 | 2012/01/12 Transplantationen in Deutschland - Bereitschaft zur Organspende ist gering - sueddeutsche.de |
| Nach der Lebendspende einer Niere durch den SPD-Politiker Steinmeier schien es, als sei die Bereitschaft der Deutschen zur Organspende gestiegen. Ein Irrtum. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Patientenverfügungen verhindern Transplantationen häufig, denn in ihnen ist oft festgelegt, dass die medizinische Versorgung im Falle einer schweren Erkrankung schrittweise eingestellt werden soll. Dadurch werden potenzielle Spenderorgane meistens unbrauchbar. Alle Bundestagsfraktionen sind sich einig, dass noch in diesem Jahr ein neues Transplantationsgesetz verabschiedet werden soll, um die Spendenbereitschaft zu erhöhen. Die mit dem Problem verbundene Frage des Hirntodkriteriums behandelt der Artikel leider nicht.- al
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 | 2011/09/15 Erbgutanalyse "Sorry, Frank" ZEIT Nr. 38 S.45 |
| Kurze Glosse über die Tatsache, dass das erste Genom eines deutschen vollständig entziffert wurde. Dieser sei kerngesund, umso interessanter wie viele Risikomerkmale er dennoch in seinem Erbgut mit sich herumtrage. Das aber sei völlig normal. Gott sei Dank! -al
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 | 2011/08/18 Früher erkennen - ZEIT Nr. 34 S. 31 |
| Gerade hat sich der Bundestag dazu durchgedrungen, PID in Ausnahmefällen zuzulassen, da kommt die Humangenetik mit einem komplikationsfreien Verfahren daher, das zudem noch früher in der Schwangerschaft anwendbar ist. Das Blut der Schwangeren gibt über das Genom des Kindes Auskunft. Die Zeiten nähern sich dem Ende, in denen gesunder Nachwuchs eine Gnade war und ein behindertes Kind ein hinzunehmendes Schicksal. Aber ob damit wirklich nur "Klarheit" geschaffen wird und nicht doch auch Abtreibungen provoziert werden? Es könnte sein, dass der Test bald Routine ist, erst einmal allerdings nur für diejenigen, die sich ihn leisten können. Ist Behinderung dann ein Stigma armer Eltern? - al
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 | 2011/09/15 Erbgutanalyse "Sorry, Frank" ZEIT Nr. 38 S.45 |
| Kurze Glosse über die Tatsache, dass das erste Genom eines Deutschen vollständig entziffert wurde. Dieser sei kerngesund, umso interessanter wie viele Risikomerkmale er dennoch in seinem Erbgut mit sich herumtrage. Das aber sei völlig normal. Gott sei Dank! -al
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 | 2011/08/11: Hirn-Stammzellen: Bastelstunden am "Jungbrunnen" - FAZ.NET |
| Dass auch im erwachsenen Gehirn neue Hirnsubstanz gebildet wird, konnte bisher medizintechnisch noch nicht hinreichend genutzt werden. Zu langsam wurden in vitro aus neuronalen Stammzellen funktionierende Hirnzellen. Nun scheint man das Gewebe gefunden zu haben, dass "die Stammzellen quasi wachküsst" und auch andere Experimente konnten die Vermehrung der Stammzellen beschleunigen. Der Artikel warnt jedoch davor, sich Hoffnung auf eine baldige Anwendung z. B. bei Demenz zu machen. hhp
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 | 2011/07/06 PID-Entscheidung: Welchen Embryo meint ihr? - FAZ.NET |
| In der PID-Entscheidung im Bundestag ging es um die Auswahl und den Schutz des frühesten, künstlich gezeugten Embryos. Das Embryonenschutzgesetz ist in der Hinsicht aber heillos veraltet, geht es doch von der Abgrenzung der totipotenten Zelle gegen die pluripotente Zelle aus. Zu dem Zeitpunkt, als es beschlossen wurde, war die Technik noch nicht entwickelt worden, mit der aus embryonalen, pluripotenten Stammzelllinien neue Individuen erzeugt werden können. Nun muß das Regelwerk überdacht werden. Das denkbare Kriterium, all diese Zellen strafrechtlich vor Manipulationen zu schützen, ist unmöglich. Um eine konsistente Basis zu erhalten, indem zum Beipiel all diese Zellen als totipotent eingestuft werden, müssten wesentliche Bereiche der aktuellen Medizin kriminalisiert werden. Der Artikel bietet einen anderen, sinnvolleren Ausweg an. -al
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 | 2011/06/20 Aus einer Leiche geboren - SPIEGEL 25/2011 |
| Die aufwühlende Geschichte des Kindes einer hirntoten Mutter stellt das gewissermassen kanonische Hirntodkriterium in Frage, dass Voraussetzung für die Organentnahme ist. Das bisherige Hirntod-Konzept besagt, dass der Körper nach dem endgültigen Absterben des Gehirns unweigerlich und rasch in seine Einzelteile zerfällt, weil das zentrale Steuerungsorgan, das Gehirn, fehlt. Diese Vorstellung ist schwer zu vereinbaren mit den mittlerweile 30 Fällen von hirntoten Schwangeren, die zum Teil monatelang am Leben gehalten wurden. - al
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 | 2011/06/28 Synthetische Biologie: Eine neue Lebensform - FAZ.NET |
| Chemikern ist es gelungen, künstliches Leben nach dem Vorbild der Evolution erschaffen, allerdings mit einem Baustein im Genom, den die Natur nicht nutzt. Im Vergleich zu Craig Venters bahnbrechendem Versuch vom letzten Jahr ein weiterer Schritt in Richtung synthetischen Lebens, der aber auf natürlicheren Prinzipien beruht. Für die Umwelt drohe keinerlei Gefahr: "Ein Organismus, der einen künstlichen Baustein braucht, den es in der Natur gar nicht gibt, stirbt, wenn er mal tatsächlich unbeabsichtigt in die Umwelt gelangt, sofort ab. Er kann sich nicht vermehren und auch seine Gene nicht verbreiten." So heißt es. Tatsächlich hat der entwickelte Organismus aber noch den "Defekt", im Zweifelsfall auch wieder auf seinen natürlichen Bestandteil zurückgreifen zu können. - al
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 | 2011/06/30 Reproduktionsmedizin: Für den Kinderwunsch in die Klinik im Ausland - ZEIT ONLINE |
| Nachwuchs dank PID oder Eizellspende: Kinderwunschkliniken in Europa locken mit Methoden, die in Deutschland verboten sind. Für einige Paare sind sie die letzte Hoffnung. In den Zentren werden inzwischen wohl jährlich schon rund 15.000 Patientinnen behandelt. Ein Beispiel für die notwendige Harmonisierung zumindest der europäischen Rechtsprechung, insbesondere wenn man bedenkt, dass Beratung zu der Angelegenheit, auch über medizinische Aspekte, bereits als Beihilfe zu einer Straftat gewertet werden kann. - al
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 | 2011/06/30 Mit Gewissen und Verstand - ZEIT Nr. 27 S. 42 |
| Martin Spiewaks sachliche Darstellung des Für und Wider in Sachen PID ist von einem deutlich befürwortenden Tenor geprägt, für den erst die Geburt der entscheidende "moralische Wendepunkt" ist. Ein weiterer Artikel informiert über die zur Abstimmung stehenden Gesetzesalternativen. Interessant wäre nun ein ebenso sachlicher Contra-PiD Artikel, sollte die ZEIT wirklich Entscheidungshilfe und nicht Lobbyistin sein wollen. Sicher ist ein relationaler Ansatz, der die Rechte des Embryo mit den Rechten der austragenden Mutter in Beziehung setzt, sinnvoll. "Damit der Zellhaufen leben kann, braucht er nämlich die Mutter". In der Tat. Aber auch das Baby braucht andere Menschen, ohne die es nicht leben kann, und so bleibt zu fragen, ob die Geburt tatsächlich der alles entscheidende Wendepunkt ist, mit dem sich alles ändert. -al
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 | 2011/05/16 Das Gewissen der Ärzte wird gleichgeschaltet - SPIEGEL 20/2011 |
| Der Arzt Michael de Ridder äußert sich im Interview kritisch zur geplanten Verschärfung des ärztlichen Standesrechts zur Sterbehilfe. Bisher deutete einiges auf eine liberalere Musterberufsordnung hin. Die Kehrtwende erklärt De Ridder mit dem Druck der Ärztekammer Westfalen-Lippe und der Landesärztekammer Hessen - und der katholischen und der evangelischen Kirche. - al
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 | 2011/05/26 Ärztetag: Dem Gewissen folgen - ZEIT Nr. 22 S. 39 |
| Patienten beim Suizid zu helfen, war Ärzten bislang nicht ausdrücklich untersagt. Auch schienen sich die Einstellungen der Ärzteschaft zu dem heiklen Thema zu lockern. Jetzt aber will die Bundesärztekammer Sterbehilfe durch eine Änderung der Berufsordnung verbieten. Die scheinbaren Lockerungen waren wohl Missverständnisse. Der Vizepräsident der Bundesärztekammer: "Auch wir wollen das Recht auf Patientenautonomie stärken". Der Mensch habe in Deutschland ein Recht, sich umzubringen, aber kein Recht auf ärztliche Hilfe beim Freitod. Damit werde das Gewissen der Ärzteschaft aber gleichgeschaltet, so ein Kritiker. Muss man diese Debatte als Wahlkampf um bevorstehende Präsientschaftswahlen in der Ärztekammer verstehen? - al
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 | 2011/04/20 Alltägliches Dilemma - Zeit online |
| Ein Bericht über die schwierige Tätigkeit eines als Ethikberater tätigen Arztes in einem konfessionellen Krankenhaus. Der Wille des Patienten soll entscheiden, ist oft aber unklar, und Patientenverfügungen erfordern hermeneutische Auslegungsarbeit. Während es überall Ethik-Komissionen für Forschungsvorhaben gibt, verfügt nur ein kleiner Teil der Krankenhäuser über Ethik-Kommitees für Fragestellungen, die im Klinikalltag auftauchen. Die konfessionellen Krankenhäuser sind hier Vorreiter. - al
