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01.09.09: Altersmilde bei Richard Dawkins?
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Mit Auszügen aus Kapitel 1 und Kapitel 2 gibt Times-online Einblicke in Richard Dawkins demnächst erscheinendes Buch "The Greatest Show on Earth". Nachdem sich der Kämpfer für den Atheismus im "Gotteswahn" so richtig abreagiert und nicht nur den Kreationismus, sondern Religion insgesamt verteufelt hat, schlägt sein neues Buch andere Töne an. Es sei "nicht als antireligiöses Buch gedacht". Das habe er ja bereits gemacht, und es sei "ein anderes T-Shirt, und dies ist nicht der Platz es noch einmal zu tragen" – frei nach einem Adenauer zugeschriebenen Motto: Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern.
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Aus eigener Erfahrung weiß Dawkins von gelungenen Kooperationen mit Kirchenvertretern zu berichten und betont: "Oft und zu Recht wird gesagt, dass der höhere Klerus und Theologen kein Problem mit der Evolution haben, ja in vielen Fällen Wissenschaftler in dieser Hinsicht aktiv unterstützen". Namentlich nennt er nicht nur den Erzbischof von Canterbury, sondern auch den Papst (obwohl er hier ein Grummeln über dessen Verständnis der Seelenentstehung nicht unterbinden kann), ja er weiß ausgebildete Priester und Theologieprofessoren ausdrücklich auf Seiten der Evolutionsbefürworter. Generös gesteht Dawkins ihnen zu: "Sie mögen denken, Gott habe beim Start des ganzen Prozesses seine Hand im Spiel, ohne dass sie vielleicht im weiteren Verlauf führend dabei bliebe. Sie denken vielleicht, Gott habe das Universum angekurbelt und seine Geburt mit einem harmonischen Set von Gesetzen und physikalischen Konstanten gefeiert, die so kalkuliert waren, dass sie irgendeinen rätselhaften Zweck erfüllen, in dem wir schließlich eine Rolle spielen". Abgesehen davon, dass kaum einer der "aufgeklärten" Theologen ein so deistisches Gottesbild vertritt, für Dawkins ist entscheidend, dass "umsichtige und vernünftige Kirchenleute die Evidenz für Evolution akzeptieren". Aber: "Wir dürfen nicht selbstzufrieden annehmen, dass die Akzeptanz der Evolution durch Bischöfe und ausgebildete Priester auch für deren Gemeinden gilt". Umfragen zufolge leugneten hier im Schnitt 40% die Evolution. "Und das sollte die Kirchen ebenso beunruhigen wie Wissenschaftler". Darum appelliert er an die "aufgeklärten Bischöfe und Theologen, etwas mehr Anstrengung im Kampf gegen den antiwissenschaftlichen Unsinn zu zeigen". Es ist also weniger die einsetzende Altersmilde als der gemeinsame Gegner "Kreationismus", der so ungleiche Elemente wie Dawkins und Theologen zusammenschmiedet. Im Verein mit diesen will Dawkins diejenigen wappnen, die sich argumentativ gegen Evolutionsleugner nicht hinreichend gerüstet sehen. Eine rhetorische Waffe bietet Dawkins bereits im vorliegenden Ausschnitt an. Wortgewaltig und beispielreich vergleicht Dawkins die Evolutionsleugner mit den Holocaust-Leugnern: "Die Evidenz für Evolution ist mindestens so stark wie die Evidenz für den Holocaust". Konsequent verwendet Dawkins in seinem neuen Buch auch "Geschichtsleugner" synonom zu "Evolutionsleugner".
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Was man aus der Hundeevolution extrapolieren kann
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Der zweite Auszug aus Dawkins' neuem Buch vermittelt Evolutionsmechanismen anschaulich über die Entwicklung der Hunde. Wussten Sie z. B., dass der Wolf längst über die natürliche Selektion domestiziert war, bevor die menschliche Zucht ansetzte? Oder, dass man an der Fuchs-Zucht evolutive Nebeneffekte studieren kann?
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Ein informativer Artikel, allerdings mit gewagtem Schluss. Dawkins lädt den Leser ein, die Entstehungszeit der unterschiedlichsten Hunderassen in die Vergangenheit zu extrapolieren, und schließt: "Es wird ziemlich einfach zu akzeptieren, dass die Evolution den Wandel bewerkstelligen konnte, der nötig war, um einen Fisch in einen Menschen zu transformieren". Diese scheinbar so plausible Extrapolation überspielt, dass es nicht nur um quantitative Veränderungen geht (wie vom Wolf zum domestizierten Hund), sondern um qualitative Bauplanänderungen (vom Fisch zum Menchen). Evolutionsgegner werden sich sofort auf den Unterschied zwischen Mikro- (Hundeevolution) und Makroevolution (vom Fisch zum Menschen) stürzen.
