Spitze eines Eisbergs zu sein. Doch woraus die unsichtbare und doch allgegenwärtige Materieform besteht, kann bislang niemand erklären. Die beste Arbeitshypothese stellen die sogenannten Weakly Interacting Massive Particles (Wimps) dar - schwere Teilchen also, die sich praktisch ungesehen durch normale Materie hindurchbewegen können, deren Gravitationswirkung jedoch spürbar ist. Gibt es diese Teilchen wirklich? Eine spannende Grundlagenfrage der gegenwärtigen Astronomie, deren Entwicklung sich sicher weiter zu verfolgen lohnt! - al
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 | 2011/07/26 Ellipse Now - SPIEGEL ONLINE |
| Popularistisch aufgebauschter historischer Artikel über Keplers Entdeckung der elliptischen Umlaufbahnen der Planeten. Zur Aufmachung gehört dann auch die übliche Suggestion, Kepler (der übrigens Pfarrer werden wollte) habe für den Fortschritt der Wissenschaft gegen die Kirche gekämpft. - al
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 | 2011/07/26: To be or not to be, oder: Gibts das Higgs-Teilchen? - swissinfo.ch |
| Der deutschsprachige Artikel stellt ebenso die Frage nach der Existenz des Higgs-Teilchens und den Konsequenzen für die Standardtheorie, wenn das Teilchen nicht existiert. Der Artikel vergisst nicht, auf die noch (?) offenen "letzten Mysterien" hinzuweisen: Schwarze Energie und Materie, Antimaterie etc. - genug Stoff für weitere Kongresse ähnlich dem, über den der Artikel berichtet. hhp
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 | 2011/04/27 "Gott greift nur ein, wenn es nötig ist" ? evangelisch.de |
| Interview mit dem langjährigen Direktor der Vatikanischen Sternwarte, dem Astronomen und Priester Georg Coyne. Im Gespräch geht es vor allem um Gottes Wirken in der Welt, das Coyne mit dem erzieherischen Handeln eines Vaters oder einer Mutter vergleicht. In der ?Jugend? bedarf es noch der starken Führung; dies drückt sich in den von Gott gegebenen Naturgesetzen aus, die die Entwicklung des Universums bestimmen. Aber wenn das ?Kind? älter wird, wissen die Eltern, dass sie ihm Unabhängigkeit zugestehen müssen, die Freiheit, sich selbst zu entwickeln. Trotzdem hält Coyne auch Wunder für möglich, ?aber nicht immer und überall?. ? al
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 | 2011/04/27: Seti-Projekt: Suche nach Leben im All wegen Geldnot eingestellt - Zeit online |
| Rückschlag für die Außerirdischen-Forschung: Aufgrund der Finanzkrise in den USA muss das Seti-Institut den Betrieb seines Radioteleskops vorerst einstellen. [Text automatisch generiert]. Die Suche nach Außerirdischen ist nicht nur für Science-Fiction-Fans interessant, sondern sogar theologisch; die SETI-Forschung könnte ein Beitrag sein zu Fragen wie: Ist der Mensch ein Zufallsprodukt, oder ist der Kosmos auf intelligentes Leben angelegt? (siehe http://www.forum-grenzfragen.de/aktuelles/2611-peitz-der-vervielfachte-christus.php). Aber - ehrlich gesagt - gibt es tatsächlich wichtigere Dinge. hhp
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 | 2011/04/24: Teilchenphysik: Forscherteam weist erstmals Antihelium-4-Kerne nach - Zeit online |
| Das Ende einer Ära: Rund40 Jahre lang galt Antihelium-3 als der schwerste Antimaterie-Atomkern. Nun hat ein internationales Forscherteam einen schwereren erzeugt. [Text automatisch generiert] // Neben der innerwissenschaftlichen Erkenntnis trägt das Experiment möglicherweise zur Frage bei, warum sich nach dem Urknall Materie und Antimaterie nicht gegenseitig ausgelöscht haben, sondern Materie übrig geblieben ist. hhp
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 | 2011/04/08 Kernphysik - Eine Sensation in spe - süddeutsche.de |
| In dem Bericht der süddeutschen zu den ungewöhnlichen Meßergebnissen am Tevatron wird eine Forscherin zitiert, die selbst sagt: man müsse begreifen, ob man es tatsächlich mit einer neuen Physik zu tun habe, oder einfach mit Fehlern im Modell. Sollte Letzteres der Fall sein, so müsse man versuchen zu begreifen, wieso sich die Beobachtung nicht auf der Basis der bekannten Theorien erklären lässt. Auch in diesem Artikel wird allerdings gefragt, ob hier Ergebnisse aufgebauscht werden als ein letzter Versuch, das zur Schließung vorgesehene Tevatron zu retten. - al
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 | 2011/04/07 Möglicher Sensationsfund: Forscher rätseln über neue Naturkraft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft - SPIEGEL ONLINE |