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 | 2011/04/04 Ethikkommission zur Atompolitik - "Ein biblisches Gebot" - süddeutsche.de |
| Angesichts der Katastrophe von Fukushima hat die Bundeskanzlerin eine Ethikkommission gegründet, die klären soll, ob Atomenergie in Deutschland ethisch verantwortbar ist. Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft wurden in die Kommission berufen - sowie drei christliche Vertreter. sueddeutsche.de hat schriftlich nachgefragt was der christliche Glaube mit Atomenergie zu tun hat, und wieso Christen berufen wurden, aber keine Vertreter von Umweltorganisationen. Nun, das kann im Grunde nur die Kanzlerin beantworten. Die berufenen Kirchenvertreter sagen, sie wurden wohl nicht wegen eines spezifischen Expertenwissens berufen, sondern als Vertreter gesellschaftlich relevanter Institutionen, die hinsichtlich der ethischen Urteilsbildung unserer Gesellschaft Bedeutung haben und die einen wichtigen Beitrag zur Erzeugung eines ethischen Grundkonsenses in dieser wichtigen Zukunftsfrage leisten können. - al
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 | 2011/03/10 PID-Gesetzesentwurf: Doppelte Falle - ZEIT Nr. 11 S. 37 |
| Das deutsche Embyronen-Schutzgesetz verbietet es, mehr als drei Eizellen pro Behandlungszyklus zu befruchten. Der Sinn der PID ist es jedoch, aus mehreren Embryonen die genetisch belasteten auszusortieren. Stünden nur drei zur Auswahl, könnte am Ende gar kein gesunder Keimling übrig bleiben. Durchschnittlich sind sieben Embryonen nötig, damit schließlich zwei unbelastete eingepflanzt werden können. Allerdings kommt es durchaus auch vor, dass nur ein oder zwei befruchtete Eizellen schadhaft sind. Dann entstehen überzählige Embryonen. Deren Schicksal muss ebenfalls geklärt werden. Das macht die Befürwortung der PID sicher nicht leichter. -al
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 | 2011/03/08 Gendiagnostik: Ethikrat uneins über PID - ZEIT ONLINE |
| Der Streit um die Präimplantationsdiagnostik spaltet Politik und Gesellschaft. Auch der Ethikrat hat zu keiner einheitlichen Position gefunden. Die Befürworter der PID im Ethikrat argumentieren in ihrem Votum, mit der Methode könne Paaren geholfen werden, "die aus genetischen Gründen wiederholte Fehl- oder Totgeburten erlebt haben". Außerdem könnten Schwangerschaftsabbrüche vermieden werden. Die PID-Gegner im Ethikrat wenden in ihrem Votum ein, durch PID könne menschliches Leben aufgrund unerwünschter Eigenschaften verworfen werden. Außerdem könne die Anwendung auch bei einer zunächst engen Begrenzung nach und nach ausgeweitet werden. Das kontroverse Stimmungsbild im Ethikrat zeigt in der Tat, dass der Deutsche Bundestag eine offene Diskussion ohne Fraktionszwang führen muss. -al
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 | 2011/02/18 Starke Zwangsstörungen: Hirnschrittmacher als letzte Hoffnung -SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft |
| Menschen mit sehr starken Zwangsstörungen kann ein Hirnschrittmacher helfen - dennoch rät einer der Pioniere der Technik dazu, sie mit Vorsicht einzusetzen. Wunder sollte man sich nicht erhoffen. Die Tiefenhirnstimulation macht aus schwerstkranken Patienten lediglich durchschnittliche Patienten. Daher müsse von Fall zu Fall genau abgewogen werden. Tiefenhirnstimulation ersetzt nicht den Therapeuten - sie kann dem Betroffenen aber ermöglichen, durch seinen verbesserten Gesamtzustand endlich von der Psychotherapie zu profitieren. - al
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 | 2011/02/18 Hirndoping - Riskanter Muntermacher - sueddeutsche.de |
| Mancher übernächtigte Prüfling versucht, seine Hirnzellen mit der Lerndroge Modafinil auf Leistung zu trimmen. Nun wird der Stoff, der als Vigil vermarktet wird, als gefährlich eingestuft. Doch keine Panik: Der gleiche muntermachende Effekt ist durch wenige Tassen Kaffee zu erreichen, oder, um das Ergebnis einer Bonner Tagung zum Thema Neuro-Enhancement zu zitieren: durch ausreichend Schlaf. - al
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 | 2011/01/12 Kein "Botenstoff der Liebe" - Das Ende des Kuschelhormons - sueddeutsche.de |
| Studien des niederländischen Psychologen Carsten de Dreu und seiner Kollegen zufolge erhöht das Hormon Oxytocin die Bereitschaft, anderen zu vertrauen und mit ihnen zu kooperieren - aber nur innerhalb der Gruppe, der man sich zugehörig fühlt. Es ist demnach weniger ein "Botenstoff der Liebe" als vielmehr ein Hormon, das unseren Ethnozentrismus beeinflusst. Die Ergebnisse untermauern die Idee, dass sich neurobiologische Mechanismen im Allgemeinen und das Oxytocin-System im Besonderen entwickelt haben, weil sie die Koordination und Kooperation innerhalb einer Gruppe verstärken. Der Artikel bietet Hintergrundinformationen zu den Forschungsergebnissen, welche die ZEIT "fatale Nächstenliebe" titen liess (20.01.2011). -al
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 | 2011/02/14 Erbkrankheiten: Meine Gene, deine Gene - Mensch & Gene - Wissen - FAZ.NET |
| Jeder Mensch trägt in seinem Erbgut Fehler. Wenn zwei davon in einer Partnerschaft zusammenkommen, können schwer behinderte Kinder geboren werden. Soll man das testen, noch ehe sie gezeugt werden? Stephen Kingsmore vom National Genome Research Center in Santa Fe stellte im Januar dieses Jahres seinen ?universellen Gentest? vor, der schon vor einer Zeugung Anlagen für Hunderte schwerer Erbkrankheiten enttarnen und Paaren mit Kinderwunsch Aufschluss darüber geben kann, ob ihr Nachwuchs davon betroffen sein könnte. Das neue Verfahren hat das Zeug, die Familienplanung zu revolutionieren wie einst die Pille, so der Artikel. Es öffne aber auch die Tür zur Ära einer wissenschaftlich fundierten negativen Eugenik ein ganzes Stück weiter als bisher. Kingsmore will die Anlagen für rezessive Erbleiden tatsächlich ganz und gar aus dem menschlichen Genpool entfernen. Möglich wäre das nur durch eine Rasterfahndung für alle Paare mit Kinderwunsch. -al
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 | 2011/02/10 Designer-Baby: Sein Name sei Hoffnung - Medizin - Wissen - FAZ.NET |
| In Frankreich wurde ein Kind geboren, das einem oder besser noch beiden seiner beiden älteren Geschwistern, die an einer genetischen Blutkrankheit leiden, das Leben retten soll. Das Baby wurde in vitro gezeugt und hat von den Eltern den Namen ?Unsere Hoffnung?. bekommen. Der Vorsteher der französischen Bischofskonferenz spricht kritisch von der ?Instrumentalisierung des Menschen im Dienste eines anderen Menschen?. Genetiker Axel Kahn, Mitglied der französischen Ethikkommission, die das Vorgehen und die dazu nötige PID erlaubt hat, spielt dagegen die Tragweite der Premiere herunter. Der zuständige Arzt René Frydman verwirft den Begriff des ?Medikamenten-Babys? und schwärmt vom Kinderwunsch der Eltern, die beide nach der künstlichen Befruchtung vorhandenen Embroys einpflanzen liessen. Dabei vertrauten sie auf den Zufall, denn nur einer war für die vorgesehene Transplantation kompatibel. Zum Glück hat sich der "richtige" Embryo durchgesetzt. -al
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 | 2011/02/02 Gespräch mit Francis Collins: Ein ganzes Genom in zwei Stunden entschlüsseln? Klar, geht das! - Mensch & Gene - Wissen - FAZ.NET |
| Weil viele Krankheiten auf äußerst komplexen Ursachen beruhen und zudem über viele Jahre hinweg entstehen, sind wir noch weit davon entfernt, sie zu bezwingen. Francis Collins, Leiter des Humangenomprojektes, hält dennoch daran fest: Der medizinisch-wissenschaftliche Fortschritt schreitet heute sehr viel schneller voran als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in der Geschichte. Was bedeutet das? "Wie unsere Erfahrungen bei mittlerweile mehreren tausend Probanden zeigen, erleben viele Menschen die Ergebnisse der Gentests als einen Weckruf: Sie hören auf zu rauchen, ernähren sich gesünder und treiben mehr Sport." Freilich, es gibt auch Menschen, die so weiter leben wir zuvor. Und die Frage des genetischen Datenschutzes wird in dem Interview nicht diskutiert. - al
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 | 2011/02/13 Zehn Jahre nach der Entschlüsselung der DNS - Das vertrackte Genom - Süddeutsche.de |
| Worüber die Wissenschaft 2001 jubelte war keineswegs die vollständige Sequenz eines menschlichen Erbguts, sondern ein Referenz-Genom aus den Daten mehrerer Menschen. Vollständigkeit, das zeigte sich, ist in der Genetik eine Frage der Definition. Dennoch sah Craig Venter "eine Revolution in der Medizin" kommen. Zehn revolutionsfreie Jahre später sagt jedoch Eric Green, Direktor des National Human Genome Research Institute in Bethesda: "Profunde Verbesserungen in der medizinischen Versorgung sind durch die Genomik realistischerweise auf viele Jahre hin nicht zu erwarten." Der Optimismus von Francis Collins, dem ehemaligen Leiter des staatlich finanzierten Humangenom-Projekts, ist dennoch ungebrochen, während Venter nun wissen lässt: "Wir wissen gar nichts." Vielleicht sollte man vorsichtig sein mit der Rede von der genetischen Revolution. -al