Wenn Dawkins tatsächlich diejenigen wappnen will, die sich argumentativ gegen Evolutionsleugner nicht hinreichend gerüstet sehen, sollte er solche Scheinplausibilitäten tunlichst durch tragfähige Argumente ersetzen oder untermauern. Die Qualität des Gesamtbuches wird sich an dieser Selbstverpflichtung messen lassen müssen.
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Dawkins in der Presse
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 | 2010/03/23: 'Shame on the National Academy' by Richard Dawkins - RichardDawkins.net | | In diesem kurzen Artikel kritisiert Dawkins die amerikanische National Academy of Sciences (NAS) wegen ihrer Zusammenarbeit mit der Templeton-Stiftung, die in den Räumen der NAS den diesjährigen Templeton-Preisträger zelebriert. Dies bereite der Akademie Schande, und es sei typisch für Templeton, "ihr Geld schamlos für die totgeweihten Gelüste nach wissenschaftlicher Anerkennung" einzusetzen. hhp
|  | 2010/03/26: Winner of £1m Templeton prize attacks ?fundamentalism? of Dawkins - Times Online | | Titel und Inhalt des Times-Artikels suggerieren, dass Francisco Ayala, der diesjährige Templeton-Preisträger, bei seiner gestrigen Dankesrede den Schwerpunkt auf die Kritik an Richard Dawkins gelegt habe. Meiner Erinnerung nach kam Dawkins in dieser Ausdrücklichkeit und Ausführlichkeit nicht vor. Dass Ayala Dawkins kritisiert, sei freilich nicht in Abrede gestellt, und so erweist sich auch der vorliegende Artikel als informativ. Zudem greift er den vor einigen Tagen platzierten Angriff Dawkins auf die amerikanische National Academy of Sciences auf, in deren Räumen die Preiszuerkennung statt fand. Dadurch - so Dawkins - habe sie sich selbst Schande bereitet, und es sei typisch für Templeton, "ihr Geld schamlos für die totgeweihten Gelüste nach wissenschaftlicher Anerkennung" einzusetzen. Fairerweise erwähnt der Artikel auch die Abgrenzung Ayalas vom gegenteiligen Extrem, der Intelligent Design Bewegung. hhp
|  | 2010/03/25: Francisco Ayala wins the Templeton Prize - beliefnet | | Rod Dreher, Öffentlichkeitsarbeiter bei Templeton, berichtet ausführlich über die Preiszusage an F. Ayala, dessen Rede in Auszügen wiedergegeben wird. Ayalas Grundeinstellung wird dabei deutlich: Wissenschaft und Glaube sind keine Gegensätze, sondern zwei unterschiedliche Zugangsweisen zur Welt. Zu Konflikten komme es nur bei illegitimen Grenzüberschreitungen. In seiner Publikation "Darwin's Gift" wirft Ayala Dawkins einen Kategorienfehler vor, wenn dieser alles Wissen außerhalb der Grenzen der Wissenschaft als minderwertig oder verdächtig ansehe. Eine wissenschaftliche Weltsicht sei "hoffnungslos unvollständig", da sie Wert- und Sinnfragen gar nicht umfassen könne. Das Buch attackiert gleichermaßen Intelligent Design (ID), in wissenschaftlicher, aber auch theologischer Hinsicht. Dreher vermutet, dass die Dawkins- und ID-Vertreter mit der Preisvergabe nicht glücklich sein werden; Reaktionen von dort will er in seinen Blog aufnehmen. Also: Erneut vorbeischauen. hhp
|  | 2010/02/17 - Religion versus Evolution: Wie die Sünde in die Welt kam - SPIEGEL ONLINE | | Woher kommt die Moral, und woher die Sünde? Ist es nur die Suche nach einem Grund für alles, die den Mensch zum Glauben bringt, wie der Evolutionsbiologe Pascal Boyer annimmt? Oder seine Autoritätsgläubigkeit Grund der Religion, wie Richard Dawkins sagt? Vielleicht hängen Moral und Religion aber auch gar nicht zsuammen. Andere Stimmen halten Moral für das Ergebnis der jeweiligen evolutionären Situation einer Gesellschaft, die Evolutionstheorie alleine erkläre aber nur ein allgemeines Kooperationsangebot. Theologen wie Wolfgang Achtner betonen den unerklärbaren Mehrwert der Feindesliebe. Der Artikel präsentiert eine breite Palette interessanter Mutmaßungen zum Thema. - al
|  | 2010/01/18: Wird E.T. aussehen wie wir? - Spektrum der Wissenschaft | | In dem Artikel diskutiert der US-amerikanische Sachbuchautor Michael Shermer seine These, dass außerirdisches intelligentes Leben zwar wahrscheinlich ist, ein menschenähnliches Aussehen dagegen eher unwahrscheinlich sei. Der Artikel bezieht dabei zwei Stellungnahmen Dawkins' ein, der die Wahrscheinlichkeit humanoider Lebensformen optimistischer einschätzt. Interessant finde ich jenseits der Meinungsverschiedenheit, dass das Vorkommen weiteren intelligenten Lebens im Universum (wie auch immer gestaltet) völlig unstrittig zu sein scheint. Wenn dem so sein sollte, wäre der Mensch - gegen Jacques Monod - durchaus kein "Zigeuner am Rande des Universums", sondern Ausdruck einer Tendenz des Universums, zu intelligentem Leben zu führen. - hhp