| Auch der Spiegel berichtet über die merkwürdigen Entdeckungen am Tevatron, die in Hinsicht auf ein neues Elementarteilchen oder eine neue Naturgewalt gedeutet werden. Für eine abschließende Bewertung muss man allerdings auf eine Bestätigung aus anderer Quelle warten. Auch am LHC des Cern wird man versuchen, die Entdeckung des Fermilab zu bestätigen. Die Energie, mit der die Partikel kollidieren, ist im LHC dreieinhalb mal größer als im Tevatron. Deshalb sollte auch das rätselhafte Signal deutlicher zu sehen sein. Die LHC-Forscher müssten dafür kein neues Experiment starten, sondern in den bisher gewonnenen Daten suchen. Einige Forscher halten es für gut möglich, dass das Signal in den Fermilab-Daten kaum mehr als ein statistischer Schluckauf ist. Sollte es anders sein, werde man mit dem LHC in kurzer Zeit dramatische Beweise finden. Nun, wir werden sehen. -al
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 | 2011/04/08 Physik: Träumen von der Entdeckung eines neuen Elementarteilchens - ZEIT ONLINE |
| Die Welt der Physik horcht auf: Der US-Teilchenbeschleuniger Tevatron liefert ungewöhnliche Messwerte. "Entweder ist unsere Vorstellung von dem, was da bei den Kollisionen passiert, falsch, oder wir haben etwas völlig Neues entdeckt", sagte einer der führenden Forscher der Arbeitsgruppe. Möglicherweise steckt ein neues Teilchen dahinter, das viel schwerer wäre als alles, was man bisher kennt, oder gar eine neue Naturgewalt, so wird gemutmaßt. Es gibt jedoch noch eine weitere Komponente in der Geschichte: Das Tevatron wird im September definitiv stillgelegt. Groß ist da in der Tat die Versuchung, auf der Zielgeraden etwas übereifrig zu sein. - al
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 | 2011/04/05: At Particle Lab, a Tantalizing Glimpse Has Physicists Holding Their Breaths - New York Times |
| Der Artikel stellt nicht weniger als "die bedeutendste physikalische Entdeckung der letzten 50 Jahre" in Aussicht. Ein Teilchenbeschleuniger hat Datenanomalien produziert, die entweder auf eine neue und unerwartete Version des heißbegehrten Higgs-Boson hinweisen oder gar auf eine neue physikalische Grundkraft - zusätzlich zu Gravitation, elektromagnetischer Wechselwirkung sowie starker und schwacher Wechselwirkung. Welche dieser beiden Deutungen auch zutreffe, die konventionelle Weisheit der Physik werde erschüttert. Neben ehrfürchtigem Respekt gibt es aber auch Skepsis, die in den Datenanomalien ein Artefakt vermuten lässt. Sollten die Messergebnisse aber valide sein, werde das Konkurrenzunternehmen am CERN in nicht allzu langer Zeit die Bestätigung erbringen können. Darauf solle man warten. hhp
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 | 2010/12/30 Physik aus der Gottesperspektive ZEIT Nr. 1 2011 S.37 |
| Der Artikel klassifiziert Stephen Hawking als "Designer-Physiker", der herausfinden will, wie die Welt im Ganzen funktioniert. Hawking, so der Verfasser, erzählt uns einen Mythos in der Sprache der Physik - obwohl er doch behauptet, die Wissenschaft habe die Mythologie überwunden. Er sei ein Beispiel für Pop-Science, in der es mehr um Wissensvermarktung denn um Inhalte geht. Spräche Hawking in seinen Büchern nur von Physik fände er sicher nicht den Resonanzraum, den er hat. Da hat der Verfasser wohl Recht. Der Artikel befasst sich dann - weiterhin kritisch auf Hawking gerichtet - mit Wissenschaftstheorie und lehnt hier einen Realismus ab, das wäre allerdings sicher einer weiteren Diskussion würdig. - al
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 | 2010/12/04: Schöpfung ohne Gott - profil online |
| Der ausführliche Artikel gibt einen Überblick über kosmologische Theorien und deren Beziehung zum Atheismus. Schwerpunktmäßig werden österreichische Wissenschaftler ins Gespräch einbezogen, Stephen Hawkings jüngste Provokation steht aber im Mittelpunkt. Anders als Dawkins sei Hawking nicht unbedingt atheistisch. Schließlich sei Wissenschaft "etwas grundlegend anderes als Religion" (wenn Hawking das nur auch so sähe!! hhp). Immerhin wird v.a. im Gespräch mit dem Physiker Anton Zeilinger mehr als deutlich, dass Hawking seine Grenzen überschritten hat. Weder sei die Philosophie tot, noch mache die sog. M-Theorie einen Schöpfer überflüssig. hhp
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 | 2010/11/09: Birth of the universe 're-created': Large Hadron Collider generates 'mini Big Bang' - Mail online |