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 | 2011/02/06 Biobanken: Auf diese Revolution haben wir gewartet - Medizin - Wissen - FAZ.NET |
| Der Direktor am DKFZ in Heidelberg, Christof von Kalle, weist darauf hin, dass sie in ein bis zwei Jahren soweit sind, die kompletten Genome von 500 Patienten im Jahr für Therapieentscheidungen sequenzieren zu können. Das individuelle Genom, entschlüsselt bis auf wenige Details, wird zur Planungsgrundlage für die Ärzte. Die Krebsmedizin zeigt: Es gibt ihn, den gewaltigen Fortschritt, doch wie schnell er sich vom Labor an die Klinikbetten vorarbeitet, wann vor allem die Patienten in großer Zahl einen Nutzen davon haben und wann letzten Endes das Gesundheitssystem ökonomisch davon profitiert, das zeichnet sich erst in Umrissen ab. Zum Glück arbeitet man bereits an einem Datenschutzkonzept für die Onkologie. Der Deutsche Ethikrat hat sich vor einigen Monaten für ein neues Gesetz ausgesprochen, das die Kontrolle und Qualitätssicherung von tausenden Biobanken hierzulande sicherstellen soll. Hoffen wir, dass die Politik der rasanten wissenschaftlichen Entwicklung hinterherkommt. - al
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 | 2011/02/04 Medizinethik: Drum prüfe, wer sich bindet - ZEIT Nr. 6 S. 33 |
| Neuartige Gentests sollen Paaren die Angst nehmen, ihre Kinder könnten mit schweren Erbkrankheiten zur Welt kommen. Eine medizinische Revolution, ethisch umstritten. Der Plan ist heikel, weil damit gleichzeitig das Erbgut auf Hunderte Defekte abgeklopft wird. Und weil der Test radikal früh vorgenommen werden soll ? noch vor der Empfängnis. Interessierten Paaren würde dann schon vor der Zeugung die Gefahr in ihren Erbanlagen vor Augen geführt. In mehrfacher Hinsicht steckt in dem Unterfangen soziale Brisanz. Ist die Gesellschaft reif für so viel biologische Selbsterkenntnis? Sind die Bürger gewillt, soziale Folgekosten der Durchleuchtung zu akzeptieren? Es zeige sich, so der Autor: Im Streit über die Anwendung der PID wird um das Gestern gerungen. Auch das 2010 frisch in Kraft getretene Gendiagnostikgesetz regele demnächst nur noch die Vergangenheit ? den Umgang mit Tests für einzelne Gene. In der Tat müssen diese neueren Entwicklungen in der Diskussion berücksichtigt werden. -al
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 | 2011/01/27: What's the Problem With a Good Placebo? - Religion Dispatches |
| "Hoffnung hilft heilen" ist für William Grassie das Mindeste, was man komplementärer und alternativer Medizin attestieren kann. Grassie weist auf Plazebo-Studien und psychosomatische Befunde hin, die er aber mit dem Begriff "psychosozial" um die gesellschaftliche Dimension erweitert. Damit kommen die komplexen sozialen und kulturellen Interaktionen und langen Traditionen in den Blick, deren Weisheit u.a. herausgearbeitet hat, dass ein Plazebo-Effekt umso effektiver wirkt, je ausgefeilter ein Heilungsritual zelebriert wird. Eine auf diese holistische Art unterstützte Schulmedizin mag den Heilungsprozess um mindestens 30% erhöhen - so Plazebo-Studien zu verallgemeinern sind. Wo also liegt das Problem bei guten Plazebos? hhp
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 | 2011/01/25 "Neuro-Enhancement": Sollen wir den Menschen verbessern? - evangelisch.de |
| Ulrich Pontes kommentiert eine Tagung der Evangelischen Akademie im Rheinland (Bonn) zum Thema "Neuro-Enhancement". Dabei sorgten die meisten der eingeladenen Experten für Ernüchterung angesichts des derzeit Machbaren. "Schlaf ist der beste Neuro-Enhancer", war ein Fazit. Deutlich wurde auch, so Pontes, dass die Frage letztlich nur eine weitere Spielart der Problematik darstellt, die hinter so vielen bioethischen Debatten steckt: Welchem Welt- und Menschenbild hängen wir an, und welche Rolle kommt dem Staat in moralischen Fragen zu? - al
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 | 2011/01/21 Gendiagnostik: Aus Liebe zum Leben - ZEIT Nr. 4 S. 31 |
| Der Streit um den Gentest am Embryo spaltet Gesellschaft und Politik, auch unter Betroffenen ist die PID umstritten. Zwei Familien, zwei Sichtweisen, werden vorgestellt. Christian Papadopoulos, selbst an Duchenne erkrant, sieht es so, dass die individuellen Vorteile der PID ihre Gefahren für die Gesellschaft nicht aufwiegen. Werden Behinderte sonst irgendwann als Versäumnis ihrer Eltern betrachtet, die eine existierende Technik nicht anwandten? Die Familie mit behindertem Kind dagegen kann und will sich kein weiteres zumuten, für sie ist PID ihre Hoffnung auf gesunden Nachwuchs. Der "Zellklumpen", der selektiert wird, ist für sie allerdings auch noch kein Mensch. Zurecht weist der Artikel auf die entstehende widersinnige Rechtslage hin, wird die PID per Gesetz verboten: In der Petrischale im Labor genießt der wenige Tage alte Embryo dann wieder absoluten Schutz; im Mutterleib dagegen - Wochen später, in Ausnahmefällen fast bis zur Geburt - darf das reifende Leben beendet werden. - al
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 | 2010/12/13: Eingeschränkt erlaubt - Gentests mit künstlichen Embryonen - taz.de |
| Der interfraktionelle Gesetzesentwurf sieht ein grundsätzliches Verbot der PID mit zulässigen Ausnahmen vor. Die Ausnahmen sollen nicht in einem Krankheitskatalog definiert, sondern in Einzelfallentscheidungen durch eine Ethikkommission bestimmt werden. hhp
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 | 2010/10/25 Bischof Friedrich: "Leben ist ein Geschenk" - evangelisch.de |
| Nach dem Plädoyer für PID durch Peter Hintze stellt Landesbischof Johannes Friedrich auf evangelisch.de die andere Sicht dagegen. Leben ist ein Geschenk, argumentiert Friedrich. Die PID könnte der künstlichen Selektion Bahn brechen. Menschen dürften sich niemals anmaßen, zwischen "lebenswert" und "lebensunwert" zu unterscheiden und menschlichem Leben das Lebensrecht abzusprechen. Dahinter steht, auch wenn es nicht expliziert wird, die Annahme, dass das beginnende Leben bereits vollwertiges Leben ist. Es wäre sinnvoll, diesen fundamentalen Streitpunkt auch zu benennen. - al
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 | 2010/10/21 Peter Hintze: "PID bedeutet Ja zum Leben" - evangelisch.de |
| Peter Hintze (CDU), evangelischer Theologe und Parlamentarischer Staatssekretär befürwortet die PID. Christen haben aus Nächstenliebe die Verantwortung, die ihnen gegebenen Möglichkeiten, Not zu lindern, auch zu nutzen, argumentiert er. Die Eltern erhielten auf diese Weise die Sicherheit, Ja zum Leben zu sagen. Die dahinter stehende Auffassung vom beginnenden Leben ist folgerichtig die des Zellhaufens: "Die menschliche Intuition, die Wertungen unseres Grundgesetzes und auch die christliche Anthropologie sagen uns, dass es einen klaren Unterschied gibt zwischen einem Menschen wie du und ich und einer mikroskopisch kleinen befruchteten Eizelle in der Petrischale". Wie man diese Frage sieht, das ist sicher der Knackpunkt der Diskussion. - al
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 | 2010/11/05 "PID wird immer ein ethisches Dilemma bleiben" - evangelisch.de |
| Das Strafgesetzbuch sei kein geeignetes Mittel, um die Fragen des Lebens zu regeln, so der Medizinethiker Eckhard Nagel in diesem Interview. Er plädiert für eine vorsichtige Neuregelung, die Rücksicht nimmt auf die wenigen Einzelfälle, in denen es hilfreich sein kann, eine PID durchzuführen. Die Ehrfurcht vor dem Leben als ethisches Leitmotiv gebiete es auch diese speziellen Situationen und Lebensgeschichten ins Auge zu fassen. Interessant, dass in dem Interview "Kirchenvertreter" pauschal als die PID ablehnend klassifiziert werden, da stand andernorts anderes zu lesen. -al
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 | 2010/12/11 Abgeordnete schlagen Ethik-Kommissionen für PID vor - evangelisch.de |
| Während sich der CDU-Bundesparteitag vor wenigen Wochen mit knapper Mehrheit für ein PID-Verbot aussprach und damit der Position der Bundeskanzlerin anschloss, sind einige Abgeordnete, auch der CDU, da anderer Meinung und fordern Ausnahmen, über die Ethik-Kommissionen entscheiden sollen. Sie wollen noch vor Weihnachten ihren Gesetzentwurf vorstellen. - al
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 | 2010/12/08: Generation of viable male and female mice from two fathers - Biology of Reproduction |
| Der im Volltext frei verfügbare Artikel des Fachjournals "Biology of Reproduction" beschreibt und diskutiert die Herstellung lebensfähiger männlicher und weiblicher Mäuse aus pluripotenten Stammzellen zweier Väter. Die Übertragung auf menschliche Reproduktion erfordere aber noch "deutliche Verbesserungen". Dann aber "könnten eines Tages zwei Männer ihre eigenen genetischen Söhne und Töchter produzieren". Und wenn Geschlechtschromosomen (Y-Chromosomen) transferierbar sind, könnte auch "lebensfähiger männlicher und weiblicher Nachwuchs von zwei Müttern produziert werden". Frankenstein lässt wieder einmal grüßen. hhp