|  | 2010/01/05: Fraud, Disgrace & Swindle: A Few Thoughts on Richard Dawkins's "Greatest Show" - beliefnet | | David Klinghoffer, Senior Fellow beim Discovery Institute, der Denkzentrale des Intelligent Design, beschuldigt Richard Dawkins, in seinem jüngsten Werk "The greatest show on earth" die Käufer durch Einseitigkeiten und unscharfe Begriffe in die Irre zu führen. So kann "Evolution" vieles bedeuten, und damit steht und fällt die Zustimmung zu ihr. Die wichtigsten Einwände beträfen die Mechanismen der Evolution, speziell die natürliche Selektion. Ernst zu nehmende und stichhaltige Einwände würden von Dawkins dem Leser vorenthalten, und die Hauptargumente für Intelligent Design blieben unerwähnt oder unbeantwortet. Statt die Hauptprotagonisten von ID zu erwähnen, beziehe sich Dawkins feige auf Randfiguren und Unterlegene. So kommt Klinghoffer zu dem Schluss: "Die Darwin-Verteidigung des Buches, welche die schwerwiegendsten Kritikpunkte gegen die Evolution ignoriert und die Aufmerksamkeit des Lesers von den Hauptproblemen des Darwinsmus ablenkt, ist ein Schwindel". hhp
|  | 2009/12/24: Die Idee von Gott als Kulturleistung - Spektrum der Wissenschaft | | Spektrum der Wissenschaft bespricht Daniel Dennetts "Den Bann brechen. Religion als natürliches Phänomen". Der Rezensent, Physiker Michael Springer, stellt es als Eigenart des Buches heraus, dass es "keine antireligiöse Streitschrift" à la Dawkins oder Hitchens sei, sondern den Dialog suche. Jeder, auch der religiöse Leser könne seine Argumente nachvollziehen, da er wie ein evolutionär kundiger vergleichender Religionswissenschaftler arbeite. Auf diese Weise kommt die positive soziale Funktion von Religion in den Blick. D'accord, aber was bleibt übrig? Dem Rezensenten zufolge bleibt bei Dennett nur noch ein Glauben übrig, für den es "kein vernünftiges Argument mehr" gibt. Gut dass dies keine "keine antireligiöse Streitschrift" und auch für religiöse Menschen nachvollziehbar ist. hhp
|  | 2009/12/09: Hans Kessler: Evolution und Schöpfung in neuer Sicht: Die Kirche der Gottlosen röstet Kartoffeln mit Kohlendioxid - Sachbuch - Feuilleton - FAZ.NET | | Meine positive Besprechung des neuen Buches von Hans Kessler (siehe "Rezensionen") findet ihre Bestätigung durch Eckhard Nordhofen in der FAZ. Das Buch sei "die Ernte einer zwanzigjährigen kompetenten Befassung mit den Naturwissenschaften", die Stärke bestehe in der wissenschaftstheoretisch sauberen Unterscheidung der jeweiligen Diskurse und der Verurteilung unsauberer Vermischungen. Bei allem Lob für Kessler merkt man dem Rezensenten dennoch den Ärger darüber an, dass ein solches Buch im Jahr 2009 überhaupt nötig ist, wo doch die Alternative Bibel oder Wissenschaft seit mindestens 50 Jahren erledigt ist, angefangen mit dem Einsatz der modernen Bibelhermeneutik vor 200 Jahren. Man mag dies bedauern, aber auch zum Anlass nehmen, eine moderne Schöpfungstheologie wie Kesslers "enttemporalisiertes Konzept" gegen zahlreiche naive Zerrbilder eines Schöpfergottes zur Geltung zu bringen, die nicht nur an den fundamentalistischen Rändern der großen Kirchen zu finden sind. hhp
|  | 2009/11/24: Dawkins on evolution - cnn | | Richard Dawkins diskutiert mit Max Foster von CNN die Kontroverse Evolution vs. Kreationismus. Im Blick auf die Neuauflage von Darwins "Über den Ursprung der Arten" durch den Kreationisten Ray Comfort entgegnet Dawkins: "Sollte je eine Widerlegung der Evolutionstheorie zustande kommen, dann durch einen seriösen Wissenschaftler und nicht durch einen Idioten". hhp