| Etwas ausführlichere Darstellung der Erfolgsmeldung des Teilchenbeschleunigers, die freilich mit Superlativen nicht geizt. Gern spricht man von der "Wieder-Erschaffung" der "Geburt des Universums", von "neuer Ära der Teilchenphysik", vom "Gottes-Teilchen" und davon, dass dies alles "unser Verständnis von der Mikrowelt im Innersten des Atoms bis hin zu den Weiten des Universums revolutionieren wird". Die Stichworte Antimaterie und Higgs-Bosonen fehlen genauso wenig wie der Hinweis, dass die Mini-Urknalle die höchsten Temperaturen und Dichten erzeugt haben, die je von einem Experiment erreicht wurden. Auch die produzierte Datenmenge, die über 3 Millionen CDs füllen könnte, scheint rekordverdächtig. Man darf also auf die Auswertung gespannt sein. hhp
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 | 2010/10/19: Die gottlose Welt des Stephen Hawking - bild der wissenschaft |
| Die 15-seitige Titelstory der Novemberausgabe der "bild der wissenschaft" schrieb Hawking-Kenner Rüdiger Vaas: Vielversprechende Lektüre. Vaas rezensiert den neuen Hawking wohlwollend, aber nicht unkritisch. So heißt es: Die Todeserklärung der Philosophie "ist keine Feststellung, sondern Provokation" (49); Hawkings Gottesbild sei einseitig (52); das Universum könne nicht aus dem absoluten Nichts entstehen (53) und: "Sicherlich können Hawking und Mlodinow die Existenz Gottes nicht ausschließen" (52). Fair von Vaas, dem als Beiratsmitglied der Giordano Bruno Stiftung nicht unbedingt theologische Apologetik unterstellt werden kann. Interessante Beigaben: Co-Autor Mlodinow wird aus dem Schatten Hawkings geholt und gewürdigt, gleichzeitig der Verdacht zerstreut, er sei Hawkings Ghostwriter. Markus Pössel wird als Fachlektor der deutschen Ausgabe vorgestellt - auch er sieht Hawking nicht unkritisch. hhp
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 | 2010/10/02 Religiöse Astronomie: Und sie bewegt sich doch nicht! -SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft |
| Dem amerikanischen Theologen Sungenis zufolge hat Papst Johannes Paul II. einen Fehler gemacht, als er 1992 Galileo Galilei rehabilitierte. Obwohl die meisten Wissenschaftler an den Ereignissen zu Beginn unserer Welt nicht den kleinsten Zweifel haben, ist für ihn die Erde sowohl der Mittelpunkt des Sonnensystems als auch des gesamten Universums. Das ist natürlich Quatsch, und ein illustratives Beispiel dafür, was aus der Interaktion von Theologie und Naturwissenschaften hervorgeht, wenn eine Disziplin die andere nicht ernst nimmt. Die Bezweiflung wissenschaftlicher Tatsachen hat sonst eher bei Kreationisten im Bereich der Biologie eine gewisse "Tradition", wobei deren Thesen stellenweise, wenn es um das Erdalter geht, auch in die Physik übergreifen. Sungenis scheint es eher um die Reputation der katholischen Kirche zu gehen, die allerdings schon Anfang des 19.Jahrhunderts eine Buchveröffentlichung genehmigte, die Galileis Darlegungen benutzte. - al
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 | 2010/09/15: Warum Stephen Hawking Gott für überflüssig hält - Der Tagesspiegel |
| Das Spezifische dieses Beitrags von Th. de Padova ist der Vergleich Hawking / Penrose, die beide über schwarze Löcher geforscht die heutige Deutung der Relativitätstheorie geprägt haben. Unterschiede zwischen beiden gehen von der Deutung der Quantenphysik aus und zeigen sich auch in der Bewertung der sog. M-Theorie, Hawkings Kanditat für die 'Weltformel' und die Überflüssigkeit Gottes. Penrose kann diesem Anspruch jedoch nicht folgen: "Für die M-Theorie gibt es bisher überhaupt keine Stütze durch Beobachtung", so zitiert de Padova Penrose. Darüber hinaus zweifelt de Padova daran, dass die M-Theorie selbst den Hawking-eigenen Kriterien für ein gutes Modell genügen kann. hhp
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 | 2010/09/14: Logik im schwarzen Loch - Die Tagespost - Kommentar im Kulturteil S. 10 |
