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Bei der Zusammenfassung der Hauptthesen des neuen Hawking-Buches legt der Artikel von Rainer Klüting einen Schwerpunkt auf Hawkings erkenntnistheoretische Ausgangsbasis, den "Modellabhängigen Realismus". Gegen einen naiven Realismus, der meint, die Wirklichkeit als solche abbilden zu können, solle man sich mit Hawking damit abfinden, "nur ein Modell der Welt im Kopf zu haben". Als erkenntnistheoretische Bescheidenheit (dahin tendiert Klüting) ist das Hawkingsche Projekt jedoch falsch etikettiert. Leicht hätte man in dem Modelldenken auch andere als naturwissenschaftliche Modelle respektieren können. Nicht so bei Hawking, der die Philosophie als tot erklärt (womit Klüting ja einsteigt) und den Naturwissenschaften nun die letzten Fragen des Menschen zur Lösung überlässt - ganz so, als ob das naturwissenschaftliche Modell doch das ganze der Wirklichkeit abbildet. hhp
Wenn der Autor Uwe Justus Wenzel schreibt, dass "der Physiker und Mathematiker mit Gott persönlich in Konkurrenz" tritt, widmet er sich einer theoretischen Konsequenz, die man in anderen Beiträgen nicht findet. Gemeint ist, dass Hawkings Theorie nicht nur ohne Schöpfer auskommt, sondern dass sie dem Menschen Schöpfungskräfte zuschreibt: "Ein gutes Modell ... schaffe seine eigene Realität", paraphrasiert Wenzel. Dies betrifft nicht nur die Zukunft, sondern - kontraintuitiv - auch die Vergangenheit. Im O-Ton Hawking liest sich dies so: "Nicht die Geschichte macht uns, sondern wir machen Geschichte durch unsere Beobachtung" (140). Um das wirklich zu verstehen, reicht Wenzels Artikel nicht aus. Vielleicht nicht einmal "Der große Entwurf" Hawkings. hhp