|  | 2009/11/20: Evangelicals Give Away 170,000 Copies of Darwin?s Book With ?Special Introduction? to College Students - CNSNews.com | | So langsam kommt die Sache ins Rollen! Die umstrittene Kreationisten-Ausgabe von Darwins Origin (siehe die Diskussion mit Eugenie Scott weiter unten) wird nun in einer Auflage von 170000 kostenlos an Studierende verteilt. In seiner 50-seitigen "Speziellen Einführung" argumentiert der Kreationist Ray Comfort mit seiner kreationistischen Alternative gegen Darwin. Dazu gehört auch die "Anwendung" Darwins durch Rassisten wie Adolf Hitler und materialistische Atheisten. Dass der Mensch von frühen Primaten abstamme, wird mit prominenten Kronzeugen bestritten: Nach Richard Leakey gebe es "mehr Anhaltspunkte für ein abruptes Erscheinden des Menschen als für ein graduelles Evolvieren". Und nach Stephen Jay Gould sind "Übergänge zwischen Großgruppen typischerweise abrupt". (Siehe über Gould-Missbrauch die Presseschau vom 02.06.09). Richard Dawkins empfiehlt: "Reißt einfach die 50 Seiten raus und braucht sie zu dem Zweck, zu dem sie am besten geeignet sind". hhp
|  | 2009/11/11: Meisner vergleicht Dawkins mit Nazis - Presseschau bei forum-grenzfragen | | In seiner Predigt zum Hochfest Allerheiligen warnt Kardinal Meisner vor einem "wissenschaftlichen Atheismus". Dabei wirft er Richard Dawkins ein ähnliches Menschenbild vor wie es die Nationalsozialisten vertreten hätten. Die Reaktion der Presse reichte von vehementer Kritik bis zu vorsichtiger Zustimmung. Die Presseschau von forum-grenzfragen gibt einen bewertenden Überblick und vergleicht die Äußerungen mit den Ausführungen Richard Dawkins' im Original. Dabei ergebe sich, dass die Warnung vor einem wissenschaftlichen Atheismus wichtig und richtig sei, der Nazi-Vergleich erweise sich jedoch eindeutig als unzutreffend. hhp
|  | 2009/11/08: Scientists win place for evolution in primary schools - The Guardian | | In Großbritannien wird das Thema Evolution auf den Entwurf eines neuen Lehrplans für Grundschüler gesetzt werden, nachdem 25 Wissenschaftler ? unter ihnen natürlich Richard Dawkins ? ihre Besorgnis darüber zum Ausdruck gebracht hatten, dass "eine der wichtigsten Vorstellungen, die der Biologie zugrunde liegt" in dem vorherigen Entwurf ignoriert wurde. Die Schulministerin Diana Johnson sagte, ursprünglich sein Evolution als Teil des Bereichs von Wissenschaft und Technik vorgesehen gewesen, im neuen Entwurf werde das Thema jetzt nun explizit erwähnt. Die Ergebnisse einer Beratung von Lehrern, Eltern, der Öffentlichkeit, Experten und anderen Interessierten zum Thema Evolution in der Grundschule werden bald veröffentlicht werden. sh
|  | 2009/10/08: Evolution All Around - New York Times | | Nicholas Wade hat sich Richard Dawkins "The Greatest Show on Earth" angenommen und attestiert Dawkins einen feinen Sinn für Ironie, den er ohne Gnade gegen Evolutionsgegner einsetze. Allerdings stellt Wade fest, dass Dawkins Begriff einer Theorie nicht wissenschaftlich sei: Für Dawkins sei Evolution mehr als "nur eine Theorie", nämlich ein wissenschaftlicher Fakt. Durch diese Definition rutsche er für Wade genauso ins Dogmatische wie seine Gegner, da Evolution zwar eine historische, jedoch keine wissenschaftliche Tatsache, sondern eben eine Theorie sei. Wade kritisiert besonders den Ton, den Dawkins wählt, wenn er von "Geschichtsverleugnern" spricht, die "schlimmer als ignorant" und "bis zur Perversion verblendet" seien. Dies sei weder wissenschaftlich noch zivilisiert. Kreationisten behaupten, Evolution sei nur eine Theorie; Dawkins sagt, es sei eine Tatsache. Jedoch geht Wade davon aus, dass keiner von beiden recht hat. sh
|  | 2009/09/09: Review: The Greatest Show on Earth by Richard Dawkins - New Scientist | | Ein weiteres Pro-Evolutions Buch könne nur gerechtfertigt sein - so der Rezensent Randy Olson -, wenn ein großer neuer Blickwinkel der Massenbekehrung eingenommen werde. Die Leserschaft für blöd zu halten, qualifiziere nicht gerade einen solchen neuen Blickwinkel. Genau dieses aber tue Dawkins. "Es hat etwas Komisches: Wenn das Auffinden gönnerhafter Herablassungen ein neues Trinkspiel wäre, na dann Prost! In jedem Kapitel wird man fündig." Auch wenn Dawkins im Vorfeld versichert, dies sei kein antireligiöses Buch, könne er es nicht lassen, der Religion durchgängig eins zu verpassen. Man bekomme den Eindruck, Dawkins habe dies nicht mehr unter Kontrolle. "Es ist, als leide er unter einer Form von antireligiösem Tourette-Syndrom". hhp