| Hawkings Behauptung der Selbsterschaffung des Universums (z.B. S.177) ist in den Worten von G. Brüntrup "eine kognitive Katastrophe". Brüntrups Hauptargumentation: "Wie kann etwas sich selbst aus nichts erschaffen? Um wirken zu können, muss dieses 'etwas' ... existieren, denn etwas, was nicht existiert, kann auch nichts bewirken. Andererseits soll dieses 'etwas' ja gerade nicht existieren, sondern aus nichts hervorgehen ... Hawking behauptet also, dass das Universum gleichzeitig und unter der selben Rücksicht existiert und nicht existiert. Das ist ein glatter logischer Widerspruch. ... Aus einem Widerspruch folgt in der Logik bekanntlich alles. Aus seiner widersprüchlichen These kann Hawking folgern, dass Gott nicht existiert, er kann aber auch das Gegenteil daraus folgern, dass Gott existiert. Er kann sogar daraus folgern, dass Angela Merkel eine Primzahl ist. Aus einem Widerspruch folgt eben alles - und daher letztlich nichts." (Originalzitate mit freundl. Genehmigung des Autors) hhp
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 | 2010/09/10: Stephen Hawking Asks, What Is Reality? - Time |
| In einem exklusiven Exzerpt seines neuen Buches (v.a. Kap. 3, Was ist Wirklichkeit?), reflektiert Stephen Hawking höchstselbst die Grenzen der Modelle zur Erklärung des Universums. Für Hawking gibt es verschiedene Bilder der Wirklichkeit, die sich weniger durch Wahrheit voneinander unterscheiden als vielmehr z. B. durch Einfachheit. So ist die Mathematik des Kopenikanischen Weltbildes einfacher als die des Ptolemäus. Zentrale Schlussfolgerung: "Es gibt keinen abbild- oder theorieunabhängigen Realitätsbegriff" (vgl. Buch S. 42), weshalb Hawking einen "modellabhängigen Realismus" vertritt. Danach besteht eine physikalische Theorie oder ein physikalisches Weltbild aus einem i.a. mathematischen Modell und Regeln, die Modellelemente mit Beobachtungen verbinden. Im Blick auf die Gesetze, die unser Universums regieren, vermutet Hawking, dass ein einzelnes mathematisches Modell zur Beschreibung aller Aspekte des Universums nicht ausreicht, sondern nur ein ganzes Netzwerk von Theorien. hhp
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 | 2010/09/10: Zehn hoch fünfhundert . . . - DiePresse.com |
| Rudolf Taschner, Mathematiker und Wissenschaftler des Jahres 2004, geht zunächst kritisch an die naturwissenschaftlichen Grundlagen des neuen Hawking-Buches heran. Die sog. M-Theorie sei "ein höchst spekulatives Konzept", und die benötigten 10 hoch 500 Universen, die sich permanent noch vervielfachen, lieferten unfassbare Zahlengiganten. Als Mathematiker weiß Taschner genauso wie Hawking, wovon er spricht, und urteilt: "Astrologie, Vogel- und Eingeweideschau sind im Vergleich zu solchem Irrwitz seriös". Noch unseriöser erscheinen Taschner Hawkings theologische Deutungen. Diese seien nicht ernsthaft zu diskutieren, dienten sie doch "allein der Vermarktung". hhp
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 | 2010/09/06: Ein Universum, das sich selbst erschafft - Stuttgarter Zeitung online |
| Bei der Zusammenfassung der Hauptthesen des neuen Hawking-Buches legt der Artikel von Rainer Klüting einen Schwerpunkt auf Hawkings erkenntnistheoretische Ausgangsbasis, den "Modellabhängigen Realismus". Gegen einen naiven Realismus, der meint, die Wirklichkeit als solche abbilden zu können, solle man sich mit Hawking damit abfinden, "nur ein Modell der Welt im Kopf zu haben". Als erkenntnistheoretische Bescheidenheit (dahin tendiert Klüting) ist das Hawkingsche Projekt jedoch falsch etikettiert. Leicht hätte man in dem Modelldenken auch andere als naturwissenschaftliche Modelle respektieren können. Nicht so bei Hawking, der die Philosophie als tot erklärt (womit Klüting ja einsteigt) und den Naturwissenschaften nun die letzten Fragen des Menschen zur Lösung überlässt - ganz so, als ob das naturwissenschaftliche Modell doch das ganze der Wirklichkeit abbildet. hhp
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 | 2010/09/08: Wunderbare Welt - Stephen Hawking spielt Schöpfer - NZZ |
| Wenn der Autor Uwe Justus Wenzel schreibt, dass "der Physiker und Mathematiker mit Gott persönlich in Konkurrenz" tritt, widmet er sich einer theoretischen Konsequenz, die man in anderen Beiträgen nicht findet. Gemeint ist, dass Hawkings Theorie nicht nur ohne Schöpfer auskommt, sondern dass sie dem Menschen Schöpfungskräfte zuschreibt: "Ein gutes Modell ... schaffe seine eigene Realität", paraphrasiert Wenzel. Dies betrifft nicht nur die Zukunft, sondern - kontraintuitiv - auch die Vergangenheit. Im O-Ton Hawking liest sich dies so: "Nicht die Geschichte macht uns, sondern wir machen Geschichte durch unsere Beobachtung" (140). Um das wirklich zu verstehen, reicht Wenzels Artikel nicht aus. Vielleicht nicht einmal "Der große Entwurf" Hawkings. hhp
