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07.10.: Von der Dezentrierung der Erde

Die Frage nach der Entstehung des Kosmos und der Stellung des Menschen in ihm gehört zu den großen kulturübergreifenden Themen der Menschheit. In unserer Kultur trennt eine tiefe Zäsur, die das Lebensgefühl bis heute bestimmt, die mittelalterliche Kosmologie von der neuzeitlichen: Mit der Entdeckung der Bewegung der Erde verlor der Mensch seine Stellung im Mittelpunkt des Kosmos. Dieser erschien nicht mehr als eine wohlgerundete, endliche Kugel, sondern weitete sich ins Unermessliche. Heute schätzt man das Alter des Universums auf etwa 14 Milliarden Jahre. Allein unsere Milchstraße beherbergt ungefähr 10000000000 Sterne; sie ist wiederum nur eine Galaxis unter vielen tausenden von Galaxien, die Teleskope inzwischen sichtbar machen. Bedingungen für einfache Lebensformen finden sich in unserem Sonnensystem vermutlich nur noch auf dem Mars und dem Jupitermond Europa; die mit großem Engagement und hohem finanziellem Aufwand betriebene Suche nach anderen intelligenten Lebewesen war zumindest bisher erfolglos. Ist der Mensch also in den Weiten des Universums verloren, ein ‘Zigeuner am Rande des Universums’, wie Jacques Monod formulierte? Oder kann er sich auch noch in einem raum-zeitlich unbegrenzten und unendlichen Universum beheimatet fühlen?




Link zum Text

"Gott ist der Kreis, dessen Mittelpunkt überall ist..." – Von der Dezentrierung der Erde und der Unendlichkeit des Universums bei Nikolaus von Kues und Giordano Bruno




Autorin

Regine Kather





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