|  | 2009/09/05: Über Gott und die Welt - zum Neuen Atheismus - Tagesspiegel | | Der Artikel berichtet über ein am Anfang stehendes DFG-Projekt zum "Neuen Atheismus" (siehe auch Art. vom 4. Mai), das von Religionswissenschaftlern der FU Berlin durchgeführt wird. Die ersten Eindrücke der Studie: Der Neue Atheismus ist "nicht aggressiver ... als der traditionelle", was mich etwas erstaunt hat. Immerhin räumt man ein, dass er "medial geballter auftaucht und regelrecht inszeniert wird", dass die Atheismus-Debatte "ein großes Medienecho" ausgelöst habe und Redner wie Dawkins auch hierzulande "in überfüllten Sälen" sprechen. Auch fände die Diskussion "nicht mehr nur unter Intellektuellen, sondern inmitten der Gesellschaft statt". Auf die Grundvorwürfe, Religion ist a) falsch und b) schädlich, gäbe es "mindestens zehn Mal so viele apologetische Erwiderungen von religiöser Seite". So sei auch durch die Buskampagne "kein einziger Gläubiger zum Atheismus bekehrt" - versichert jedenfalls die Website der Buskampagne, die vorgeblich nicht missionieren will. hhp
|  | 2009/08/22: Richard Dawkins interview - Times Online | | In ihrem Interview mit Richard Dawkins bemüht sich Stefanie Marsh, die menschliche Seite des Wissenschaftlers zu zeigen, auch wenn er dabei nie wirklich sympathisch wird. Die Anfangsepisode erzählt von Dawkins Hündin (eine Coton de Tuléar), die kurz vor dem Interview gestorben war; ihr Tod bewegt ihn sehr, da man laut Dawkins Hunde genauso lieben könne wie Menschen. Diese persönliche Seite wird in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen; er gilt als schriller Polemiker mit streitbarem Ton (Dawkins bezeichnet ihn als "klar"). Er gibt zu, dass er sich manchmal unverstanden fühlt. In seinem neunten Buch "The Greatest Show on Earth" zeigt er auf, warum Evolution wahr ist und er geht davon aus, dass niemand, der sein Buch gelesen habe, hinterher noch glauben könne, Evolution sei keine Tatsache. Vielen Menschen fehle einfach Information und Bildung. Die Fähigkeit, nicht klar zwischen Mythos und Wahrheit zu unterscheiden, verblüfft Dawkins, für den wissenschaftliche Wahrheit das Absolute ist. sh
|  | 2009/08/25: Richard Dawkins: the truth dogs reveal about evolution - Times Online | | Ein zweiter Auszug aus Dawkins' neuem Buch vermittelt Evolutionsmechanismen anschaulich über die Entwicklung der Hunde. Wussten Sie z.B., dass der Hund längst über die natürliche Selektion domestiziert war, als die menschliche Zucht ansetzte? Oder, dass man an der Fuchs-Zucht evolutive Nebeneffekte studieren kann? Ein informativer Artikel, allerdings mit gewagtem Schluss. Dawkins lädt den Leser ein, die Entstehungszeit der unterschiedlichsten Hunderassen in die Vergangenheit zu extrapolieren, und schließt: "Es wird ziemlich einfach zu akzeptieren, dass die Evolution den Wandel bewerkstelligen konnte, der nötig war, um einen Fisch in einen Menschen zu transformieren". Diese scheinbar so plausible Extrapolation überspielt, dass es nicht nur um quantitative Veränderungen geht (wie vom Wolf zum domestizierten Hund), sondern um qualitative Bauplanänderungen (vom Fisch zum Menchen). hhp
|  | 2009/08/24: Creationists, now they're coming for your children - Times Online | | Nachdem sich Richard Dawkins, im "Gotteswahn" so richtig abreagiert und nicht nur den Kreationismus, sondern Religion insgesamt verteufelt hat, schlägt sein neues Buch "The Greatest Show on Earth" andere Töne an. Dawkins betont: "Oft und zu Recht wird gesagt, dass der höhere Klerus und Theologen kein Problem mit der Evolution haben, ja in vielen Fällen Wissenschaftler in dieser Hinsicht aktiv unterstützen". Aber: "Wir dürfen nicht selbstzufrieden annehmen, dass die Akzeptanz der Evolution durch Bischöfe und ausgebildete Priester auch für deren Gemeinden gilt". Umfragen zufolge leugneten hier im Schnitt 40% die Evolution. "Und das sollte die Kirchen ebenso beunruhigen wie Wissenschaftler". Darum appelliert er an die "aufgeklärten Bischöfe und Theologen, etwas mehr Anstrengung im Kampf gegen den antiwissenschaftlichen Unsinn zu zeigen". Es ist der gemeinsame Gegener "Kreationismus", der so ungleiche Elemente wie Dawkins und Theologen zusammenschmiedet. hhp AUSFÜHRLICH IN DER PRESSESCHAU