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 | 2010/09/06: "Wir haben keine experimentellen Beweise" - Stuttgarter Zeitung online |
| Die Behauptungen Hawkings sind nicht nur philosophisch-theologisch fragwürdig, sondern auch naturwissenschaftlich hoch spekulativ, wie das vorliegende Gespräch mit Stefan Fredenhagen vom MPI für Gravitationsphysik zeigt. Zwar sei die Stringtheorie in der community verbreiteter und die M-Theorie, Hawkings Stein der Weisen, integriere in der Tat die bisherigen Stringtheorien, aber es gebe auch durchaus Alternativtheorien. Allen sei jedoch gemeinsam, dass es "keinerlei experimentelle Hinweise" darauf gebe, inwieweit mit den Theorien (M-Theorie inklusive) tatsächlich die Welt richtig beschrieben werde. hhp
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 | 2010/09/05: Religious leaders, scientists, respond to Hawking's 'no God' claim - Independent Catholic News |
| Die Seite stellt kritische Reaktionen auf Hawkings neues Buch zusammen. Im Zentrum steht die behauptete Selbstschöpfung des Universums aus Nichts. In dieses vermeintliche "Nichts" sei jedoch bei Hawking irgendwie die Gravitation involviert. Er erkläre also allenfalls, wie etwas aus etwas Bestehendem emergiere, nicht aber aus nichts. Entsprechend defizient sei das Gottesbild, dem Hawking die Schöpferkraft abspreche, das aber mit dem christlichen Gott nichts zu tun habe: "Gott ist nicht einfach eine weitere Kraft im Universum, neben Gravitation und Elektrizität." hhp
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 | 2010/09/06: Hawking book explains creation of universe minus God - USATODAY |
| Interessant: Neben Einblicken in das neue Hawking-Buch (Intelligent Design ist schlecht, Stringtheorie gut, Philosophie tot), kommt auch der Co-Autor Leonard Mlodinow zu Wort: "Wir sagen nicht, es gäbe keinen Gott; wir sagen, dass wir Gott zur Erklärung des Universums nicht benötigen ... Die Perspektive des Buches ist eine naturwissenschaftliche". Die vermeintliche perspektivische Beschränkung und Selbstbescheidenheit steht allerdings in krassem Gegensatz zu dem vollmundigen Anspruch der im ersten Buchkapitel erhoben wird: Hier will die Naturwissenschaft (als Nachfolgerin der verstorbenen Philosophie; S. 11) nicht weniger als "Antworten auf die Schöpfungsfrage geben" und "die letztgültige Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest" beantworten - inklusive der Frage: "Warum gibt es etwas und nicht einfach nichts?" (S. 15) Von perspektivischer Beschränkung und Selbstbescheidenheit keine Spur! hhp
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 | 2010/09/04: Stephen Hawking's big bang gaps - guardian |
| "Ja, aber", sagt der renommierte Physiker Paul Davies zu Stephen Hawkings neuem Buch. Einerseits stimmte er Hawking zu in der Ablehnung einer Erklärungslücke "vor" dem Urknall, die dann von einem göttlichen Designer ausgefüllt wird. Zu Recht weist Davis darauf hin, dass dieser Lückenbüßergott nicht der Gott der modernen Theologie, ja auch nicht der Theologie eines Augustinus ist. Andererseits sieht Davies in der Multiversumstheorie, die er mit Hawking als favorisierte Sichtweise anerkennt, nicht die ultimative Allerklärung. Damit Multiversen entstehen können, muss es ewige, unveränderliche, transzendente "Meta-Gesetze" geben, die die Multiversen durchdringen. Die Meta-Gesetze erklären, bleiben aber selbst unerklärt. "In dieser Hinsicht haben die Meta-Gesetze einen ähnlichen Status wie ein unerklärter, transzendenter Gott" - so Davies. hhp
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 | 2010/09/02: Stephen Hawking: God did not create Universe - BBC News |
| "Es gibt keinen Platz für Gott in den Theorien über die Erschaffung des Universums" zitieren die BBC News Stephen Hawking zu seinem neuen Buch. Statt dessen setze Hawking auf spontane Selbsterzeugung. Gut, dass der kurze Beitrag mit dem Hinweis von Bischof Rayfield endet, Glaube und Gott stünden jenseits der Naturwissenschaft: Wissenschaft könne Gott weder beweisen noch widerlegen. hhp
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 | 2010/09/03: Why God Did Not Create the Universe - The Wall Street Journal |