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 | 2010/12/01: GM crops get Vatican's blessing - nature |
| Ein wenig wundert sich Nature schon, dass die Institution, die seinerzeit das heliozentrische Weltbild verurteilt hat, nun gentechnisch veränderte Pflanzen als wohltätige Anwendung von Wissenschaft und Technik versteht. Das sei auch kein "Gottspielen", da menschliche Eingriffe in die natürliche Schöpfung nicht im Gegensatz stehen zum Naturgesetz, das Gott der Schöpfung gegeben habe. hhp
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 | 2010/11/25: Was dem Leben dient - Jüdische Allgemeine |
| PID aus jüdischer Perspektive. Der Rabbiner Julian Chaim Soussan kommt zu dem Schluss: "Wer der künstlichen Befruchtung zustimmt, muss auch PID zulassen". hhp
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 | 2010/11/20 PND und PID: Wieviele Diagnosen für Schwangere? - evangelisch.de |
| Bericht über die Möglichkeiten und Risiken der Präimplantations/Pränataldiagnostik aus der Sicht einer Beratungsstellenleiterin, mit Betonung auf den Risiken. Sicherlich ein einseitiger Bericht, aber eine sinnvolle Korrektur gegenüber den ebenso einseitigen Pro-PID Berichten in der Presse. - al
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 | 2010/11/16: Irre: Kirchenpartei beschließt totales PID-Verbot |
| Angesichts des CDU-Parteitags, der sich mit knapper Mehrheit gegen die PID entschied, schwingt der Artikel schwere polemische Keulen gegen diese Entscheidung. Sie sei von religiösen Fundamentalisten einer Gegenaufklärung herbeigeführt, während die Befürworter der PID "aufgeklärte Parteimitglieder" seien, die sich an "humanitärer Vernunft" und "an Erkenntnissen" orientierten statt "Wissen zu verbieten". Die naturalistische Perspektive sei "rational", während "die Anwendung des Begriffs 'Mensch' auf die thematisierten Zellhäufchen ... eine wertende Konstruktion" sei. Als ob "Zellhaufen" nicht wertend ist. Dass der Name des Münsteraner Bischofs falsch geschrieben wurde, ist im Vergleich zu dieser ethisch-argumentativen Ignoranz freilich nebensächlich. hhp
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 | 2010/11/16: Stem cells injected into the brain of a stroke patient in world first |
| Ca. 2 Millionen Stammzellen wurden ins Hirn eines Mannes injiziert, der vor 18 Monaten einen Schlaganfall erlitt. Damit soll die Regeneration der geschädigten Neuronen angeregt, Blutgefäßwachstum gefördert die Heilung des vernarbten Gewebes angeregt und Entzündungen eingedämmt werden. Tierversuche hatten nahegelegt, dass die Stammzellen sicher sind und effektiv wirken. Die Zellen stammen übrigens von einem 12 Wochen alten Fetus aus den USA. Die Tatsache, dass dieser Versuch starten konnte, wird als "Meilenstein in der britischen Stammzellforschung" betrachtet. hhp
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 | 2010/11/16: Wo beginnt menschliches Leben? CDU gegen Gentests an Embryos - ntv.de |
| ntv reagiert schnell und berichtet ausführlich über die lange und engagierte Debatte auf dem CDU-Parteitag, die zur äußerst knappen Entscheidung gegen die PID führte. Der Titel ist treffend: Die Frage, wann menschliches Leben beginnt, ist eine zentrale Frage bei der PID und auf dem Parteitag. Der Artikel spiegelt gut die kontroverse, emotionale und doch sachliche Diskussion. hhp
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 | 2010/11/13 Debatte über Gentests an Embryonen dauert an - evangelisch.de |
| Evangelisch.de berichtet über die verschiedenen Positionen in der Vorparteitags-CDU zur PID und die Öffnung der Diskussion, die sich der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider wünscht. "Ich bin überzeugt davon, dass sich der Mensch nicht selbst schafft und die Zulassung der PID immer größere Weiterungen haben wird", sagte Bundesforschungsministerin Schavan. Interessant wäre es dann, die Debatte im Dialog zwischen Theologie und Naturwissenschaften aufzugreifen, in wie weit der Mensch nicht auch "geschaffener Mitschöpfer" ist; allerdings ist dieser besonders im amerikanischen Raum benutze Ausdruck sicher zu weit gehend, ein alternativer Vorschlag wäre die Rede von der "schöpferischen Kooperation" des Menschen mit Gott. - al
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 | 2010/10/30 Zellhaufen mit Potential SPIEGEL Nr. 44 |
| Ein ausführlicher, nahegehender Bericht über die Vorzüge der PID aus Sicht von Eva Menasse, der auch die Wertefrage nicht ausklammert, sie aus jüdischer Sicht überraschend etwas anders beantwortet, als man vielleicht erwarten sollte. Ein wenige Tage alter Embryo ist für Menasse bei höchstem Respekt vor dem menschlichen Leben kein Mensch, sondern ein Zellhaufen mit Menschpotential. Damit bezieht sie klar Stellung und begründet diese, weist auch auf den Widerspruch zum geltenden Recht bei Schwangerschaftsabbruch hin. Ein Beitrag, der sicherlich zumindest nachdenklich macht. - al
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 | 2010/10/30 Es ist unsere Pflicht, Gentests zu entwickeln SPIEGEL Nr.44 |
| Ein sehr kurzes Interview mit Hans-Hilger Ropers, Direktor am Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin, über die rasanten Fortschritte in der Erkennung von Erbleiden und über die Familienplanung der Zukunft - und von keinerlei Trübung des Fortschrittsglaubens belastet. -al
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 | 2010/10/25 Schwere Schäden - SPIEGEL Nr. 43 |
| "Fast überall in Europa werden Erbguttests an Embryonen vorgenommen - gerade in katholischen Ländern. Nur Deutschland tut sich mit der PID-Methode schwer", heißt es in der Einführung des kurzen Spiegel-Artikels, womit seine Richtung klar ist. Immer wieder reisten Paare aus Brandenburg, Berlin oder Sachsen zur Präimplantationsdiagnostik nach Polen - während Polinnen umgekehrt nach Deutschland reisten, um hier einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen. Europa paradox, und natürlich ist, wenn man dem Artikel glauben darf, die katholische Kirche daran schuld. Als positives Gegenbeispiel wird CDU-Mann Peter Hintze angeführt. "Bei einem Embryo in der Petrischale mag er noch nicht von einem Menschen sprechen. Er redet von Zellen." Wer eine sachliche Auseinandersetzung in diesen Wertfragen sucht, wird bei diesem Artikel leider nicht fündig. - al
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 | 2010/11/11 Schwere Geburt ZEIT Nr. 46 S. 46 |
| "Prädikative genetische Diagnostik als Instrument der Krankheitspräventation" heisst die komplexe Studie der Nationalen Akademie der Wissenschaften, von der sich der Verfasser des Artikels eine Stellungnahme zur PID erhofft hätte - doch die lag nicht in ihrem Auftragsbereich. Hätte man sich damit beschäftigt, so der Vorsitzende der Expertengruppe richtig, wäre es schnell um Wertefragen gegangen, und dann hätte die Studie auch viel länger gedauert. Der Grund dafür, dass sie nicht behandelt wurde, ist aber ein anderer: sie wird im Gendiagnostikgesetz, zu dem Stellung bezogen wurde, gar nicht behandelt. Dennoch kommt der Verfasser zum Schluss, dass die Auseinandersetzung mit der komplexen Materie lohnt. - al
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 | 2010/08/12 Das aufgezwungene Leben - ZEIT Nr. 33 S.36 |
| Massive theologische Vorurteile bestimmten Nagels "Pseudoargumentation", so meldet sich der Philosoph Ludger Lütkehaus in der Sterbehilfe-Debatte zur Wort. Angesichts der langen Tradition der Apologie des Suizids könne man in diesen Fällen keinesfalls von der "Kapitulation vor der menschlichen Existenz" reden. Die alte dogmatische Sprache der Heteronomie, wie Nagel sie mit der Rede vom Leben als Geschenk gebrauche, müsse man als theologisch motiverte Freiheitsberaubung ansehen. Das könne sich der an solch einen "diktatorischen Gott" Glaubende aufgrund der Beschränktheit seines Einfühlungsvermögens natürlich nicht vorstellen, so Lütkehaus. Ob es Lütkehaus allerdings gelingt, sich in die Denkwelt des kritisierten Gegenübers einzufühlen, möchte ich ich ernsthaft bezweifeln. Bei aller berechtigten Kritik an der theologischen Tradition der Verdammnis über Selbstmörder ist seine Argumentation sicher eher aufschlussreich hinsichtlich seines eigenen denn Eckhard Nagels Gottesbild. - al
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 | 2010/11/08: Thema: Bioethik - Das Parlament |