|  | 2009/07/20: Bücherschau zum Darwin-Jahr: Lebenshilfe und andere Erklärungen - Frankfurter Rundschau - Feuilleton | | Den meisten der von Christian Schlüter besprochenen 8 Bücher sei gemeinsam, dass sie den vielzitierten "Kampf ums Dasein" als Missverständnis oder tendeziöse Übersetzung entlarven wollten. "struggle for life" und "survival of the fittest" hätten eher mit "fit" i.S.v. Passung, Anpassung zu tun als mit "gewalttätiger Überlegenheit". Darwin sei weder Rassist noch Utopist gewesen, noch habe er die Selektion normativ auf die Gesellschaft übertragen wollen. Überhaupt schätzt der Autor Darwins kluge Selbstbeschränkung und vermutet, dass der Darwinismus "immer dann überfordert [ist], wenn er die ganze Welt erklären soll". Darum warnt Schlüter vor einem "reduktionistischen Szientismus" à la Thomas Junker und rät, sich eher als Agnostiker denn als Atheist zu verstehen, da die Frage nach Gott "mit unseren Mitteln nicht beantwortbar" sei. So scheint es paradox, wenn er am Ende dennoch als Darwins Entdeckung ausgibt, "dass wir die Natur nicht länger als Gottes Schöpfung ... zu begreifen haben". hhp
|  | 2009/06/28: Richard Dawkins launches children's summer camp for atheists - Telegraph | | Dawkins' neuste Idee, um gegen "christliche Verblendung" zu kämpfen ist ein atheistisches Ferienlager in Somerset, England. Zielgruppe des fünf-tägigen Camps sind Kinder im Alter von acht bis 17 Jahren, denen neben traditionellen Ferienlager-Aktivitäten wie Kanufahren, Schwimmen und Wandern auch Unterricht in Philosophie und rationalem Skeptizismus, sowie - natürlich - Evolutionsbiologie geboten wird. Dawkins sagt, er wolle Kinder ermutigen, skeptisch und rational selbst zu denken. Ein Sprecher der Anglikanischen Kirche kommentierte, durch die Nachahmung von Veranstaltungen, die religiöse Gruppen seit Jahren organisierten, lasse Dawkins Atheismus immer mehr wie die Sache erscheinen, gegen die er eigentlich kämpfe. Jeder, der sich jetzt für dieses Camp interessiert, wird enttäuscht sein: die 24 Plätze für das Ferienlager Ende Juli sind bereits alle vergeben. Aber keine Sorge: Richard Dawkins fällt bestimmt bald etwas Neues ein. sh
|  | 2009/06/08: Zukunft der Gentechnik: Plädoyer für den ultimativen Tabubruch - Wissenschaft - SPIEGEL ONLINE | | Richard Dawkins plädiert dafür, sich mit dem Gedanken der Kreuzung von Mensch und Tier anzufreunden. Einen qualitativen Unterschied zwischen Tier und Mensch zu behaupten ist für Dawkins Essentialismus und "zutiefst unevolutionär". Evolutionär und naturwissenschaftlich fassbar ist jedoch die Leidensfähigkeit, die am Nervensystem festzumachen sei. Die Summe des Leidens wird zum Kriterium der Schutzwürdigkeit, was Dawkins Ethik zu einer utilitaristischen macht - ausdrücklich in seinem "Gotteswahn", 407. Dort findet sich auch der typische naturalistische Fehlschluss, wenn Dawkins darauf hinweist, "dass die Mehrzahl aller Embryonen ohnehin ganz von selbst kurz nach der Befruchtung als Fehlgeburt abgestoßen wird" (410). Motto: Wenn die Natur tötet, darf der Mensch das auch! Tier-Mensch-Mischwesen nun würden die Enttabuisierung weiter vorantreiben - für Dawkins ein "freudiger Schauer". Und für uns der Hinweis, dass sich Menschenwürde rein evolutionstheoretisch nicht begründen lässt. hhp
|  | 2009/05/20: Philosoph Richard David Precht und die Darwinismus-Debatte - Nürnberger Zeitung | | Precht schafft es immer wieder, populär zu sein ohne schwarz-weiß zu malen! So sind für ihn Kreationismus und militanter Darwinismus nur komplementäre Fundamentalismen. Zu Recht weist er auf die paradoxe Situation hin, dass Dawkins überzogener Allerklärungsanspruch den Kreationimus geradezu stärke. Darauf hat jüngst schon der Evolutionsbiologe Reinhold Leinfelder (http://achdulieberdarwin.blogspot.com/2009/03/instrumentalisierung-von-darwin-durch.html) hingewiesen: Etwas besseres als Dawkins könne dem Kreationismus gar nicht passieren! Zurück zu Precht, der auf die derzeitigen (!) Grenzen evolutiver Erkenntnis hinweist: über die Mechanismen der Evolution wissen wir sehr wenig, die Entstehung des Lebens gar ist "Spekulation und weit entfernt von Wissenschaft". Precht kann unbefangen über solche Defizite sprechen, weil er unverdächtig ist, sie sofort theologisch auszubeuten: Sein "Ich misstraue jedem Gottesbeweis" liefert denn auch den Haupttitel des Artikels. hhp