| Kernbestand der "soliden wissenschaftlichen Erklärung der Weltentstehung" ohne Gott ist in Stephen Hawkings Artikel das anthropische Prinzip, wonach es eines ganz besonderen Ortes im Sonnensystem bedurfte, damit Leben entstehen konnte; mehr noch: Es bedurfte einer ausgeklügelten Feinabstimmung des Universums. Wer hinter "ausgeklügelt" einen göttlichen Designer vermutet, wird aber enttäuscht. Die Feinabstimmung mag noch so unwahrscheinlich sein: Wenn es genügend Universen gibt (übrigens durch spontane Entstehung aus dem Nichts), wird die geeignete Feinabstimmung wahrscheinlich. Es bleiben Fragen an Hawking: Ist die Idee dieser Multiversen tatsächlich eine Konsequenz naturwissenschaftlicher Theorien oder eher eine Spekulation? Ist Hawkings "nichts", aus dem etwas spontan enstehen soll, identisch mit dem philosophisch-theologischen "nichts"? Schließlich: Dass Gott in der Kosmologie nicht vorkommt, verwundert kaum, sondern spiegelt nur den methodischen Verzicht der Naturwissenschaft. hhp
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 | 2010/09/02 Physiker Hawking: Kein Gott nötig für Universum - evangelisch.de |
| Auch evangelisch.de berichtet von der bevorstehenden Neuerscheinung Hawkings. Spontane Schöpfung sei der Grund, warum es statt dem Nichts doch etwas gibt, warum das Universum existiert, warum wir existieren. Es sei nicht nötig, zur Erklärung eine Hand Gottes mit ins Spiel zu bringen. Das stimmt natürlich, doch das Urteil darüber bleibt eine metaphysische Frage, in der Atheisten und Gläubige naturgemäß unterschiedlich urteilen werden. Ein naturwissenschaftliches Urteil über den Anfang aller Dinge wird kaum möglich sein. - al
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 | 2010/05/30: Kosmologie: Leben im Multiversum - SPIEGEL ONLINE |
| Der Artikel befasst sich mit der Feinabstimmung der Naturkonstanten im Universum, und schliesst hier zu Recht eine übernatürliche Deutung als unwissenschaftlich aus - was allerdings auch nicht heißt, so muß man ergänzen, das eine solche Deutung unmöglich sei, nur eben nicht wissenschaftlich. Das anthropische Prinzip dann wie in dem Artikel per definitionem mit der Idee eines Multiversums, also der Existenz von Paralleluniversen in Verbindung zu bringen, ist nun aber ein zumindest ungewöhnlicher Schritt, der nicht als ebenso metaphysische Spekulation identifiziert wird, sondern als Wissenschaft verkleidet daher kommt. Auch der Artikel weiß am Schluss festzustellen: "Direkte Indizien für die Existenz anderer Universen lassen sich wohl nie finden". -al
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 | 2010/05/24: Nikolaus Kopernikus: Beisetzung im Frauenburger Dom - FAZ.NET |
| Eine kurze Meldung zu den Fakten der Umbettung Kopernikus'. Wer Interesse an den religiösen und wissenschaftstheoretischen Implikationen hat, sei auf den ausführlicheren Artikel in der ZEIT vom 20.5.2010 verwiesen, auch wenn dieser wieder einmal das Paradigma vom Konflikt zwischen Theologie und Naturwissenschaften nährt. - al
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 | 2010/05/20: Das hat er nicht gewollt - ZEIT Nr.21 S.20 |
| Ein interessanter Artikel über Kopernikus revolutionäre Entwicklung des heliozentrischen Weltbildes, leider was das Verhältnis zur Theologie angeht sehr dem klassischen Konflikt-Paradigma verhaftet. Damit einher geht die unkritische Übernahme eines realistischen wissenschaftstheoretischen Ideals. Da gibt es andere Äußerungen wie z.B. die von Pierre Leich im Skeptiker 3/2009, der selbst den Fall Galilei differenzierter betrachtet. - al
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 | 2010/04/27: Alien Invasion: Why Stephen Hawking is Wrong - Wall Street Journal |
| Hier meldet sich der bekannte Physiker und Mitarbeiter beim Seti-Institut, Paul Davies, selbst zu Wort, um Stephen Hawkings Warnung vor extraterrestrischer Aggression zu entkräften. Mit ihren 4,5 Milliarden Jahre gebe es die Erde so lange, dass die Aliens schon früher den Versuch hätten starten können, die Ressourcen der Erde zu plündern. Zum anderen sind die Distanzen so ungeheuer, dass Außerirdische den Kontakt eher auf Funk beschränken als den engen Kontakt suchen wie im Science Fiction Film. In Hawkings Vergleich mit der Eroberung Amerikas schwinge eine gute Portion Anthropozentrismus mit, als ob ET uns ähneln müsste. Eine Zivilisation, die so fortgeschritte ist, um uns besuchen zu können, dürfte aggressive Tendenzen überwunden und sich gentechnisch auf Harmonie getrimmt haben. Sollten wir selbst in galaktisches Kriegsgeschrei ausbrechen, könnten die ETs uns freilich eliminieren. Paradoxis Fazit: Die größte Bedrohung geht wieder einmal von uns selbst aus. Zum Schmunzeln spekulativ.