| Das Parlament Nr. 45 widmet sich umfangreich dem Themenschwerpunkt Bioethik. Der Titelbeitrag von Oliver Tolmein widmet sich dem Bundestag und den Antworten der Abgeordneten zu den letzten Fragen des Lebens: "Das Gewissen entscheidet". Katja Wilke thematisiert die "Angst vorm Designerbaby", die Aufhebung des Fraktionszwangs, aber auch den straffen Zeitplan zur Abstimmung über die PID. Ausführlich stellt Helmut Stoltenberg unter dem Titel "Riss durch die Fraktionen" die Positionen der Politiker zur PID vor. Der Bioethiker Giovanni Maio hält den Sinn des Ungeplanten wach: "Kinder sind keine Produkte". Aber auch das Lebensende wird bedacht: Pro und Contra zum begleiteten Suizid sowie die Einigung des Bundestages zur Patientenverfügung. Weiteres: Organspende, Glaube und Politik, Klonen, Paragraph 218 und Pränataldiagnostik, regenerative Medizin, Hirntodkriterium, Walter Jens und Demenz. Hochaktuell, differenziert und umfassend! hhp
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 | 2010/10/30 Präimplantationsdiagnostik (PID): Widerstand in der CDU gegen Merkel - Medizin - Wissen - FAZ.NET |
| Einige prominente CDU-Politiker, darunter die Ministerinnen von der Leyen und Schröder, sind für die Zulassung der PID bei schwerer erblicher Vorbelastung der Eltern. Zur Begründung heißt es: ?Sie dient dem Schutz des ungeborenen Lebens und dem Schutz der Mutter vor schwerwiegenden Schwangerschaftskonflikten.? Sie stellen sich damit gegen Merkel, die sich kürzlich für ein vollständiges Verbot der PID ausgesprochen hatte. -al
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 | 2010/06/04: PGD for all cystic fibrosis carrier couples: novel strategy for preventive medicine and cost analysis |
| Die englische Veröffentlichung, auf die sich der FAZ-Artikel "Sollen Embryonen zum Massenscreening?" bezieht, ist als abstract frei zugänglich, und als Volltext zu erwerben. Am Beispiel der Erbkrankheit Mukoviszidose rechnet der Präsident und medizinische Direktor des Institute for Human Reproduction, I. Tur-Kaspa, vor, dass sich der flächendeckende Einsatz der PID finanziell lohnen würde im Vergleich zu den Kosten, die Mukoviszidosekranke verursachen. hhp
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 | 2010/10/28: PID: Sollen die Embryonen zum Massenscreening? FAZ.NET |
| Um mittelfristige Wirkungen der Präimplantationsdiagnostik (PID) abschätzen zu können, blickt der Artikel auf Erfahrungen in den USA, wo PID schon länger angewandt wird. Dort bereite man sich inzwischen auf eine "kollektive Testung" vor. Am Beispiel der Erbkrankheit Mukoviszidose hatte Mitte des Jahres der Direktor eines der weltweit erfahrensten Reproduktionsinstituts in Chicago vorgerechnet, dass sich der flächendeckende Einsatz der PID "schon in wenigen Jahren finanziell lohnen würde". Das kosteneffiziente Szenario setze allerdings voraus, dass man belasteten Paaren keine Entscheidungsfreiheit mehr zugestehe. Den sozialen Folgen stellt der Beitrag noch medizinische Folgen zur Seite. So gäbe es Anlass, neurologische Risiken für nach PID Geborene zu erforschen. Insgesamt plädiert die Autorin für eine intensive Folgenabschätzung, bevor PID Verbreitung finde. hhp
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 | 2010/10/25 Präimplantationsdiagnostik: Die Qual der Wahl - Medizin - Wissen - FAZ.NET |
| Wann liegt bei einem Embryo ein schwerwiegender genetischer Schaden vor? Und wann geht es nur darum, unerwünschte, doch nicht ernsthaft belastende Erbanlagen auszuschließen? Diesen Fragen widmet sich der FAZ-Artikel anhand des Beispiels der seltenen und extrem teuer zu behandelnden Krankheit Morbus Gaucher. Wo rationiert werden muss, sollten die Schwächsten am meisten geschont werden, so sollte man meinen. Doch das Beispiel zeigt, dass es nicht immer so edel zugeht, wenn es hart auf hart kommt. Fazit: Gesunden stehe es moralisch kaum zu, einem Paar, das die schrecklichen Folgen einer wiederholt auftretenden Erbkrankheit in der Familie aus nächster Anschauung kennt, eine Diagnostik zu verweigern, die dieses Schicksal erspart. Andererseits habe die Gesellschaft natürlich auch ein Recht, zu verhindern, dass Paare den Embryonencheck nur als Qualitätskontrolle nutzen. -al
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 | 2010/10/21 PID: Um Leid zu verhindern | Wissen | ZEIT ONLINE |
| Der Artikel bietet Hintergrundinformationen zum Leitartikel derselben Ausgabe der ZEIT ("Embryonenschutz: Guten Gewissens") und bleibt im selben Tenor. Seit dem Gerichtsurteil stehen die Politiker vor drei ungefähr gleich unangenehmen Alternativen: Bleiben sie untätig, setzen sie sich dem Vorwurf aus, das medizinethisch prekäre Feld sich selbst zu überlassen. Für die beiden anderen Optionen ? ein striktes Verbot der PID oder eine wie auch immer geregelte Zulassung der Gentests ? müssten fraktionsübergreifende Mehrheiten im Parlament gesucht werden. Überzeugung der Autoren: In der grundlegenden Frage, die Befürworter und Gegner spaltet ? nämlich ob dem Embryo bereits in der Laborschale der volle Schutz durch die Grundrechte zusteht ?, wird sich wohl nie Einigkeit erzielen lassen. Als Kriterium für das praktische Handeln tauge sie daher wenig. Das hindert den referenzierten Leitartikel allerdings nicht daran, hier eindeutig Stellung zu beziehen. -al
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 | 2010/10/12 Präimplantationsdiagnostik: Wir brauchen Rechtssicherheit für Gentests an Retortenbabys | Wissen | ZEIT ONLINE |
| In letzter Konsequenz heißt PID: Die für "ungeeignet" befundenen Embryonen werden aussortiert und getötet. Nach welchen genetischen Merkmalen Mediziner Embryonen nun aussortieren, soll nach dem Vorschlag der FDP ein Krankheitskatalog der Bundesärztekammer festschreiben. Die FDP entfacht damit erneut die Debatte um eine Lockerung des deutschen Embryonenschutzgesetzes, denn bereits gezeugtes Leben geniesse keinesfalls solch einen Schutz wie der Embryo, die Kritik an der PID sei also überzogen. Deutschland brauche ein Gesetz, das diese Ungleichheit aufhebt. Es muss schwierige ethische Fragen berücksichtigen: Wann dürfen Ärzte Embryonen aussortieren? Wo liegt die Grenze zwischen "schwerwiegenden genetischen Schäden", wie sie die Bundesrichter in ihrem Urteil Ende Juli ausmachten, und Gendefekten, die schwere aber teils heilbare Erkrankungen begünstigen? Die ZEIT widmet sich dem Thema noch intensiver, allerdings in Form einer Pro-PID-Kampagne, wie die folgenden Artikel zeigen. - al
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 | 2010/10/22 Embryonenschutz: Guten Gewissens | Wissen | ZEIT ONLINE |
| Es gehe um Kinder, die aufgrund von Erbdefekten sowieso bald sterben müssen, wenn jetzt wieder um den Lebensschutz gestritten wird, so der Leitartikel der ZEIT. PID verhindere zwar eine tödliche Krankheit , indem sie verhindere, dass ein todkranker Mensch geboren werde. In vielen Nachbarländern sei dies aber gestattet, und auch das intuitive Moralempfinden "weltweit" spreche einem Neugeborenen einen anderen Wert zu als einem Zellhaufen. "Abstrakt-ethisch" dagegen argumentierten die PID-Gegner. Es ist natürlich eine ziemliche Unterstellung, das Moralempfinden der PID Gegner sei nicht intuitiv. Richtig ist der Hinweis, dass ein Verbot der PID nach deutscher Rechtssprechung den Embryo nur so lange schützt, bis er zum Fötus herangewachsen ist. Gegen das Dammbruchargument wird angeführt, dass die prinzipiellen Beschränkungen der PID von vornherein einen breiten Einsatz unmöglich machen. Sie bleibe eine Technik für schicksalhafte Einzelfälle. Oder für Leute, die es sich leisten können? -al
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 | 2010/10/18: Gendiagnostik: Merkel befürwortet Gewissensentscheid über PID - ZEIT ONLINE |
| Die unterschiedlichen Positionierungen zur Präimplantationsdiagnostik bedrohen den Koalitionsfrieden. Kanzlerin Merkel wie auch FDP- Generalsekretär Lindner plädieren für eine Gewissensentscheidung ohne Fraktionszwang. Die kommende Woche entscheide über das weitere Vorgehen. Bemerkenswert die Äußerung Lindners, wonach Merkels Ablehnung der PID "für eine Naturwissenschaftlerin überraschend" sei. Müssen sich denn Naturwissenschaftler automatisch dafür einsetzen, dass gemacht werden darf, was gemacht werden kann? Eine typische Fehlform der Normativität des Machbaren. hhp
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 | 2010/10/16: Koalitionsstreit: Kanzlerin will Gentests an Embryonen verbieten -SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik |
| Der Artikel befürchtet Streitigkeiten um die Präimplantationsdiagnostik, nicht nur zwischen CDU und FDP, sondern auch innerhalb der Union. Wie einheitlich die FDP positioniert sei, müsse sich noch zeigen. Es werden von der CDU Merkel (Verbot der PID), Kauder (Verbot), Hüppe (Verbot; will Gesetztesänderung ohne FDP machen), Hintze (Erlaubnis), Schröder (sieht Widerspruch zw. Zulassung der Spätabtreibung und PID-Verbot) erwähnt, von der FDP vor allem das Papier von Ulrike Flach (Erlaubnis) und Leutheusser-Schnarrenberger (Erlaubnis). hhp
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 | 2010/10/17: Präimplantationsdiagnostik: Merkel für Verbot von Gentests an Embryonen - Inland - Politik - FAZ.NET |
| Neben manchen im Spiegel erwähnten Positionen erwähnt die FAZ noch Julia Klöckner (CDU, "keinen Rabatt beim Lebensschutz") und die liberalen Lotter und Lindner. hhp
