"Wir können nicht sagen: Schöpfung oder Evolution. Die richtige Formel muss heißen: Schöpfung und Entwicklung, denn die beiden Dinge beantworten zwei verschiedene Fragen." (Joseph Kardinal Ratzinger in: Im Anfang schuf Gott. Erich Wewel Verlag, München 1986, 41f.)
"Immer mehr hat sich die Evolutionstheorie als der Weg herauskristallisiert, um Metaphysik endlich verschwinden, die 'Hypothese Gott' endlich überflüssig werden zu lassen und eine 'streng wissenschaftliche' Erklärung zu formulieren." (Ders. in: Der angezweifelte Wahrheitsanspruch, FAZ vom 08.01.2000)
Für die Physikerin Lisa Randall ist das Großartige an der Wissenschaft gerade ihre Unordnung. Wissenschaftler sind nicht im Besitz einer geoffenbarten Wahrheit, sondern müssen selber herausfinden, was die Welt im Innersten zusammenhält. Das ist nach Randall der große Unterschied zwischen Religion und Wissenschaft: Wissenschaftler kennen die Antworten nicht. Sie müssen sie suchen. Ein interessantes Gespräch, auch über die Kathedralen und Glaubenssätze der Physik. -al
Die Fachzeitschrift Science verkündet in ihrer jüngsten Ausgabe: »Analytisches Denken fördert den religiösen Unglauben.« Das klingt, so Ulrich Schnabel, intuitiv erst einmal einleuchtend. Die Vernunft als natürliche Gegnerin des Glaubens ? das ist seit gut dreihundert Jahren das Leitmotiv aller Aufklärer und Religionskritiker. Er zeigt zum Glück aber auch: mit Religionskritik darf man es sich nicht zu einfach machen. Sonst sitzt man nur den intuitiven Vorurteilen seiner Ratio auf. - al