|  | 2009/05/04: FU Berlin untersucht "Neuen Atheismus" - Christliches Medienmagazin Pro | | Das evangelikale Medienmagazin Pro berichtet von einem DFG-Projekt über den "Neuen Atheismus", das von Religionswissenschaftlern der FU Berlin durchgeführt wird. Vertreter der "Brights" wie Dawkins, Hitchens, Dennet, Schmidt-Salomon sind ebenso Gegenstand der Untersuchung wie deren Kritiker. Erforscht werden soll ebenfalls die Berichterstattung in den Medien und deren populäre Breitenwirkung. "Pro" berichtet neutral in den Worten der Projektbeschreibung, wird allerdings bei den Kritikern des Neuen Atheismus ausführlicher. Die "Brights" wiederum übernehmen den Wortlaut von "pro", erwähnen jedoch die Kritiker nicht (brightsblog.wordpress.com/2009/05/05/fu-berlin-untersuchung-des-neuen-atheismus/). Sie ergänzen die Seite durch die Linkliste des DFG-Projekts, wobei ausgerechnet die Links auf Schmidt-Salomon und die Giordano-Bruno-Gesellschaft nicht klickbar sind!?? Siehe unbedingt die Projekthompage: www.geschkult.fu-berlin.de/e/relwiss/forschung/DFG-Projekt_Neo-Atheismus/index.html. hhp
|  | 2009/04/27: Seine Hoheit, der Umweltschützer - NRZ - DerWesten | | Prinz Charles, der den Deutschen Nachhaltigkeitspreis erhält, weist seit Jahren auf die Grenzen der Wissenschaft hin und warnt vor den Folgen ungebremster Forschung. Seine Achtung vor der Genialität evolutiv entwickelter natürlicher Baupläne bringt Charles zur Forderung an die Wissenschaft, Natur und Evolution zu verstehen, nicht zu verändern. Gegen spirituelle Leere will er das Gleichgewicht von "instinktiver Weisheit und den rationalen Einsichten der Wissenschaft" wieder hergestellt sehen. Wen wundert es, dass Richard Dawkins die Gelegenheit zum Kontern ergreift: "Weit davon entfernt, spirituelle Werte zu missachten [meint er das wirklich ernst? hhp], ist der wissenschaftliche Rationalismus die Krönung des menschlichen Geistes [das meint er tatsächlich ernst]". Der Streit mit Dawkins ist spätestens seit Charles' Rede bei den Reith Lectures 2000 entbrannt (news.bbc.co.uk/hi/english/static/events/reith_2000/lecture6.stm und www.edge.org/3rd_culture/prince/prince_index.html). hhp
|  | 2009/04/21: Religion und Evolution: Von Darwin bis Dawkins - IQ - Wissenschaft und Forschung - Bayern 2 - BR | | Das Feature von Daniel Knopp berichtet von der Wiederentdeckung des Religiösen durch die Evolutionsbiologie - ganz im Gegenzug zu Dawkins' Abwertung von Religion als Wahnvorstellung. Knopp stellt den Nutzwert von Religion und damit ihren Selektionsvorteil heraus: die größere 'reproduktive Fitness' religiöser Menschen (M. Blume). Religion als Überlebensvorteil: Ein nachdenkenswerter Beitrag, auch wenn Religion hier funktionalistisch auf den Nutzwert reduziert wird.
Knopp will die Vereinbarkeit von Religion und Evolution schon bei Charles Darwin verorten. Dessen Evolutionstheorie sei "auch eine Weiterentwicklung seiner theologischen Grundausbildung", die er bei seinem Lehrer William Paley erhalten hat. Dies ist allerdings eine allzu harmonisierende Darstellung, da sich Darwin an entscheidender Stelle von Paley, dem Vater des Intelligent-Design-Arguments, absetzt. Darwin konzentriert sich auf die Zweitursachen und will damit nicht die göttliche Erstursache beweisen (E.-M. Engels)!! hhp
|  | 2009/04/15: Evolution kann Existenz von Kreationisten nicht erklären - Evo-Magazin | | Richard Dawkins habe eingeräumt - so die website zum 200. Geburtstag von Charles Darwin -, dass die Evolutionstheorie "die fortgesetzte Existenz von Kreationisten" nicht erklären könne. Theoretisch hätte eine Spezies, die in so grundlegendem Widerspruch zur Realität lebe, längst aussterben müssen. Für das Evo-Magazin ist dies "ein schwerer Schlag für die Glaubwürdigkeit der Evolutionswissenschaft". Wenn man weiß, dass die Seite von der Giordano Bruno Stiftung und der AG Evolutionsbiologie betrieben wird, bestätigt sich die vage Ahnung, dass dies Eingeständnis nicht ganz ernst gemeint ist ;-) hhp
|  | 2009/04/17: EDU-Kantonsräte wollen Gott und Darwin gleichstellen - Tagesanzeiger Zürich | | Der Tagesanzeiger berichtet von dem Versuch dreier EDU-Kantonsräte, die Schöpfungslehre in der Schule wie ein naturwissenschaftliches Fach unterrichten zu lassen. In Form eines kontroversen Gesprächs zwischen Kantonsrat Stefan Dollenmeier und Sektenexperte Hugo Stamm werden Argumente diskutiert.