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 | 2010/04/30: Is Stephen Hawking right about aliens? - Guardian |
| Der Artikel bespricht Hawkings warnenden Hinweis, man solle den Kontakt zu Außerirdischen nicht suchen, sondern vermeiden, um sich nicht der Gefahr der Ausbeutung auszusetzen. Zunächst einmal ist aber festzuhalten, dass ein Konsens darüber besteht, dass mit außerirdischer Intelligenz durchaus zu rechnen ist. Hawkings Angst hingegen sei unberechtigt, kontert Seth Shostak, Astronom am Seti Institut, das seit 1984 nach "Aliens" sucht. Sollte man sich ernsthaft ängstigen, dann habe man zuallererst Radio-, Fernsehstationen und Flughafenradar abzuschalten, da ja ebenfalls in den stellaren Dschungel hinaustönen. Letztlich sei es ohnehin zu spät, die ältesten Abstrahlungen seien ja bereits 80 Lichtjahre von der Erde entfernt. Bisher hat der Himmel zwar geschwiegen, aber Shostak ist zuversichtlich, dass Seti in den nächsten 20 Jahren außerirdische Signale finden wird. Arbeitsplatzerhaltender Zweckoptimismus? hhp
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 | 2010/04/16: Gott und der Urknall - Planet Wissen - Sendung |
| Wo ist der Himmel? Was war der Anfang von allem? Alles nur Zufall oder doch göttliche Fügung? Theologen und Astronomen haben da unterschiedliche Ansichten, sagt der Teaser zu dieser Sendung, doch sind die beiden geladenen Gäste, Hans Küng und Harald Lesch sicher keine polemischen Vertreter der beiden Disziplinen. Eine gut informierte Sendung, von der man sich mehr im deutschen Fernsehen wünscht. - al
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 | 2010/04/08: Sternstunde der Menschheit - ZEIT Nr.15 S.60 |
| Anlässlich der Inbetriebnahme des LHC in Genf denkt der Autor über die Träume von einer Weltformel und die Bedeutung des Urknalls nach. Die Frage laute nicht mehr: Was tat Gott zuallererst? Sondern nur noch: Welche Rolle spielte die Antimaterie? Im Laufe des Artikels wird der Ton allerdings nachdenklicher, so dass am Ende die Erkenntnis steht: Die Erschaffung der Welt aus dem Nichts darf so oder so als Wunder bezeichnet werden. Gott bleibt im Spiel. - al
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 | 2010/04/09: Teilchenbeschleuniger LHC: Im Trommelfeuer der Urknälle | Wissen | ZEIT ONLINE |
| Jahrelang produzierte der europäische Teilchenbeschleuniger am Cern bei Genf nur Pannenmeldungen. Seit die Maschine läuft, verkünden die Forscher einen Weltrekord nach dem anderen. Was bedeuten die Schlagzeilen aus der bizarren Welt der Teilchenphysik? Antworten auf die sieben wichtigsten Fragen, und auch darauf, warum das gesuchte "Gottesteilchen" keineswegs ein solches ist. - al
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 | 2010/04/07: Raum und Zeit: Sind Zeitreisen möglich? - Wissen - FAZ.NET |
| Sie wussten wahrscheinlich längst, dass Zeitreisen möglich sind - theoretisch zumindest. Denn das auf Einsteins Relativitätstheorie zurückgehende Zwillings-Paradoxon ist bekannt: Ein Raumfahrer, der nach Reisen mit fast Lichtgeschwindigkeit zurückkehrt, ist Jahre jünger als sein Zwillingsbruder. Aber: Wissen Sie auch, dass Reisen in die Vergangenheit möglich sind, in der Sie Ihren eigenen Großvater töten könnten? Freilich ist auch dieses Großvater-Paradoxon in gleicher Weise Theorie wie die Vorstellung einer Gegenwart mit mehr als einer Vergangenheit. Man hofft auf die Auflösung derartiger Paradoxien, wenn erst einmal die Vereinigung von Relativitätstheorie und Quantengravitation erreicht ist. Bis jetzt jedenfalls gilt: "Jeder einzelne Augenblick vergeht unwiederbringlich", schließt Ulf von Rauchhaupt seinen Artikel. hhp
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 | 2009/10/22 Teilchenphysik: Ist Gott Mathematiker? - Zeit Online |
| Wenn Gott Mathematiker ist, dann wohl einer, der seine Freude hat am Unvollkommenen. Wir sind das Produkt eines Symmetriebruchs. Der Large Hadron Collider eröffnet uns einen Blick ins Universum, wie es kurz nach dem Urknall war. Doch der Autor möchte noch mehr, den Urknall entgotten. Das wird ihm die Physik wohl nicht bieten können. Auf die Frage, was vor dem Urknall war, hat der Physiker keine Antwort - was allerdings niemanden davon abhält, sich mit der Frage zu beschäftigen. - al