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 | 2010/10/10: Ein bisschen illegal - Stuttgarter Nachrichten |
| Marc Schieferecke kommentiert eine Akademietagung zur Präimplantationsdiagnostik (PID) und stellt die Zusammenhänge mit der künstlichen Befruchtung, deren Erfinder Robert Edwards just am Tagungstag den Medizin-Nobelpreis zuerkannt bekam, und der Abtreibungsproblematik heraus. "PID ist Selektion", zitiert der Autor den Ethiker Dietmar Mieth, und eine Liste der erlaubten PID-Eingriffe sei "gleichzeitig eine Diskriminierungsliste", so wird die Ethikerin Katrin Bentele wiedergegeben. Wenn aus diesen oder anderen Gründen die Katholiken die Genuntersuchung ablehnten, dann - vermutet der Autor - "fördern sie im Gegenzug die Abtreibung". Dass dies etwas zu einfach gedacht ist, zeigt die Dokumentation der Tagung unter: http://www.forum-grenzfragen.de/diskurs/gentest-am-embryo-pid-in-der-diskussion.html. hhp
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 | 2010/09/30 Sterbehilfe: Schwarze Schafe? | Wissen | ZEIT ONLINE |
| Offiziell lehnen Palliativmediziner die aktive Sterbehilfe ab. In einer Befragung der Ruhr-Universität Bochum gaben manche deutsche Palliativmediziner aber zu, dass sie ihren Patienten das Sterben erleichtern. Und mehr noch: dass sie es mitunter sogar aktiv verkürzen. Dieser Befund sorgte beim Jahrestreffen der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) Anfang September in Dresden für einige Aufregung, denn er wirft Fragen auf: Handelt es sich um schwarze Schafe der Zunft, die zurechtgewiesen werden sollten? Oder hat sich im Widerspruch zu der idealistischen Selbstbeschränkung längst eine abweichende Praxis etabliert? Christof Müller-Busch, bis zum Jahrestreffen noch Präsident der DGP, distanzierte sich von den Formulierungen des Studienergebnisses, obwohl er selbst bei der Studie beteiligt war. Studienleiter Vollmann dagegen resümiert: Die offiziellen Verlautbarungen zum ärztlichen Standesethos stimmen offenbar nicht mit den moralischen Bewertungen und Handlungen überein. - al
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 | 2010/09/14 Hirntod: Ist die Organspende noch zu retten? - Medizin - Wissen - FAZ.NET |
| Der Hirntod, so hieß es bisher, falle mit dem Tod des Menschen in eins, weil bei Ausfall des Gehirns der Organismus biologisch aufhöre, ein integriertes Ganzes zu sein: Er sei dann eben kein Organismus mehr. Die Beschränkung auf biologische und neurologische Kriterien hatte den Vorteil, die Suche nach einer philosophischen oder theologischen Todesdefinition zu umgehen. Doch die biologische Hirntoddefinition kann nicht aufrechterhalten werden. Die Annahme, Hirntote zeigten keine somatische Integration mehr, hat sich als falsch erwiesen. Das Konzept des Hirntods ist jedoch unerlässlich für die Transplantationsmedizin. Daher die Anstrengungen, den Hirntod am Leben zu halten. Hirntote zeigten, so heißt es jetzt, wohl eine nach innen, auf den Organismus als Ganzes gerichtete Integration. Doch fehle die Integration in die Umwelt. Wenn nämlich Organspender zum Zeitpunkt der Entnahme noch lebten, dann wäre dies aktive Sterbehilfe, worauf zu Recht hingewiesen wird. - al
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 | 2010/09/11 Selbstbestimmung: Nicht gegen meinen Willen | Wissen | ZEIT ONLINE |
| Eine Patientenverfügung stärkt psychisch Kranke - aber stürzt Ärzte in Gewissensnöte. Was, wenn es um die Behandlung eines Menschen geht, dem gerade kein Urteilsvermögen zugebilligt wird? Viele Angestellte psychiatrischer Stationen sehen in der Patientenverfügung einen Eingriff in ihre Arbeit. Früher entschied nämlich einzig der Arzt, was gut für den Patienten ist. Er handelte danach, was grundsätzlich als richtig angesehen wurde: nicht sterben und nicht durchdrehen - und wer gerade das will, sollte erst recht behandelt werden. Die »Wohl-Schranke« nennen Juristen das.Darf ein Mediziner etwas dabei zusehen, wie sich ein Betroffener umbringt, weil es sein aktueller Wille ist und er zuvor verfügt hat, dass dieser immer gilt? Ab wann muss man jemanden vor sich selbst schützen? Diese Debatte wird andauern. - al
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 | 2010/06/02 Sterbehilfe: Die Rechtslage | Gesellschaft | ZEIT ONLINE |
| Der kurze Artikel informiert über die Rechtslage seit Einführung des Patientenverfügungsgesetzes im vergangenen Jahr. Es gilt in jedem Fall der einmal geäußerte Wille des Patienten, auch was sein Lebensende betrifft. Im Strafrecht hingegen haben die Abgeordneten nichts verändert. Darum ist bis heute fraglich: Macht sich ein Arzt, der, dem Patientenwillen entsprechend, die Beatmungsmaschine ab- oder die künstliche Ernährung einstellt, trotz allem strafbar ? Bleibt dies eine Tötung, zu der man keinen Arzt zwingen kann? Darüber hat der Strafsenat des Bundesgerichtshofs zu entscheiden. - al
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 | 2010/08/26 Sterbehilfe: Dienstleister in tödlicher Mission | Wissen | ZEIT ONLINE |
| Sterbehilfe ist für Dignitas-Gründer Ludwig A. Minelli das letzte zu erkämpfende Menschenrecht. Das Portrait versucht, einen Eindruck von Minelli zu vermitteln. Es ist der burschikose Umgang mit dem Sterben, der viele gegen ihn aufbringt. Dazu kommt sein Stil. "Das deutsche Gesundheitswesen ist klerikal bevormundet. Viele Krankenhäuser gehören den Kirchen, und jeder zweite deutsche Politiker war früher mal Ministrant. Und die deutsche Christliche Patientenverfügung - völlig unwirksam. Reiner Betrug." Wie viele Prozesse Ludwig Minelli im Laufe seines Lebens schon geführt hat, kann er nicht mal schätzen. Heute ist assistierter Suizid nur in der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und in den amerikanischen Staaten Oregon, Washington und Montana erlaubt. Doch mit Ausnahme der Schweiz muss man überall im Land wohnhaft und unheilbar krank sein. Daher der Sterbetourismus in die Schweiz. - al
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 | 2010/09/02 Sterbehilfe: "Ich bin gegen Verbote" | Wissen | ZEIT ONLINE |
| Saskia Frei, neue Präsidentin der schweizerischen Sterbehilfeorganisation Exit, über absolute Selbstbestimmung, tödliche Medikamente am Kiosk und ihre Alzheimer-kranke Mutter. Sie ist gegen grundsätzliche Verbote, weiß aber auch: der Mensch wächst auch an dem, was nicht schön ist. Es gelte schon, den Mensch zu beschützen. Auch das Grundrecht auf frei gewähltes Sterben dürfe es nicht ohne Schranken geben kann, sei es, dass man anderen nicht schadet, sei es, dass der Staat seine Bürger beschützen muss vor Sachen, die ihnen nicht guttun. - al
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 | 2010/08/23: Poll: Would more money make you consider donating sperm or eggs? guardian.co.uk |
| Diese Umfrage des Guardians geht der Frage nach, ob die Leser für mehr Geld Eier oder Sperma spenden würde. Interessant hier nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Kommentare. sh
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 | 2010/08/22: Egg and sperm donors may get thousands of pounds in fertility plan - guardian.co.uk |
| In Großbritannien gibt es zu wenig Ei- und Samenspenden, so dass unfruchtbare Paare bis zu zwei Jahre auf eine Behandlung warten müssen. Einige Paare lassen sich daher im Ausland behandeln. Eine Änderung der Gesetzesgrundlagen, die künstliche Befruchtung regeln, könnte Abhilfe verschaffen. So könnten Spender schlichtweg mehr Geld bekommen (bisher 250 GBP) und so möglicherweise zum Spenden animiert werden oder die Obergrenze von maximal 10 Familien, die Samen vom gleichen Spender erhalten, könnte heraufgesetzt werden. Der Artikel stellt die ethischen Fragen vor, die diese Änderungen aufwerfen würden. sh
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 | 2010/07/30 Dem Schutz des Daseins verpflichtet - ZEIT ONLINE |
| Das Zulassen des Sterbens Schwerstkranker mit dem Beistand zum Sterbeverlangen gleichzusetzen, wie de Ridder es tue, ist ein Fehler, so der Verfasser des Artikels Eckhard Nagel, eine prominente evangelische Stimme. Die ärztliche Beihilfe zum Suizid ist keine menschliche Zuwendung. Dies zu verwechseln hätte dramatische Konsequenzen. Es handelt sich nicht nur um etwas graduell anderes, sondern um etwas vollständig anderes: Es geht um die Übernahme der Verantwortung für den Tod eines Menschen. Ein Suizid bleibt ein Widerspruch zum Leben. Zwar ist niemand wirklich in der Lage, die Gründe zu erkennen und zu bewerten, die zu einer Selbsttötung führen. Insofern verbietet es sich, moralisch darüber zu richten oder gar einen Versuch strafrechtlich zu verfolgen. Aber davon abzuleiten, eine Selbsttötung könne zu einem Akt der Selbstbehauptung werden, entspricht nicht der Kapitulation vor einer übermächtigen Krankheit, sondern der Kapitulation vor der menschlichen Existenz. - al
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 | 2010/07/26 Palliativmedizin: Letzte Hilfe - ZEIT ONLINE |
