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21.10: Nachruf auf Arthur Peacocke
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Der weltweit bekannte Kämpfer für die Vereinbarkeit von Evolution und christlichem Denken ist mit 81 Jahren gestorben. Arthur Peacocke wurde nicht müde, gerade die umstrittene Rolle des Zufalls für die Theologie fruchtbar zu machen. Wie tragfähig ist Peacockes interdisziplinäre Brücke?
Arthur Robert Peacocke (1924-2006) war Theologe und Biochemiker, Priester der Church of England, Mitglied des Beirats von ESSSAT, Besitzer des Templeton Preises 2001.
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[Video] ["Zufall" bedeutet nicht Sinnlosigkeit] [Metaphysische Überfrachtung der Naturwissenschaft] [Weitere Quellen]
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"Zufall" bedeutet nicht Sinnlosigkeit!
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Niels Henrik Gregersen: "Arthur Peacocke hat überzeugend argumentiert, dass 'Zufall' (als biologischer Begriff) nicht benutzt werden sollte, um irgend eine Art Sinnlosigkeit (in existenziellem Sinne) anzudeuten. Zugrunde liegende Ursachen nicht zu kennen bedeutet nicht, dass keine Ursachen existieren; es bedeutet auch nicht, dass Mutationen auf kosmische Absurdität hinweisen. Vielmehr haben zufällige Variationen schöpferische biologische Funktionen. So können Variationen als Mittel gesehen werden zur Erkundung neuer Möglichkeiten während der Evolution. In dieser Richtung schlägt Peacocke eine theistische Interpretation des Neodarwinismus vor, welche die Wichtigkeit des Prinzips zufälliger Variation nicht leugnet, sondern eine neue theologische Beschreibung des Zufalls anbietet: „Für einen Theisten muss Gott jetzt als jemand gesehen werden, der – um die Welt zu erschaffen – durch so genannten 'Zufall' innerhalb der geschaffenen Ordnung handelt, deren jede Stufe die Abschussrampe für die nächste ist“. In dieser Interpretation ist Zufall keine letzte Realität, sondern eine vorletzte. Es ist Gott, der die Evolution durch Zufall führt."
[Aus dem multimedialen Vortrag von Gregersen: Gott, Selbstorganisation und Evolution]
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Metaphysische Überfrachtung der Naturwissenschaft
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Nach Hans Dieter Mutschler überfrachtet Peacocke die Naturwissenschaft metaphysisch: Peacocke blase "sauber definierte wissenschaftliche Begriffe unter der Hand metaphysisch auf, um sie anschließend noch zu taufen. ... So gut gemeint wie solche Konstruktionen auch sind, sie bestehen im Prinzip nur darin, die eigene Weltanschauung in die Physik hineinzuprojizieren, um sie hinterher wieder herauszuziehen." Das beste Beispiel ist für Mutschler der Informationsbegriff: Peacocke akzeptiere "den gängigen Informationsbegriff von Shannon und Weaver, der nur die syntaktische Qualität der natürlichen Sprache berücksichtigt, semantisiert ihn unter der Hand, indem er zum nichttechnischen Informationsbegriff übergeht, wie er im Alltag gebraucht wird, reichert diesen Begriff weiter mit dem antiken, metaphysischen Formbegriff an, der eine Zweckeinheit bezeichnet, und überträgt dann diesen Entelechiegedanken auf den gesamten Kosmos, indem er behauptet, Jesus Christus sei die 'Information des Universums'”. Dieses Urteil steht und fällt freilich mit Mutschlers Behauptung, der Informationsbegriff sei als Brückenbegriff ungeeignet. Hier stößt Mutschler seinerseits auf Widerspruch bei denjenigen, die einen weiteren Informationsbegriff durchaus akzeptieren.
[Zitate aus Mutschler: Philosophisch-theologische Probleme der Kosmologie]
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Weitere Quellen
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Wissenschaftliche Artikel von Peacocke (Auswahl) mit direkter Bestellmöglichkeit bei Subito
Leseprobe aus Peacocke: "Evolution: The Disguised Friend of Faith?" (pdf)
Peacocke im Interview bei counterbalance.org
Weitere Beiträge bei counterbalance.org
Eintrag in der englischen Wikipedia
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