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 | 2010/01/18: Wird E.T. aussehen wie wir? - Spektrum der Wissenschaft |
| In dem Artikel diskutiert der US-amerikanische Sachbuchautor Michael Shermer seine These, dass außerirdisches intelligentes Leben zwar wahrscheinlich ist, ein menschenähnliches Aussehen dagegen eher unwahrscheinlich sei. Der Artikel bezieht dabei zwei Stellungnahmen Dawkins' ein, der die Wahrscheinlichkeit humanoider Lebensformen optimistischer einschätzt. Interessant finde ich jenseits der Meinungsverschiedenheit, dass das Vorkommen weiteren intelligenten Lebens im Universum (wie auch immer gestaltet) völlig unstrittig zu sein scheint. Wenn dem so sein sollte, wäre der Mensch - gegen Jacques Monod - durchaus kein "Zigeuner am Rande des Universums", sondern Ausdruck einer Tendenz des Universums, zu intelligentem Leben zu führen. - hhp
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 | 2009/11/11: Der Vatikan und die Erlösung von Außerirdischen - Welt online |
| Vgl. auch: 2009/11/13: Alien life is possible: Vatican - ABC News. Der vorliegende Artikel wirft verstärkt den Blick auf die Entstehung des Lebens auf unserem eigenen Planeten, was mit "gewaltigen Umwälzungen" einherging. Theologisch wird nach der Erlösung der Aliens gefragt. Funes spekuliert: "Möglicherweise ... haben Außerirdische ja das Heilshandeln Christi gar nicht nötig, weil allein die Menschheit das verirrte Schaf im Weltall ist". hhp
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 | 2009/11/13: Alien life is possible: Vatican - ABC News |
| Jose Gabriel Funes, Astronom und Leiter der Vatikanischen Sternwarte, hat eine fünftägige Konferenz mit 30 Astronomen, Physikern und Biologen geleitet. Das Thema der Konferenz, außerirdisches Leben, beinhalte zwar viele philosophische und theologische Implikate, der Hauptfokus lag aber auf der wissenschaftlichen Perspektive. Ziel war eine Bestandsaufnahme der aktuellen Forschungen, aber auch eine Abschätzung, wann der entscheidende Durchbruch der Entdeckung außerirdischen Lebens zu erwarten ist. In den nächsten 10 Jahren - so der Konsens der Wissenschaftler - sei damit wohl zu rechnen; entweder durch Planetenmissionen innerhalb unseres Sonnensystems oder durch teleskopischen Beobachtungen. Freilich müsse - auch hinsichtlich der theologischen Herausforderung - unterschieden werden zwischen einfachen Lebensformen und intelligenten Wesen. Aber auch letzteren könne man theologisch positiv begegnen: "Jedes außerirdische Wesen würde sicherlich die Kreativität Gottes widerspiegeln." hhp
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 | 2006/09/12: Papst: "Mensch kein Zufall der Evolution" - DiePresse.com |
| Der Beitrag berichtet von einer Papstpredigt in Regensburg, in der die platonisch anmutende Wertschätzung des mathematisch geordneten Kosmos zum Ausdruck kommt. Der Papst wörtlich: "Wir glauben, dass das ewige Wort, die Vernunft, am Anfang steht und nicht die Unvernunft". Auch der Glaube ist nicht unvernünftig und für den Papst in der modernen Welt unverzichtbar.
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 | 2009/03/13: Gott trifft Darwin: Lassen sich Religion und Evolution vereinbaren? | Wissen | Nachrichten auf ZEIT ONLINE |
| Hartmut Wewetzers sehr lesenswerter Artikel hält, was der Titel verspricht: Der Autor benennt alle wesentlichen Positionen, die man einnehmen kann, wenn Gott auf Darwin trifft, exemplarisch mit Namen. Stephen Jay Gould setzte mit seinem Modell der NOMA (Non-Overlapping Magisteria) auf ein schiedlich-friedliches Nebeneinander; Richard Dawkins führe Darwin gegen Gott ins Feld, die Kreationisten Gott gegen Darwin. In der Intelligent-Design-Variante friste Gott noch ein Lückenbüßer-Dasein.
Von diesen Fehlformen setzt Wewetzer den Physiker Karl Gibereson und den Biologen Kenneth Miller ab. Beide verfielen weder auf einen pantheistischen noch auf einen Lückenbüßer-Gott. Bei beiden arbeite Gott "Hand in Hand mit den Naturgesetzen". Ein Indiz für sein Wirken sei das Erscheinen des Menschen, argumentativ unterfüttert mit dem Begriff der Konvergenz und dem anthropischen Prinzip. Wewetzer unterschlägt die Gegenargumente nicht: ein kurzer und dennoch differenzierter Artikel - Lob!
hhp
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