| Michael de Ridder plädiert für die ärztliche Beihilfe zum Suizid. Auch Patienten, deren Leiden mit konventionellen medizinischen Mitteln offensichtlich nicht beizukommen sei, hätten ein moralisches Anrecht auf angemessene Hilfe. Und in seltenen Fällen wäre die angemessene Hilfe eben die Hilfe zum Sterben, so der Verfasser. Auch die Denkschrift der EKD gestehe den Ärzten bei der Beurteilung des jeweiligen Einzelfalls eines ärztlich assistierten Suizids einen »Verantwortungs- und Handlungsspielraum« zu, ähnlich formuliere ein gemeinsames Hirtenschreiben der Bischöfe von Freiburg, Strasbourg und Basel. Fazit: Palliativmedizin und ärztlich assistierter Suizid verhalten sich komplementär zueinander, wenn nicht gar der ärztlich assistierte Suizid zu einer äußersten Maßnahme palliativer Medizin werden könne. Das Beispiel von Oregon zeige, dass Dammbruchargumente zudem unangebracht seien. - al
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 | 2010/07/19 Wer helfen will, kann das tun - Spiegel Nr. 29/2010 |
| In einem Gespräch mit dem Präsidenten der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, geht es um deren Umfrage, nach der sich 37 Prozent aller Mediziner vorstellen können, Patienten beim Suizid zu assistieren. Für jeden vierten Arzt käme sogar aktive Sterbehilfe in Frage. Man darf dabei nicht vergessen, dass diese nach wie vor strafrechtlich verboten ist. Über den Satz "Die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung widerspricht dem ärztlichen Ethos" wird in der Ärzteeschaft derzeit jedoch intensiv diskutiert. Angesichts dessen, dass sich auch innerhalb der evangelischen Kirche Stimmen für eine Akzeptanz gegenüber der Suizidbeihilfe regen, ist dies zu begrüßen. Berechtigt ist allerdings auch Hoppes Ablehnung der aktiven Sterbehilfe und seine Furcht vor einer Diskussion über lebensunwertes Leben. - al
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 | 2010/07/21: Qualitätskontrolle vs. Menschenwürde - Zweckentfremdet - The European |
| Unter dem Stichwort "Zweckentfremdet" wendet sich der Moraltheologe und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Eberhard Schockenhoff, gegen das BGH-Urteil und die PID. Die gesetzliche Festlegung, dass ein Embryo nur zum Zwecke der Schwangerschaft künstlich erzeugt werden darf, sei mit diesem Urteil ad absurdum geführt. Schließlich würden Embryos bei auffälligem Befund verworfen und damit nicht zum Zwecke ihrer Erhaltung erzeugt. Das verstoße gegen Menschenwürde, Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit; vor allem aber sieht Schockenhoff darin eine "unerträgliche Diskriminierung von behinderten Menschen". Formal beklagt Schockenhoff die Wortverdreherei, die den Gesetzessinn ins Gegenteil verkehre. Keine Exegese, sondern eine "erkennbar ergebnisbezogene Auslegung". hhp
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 | 2010/07/15: Peter Liese: Bundestag muss PID klar verbieten - Gesundheit adhoc - Nachrichten |
| MdEP Dr. med. Peter Liese, gesundheitspolitischer Sprecher und Vorsitzender der AG Bioethik der EVP/Christdemokraten im Europäischen Parlament, fordert, "dass der Deutsche Bundestag so schnell wie möglich ein Verbot der PID erlässt". Beim BGH-Urteil (siehe Pressemitteilung) erschrecke ihn die Analogie zwischen Samenzell- und Embryonenauswahl, die den Unterschied zwischen Zellen vor und nach der Befruchtung verkenne. Zudem spreche der Vergleich mit dem europäischen Ausland gegen PID: Zum einen führten Schwangerschaften nach PID dort häufiger zu Abtreibungen als beim Bevölkerungsdurchschnitt, zum anderen erweise sich dort eine Begrenzung auf schwerwiegende Erkrankungen als unrealistisch. Überall dort, wo PID zugelassen sei, werden auch spätmanifeste Krankheiten diagnostiziert. Liese widerspricht damit dem Zeit-Artikel von Martin Spiewak ("Retorten-Embryonen" vom 8.7.), für den die bisherige Entwicklung im Ausland der Selektion und Diskriminierung Behinderter keinen Vorschub leiste. hhp
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 | 2010/07/15: Pro & Contra: Sollten Gentests an Embryonen verboten werden? - ZEIT Nr.29 S.10 |
| Der Bundesgerichtshof hat die PID für zulässig erklärt ? und damit eine Debatte in Gang gesetzt, ob der Mensch zu weit geht. Dieser Ansicht ist Jens Jessen: Die völlige Emanzipation von der Natur führe zu noch größerer Unfreiheit. Dagegen argumentiert Frank Drieschner: Der Verdacht der Selektion sei pure Polemik und die Entscheidung Privatsache des Paares. - al
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 | 2010/07/15: Eugenik? Wohl kaum! - The European |
| Karl Sperling, Direktor des Instituts für Humangenetik der Charité, argumentiert für die PID, mit deren Hilfe mehr Kinder geboren würden als ohne sie. So könne bei rezessivem Erbgang in 75% der Schwangerschaften ein Krankeitsausbruch ausgeschlossen werden; Schwangerschaften, die aus Angst vor dem Risiko eines behinderten Kindes sonst häufig abgebrochen würden. Der Verzicht auf solche Abbrüche sei also "eher das Gegenteil von Eugenik", wobei Sperling einen engen Begriff von Eugenik hat, wenn dies beinhalte, dass "eine autoritäre Struktur, meist der Staat, Einfluss auf die reproduktive Entscheidung der Menschen nimmt". Das Urteil des BGH sei auch deshalb zu begrüßen, weil PID "deutlich eingeschränkt" werde. Auf die Schwierigkeit, diese Einschränkung kriteriologisch und institutionell (oder individuell) umzusetzen, wird nicht eingegangen. hhp
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 | 2010/07/10: Bundesgerichtshof-Urteil: Konservative wollen Gen-Selektion von Embryonen verbieten -SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik |
| Wie der Titel offen legt, nimmt der Spiegelbeitrag "Konservative" aufs Korn, die sich gegen die PID aussprechen. Dagegen stellt der Artikel die "Erfolgs"liste der PID-Befürworter, u.a. die britische Selektion von Trägern eines Gens, das die Wahrscheinlichkeit von Brustkrebs erhöht, sowie die Heilung eines spanischen Kindes durch den PID-selektierten Bruder. Dagegen wiederum argumentiert Uwe-Jürgen Ness auf seiner Homepage: "Eine Bewusstseinsbildung in dem Sinne, dass ein Mensch mit Behinderungen oder mit einer potentiell genetisch verursachten Krankheit, wie etwa Krebs, besser gar nicht zur Welt gekommen wäre, läuft einer humanen Gesellschaft zuwider." Ness ist ehem. Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Gen- und Reproduktionstechnologien bei BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN jetzt bei der LINKEN. Merke: Nicht nur die Konservativen sind gegen PID! hhp
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 | 2010/07/13: Embryo und Freiheit - Kein Mensch ist eine Insel - The European |
| Kolumnist Alexander Kissler verurteilt die PID als "verwerfende Auslese genetisch suboptimaler Embryonen". Er sieht die "Gattungssolidarität" bedroht, die garantieren müsse, dass kein Mensch einem anderen den Tod zuteilen kann. Nach Leutheusser-Schnarrenberger jedoch solle "der einzelne ... so frei sein, tun zu dürfen, was die Freiheit aller gefährdet". hhp
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 | 2010/07/11 PID-Grundsatzurteil: Koalition streitet um Gentests an Embryonen - SPIEGEL ONLINE |
| Der Artikel sammelt Kommentare aus der Koalition zum BGH-Urteil über PID. Familienministerin Schröder (CDU) sagte, für sie wäre es ein Widerspruch, einem Paar die PID zu verbieten, Spätabtreibungen aber bis zum 9. Monat unter bestimmten Umständen zuzulassen. Andere CDU-Mitglieder gaben dagegen bekannt, hohe Abtreibungszahlen seien keine Rechtfertigung zu einem weiteren Abbau des Lebenssschutzes. Ähnlich argumentierten Staatsministerin Böhmer und der bayerische Gesundheitsminister Söder: "Wir brauchen rasch eine Gesetzesänderung, um klar zu stellen, dass die PID nicht zur Selektion führt". Bundesforschungsministerin Schavan will zunächst den Deutschen Ethikrat um eine Stellungnahme zu dem BGH-Urteil bitten. Gegen ein generelles Verbot wendet sich Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger: "Wir können doch nicht vorschreiben, dass Embryonen ohne Untersuchung mit schweren Schäden eingepflanzt werden, die dann später zu einem erlaubten Schwangerschaftsabbruch berechtigen." - al
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 | 2010/07/06 Gericht: Embryonen-Gentests sind nicht strafbar - evangelisch.de |
| Evangelisch.de beleuchtet eher die problematischen Seiten dieses Urteils. So wird darauf verweisen, dass bereits der Vorsitzende Richter betonte, mit dem Urteil seien schwere ethische Fragen verbunden. Es bleibe dem Gesetzgeber überlassen, ob er PID verbieten und damit strafbar machen wolle. Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung warnte, wenn PID grundsätzlich zugelassen werde, gehe es nur noch um "Selektionen, was ist lebenswert und was ist nicht mehr lebenswert". Die EKD bedauerte die Entscheidung des Bundesgerichtshofes, weil PID auf Verbrauch und Vernichtung menschlicher Embryonen beruhe. Die Würde auch des frühen menschlichen Lebens verbiete es jedoch, dass es "bloß als Material und Mittel zu anderen Zwecken genutzt und erst recht gar nur erzeugt wird". Ähnlich äußerte sich die katholische Deutsche Bischofskonferenz. - al
