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05.08.10: Verborgene Natur und verborgener Gott

Der Naturwissenschaftler steht letztlich vor der verborgenen Natur, der Theologe vor dem verborgenen Gott. Haben beide Erkenntnisweisen eine analoge Struktur, sind die verborgenen "Wirklichkeiten" gar ontologisch verwandt? Vom 30. bis 31. Juli vertiefte der Arbeitskreis "forum-grenzfragen" diese Fragen - ausgehend von den Impulsreferaten des Physikers Jürgen Audretsch und des Theologen Andreas Benk. Beide Referate sind zum Mit- und Nachdenken hier dokumentiert, eine Essenz der Diskussion wird nachgereicht.




Verborgene Natur und konstruierte Wirklichkeit

Naturwissenschaft beschreibt nicht einfach die Natur an sich, sondern konstruiert Aspekte der Wirklichkeit. Der Erkenntnisprozess stößt dabei an Grenzen der Natur, die sich als widerständig, unzugänglich und verborgen zeigt. Schon in seinem Buch "Die sonderbare Welt der Quanten" fragte Audretsch: "Kants 'sehr ferne' Natur ist negativ bestimmt. Hat diese Auffassung eine Analogie in der Negativen Theologie, nach der es Gott gibt, aber man nichts von ihm wissen kann?"

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Jürgen Audretsch: "Was Du erklären (verstehen) kannst, das ist nicht die Natur."

Verborgenheit Gottes und Konstrukte der Theologie

Die Frage Audretschs verweist direkt auf den Beitrag von Andreas Benk, der die genannte "negative Theologie" stark zu machen versucht. Negative Theologie soll positive Aussagen nicht einfach ersetzen, sie ist aber auch kein theologisches Spezialthema neben anderen Themen. Als Querschnittsthema und Leitgedanke hält sie die Einsicht in die Unbegreiflichkeit, Unverfügbarkeit und Verborgenheit Gottes wach.

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Andreas Benk zitiert Augustinus: "Wenn du ihn verstehst, dann ist er nicht Gott"

Haben nun der Aufweis der verborgenen Natur und des verborgene Gott etwas miteinander zu tun? Die Diskussion darüber wird noch weiter gehen. Auf die Frage Audretschs im genannten Buch antwortete übrigens der Philosoph Hans-Dieter Mutschler: "Es ist klar, dass die Kantische Bestimmung einer Unerkennbarkeit ... der 'Natur', ein direktes Analogon der Unerkennbarkeit Gottes ist oder vielleicht sogar genau dieselbe Sache".





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