Neben dem unsinnigen Titel ("Gott und Darwin gleichstellen") bietet der Beitrag auch eine unzureichende Definition an, wenn Kreationismus die "Lehre der Schöpfung vor dem Hintergrund biblischer Schriften" sein soll. Diese Kennzeichnung triff auch auf eine moderne Schöpfungstheologie zu, wenn "vor dem Hintergrund" nicht "in wortwörtlichem Verständnis" meint. Allzu oft wird diese undifferenzierte Gleichsetzung von Kreationismus, Intelligent Design und moderner Schöpfungstheologie strategisch missbraucht (siehe Dawkins), um das Kind mit dem Bade auszuschütten, sprich: um mit dem Kreationismus Religion insgesamt lächerlich zu machen.
|  | 2005/04/20: Wissenschaftskritik: Forschung als Vernunftpathologie - FAZ.NET | | Die Papstwahl ist gerade vollzogen, und schon fragt man sich, wie sich Benedikt zu den Naturwissenschaften stellen wird. Dass der Artikel unter der Rubrik "Wissenschaftskritik" geführt wird, verrät bereits die Erwartung des Autors. Christian Schwägerl vermutet "einen sehr intensiven Dialog mit den Naturwissenschaften" und prognostiziert aus den bisherigen Äußerungen Ratzingers, vor allem die Biologen und Biomediziner müssten "auf Attacken gefasst sein". Dabei sei zu erwarten, dass nicht nur der ethische Bereich (z. B. Stammzellforschung) im Zentrum des Interesses stehe, sondern auch die Grundlagen und weltanschaulichen Konsequenzen naturwissenschaftlichen Denkens. Eine Bedrohung sehe der Papst z. B. in einer "universalistisch verstandenen Evolutionslehre". Im Nachhinein wissen wir, wie zutreffend Schwägerls Vermutung war, aber auch ? nach Dawkins' "Gotteswahn" ?, wie berechtigt die Warnung des Papstes.
|  | 2009/03/30: John Lennox: "Apostel waren Verteidiger des Glaubens" | | Im christlichen Medienmagazin "pro" wirbt der Dawkins-Kontrahent und Mathematikprofessor aus Oxford, John Lennox, für eine christliche Apologetik gegenüber dem neuen Atheismus. Anlass war der 60. Geburtstag von Jürgen Spieß, Leiter des "Instituts für Glaube und Wissenschaft" der Studentenmission in Deutschland (SMD).
|  | 2009/03/22: Giordano-Bruno-Stiftung: Die Agenda des Neuen Atheismus - Kirche & Religion - Politik - FAZ.NET | | Was hat die Evolution eigentlich mit dem Atheismus zu tun? Kritischer Artikel von Reinhard Bingener, Mitarbeiter der politischen Redaktion der FAZ, über die finanziellen, weltanschaulichen, strategisch-politischen Hintergründe und Aktivitäten des Neuen Atheismus. Interessant auch, dass nicht alle Verbände der Konfessionslosen von der Öffentlichkeitswirksamkeit der Giordano-Bruno-Stiftung begeistert sind. hhp
|  | 2009/03/13: Gott trifft Darwin: Lassen sich Religion und Evolution vereinbaren? | Wissen | Nachrichten auf ZEIT ONLINE | | Hartmut Wewetzers sehr lesenswerter Artikel hält, was der Titel verspricht: Der Autor benennt alle wesentlichen Positionen, die man einnehmen kann, wenn Gott auf Darwin trifft, exemplarisch mit Namen. Stephen Jay Gould setzte mit seinem Modell der NOMA (Non-Overlapping Magisteria) auf ein schiedlich-friedliches Nebeneinander; Richard Dawkins führe Darwin gegen Gott ins Feld, die Kreationisten Gott gegen Darwin. In der Intelligent-Design-Variante friste Gott noch ein Lückenbüßer-Dasein.
Von diesen Fehlformen setzt Wewetzer den Physiker Karl Gibereson und den Biologen Kenneth Miller ab. Beide verfielen weder auf einen pantheistischen noch auf einen Lückenbüßer-Gott. Bei beiden arbeite Gott "Hand in Hand mit den Naturgesetzen". Ein Indiz für sein Wirken sei das Erscheinen des Menschen, argumentativ unterfüttert mit dem Begriff der Konvergenz und dem anthropischen Prinzip. Wewetzer unterschlägt die Gegenargumente nicht: ein kurzer und dennoch differenzierter Artikel - Lob!
hhp
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