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 | 2010/06/28 Wir wissen nichts - SPIEGEL 26/2010 |
| Dass wer die DNA-Sequenz kenne, auch jeden Aspekt des Lebens kenne, sei ein Unfug, die dieselben Genetiker verbreitet haben, die auch die Angst vor der Kommerzialisierung schürten; so Craig Venter im Spiegel-Interview. Die künstliche Zelle werde es zwar erlauben, Fragen zu beantworten, die bisher völlig unzugänglich waren, doch das hieße eben nicht Gott zu spielen. Diese Interpretation findet Venter zum Glück eher beängstigend. Es handele sich dabei nicht um göttliche, sondern um wissenschaftliche Macht. Dass dies aber in unserer Gesellschaft nicht verstanden werde, das sei ein wirkliches Problem. Da hat er wohl recht. Wenn er aber schließt, für ihn gelte entweder Glaube oder Wissenschaft, beides zusammen gehe nicht, dann kann man das wohlwollend als Reflex auf diesen schlecht reflektierten Glauben verstehen, wie er in der Öffentlichkeit gepflegt und medial dargestellt wird; es bleibt aber ein gewisses Unbehagen angesichts von Venters strotzender Selbstsicherheit. - al
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 | 2010/06/25 Entscheidung zur Sterbehilfe: Ein Urteil im Sinne der Menschenwürde - ZEIT ONLINE |
| Schätzungsweise 140.000 Patienten werden jährlich mit PEG-Sonden am Leben gehalten. Darunter sind viele schon Hirntote. Solches Leben kann Jahre und Jahrzehnte währen. In diesem Fall riet der Anwalt der Tochter, selbst den Schlauch der Sonde über der Bauchdecke zu durchtrennen, und das tat sie dann. Der Anwalt wurde deswegen zunächst verurteilt, jetzt aber freigesprochen. Auch nach diesem Urteil des Bundesgerichtshofes bleibt aktive Sterbehilfe in Deutschland strafrechtlich verboten. "Passive Sterbehilfe" wie in dem geschilderten Fall ist dagegen erlaubt und diene dem Schutz des Patientenwohls, seinem Selbstbestimmungsrecht und seiner Menschenwürde, auch und gerade am Lebensende, so der Artikel. Wer aus religiöser Überzeugung keine Angst vor dem Sterben hat, wird darüber froh sein. Dies sollte natürlich nicht zu einer pauschalen Abwertung der durch solche Sonden ernährten Menschen führen. - al
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 | 2010/07/08 Retorten-Embryonen: Prüfung am Beginn des Lebens - ZEIT Nr. 28 S. 31-32 |
| Ein Berliner Gynäkologe hat Präzedenzfälle geschaffen und bei erblich vorbelasteten Paaren Gentests an Embryonen vorgenommen (PID). Anschließend pflanzte er den Frauen nur jene Embryonen ein, die keinen Erbdefekt aufwiesen. Ein solcher Gencheck war nach Auffassung der meisten Juristen und Ärzte in Deutschland verboten, wurde aber jetzt vom BGH erlaubt. Die künstliche Befruchtung braucht zwar neue Regeln, für ausreichende Rechtssicherheit hat das Urteil allerdings keinesfalls gesorgt. So sprechen die Richter von »schwerwiegenden genetischen Schäden«, die mit PID ausgeschlossen werden dürften. Aber welche Krankheiten betrifft das? Die bestehende Unsicherheit in einer so zentralen Angelegenheit wie dem Beginn des Lebens ist inakzeptabel, so der Artikel von M. Spiewak. Er schlägt vor, den Ärztekammern könnten Kommissionen aus Medizinern, Patienten und Experten helfen. Aber spielt bei einer solchen Frage die jeweilige religiöse Orientierung und damit die Theologie etwa keine Rolle? - al
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 | 2010/06/27: Steven Newton: Darwin, Creationism, and Creation - Huffington Post |
| Steven Newton, Mitarbeiter des National Center for Science Education (NCSE) mit historischen Kenntnissen über die Eugenik-Programme der Nazis, lobt die z.Zt. erscheinende DVD "Creation". Der Film zeige Darwin als zutiefst nachdenklichen Menschen voller Mitgefühl und Furcht vor den Implikationen und vor der Rezeption seiner revolutionären Ideen. Wohltuend grenze sich dieser Film von den Verzerrungen der Kreationisten ab, die Darwin allzu gern als Wurzel und Motor des Holocaust darstellen. Namentlich erwähnt der Autor Ray Comfort und dessen kommentierte ("Darwin ist nichts als ein offensichtlicher Rassist") Neuauflage von Darwins "Origin", sowie Protagonisten des Discovery Institute, die u.a. Darwins Einfluss auf den ?Todesengel von Auschwitz?, Josef Mengele, herausstellen. Der Film - so die Kreationisten - sei eine "Hollywood Hagiographie" und eine "Strategie der Evolutionisten, um Herz und Verstand der Zuschauer zu gewinnen". Dies sei die beste Empfehlung für den Film - so Newton. hhp
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 | 2010/06/28: Understanding the Risks and Rewards of Synthetic Biology - time |
| Der Artikel will die Versprechungen der synthetischen Biologie in ein rechtes Licht rücken, und bewertet sie zunächst als Marketing Schlagwörter, die alle Arten von wissenschaftlichem Herumbasteln mit biologischen Legosteinen bezeichnen. Zudem sind die guten Gaben verpackt in großem Risiko, der Gefahr, dass das manipulierte Leben unkontrolliert mutiert und agiert. Unfälle bei Kraftwerken seien schlimm, Lecks in Bioreaktoren aber schlimmer. Die Öffentlichkeit sei zur Intervention verpflichtet, wenn Wissenschaftler moralische Grenzen überschreiten. Es müsse öffentlich und vorausschauend debattiert werden, wo diese Grenzen liegen - nicht erst, wenn Fakten geschaffen wurden und Forscher ihren technischen Triumph bereits feiern. hhp
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 | 2010/05/21: Erster künstlicher Organismus: "Sie sollen tun, was wir wollen" -SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft |
| Man fühlt sich in die Zeit zu Beginn der Gentechnik zurückversetzt: Die alten Versprechungen werden genauso aufgewärmt wie die einstigen Befürchtungen. Einerseits fragt der Artikel, ob Craig Venter "Konkurrent Gottes" und "neuer Frankenstein" ist, andererseits traut man der synthetischen Biologie mit "maßgeschneiderten Genomen" die Lösung globaler Probleme zu, allem voran das Energieproblem. In Zeiten der Ölpest wird man dies gern hören. hhp
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 | 2010/05/21: Künstliches Leben: Vier Flaschen für ein Heureka - Forschung und Lehre - Feuilleton - FAZ.NET |
| Craig Venter hat es geschafft: Vom Lesen zum Schreiben des genetischen Codes! Das computergenerierte Genom kontrolliert nun eine "synthetische Zelle". Neben den technischen Segensverheißungen verspricht man sich auch die Klärung philosophischer Fragen: "Was ist Leben?" hhp
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 | 2010/05/21: Synthetische Biologie: Die Angst vor dem Amok der Mikroben - Mensch & Gene - Wissen - FAZ.NET |
| Angst vor künstlichem Leben, gar vor Bioterrorismus? Hört sich aber doch beruhigend an, wenn es im Artikel heißt, dass "die Ethik ... zum ständigen Begleiter der Forschungsprogramme" wurde. Doch wer betreibt hier eigentlich die Ethik? Es ist immer wieder die Rede davon, dass die "Wissenschaftler selbst" die Regeln festlegen und sich "eigene Verhaltenskodizes" geben. Doch reicht hier die Eigenkontrolle aus? hhp
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 | 2010/05/21: Durchbruch in Synthetischer Biologie: Das blaue Wunder des J. Craig Venter - Mensch & Gene - Wissen - FAZ.NET |
| Die FAZ berichtet zunächst über die wissenschaftlichen Aspekte dieses "Meilensteins der Synthetischen Biologie". Erwähnt werden daraufhin die philosophischen und ethischen Implikationen. Nach Venter selbst habe sich durch dieses Projekt die Definition und Einsicht in die Wirkungsweise des Lebens geändert. Auch Kritik kommt zu Wort: Die NGO "Action Group on Erosion, Technology and Concentration" warnt, dass mit dieser Hochrisikotechnologie die Büchse der Pandora geöffnet worden sei und fordert ein Moratorium bis internationale Gesetze etabliert seien. hhp
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 | 2010/05/20: Creation of a Bacterial Cell Controlled by a Chemically Synthesized Genome - ScienceExpress |
| Der Originalbeitrag des Craig Venter Institute in "Sciencexpress" ist übertitelt mit "Schaffung einer Bakterienzelle kontrolliert von einem chemisch synthetisierten Genom". Berichtet wird von der Synthese des Genoms und seiner Implementation in die Empfängerzelle, die letztendlich ausschließlich vom synthetischen Chromosom kontrolliert wird. Die neuen Zellen haben die erwarteten phänotypischen Eigenschaften und sind fähig zur fortgesetzten Selbstreplikation. Der letzte kurze Absatz betont, dass die ethische Debatte über synthetisches Leben seit den frühesten Stadien dieses Projekts angestoßen wurde. Man antizipiert, dass das Projekt philosophische Fragen aufwerfen wird, die weitgehende soziale und ethische Implikationen in sich bergen. "Wir unterstützen den kontinuierlichen Diskurs". hhp
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